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A. Güngörmüs: Alis Küchenzuruf: Sechs Tipps fürs perfekte Grillen vom Sternekoch

Die Deutschen lieben es zu grillen. Dabei gibt es einige Regeln, die man beachten sollte. Sternekoch Ali Güngörmüs verrät, auf welche sechs Dinge es beim Grillen ankommt.

Grillen

Nur wer auf Holzkohle grillt, erhält den charakteristischen-rauchigen Geschmack. Auf was es sonst noch beim Grillen ankommt, verrät Sternekoch Ali Güngörmüs.

Grillen ist zu einer Art Religion geworden. Mich wundert es bis heute, dass der Deutsche bereit ist, so viel Geld für Grillutensilien auszugeben. Aber es ist wohl auf gewisse Weise ein Statussymbol. Und auch das Wetter spielt in Deutschland nicht immer mit. Trotzdem, die Liebe zum Grillen ist in Deutschland unangefochten. Manche grillen sogar im Winter, etwas, was uns in der Türkei nie in den Sinn kommen würde.

Dennoch gibt es auch beim ein paar Regeln, auf die man achten muss. Das Wichtigste ist, dass man den Grill richtig anheizt. Sicherheit geht dabei immer vor, Brennöl auf Kohle zu schütten, ist zum Beispiel ein absolutes No-Go und Verbrennungen sind vorprogrammiert. Für mich bedeutet echtes Grillen übrigens nicht, einen Elektro- oder Gasgrill anzumachen. Da kann man gleich eine Pfanne verwenden. Wer grillt, sollte mindestens Holzbriketts oder besser über Holzkohle grillen. So erhält man die charakteristisch-rauchige Note.

Es kommt nicht nur aufs Fleisch an, sondern auch auf die Nebendarsteller

Außerdem sollte man immer genau überlegen, was man für ein Produkt auf den Grill legt. Rinderfilet, das sehr mager ist und kaum Fett enthält, macht für mich keinen Sinn. Man sollte immer darauf achten, Fleisch mit einem gewissen Fettanteil zu verwenden. Ansonsten wird das Fleisch trocken und zäh. Fleisch vom Hals oder Rippchen sind am besten geeignet. Auch nicht jeder Fisch lässt sich gut über Holzkohle grillen - zum Beispiel Lachs und Thunfisch. Diese sind eher etwas für den Gasgrill oder die Pfanne.

Auch die Nebendarsteller dürfen beim Grillen nicht zu kurz kommen – die Beilagen. Zu Gegrilltem passt am besten Salat und zwar in jeder Variation. Und Saucen. Aber bitte nur selbstgemachte. Die schmecken nicht nur besser, sondern sind oft auch günstiger und frei von Aroma- und Zusatzstoffen. Eine Barbecue-Sauce oder eine asiatische auf Sojasauce- und Koriander-Basis ist schnell gemacht. Ich mache auch gern einen Gewürzjoghurt oder eine Aioli dazu. Das passt perfekt zu Garnelen oder Krustentiere vom Grill. Mehr braucht es auch nicht: Salat, Saucen, vielleicht noch etwas Fladenbrot, das man auf den Grill legen kann.

Übrig gebliebenes Grillfleisch – das kann man damit machen

Wenn vom gegrillten Fleisch etwas übrig geblieben ist, bloß nicht wegschmeißen! Am nächsten Morgen schmeckt das klein geschnittene Fleisch sehr gut zum Frühstück – zum Beispiel als Gröstl, ein Pfannengericht mit Fleisch und Kartoffeln. Oder man bereitet daraus einen Fleischsalat mit Tomaten, Avocado und einem Balsamico-Dressing. Passt hervorragend zum Brunch oder Lunch. Die Bayern lieben Fleisch auch im Brötchen, also ein sogenannter Fleischsemmel. Dazu das Brötchen in der Hälfte aufschneiden, das kalte Grillfleisch hineinlegen und mit sauren Gurken und eventuell einer Scheibe Speck verfeinern.

Wenn rohes Fleisch übrig geblieben ist, wäre ich etwas vorsichtiger. Vor allem, wenn das Grillfleisch zwischendurch nicht gekühlt war. Dann besser nicht mehr verzehren. Wurde die Kühlkette nie unterbrochen, kann man das Fleisch auch am nächsten Tag noch auf den Grill legen oder aber man friert es ein - für den nächsten Grillabend.