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Kochbuch-Test "Zucker, Zimt und Liebe": Aber bitte mit Liebe!

Auf Jeannys Blogs steht drauf, was drin ist: Zucker, Zimt und Liebe. Und aus dem Netz haben es die unprätentiösen, aber sagenhaften Rezepte in ein Buch geschafft. Köstlich!

Von Swantje Dake

Mehr sauer als süß, aber ein Garant für gute Kuchen: Rhabarber

Mehr sauer als süß, aber ein Garant für gute Kuchen: Rhabarber

Uuuuuuhhh, mmmmhhhh, nomnomnom – die Laute, die ich ausstoße, wenn ich einen neuen Post von Jeanny in meiner Facebook-Timeline sehe, ähneln sich. Sie sind ein deutliches Zeichen von Verzückung, Wasser-im-Mund-zusammenlaufen und Verlangen. Ich möchte das Internet anknabbern, so bezaubernd sieht jedes Rezept aus, das sie für ihr Blog backt, inszeniert und fotografiert. Immer mit Zucker, häufig mit Zimt, stets mit sehr viel Liebe.

Egal ob Brombeerkuchen mit Zuckerkruste und Mandeln, Lindenblüten Panna Cotta mit Honig oder "Sexy strawberry pie" - alles ein Gedicht, erst optisch, dann beim Lesen dieser süßen Texte, dann in der heimischen Küche. Denn, das ist Jeannys oberstes Gebot, man braucht "kein Patisserie-Diplom und kein Profiwerkzeug", um ihre Rezepte nach zu backen. Stimmt! Mehrfach ausprobiert und bewiesen.

Na klar, liebe ich dieses Buch! Es könnte nicht anders sein

Na klar, liebe ich dieses Buch! Es könnte nicht anders sein

Daher war die Verzückung ähnlich groß, als ich das erste Buch von Virginia Horstmann (so heißt Jeanny außerhalb der Blogosphäre) auf meinem Schreibtisch liegen hatte. Ein Post-it hatte meine Genuss-Kollegin darauf geklebt: "You will love it! Viel Spaß". Vollkommen klar, dass sie Recht behalten sollte.

Pastellig, schnörkelig

So liebevoll wie das Blog ist auch das Buch gestaltet. Pastellig die Optik, schnörkelig die Schrift, zu jedem Rezept eine kleine Geschichte – ein Mädchenbuch. Daher habe ich mich auch für ein Mädchen-Rezept zum Nachbacken entschieden: Rhabarber-Pie. Klar, Jungs essen den auch gern. Aber: Jeannys Mann hat die These aufgestellt, dass Rhabarber ein Frauengemüse ist. "Mag sein", sagt Jeanny, "ich bin eine Frau und ich mag Rhabarber." Kann ich nur unterschreiben.

Also, los geht's:

Mehl, Salz, Zucker, Butter, Wasser zu einem Teig verrühren, ab in den Kühlschrank. Rhabarber schälen und schnippeln, mit Zucker und Orangensaft mischen, ziehen lassen. Hälfte des Teigs als Boden in die Tarteform, Gemüse darauf verteilen. Restlichen Teig ausrollen, mit einem Pizzamesser (oh ha, Schwachstelle in meiner Küche aufgedeckt, aber es geht auch mit einem Messer) in Streifen schneiden, gitterförmig auf dem Rhabarber drapieren, ab in den Ofen. Jeder Handgriff ist simpel. Das Ergebnis hinreißend köstlich.

Ja, meine Fotos sind längst nicht so schmackhaft wie Jeannys. Aber auf den Inhalt kommt es an.

Ja, meine Fotos sind längst nicht so schmackhaft wie Jeannys. Aber auf den Inhalt kommt es an.

Und weil die wunderbare Rhabarber-Zeit leider vorbei ist, schwenke ich um auf Jeannys Blaubeer-Pie. Ebenso simpel, ebenso köstlich.

Fazit

Wer mit Kuchen, Tartlettes, Cookies und süßen Pies nichts anfangen kann, wird auch mit Jeanny nicht glücklich. Aber wer so wie die Autorin verzückt ist, "wenn die Kuchengabel durch sanften Cheesecake fährt, wenn kandierte Pekannüsse zwischen den Zähnen knuspern", für den sind Blog und Buch Pflichtlektüre. Selten sind es die properen Sahnetorten, die sie zaubert. Eher kleine Gebäckteile (kann man auch viel mehr von essen), obstige Pies und Tartes (Vitamine sind wichtig!) und Schokoladiges (macht zuverlässig glücklich).

Unser stern-Ergebnis: fünf von fünf Sternen

Plus:
mit Liebe gestaltet
leicht mit ein wenig Zucker nachzubacken
abwechslungsreich, Rezepte für jeden Anlass
Minus:
-
Für wen ist es geeignet?
Für alle. Einsteiger bis Patisserie-Profi. Auch für Jungs.

Haben Sie Appetit bekommen? Dann finden Sie die Rezepte auf der nächsten Seite.

Es sieht so kompliziert aus, aber es ist wirklich so einfach. Vor allen Dingen sieht es aber interessant aus dieses Gittermuster und gibt das Geheimnis des Pies erst mit dem ersten Biss preis: eine traumhafte süß-saure Rhabarbar-Orangen-Füllung kitzelt auf der Zunge. Das Rezept und das Foto stammen aus dem Kochbuch "Zucker, Zimt und Liebe" von Virginia Horstmann, Hölker Verlag, 176 Seiten, 24,95 Euro.

Es sieht so kompliziert aus, aber es ist wirklich so einfach. Vor allen Dingen sieht es aber interessant aus dieses Gittermuster und gibt das Geheimnis des Pies erst mit dem ersten Biss preis: eine traumhafte süß-saure Rhabarbar-Orangen-Füllung kitzelt auf der Zunge. Das Rezept und das Foto stammen aus dem Kochbuch "Zucker, Zimt und Liebe" von Virginia Horstmann, Hölker Verlag, 176 Seiten, 24,95 Euro.

Rhabarber-Pie

Zutaten für eine Pie

  • 315g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zucker
  • 190g sehr kalte Butter
  • 125ml sehr kaltes Wasser (ich kühle meins hierzu mit Eiswürfeln)
  • 750g Rhabarber in Würfeln
  • 300g Zucker
  • 3 EL Stärke
  • Saft und Zesten einer Bio-Orange
  • 1 Eigelb
  • 2 EL brauner Zucker

Zubereitung

1.) Mehl, Salz und Zucker mischen. Die Butter in Stücken dazu geben und rasch mit vermengen, bis eine streuselige Mischung entsteht.

2.) Das Wasser darüber gießen und alles (wieder rasch) zu einem Teig kneten. Vielleicht ist noch etwas Wasser notwendig, dieses dann Esslöffelweise hinzugeben, bis der Teig zusammenhält.

3.) Den Teig in zwei gleiche Stücke teilen und zu flachen Ziegeln geformt in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine halbe Stunde lang kühlen.

4.) Eine Hälfte des Teiges dann aus dem Kühlschrank holen, auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen und in eine 23cm Pie-Form geben. Dabei den Teig leicht über den Rand hinaus überlappen lassen.

5.) Rhabarber, Zucker, Stärke und Orangensaft/-zesten mischen und in die Pie-Form füllen.

6.) Den Ofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

7.) Den restlichen Teig etwas größer ausrollen, als die Pieform groß ist und mit einem Teigschneider in 12 Streifen schneiden. Diese Teigstreifen nun wie ein Gitter auf den Pie flechten. Die Ränder dabei unter den Teig des Piebodens klemmen.

8.) Den Pie mit einem verquirlten Eigelb bestreichen und braunem Zucker sprenkeln. Ca. 60 Minuten lang backen und vor dem Servieren abkühlen lassen.

Themen in diesem Artikel
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.