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"Neo Magazin Royale": Jan Böhmermann knöpft sich Adidas vor

Die Korruptionsvorwürfe um die WM-Vergabe 2006 beschäftigen auch Jan Böhmermann. Im "Neo Magazin Royale" beleuchtete er die Rolle von Adidas-Chef Herbert Hainer - und stellte eine ganz einleuchtende Gleichung auf.

Adidas und Böhmermann

Jan Böhmermann beschäftigte sich in der aktuellen Sendung des "Neo Magazin Royale" mit Adidas-Chef Herbert Hainer 

"Eier aus Stahl" heißt eine beliebte Rubrik im "Neo Magazin Royale". Darin faltet Jan Böhmermann in unregelmäßigen Abständen Personen zusammen, die seiner Meinung nach eine gründliche Abreibung verdient haben. So bekamen bereits Tote-Hosen-Sänger Campino und Youtube-Manager Tom Beck seinen Zorn zu spüren.

In der gestrigen Sendung sollte es eine neue Ausgabe von "Eier aus Stahl" geben. Doch bevor es soweit war, sahen die Zuschauer erst einmal: gar nichts. Während die aktuelle Sendung donnerstags ab 20.15 Uhr in der ZDF-Mediathek steht, verhinderten technische Probleme, dass die Show online abrufbar war. So mussten die Fans diesmal bis 22.30 Uhr warten, um das "Neo Magazin Royale"zu sehen -  auf ZDFneo. Für viele der jüngeren Zuschauer dürfte das eine der seltenen Begegnungen mit dem linearen Fernsehen gewesen sein.

Überall hat Adidas seine Finger drin

In "Eier aus Stahl" befasste sich Böhmermann diesmal mit dem Adidas-Chef Herbert Hainer und dessen Rolle in der Fifa-Bestechungsaffäre. Während Fifa-Sponsoren wie McDondalds, Visa, Coca-Cola und Anheuser-Busch Angst haben um ihr Image (Böhmermann: "Das ist ungefähr so, als hätten Gordon Gekko, Gargamel, Mr. Burns und Darth Vader, Angst um ihr Image") und eine Aufklärung der finanziellen Vorgänge rund um die WM 2006 fordern, hält sich Adidas bedeckt. "Adidas und du, Herbert, ihr zwei haltet an Sepp Blatter fest", konstatierte Böhmermann und staunte über die Dauer des 2013 abgeschlossenen Sponsoring-Vertrags mit der Fifa. Der gilt bis 2030 und hat eine atemberaubende Laufzeit von 17 Jahren. Nicht der einzige Verband oder Wettbewerb, den Adidas sponsert: Auch der DFB, die Fußball-Bundesliga, der DFB-Pokal, die Champions League, die Fußball-Nationalmannschaft und zahlreiche Vereine emfpangen Geld von dem Sportartikelhersteller. Getreu dem von Hainer ausgegebenen Motto "Fußball ist Adidas. Adidas ist Fußball" hat der Konzern überall seine Finger drin.

Das sieht Böhmermann kritisch: Hainers Vorgänger Robert Louis-Dreyfus und Bernard Tapie nennt der Moderator "unseriöse Straftäter" - beide wurden gerichtlich verurteilt, Tapie saß sogar im Knast. 

Eine einfache Gleichung

Doch welches Interesse soll Adidas daran gehabt haben, dass die WM 2006 in Deutschland stattfindet? Hier legt Böhmermann zahlen vor. Während Adidas 2005 einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro machte, waren es im WM-Jahr 2006 10,1 Milliarden. Die "Mogel-WM", so schlussfolgerte er, bescherte dem Konzern also einen Zuwachs von 3,5 Milliarden Euro.

Anstelle eines Fazits präsentierte Jan Böhmermann am Ende seines zehnminütigen Vortrags eine ganz einfache Gleichung:

Adidas = Fußball
Fußball = korrupt
Adidas = x

Wofür das x steht - darüber möge sich jeder selbst seine Gedanken machen.