Eurovision Song Contest 2026 Das erwartet die Zuschauer beim 70. Jubiläum

Der Eurovision Song Contest wird 2026 in Wien stattfinden. Österreich ist zum dritten Mal Ausrichter.
Der Eurovision Song Contest wird 2026 in Wien stattfinden. Österreich ist zum dritten Mal Ausrichter.
© Imago images/SEPA.Media / Isabelle Ouvrard
1956 lief der erste Eurovision Song Contest, nun steht das 70. Jubiläum an. Das erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer.

Auch 2026 steigt wieder der Eurovision Song Contest (ESC). Und diesmal feiert der europäische Musikwettbewerb sogar ein großes Jubiläum: 70 Jahre gibt es ihn schon. Die fröhliche Feier der Kulturen wird jedoch immer wieder von politischen Geschehnissen überschattet - so auch im Jubiläumsjahr.

Austragungsort und Termin

Der nächste ESC findet vom 12. bis zum 16. Mai 2026 in Wien statt. Traditionell richtet das jeweilige Siegerland die Veranstaltung im Folgejahr aus. Da Johannes "JJ" Pietsch (24) im Jahr 2025 in Basel mit seinem Song "Wasted Love" gewonnen hat, ist nun Österreich an der Reihe. Und das bereits zum dritten Mal. In Wien fand der ESC bereits 1967 und 2015 statt. Beworben hatte sich als Gastgeberstadt diesmal auch Innsbruck, das aber gegen die Hauptstadt den Kürzeren zog.

Veranstaltungsort in Wien wird die Stadthalle mit Platz für 16.000 Menschen. Die Semi-Finals werden am 12. und 14. Mai steigen, das große Finale dann am 16. Mai. Auf das Mitwirken des österreichischen Siegers Tom Neuwirth, auch bekannt als Conchita Wurst (37), von 2014 müssen die Fans dabei wohl verzichten. Der Sänger gab am 13. Januar bekannt: "Ich ziehe mich fortan aus dem Eurovision-Kontext zurück. Die Verbindung zum ESC bleibt - als Teil meiner Geschichte, nicht als Ort meiner nächsten Schritte."

Deutscher Vorentscheid

Wer wird Deutschland in Wien vertreten? Das wird am 28. Februar live im Ersten während der Show "Eurovision Song Contest - Das Deutsche Finale 2026" entschieden, Barbara Schöneberger und Hazel Brugger führen durch den Abend. Am 15. Januar wurden die neun Anwärter bekannt gegeben. Der prominenteste Name ist die "DSDS"-Zweite von 2011, Sarah Engels. Konkurrenz bekommt sie von einer Castingshow-Siegerin: Auch Malou Lovis ist im Rennen, die 2023 "The Voice of Germany" gewinnen konnte. Außerdem mit dabei sind Ragazzki, Wavvyboi, Bela, Molly Sue, Dreamboys The Band, Laura Nahr und Myle. Die Acts wurden durch einen internen Auswahlprozess ermittelt.

Der SWR übernimmt 2026 erstmalig die Betreuung des Musikcontests. Zuvor lag die Federführung fast 30 Jahre lang beim NDR. Nicht mehr mit dabei ist Stefan Raab, der 2025 als Chefjuror fungiert hatte. RTL und ARD suchten unter dem Motto "Chefsache ESC 2025 - Wer singt für Deutschland?" in mehreren Shows nach dem deutschen Beitrag für Basel.

Neue Regeln

Beim ESC wird es einige Änderungen geben, nachdem 2025 rund um den Wettbewerb eine Debatte entbrannt war. Beim Contest in Basel hatte die israelische Teilnehmerin Yuval Raphael mit "New Day Will Rise" das Publikumsvoting gewonnen und landete nach der Jury-Wertung auf Platz zwei hinter Österreich. Mehrere Rundfunkanstalten - etwa aus Irland, den Niederlanden, Belgien, Spanien, Island und Finnland - äußerten Zweifel am Abstimmungsergebnis und forderten eine Überprüfung.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) reagiert auf die Diskussion mit umfassenden Regeländerungen. So werden deutlich verschärfte Abstimmungsregeln eingeführt und die Stimmabgabe der Zuschauer von 20 auf 10 drastisch reduziert. Die Jurys kehren erstmals seit 2022 wieder in die Halbfinals zurück. Sie werden von fünf auf sieben Mitglieder aufgestockt, die per Unterschrift ihr unabhängiges und unparteiisches Abstimmen erklären müssen. Im Finale wird es eine 50-50-Aufteilung zwischen Jury- und Publikumsstimmen geben. Zudem werden zum ersten Mal auch jüngere Juroren zwischen 18 bis 25 Jahren eingesetzt, um das ESC-Publikum besser abzubilden.

Die Maßnahmen sollen die Neutralität und Integrität des Wettbewerbs gewährleisten und laut ESC-Direktor Martin Green den Fokus wieder dorthin lenken, wo er hingehöre: "Auf Musik, Kreativität und Miteinander."

Boykott mehrerer Länder

Der politische Druck bleibt trotz der strengeren Regeln hoch. Irland, die Niederlande, Slowenien, Spanien und Island erklärten ihren Verzicht auf die Teilnahme 2026 und sorgen damit für den größten Boykott in der ESC-Geschichte. Der Grund ist das Vorgehen der israelischen Regierung im Gazastreifen nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sowie die Entscheidung der EBU-Generalversammlung, Israel nicht vom Wettbewerb auszuschließen. Am 15. Dezember teilte die EBU mit, dass die Sendeanstalten von 35 Nationen Beiträge für den ESC 2026 schicken werden - das sind so wenig wie noch nie. Nachträgliche Ergänzungen sind allerdings noch möglich.

Der Schweizer Act Nemo, der 2024 in Malmö gewonnen hatte, sorgte für einen weiteren Paukenschlag. In einem Instagram-Clip erklärte der ESC-Star, dass er seine ESC-Trophäe aus Protest gegen eine Israel-Teilnahme nicht länger behalten will.

Premiere im Jubiläumsjahr

Nach dem Eurovision Song Contest in Wien gibt es zum ersten Mal eine Eurovision Song Contest Live Tour. Wie am 16. Januar bekannt gegeben wurde, findet diese im Juni und Juli statt. Dabei sollen "Lieblingsstars der Eurovision" sowie diesjährige Künstler auftreten. Die Acts sollen nach dem Finale am 16. Mai veröffentlicht werden. Fest stehen aber schon die Orte und Termine: Zehn europäische Städte stehen zwischen 15. Juni und 2. Juli auf dem Plan. In Deutschland macht die Tour Halt in Hamburg (17. Juni) und Köln (23. Juni), in der Schweiz in Zürich (20. Juni).

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