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TV-Kritik

"Kitchen Impossible": Haya Molcho führt Mälzer vor: "Tim, du bist ein Schmock"

Wie sehr "Kitchen Impossible" von seinen Protagonisten lebt, beweist die aktuelle Episode. Nie zuvor hat jemand so viel Sympathie ausgestrahlt wie Haya Molcho. Den TV-Koch selbst hätte man in dieser Folge guten Gewissens herausschneiden können.

Haya Molcho Tim Mälzer

Haya Molcho (links) kocht sich in die Herzen der Zuschauer. Mälzer macht eher das Gegenteil.

TV-Koch Tim Mälzer selbst sagt, dass dies eine der besten Folgen von "Kitchen Impossible" jemals war. Da muss man ihm Recht geben. Nur wurde diese Episode nicht vom TV-Koch, sondern vor allem von der sympathischen Haya Molcho getragen - und dem Gastauftritt von Mälzers Mentor Gennaro Contaldo.

Mälzer selbst fällt eher negativ auf: schlecht gelaunt und beleidigt von den Aufgaben, die für ihn ausgewählt wurden. Im Gespräch mit dem stern entschuldigt sich Mälzer sogar für sein Verhalten: "Da ist die sympathische Haya - und ich, der Arsch".

Das waren die Highlights der dritten Folge "Kitchen Impossible"

Molcho hat rumänische Wurzeln und ist 1955 in Israel geboren. Mit neun Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Bremen. Gemeinsam mit ihren vier Söhnen betreibt sie das familiäre Gastro-Imperium "Neni". Das beinhaltet elf Restaurants, die europaweit verstreut sind, sie hat vier Kochbücher geschrieben und verkauft ihren Hummus aus dem Restaurant "Neni" mittlerweile kommerziell. 

Das Konzept von "Kitchen Impossible" ist wie eh und je: Tim Mälzer duelliert sich mit einem Koch oder einer Köchin, es müssen vier Aufgaben an vier verschiedenen Orten mit jeweils vier Originalköchen (deren Gerichte die Kontrahenten nachkochen müssen) bestritten werden. Eine Jury verköstigt das Ergebnis und verteilt Punkte. Der Gewinner des Duells ist derjenige mit den meisten Punkten.

Wir haben die Highlights der dritten Folge für Sie zusammengefasst:

Diese Köche mussten sich beweisen:

Normalerweise funktioniert kaum eine Folge "Kitchen Impossible" ohne den TV-Koch Tim Mälzer. Hier wäre es gar nicht aufgefallen, hätte er nicht gekocht. Und vor allem hätte niemand seine Fäkal-Sprache vermisst. Denn Haya Molcho trägt durch die ganze Episode - das schlägt sich auch in den Einschaltquoten nieder. Satte elf Prozent der 14- bis 59-jährigen Zuschauer konnte die Sendung am Sonntagabend erzielen. Ein neuer Quotenrekord.

Hier wurde gekocht:

In Kleinschenk (Rumänien), im Münstertal in Deutschland, in Jerusalem (Israel) und in Norwich (Großbritannien).

Das wurde gekocht:

Tim Mälzer in Rumänien: Dreierlei Polentaknödel mit Forellenzakuska, Pilzen und Schafskäse

Haya Molcho im Münstertal: Geschmorte Rehschulter und Rehrücken mit Gemüse, Schupfnudeln und Johannisbeere

Mälzer in Jerusalem: Kebab mit Hummus

Molcho in Norwich: Cotechino Cappellacci auf Linsen

Der schönste Moment:

Der Gastauftritt von Mälzers Mentor Gennaro Contaldo. Der 71-jährige Italiener hat sowohl Tim Mälzer als auch Jamie Oliver ausgebildet. Er ist stolz darauf, wie sich die beiden jungen Talente entwickelt haben. Contaldo sagt, er habe nicht fünf Kinder, sondern sieben - er zählt Tim Mälzer und Jamie Oliver auch zu seiner Familie. Mälzer bekommt nach dieser Aussage feuchte Augen.

Das beste Gericht:

Ganz klar, das Soulfood von Gennaro Contaldo, das Haya Molcho bei ihm Zuhause nachkochen muss. Eigentlich verbirgt sich hinter Cotechino Cappellacci auf Linsen, eine Art Linsenrisotto mit einer italienischen Rohwurst aus Schweinefleisch. Das gelingt ihr so gut, dass sogar Contaldos Frau sagt, Hayas Linsen seien besser als die ihres Ehemannes. 

Köfte im Fladenbrot

Der überraschendste Moment:

Haya Molcho, die zwar in Deutschland aufgewachsen ist, kennt keine Schupfnudeln. Die muss sie im Restaurant Spielweg im Münstertal nachkochen. Das Hotelrestaurant existiert bereits in sechster Generation. Die junge Küchenchefin Viktoria Fuchs ist eine absolute Neuentdeckung in der Gastronomie. Sie kocht gehobene badische Küche mit Asiaeinflüssen.

Der lustigste Moment:

Haya Molcho hält im Restaurant Spielweg alle Mitarbeiter auf Trab und lässt sich zwischendurch sogar von einem Angestellten massieren.

Das war eine Szene, die an die Substanz ging:

Im Münstertal muss Molcho Reh zubereiten, das wird ihr aber nicht filetiert zur Verfügung gestellt, sondern sie muss sich das Fleisch erst aus dem toten Tier herausschneiden. Dazu muss sie dem Tier die Haut abziehen, um es anschließend zu zerlegen. Es geht der Köchin sichtlich an die Substanz. "Tim Mälzer, du bist ein Schmock", beschimpft sie den TV-Koch. Am Ende aber ist sie froh, die Erfahrung gemacht zu haben.

Das war ein Flop:

Tim Mälzers Ausdrucksweise und seine Stimmung. Zugegeben: Seine Aufgabe in Jerusalem war von Spannungen zwischen dem Originalkoch und dem TV-Koch geprägt. Die gehen sich fast an die Gurgel, weil der Originalkoch Mälzers Kochfähigkeit anzweifelt - und ihm das auch immer wieder sagt. Das lässt Mälzer natürlich nicht kalt - und er verliert fast die Contenance. Das hätte auch anders ablaufen können.

In Rumänien aber soll er Polentaknödel kochen. Ein traditionelles Gericht, das von der Originalköchin neu interpretiert wurde. Eigentlich keine schwere Aufgabe für Mälzer. Er hatte wohl eine schlechte Woche - und wollte die Jury nach Hause schicken. Das Verhalten kennt man von Mälzer eigentlich nicht so stark ausgeprägt.

Das war der Gewinner:

Wenn es nach den Urteilen und folglich nach der Punktzahl geht, hat Tim Mälzer das Duell gewonnen. Aber weit gefehlt. Die Sympathieträgerin ist ganz klar Haya Molcho - und damit auch die Gewinnerin der Herzen. Mälzer wurde von Molcho vorgeführt. Während sie sich von ihrer besten Seite zeigen konnte, zeigte er seine schlechteste. Schade eigentlich. Trotzdem: Diese Folge gehört zu einer der besten der Sendung.