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Erster Fall in Europa: Baby mit Zika-typischer Fehlbildung in Spanien geboren

Ein zu kleiner Kopf: In Europa ist erstmals ein Baby mit der Zika-typischen Fehlbildung Mikrozephalie geboren worden. Das Kind kam in einem spanischen Krankenhaus auf die Welt.

Ein Baby mit der Schädelfehlbildung Mikrozephalie

Mikrozephalie durch Zika-Virus: In Spanien kam ein Baby mit der Fehlbildung auf die Welt (Symbolbild)

Erstmals ist in Europa ein Baby mit den typischen Missbildungen nach einer Zika-Infektion der Mutter geboren worden. Wie das Universitätskrankenhaus Vall d'Hebron in Barcelona mitteilte, hat das Baby einen ungewöhnlich kleinen Kopfumfang, war aber nach der Kaiserschnitt-Geburt ohne weitere medizinische Hilfe lebensfähig. Ein Forscherteam veröffentlichte in der Zeitschrift "Nature Microbiology" Berechnungen, nach denen die in Südamerika grassierende Infektion weltweit zehntausende solcher Fälle zur Folge haben könnte.

Das Krankenhaus in der nordspanischen Stadt teilte nicht mit, ob das Neugeborene ein Junge oder Mädchen ist. Die Eltern wussten schon seit dem Monat Mai von der Fehlbildung, sie entschieden sich dafür, dass das Kind zur Welt kommen solle. Vom Krankenhaus wurde lediglich mitgeteilt, dass die Mutter sich bei einer Auslandsreise infiziert habe. Im Krankenhaus war darüber hinaus zu erfahren, dass die Reise angeblich nach Lateinamerika führte.

Das Zika-Virus hat sich seit dem vergangenen Jahr in Lateinamerika und der Karibik rasend schnell ausgebreitet. Bis zum Ende der derzeitigen Epidemie könnten sich 93,4 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren, unter ihnen 1,65 Millionen schwangere Frauen, heißt es in der vom Fachmagazin "Nature Microbiology" veröffentlichten Studie.

Zika-Virus: Zehntausende betroffene Babys

In den besonders gefährlichen ersten Wochen einer Schwangerschaft würden ein bis 13 Prozent der Föten von infizierten Frauen eine sogenannte Mikrozephalie oder andere Komplikationen entwickeln, schreiben die Forscher aus den USA, Großbritannien und Schweden. Das bedeute, dass in Lateinamerika und in der Karibik "zehntausende" Babys betroffen sein könnten, sagte Alex Perkins von der Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana.

Das durch Stechmücken übertragene Zika-Virus kann bei ungeborenen Kindern unter anderem Mikrozephalie auslösen – eine Fehlbildung, bei der Babys mit einem kleinen Kopf und damit einhergehenden Hirnschäden auf die Welt kommen. Allein in Brasilien kamen bislang 1700 Babys mit Missbildungen auf die Welt.

Die Epidemie hat auch gewaltige Sorgen mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro ausgelöst. Aus Angst vor dem Zika-Virus ergreifen viele Länder Vorsichtsmaßnahmen. Mehrere prominente Sportler sagten ihre Teilnahme ab.

ikr / AFP

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