Politiker spenden Kuscheltiere
Kuscheltiere im Landtag: Aktion mahnt zu mehr Kinderschutz

Tausende Kuscheltiere sollen gespendet werden. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Tausende Kuscheltiere sollen gespendet werden. (Symbolbild) Foto
© Jan Woitas/dpa
Kuscheltiere im Landtag: Hinter Teddybären und Plüschhasen steckt eine ernste Botschaft. Eine Mitmachaktion eines Künstlers soll auf den Höchststand bei Kindeswohlgefährdungen aufmerksam machen.

Kuscheln auch Politiker gerne? Brandenburger Landtagsabgeordnete nahmen zuletzt Plüschteddys, Fellhasen und andere Kuscheltiere mit ins Parlament. Aber nicht für eine Schmuseeinheit bei der Fraktionssitzung in Potsdam - Politiker spendeten ihre Plüschtiere für eine Mitmach-Ausstellung als Zeichen für mehr Kinderschutz. 

Der Cottbuser Künstler Martin Schüler, der im Kinderheim aufwuchs, rief dazu auf, Tausende Kuscheltiere zu spenden. Ab dem 11. März will er dann in der Landesvertretung Brandenburgs in Berlin seine Installation "Tagesordnung Kindheit" zeigen. 

Auch die SPD-Landtagsfraktion sammelte dafür etliche Kuscheltiere: Abgeordnete zeigten sich mit Riesen-Bär und Regenbogen-Einhorn in den sozialen Medien. Er sei "unfassbar berührt", dass sein Aufruf den Landtag erreicht habe, schrieb Schüler vor wenigen Tagen bei Facebook. 

Rekordwert bei Kindeswohlgefährdungen in Deutschland

Der Hintergrund ist ernst: Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland hat das dritte Mal in Folge einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2024 stellten die Jugendämter bei rund 72.800 Kindern oder Jugendlichen eine Gefahr durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt fest. Laut Statistischem Bundesamt stieg diese Zahl damit binnen fünf Jahren um fast ein Drittel (plus 31 Prozent). 

Der Cottbuser Künstler Schüler malt seit Jahren Kuscheltiere teils auf große Leinwände, um - wie er sagt - seine Erfahrungen zu verarbeiten. Kuscheltiere aber auch Bilder können beim Kinderschutz Lausitz in Cottbus abgegeben oder dorthin geschickt werden. "Alle Einsendungen werden Teil einer wachsenden Installation. Ein starkes Bild und Mahnmal, hinzusehen, statt Missstände zu verschweigen", schreibt Schüler auf seiner Homepage.

dpa