HOME

Einlagensicherung: Mindestschutz für Sparer steigt auf 50.000 Euro

Es ist beschlossene Sache: Gespartes ist in den Staaten der EU ab Juli kommenden Jahres bis zu einer Summe von 50.000 Euro sicher. Das hat das EU-Parlament in Straßburg nun beschlossen. Der Betrag soll im übernächsten Jahr sogar noch einmal verdoppelt werden.

Das EU-Parlament in Straßburg hat angesichts der Finanzmarktkrise für einen erhöhten Mindestschutz der Sparer in den 27 Unionsländern gestimmt. Die Mindestsicherung soll nach der Abstimmung von Donnerstag von bisher 20.000 Euro zum 1. Juli 2009 auf 50.000 Euro angehoben werden.

In einem zweiten Schritt soll Ende 2010 der Mindestbetrag, den Staaten je Konto schützen müssen, auf 100.000 Euro steigen. Voraussetzung ist allerdings, dass die EU-Mitgliedstaaten in der Lage sind, die nötigen finanziellen Garantien zu geben. Die EU-Kommission hat den Auftrag, dies zu klären. Deutschland ist dazu in der Lage und bürgt bereits jetzt für private Spareinlagen sogar unbegrenzt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Oktober versprochen hat.

"Selbst wenn eine Bank Pleite geht, ist das Ersparte im Rahmen des Mindestschutzes sicher", sagte der SPD-Europaabgeordnete Udo Bullmann. Die deutsche Kreditwirtschaft bietet bei der Einlagensicherung europaweit den höchsten Standard. Dabei haben Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken jeweils ihre eigenen Sicherungssysteme, die voneinander unabhängig sind.

Gerät eine private Bank in Turbulenzen, kommt die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zum Tragen. Sie sichert 90 Prozent der Einlagen pro Kunden ab, maximal aber 20.000 Euro. Die fehlenden zehn Prozent und darüber hinausgehende Gelder werden vom Einlagensicherungsfonds gezahlt, an dem sich die privaten Institute freiwillig beteiligen, darunter alle großen deutschen Geschäftsbanken. Der Fonds steht für jeden Einzelkunden bis zu einer Summe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank gerade - und sichert damit "normale" Privatkunden praktisch vollständig ab.

Die höhere Einlagensicherung war die erste Maßnahme, die die EU-Finanzminister nach Ausbruch der Finanzkrise im Oktober beschlossen. Nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers waren mehrere Großbanken in Europa in Schieflage geraten. Die Bundesregierung garantierte damals kurzfristig eine unbegrenzte Einlagensicherung, um zu verhindern, dass Bankkunden in Panik ihre Konten leerräumen und damit die Geldhäuser erst recht an den Rand der Zahlungsfähigkeit bringen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters

Wissenscommunity