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Vogelgrippe: Bundesregierung beruft Krisenstab ein

Nach dem Vogelgrippe-Alarm in Rumänien und der Türkei beruft die Bundesregierung den nationalen Krisenstab von Bund und Ländern ein. Die EU verschärfte ihre Maßnahmen gegen die Krankheit.

Nach dem Vogelgrippe-Alarm in Rumänien und der Türkei beruft die Bundesregierung den nationalen Krisenstab von Bund und Ländern ein. Das Gremium solle an diesem Mittwoch in Bonn beraten, welche Aktionen für den Notfall nötig seien, teilte der zuständige Bundesminister Jürgen Trittin (Grüne) am Dienstag mit. Der Stab werde dazu die Risikoeinschätzung der Tierseuchenexperten des Friedrich-Loeffler-Instituts anhören. Die EU-Kommission hatte den Importstopp für Geflügel und Geflügelprodukte aus der Türkei verschärft.

Nach dem Vogelgrippe-Alarm hat die EU-Kommission den schon geltenden Importstopp für Geflügel und Geflügelprodukte aus der Türkei verschärft. Die Kommission beschloss am Montag in Brüssel ein Verbot für die Einfuhr lebender Vögel und unbehandelter Federn. Die Mitgliedstaaten müssen das Verbot umgehend umsetzen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, hat angesichts des möglichen Vorrückens der Vogelgrippe nach Europa schärfere Grenzkontrollen gefordert. "Die Schutzmaßnahmen an Flughäfen und Grenzstationen sollten verstärkt werden", sagte Sonnleitner der "Berliner Zeitung". Neben der Übertragung durch Zugvögel stelle auch der internationale Handel mit Geflügel eine Gefahrenquelle dar. Auch Reisende müssten noch stärker als bisher auf die Einhaltung der Vorschriften kontrolliert werden.

Sonnleitner reagierte damit auf Meldungen, wonach möglicherweise in der Türkei und in Rumänien Erkrankungsfälle aufgetreten sind. Allerdings ist noch unklar, ob es sich bei den Fällen um den auch für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Virus handelt. Die Landwirte fordern für diesen Fall eine umfassende Stallpflicht für Geflügel. "Damit können wir dann die Gefahr der Ansteckung eindämmen", sagte Sonnleitner. Eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung liege bereits in der Schublade und könne bei einem positiven Befund jederzeit bundesweit in Kraft treten.

Proteste stoppen Massentötungen

Nach Protesten von Dorfeinwohnern in Rumänien wurde trotz des Vogelgrippe-Verdachts die Massentötungen von Geflügel gestoppt. Im Dorf Ceamurlia de Jos im Süden des Donaudeltas waren bereits 30.000 Tiere getötet worden. Die Einwohner weigerten sich jedoch, die restlichen rund 15.000 Vögel freizugeben. Obwohl die Behörden Entschädigungen in Aussicht stellten, wollten die Einwohner es sich bis heute überlegen, ob sie weiteren Notschlachtungen zustimmen. Bei drei in Ceamurlia verendeten Hausenten waren Antikörper gegen die Vogelgrippe festgestellt worden. Rumänische Behörden haben das gesamte Donaudelta und den Verwaltungskreis Tulcea unter Quarantäne gestellt. In der Türkei wurden nach dem Vogelgrippe-Alarm tausende Puten in nächtlichen Aktionen mit Gas getötet.

Das Risiko einer Infektion des Menschen über die Nahrung halten Experten für sehr gering. Die Viren werden durch Kochen abgetötet. Für einen Ausbruch der auch für den Menschen gefährlichen Variante der Vogelgrippe in Rumänien gebe es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Erste Tests seien negativ gewesen. Weitere Testergebnisse von Proben aus der Rumänien und der Türkei seien für Mittwoch zu erwarten. Deutschland ist nach Angaben von Bundesminister Jürgen Trittin (Grüne) auf den Ernstfall vorbereitet.

Vogelgrippe auch in Kolumbien

Am Montag wurden auch aus Kolumbien erste Fälle von Vogelgrippe gemeldet. Allerdings handele es sich in dem südamerikanischen Land um das Virus H9, einen weniger gefährlichen Erreger als der in Asien grassierende Virus-Typ, teilten die kolumbianischen Behörden mit.

DPA / DPA

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