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Für 350 Euro: iPad 7 im Test: Mehr Tablet braucht fast niemand

Das iPad ist das populärste Tablet am Markt. Nun bietet Apple ein neues Einsteiger-Modell an. Mit 350 Euro kostet es halb so viel wie die Spitzenmodelle. In mancher Hinsicht muss man aber Abstriche machen.

Das neue Einsteiger-iPad punktet mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis

Das neue Einsteiger-iPad punktet mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis

stern

Schreiben, Bilder bearbeiten, die Steuererklärung machen, Songs komponieren - es gibt wohl kaum etwas, das man nicht mittlerweile mit einem Tablet erledigen könnte. Aus den reinen Unterhaltungsmaschinen wurden mächtige Arbeitstiere. Ein Trend, den neben Microsoft mit seinen Surface-Geräten auch Apple mit seinem iPad Pro befeuerte.

Doch so vielseitig die Flachmänner auch sind, viele wollen mit dem Tablet abends nur entspannt auf der Couch lümmeln, eine Serienepisode schauen oder ein bisschen daddeln. Diese Menschen benötigen nicht das Beste vom Besten und wollen keine 1000 Euro für ein Gerät ausgeben, das mehr kann, als sie jemals brauchen werden.

An diese Nutzer richtet sich Apple mit dem iPad der siebten Generation: Dessen UVP liegt bei 379 Euro, das sind 30 Euro mehr als beim Vorgängermodell, im Netz bekommt man das Gerät aber bereits für 350 Euro.

Doch lohnt sich ein Kauf? Wir haben das neue Einsteiger-Tablet ausführlich getestet.

Digitale Magazine wie der stern kommen auf dem großen Display des iPad gut zur Geltung

Digitale Magazine wie der stern kommen auf dem großen Display des iPad gut zur Geltung

stern

Darf’s ein bisschen mehr Display sein?

Optisch gibt es wenige Überraschungen: Das neue iPad sieht aus, wie ein iPad nun einmal aussieht. Die Rückseite besteht aus Aluminium, laut Hersteller handelt es sich sogar zu 100 Prozent um umweltfreundlich recyceltes Material. Mit knapp 500 Gramm liegt es angenehm in der Hand, die Verarbeitung ist hochwertig.

Der Bildschirm auf der Vorderseite ist von 9,7 auf 10,2 Zoll gewachsen, dadurch wird das Gerät insgesamt auch etwas höher und breiter. Die Pixeldichte bleibt mit 264 Pixeln pro Zoll jedoch unverändert. Das Display selbst kann sich sehen lassen: Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, die Helligkeit hoch, die Kontraste sind satt. Auch wenn das iPad Pro auf dem Papier besser dasteht, im Alltag fallen die Unterschiede kaum ins Gewicht. Lediglich die True-Tone-Funktion, welche die Farbtemperatur des Bildschirms an die Umgebungshelligkeit anpasst, haben wir vermisst.

Ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt der breite Rahmen um den Bildschirm, immerhin setzt Apple bei seinen Smartphones seit drei Generationen auf weitgehend rahmenlose Displays (lesen Sie hier unseren Test des iPhone 11). Doch den meisten Nutzern dürfte es bei einem Tablet egal sein, ob der Rand ein paar Millimeter mehr oder weniger misst. Statt der Gesichtserkennung FaceID kommt der Fingerabdruckscanner im Home-Button zum Einsatz. Der funktioniert in unserem Test absolut zuverlässig.

Pluspunkt: Das iPad hat nach wie vor eine Klinkenbuchse für Kopfhörer, die wurde beim Pro-Modell bereits gestrichen. Geladen wird das iPad 7 via Lightning-Stecker, das Pro-Modell setzt auf USB-C. Die Laufzeit gibt Apple mit zehn Stunden an, dieser Wert wird im Alltag auch erreicht. Das Tablet hält somit einen ganzen Arbeitstag durch.

Das iPad der siebten Generation bietet nun einen Dock-Anschluss für die Tastaturhülle

Das iPad der siebten Generation bietet nun einen Dock-Anschluss für die Tastaturhülle. Die war bislang den Pro-Modellen vorbehalten.

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Teuer, aber flexibel

Das iPad 7 unterstützt - wie bereits der Vorgänger - den Apple Pencil der ersten Generation. Neu ist die Möglichkeit, Apples hauseigene Tastaturhülle magnetisch anzudocken. Beides sind Features, die lange den Pro-Modellen vorbehalten waren und die das Einsteiger-Tablet noch vielfältiger machen. Dadurch wird das Gerät vor allem für Schüler und Studenten interessant, denn man kann nun sowohl schnell handschriftliche Notizen anfertigen als auch längere Texte verfassen. Die Preise für das Zubehör sind aber saftig: Der Apple Pencil kostet 99 Euro, die Tastaturhülle sogar 179 Euro. Wer das iPad als Notebook-Ersatz nutzen möchte, muss also tief ins Portemonnaie greifen.

Um den Preis des Geräts zu drücken, verbaut Apple im iPad der siebten Generation den A10-Prozessor. Der feierte bereits im 2016 vorgestellten iPhone 7 seine Premiere. Doch selbst 3D-Games wie das aufwendige, schick anzusehende Abenteuerspiel "Oceanhorn 2", das in Apples Spiele-Flatrate Apple Arcade enthalten ist, stellt das Tablet flüssig dar. Wer will, kann das iPad sogar via Bluetooth mit einem Xbox- oder Playstation-Controller koppeln. Streaming-Apps und digitale Magazine laufen auf dem iPad ebenso mühelos. Lediglich bei Tools für den Profi-Einsatz wie der Bildbearbeitungs-Software Affinity Photo muss man etwas geduldiger sein als bei den rasend schnellen Profi-Tablets - das ist angesichts des für Apple-Verhältnisse niedrigen Preises verschmerzbar.

Controller der Playstation 4 oder Xbox One können via Bluetooth mit dem iPad verbunden werden.

Controller der Playstation 4 oder Xbox One können via Bluetooth mit dem iPad verbunden werden.

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Vorinstalliert ist das aktuelle Betriebssystem iPadOS 13 – welche Neuerungen das bietet, können Sie hier nachlesen. Unsere Prognose: Der A10-Prozessor wird noch zwei weitere Jahre Betriebssystem-Updates bekommen.

Knapper Speicher

Die Kamera scheint dasselbe Modell zu sein, das seit zwei Generationen verbaut wird. Sie löst mit acht Megapixeln auf und kann Videos in Full-HD (1080p) drehen. Wunder sollte man von ihr nicht erwarten: Die Software-Funktionen sind im Vergleich zum iPhone auch stark beschnitten, so gibt es weder einen Zeitlupen-Videomodus noch eine Porträtfunktion. Für Schnappschüsse und zum Einscannen von Dokumenten ist die Rückkamera aber ausreichend. Die Frontkamera des iPad löst mit 1,2 Megapixeln auf und ermöglicht 720p-Videos. Für Videotelefonie ist das genug, für Selfies sollte man lieber das Smartphone zücken.

Die iPad-Knipse wirkt im Vergleich zu den Smartphone-Kameras winzig

Die iPad-Knipse wirkt im Vergleich zu den Smartphone-Kameras winzig

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Die kleinste Ausstattungsvariante des iPad 7 kommt mit 32 Gigabyte Speicher. Das ist sehr knapp bemessen, vor allem, wenn man das Tablet für die ganze Familie nutzt. Fünf, sechs Games (ein Apple-Arcade-Titel kann mehrere Gigabyte groß sein), dazu ein paar heruntergeladene Filme und Serien (beim Kauf erhält man kostenlos ein Jahr des bevorstehenden Streamingdiensts Apple TV+ dazu) sowie die eigene Foto-Bibliothek - schon wird es eng auf dem Tablet. Weil man den Speicher des iPad nicht mit einer SD-Karte erweitern kann, sollte man zum nächstgrößeren Modell mit 128 Gigabyte greifen, auch wenn das 100 Euro teurer ist.

Fazit: Viel iPad für's Geld

Das neue iPad ist wie der Vorgänger empfehlenswert für Nutzer, die ein Tablet für den alltäglichen Gebrauch suchen. Vor allem bei der Einstiegs-Version für 380 Euro bekommt man viel iPad fürs Geld: Die Verarbeitung ist sehr gut, Bildschirm und Sound auf hohem Niveau. Der Prozessor ist zwar nicht taufrisch, aber immer noch flink genug für aktuelle 3D-Games. Die Vielfalt im App Store ist im Tablet-Bereich immer noch ungeschlagen und das Betriebssystem iPadOS macht das Gerät noch flexibler. Praktisch ist die Unterstützung von Apples Smart Keyboard, mit der sich das iPad wie ein Netbook nutzen lässt - das Zubehör ist allerdings ziemlich teuer. Nur der Grundspeicher ist mit 32 GB knapp bemessen. 

Wer auf die Tastatur-Unterstützung und etwas Power verzichten kann, für den könnte das Vorgängermodell der sechsten Generation interessant sein, das ebenfalls auf den A10-Chip setzt. Man bekommt es online regelmäßig für unter 300 Euro. Schneller und kompakter, dafür teurer ist das iPad Mini (ab 400 Euro). Wer auf Produktivität und Windows-Kompatibilität angewiesen ist, dürfte um ein Surface-Modell kaum herumkommen. Die Microsoft-Tablets bieten einen echten USB-Anschluss und unterstützen alle herkömmlichen Windows-Programme, sind dafür aber teurer (560 Euro aufwärts).

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