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Maries Modelcheck: Sylvie Meis' Dessous-Model-Suche: Halbnackt vor Sacré-Cœur

Sylvie Meis sortiert weiter ihre Unterwäsche-Models aus. Neben exklusiven Einblicken in das Privatleben der RTL-Moderatorin gibt es dabei auch viel Körperkontakt und noch mehr Tränen.

Von Marie von den Benken

"Sylvies Dessous Models": Sylvie Meis sucht in TV-Show nach Unterwäsche-Models – die Kandidatinnen

Als "Sylvies Dessous Models" letzte Woche startete, wollten das 830.000 Zuschauer aus der werberelevanten Zielgruppe sehen. Sylvie Meis ist damit quasi der Carsten Maschmeyer von RTL. Der von Konsum- und AWD-Kritikern gerne als "Der Hohle der Löwen" bezeichnete Mann an der Seite von Veronica Ferres konnte zuletzt mit seiner Gründershow so massiv punkten, dass er von Sat.1 nach knapp der Hälfte der Folgen komplett aus dem TV-Programm gestrichen wurde. Dieses Schicksal, das steht fest, wird Sylvie nicht ereilen. Ihre Staffel besteht ohnehin nur aus drei Folgen und solange Uli Hoeneß keine Pressekonferenz gibt und dabei verlauten lässt: "Sylvie Meis sendet schon seit Jahren einen Scheißdreck zusammen", ist selbst der Grimmepreis noch möglich.

Die Quoten blieben allerdings nicht die einzige Hiobsbotschaft diese Woche. Kandidatin Daria verriet dem Qualitätsblatt "InTouch" das Erfolgsgeheimnis von "Sylvies Dessous Models":  "Sich unters Messer legen kann jeder." Nasen, Lippen, Brüste. Sylvies Mädchen haben schon mehr Körperteile ersetzen lassen, als Donald Trump Mitarbeiter. Dabei war das Credo für das neue Gesicht neben Sylvie doch Natürlichkeit. Verständlich, dass die völlig naturbelassene Daria da sauer ist. Und ausgeschieden. 

Make-Over, Umstyling – egal, Hauptsache Haare ab!

Bei allem Ärger gibt es aber auch Hoffnung. Der Vorteil einer Staffel, die nur aus knapp 4,5 Netto-Stunden besteht, ist nämlich: Es bleibt nicht viel Zeit, die Standard-Highlights, die sich aus 13 Jahren Beobachtung bei GNTM ergeben, auf die lange Bank zu schieben. Folge zwei startet daher direkt mit dem heiligen Gral der Model-Formate: Dem Make-Over. Eine Vokabel, die "Umstyling" schreit, ohne Heidi Klums Lieblingsbegriff wirklich nennen zu müssen. Die psychologische Vorbereitung darauf, bei GNTM verlässlicher Quoten-Gigant und Weinkrampf-Eldorado, läuft dann allerdings ein wenig aus dem Ruder. Inspiriert von den drohenden Kurzhaar-Frisuren erinnert Sylvie sich an ihre eigene Leidensgeschichte. 2009 gab sie bekannt, an Brustkrebs erkrankt zu sein. OP und Chemotherapie folgten. Mit sehr emotionalen Worten öffnet sie sich ihren Kandidatinnen und schließt mit dem Satz: "Ich weine, dabei sollt ihr doch weinen." Gut, am heftigsten weinen die Programmchefs von RTL, aber ich wollte ja nicht mehr über Quoten reden.

Zu den Klängen von "Everybody Wants To Rule The World" kreisen dann Schere und Färbemittel. Eigentlich geht es also eher um "Everybody Wants To See You Cry". Den Anfang macht Julia. Sie hockt in ihrem Friseurstuhl und findet "so viele Leute und so viele Sachen auf dem Kopf". Als die meisten Leute wieder von ihrem Kopf runtergestiegen sind, kommt Sarah an die Reihe. Sie fühlt sich "jetzt so leicht". Kein Wunder, nachdem ihr geschätzte 14 Kilo Fake-Wimpern entfernt wurden. Tahnees neuen Look bewertet Sylvie als "gepflegt und glänzend". Da hat sich das Umstyling endlich mal gelohnt. Vorher – so klingt es jedenfalls im ersten Moment – noch ungepflegt und matt-stumpf, jetzt endlich vorzeigbar. 

Vom Topmodel zur Gangsterbraut

Einen noch größeren Sprung nach vorne macht nur noch Graziella. Ihre Tränen sind schnell getrocknet, als Sylvie Meis vermutet: "Ich kann mir vorstellen, dass du schockiert darüber bist, wie sexy du bist." Schockiert über die eigene Sexieness. Oder wie man auf Instagram sagt: #NoFilter, #NoMakeUp. Nicht ganz so trocken sind dagegen die Tränen bei Julia. Sie macht die Kim Hnizdo und zeigt sich nach dem großen Moment der Offenbarung des neuen Looks enttäuscht: "Vorher sah ich aus wie ein Topmodel und jetzt sehe ich aus wie eine Gangsterbraut. Ich war ein natürlich blondes Model, jetzt trage ich einen beschissenen Zopf. Die haben mich hässlich gemacht." Bemitleidenswerter präsentierte sich der Deutschen TV-Landschaft zuletzt nur noch Andrea Nahles. Auch da war ein Umstyling der Hintergrund. Das der SPD. Vorher Volkspartei, heute Trümmerhaufen. Ein signifikanter Unterschied zwischen Julia und der SPD existiert allerdings noch: Es gibt noch Leute, die Julia wählen würden.

Sylvie und die französischen Männer

Am nächsten Tag in Paris gibt es zur Auflockerung zunächst ein paar (Achtung!) Ex-klusive Einblicke in Sylvies Privatleben. Auf einer romantischen Seine-Fahrt verrät sie ihren Mädchen, dass sie nach ihrer Trennung von Rafael van der Vaart "auf der Suche nach mich selber" war. Das führte zu einer wilden Phase ihres Lebens, inklusive einiger Trips in die Stadt der Liebe. What happens in Paris, stays in Paris. Außer natürlich, jemand erzählt davon bei RTL. "Ich verliebe mich sehr schnell, aber ich unverliebe mich auch wieder schnell." Eigentlich ja das Konzept beim Bachelor. Ouh là là. Was im ersten Moment ein bisschen so klingt, als wäre Sylvie nach ihrer Trennung zur Ablenkung jedes Wochenende nach Paris geflogen, um ein paar Dutzend französische Male-Models auf romantischen Seine-Brücken niederzuknutschen, zeigt aber auch eines ihrer größten Talente: Sie erzählt diese Anekdoten mit einem solchen Strahlen und so charmant verpackt, dass nie jemand anstößiges denken könnte. 

Mit diesem pikanten Geständnis schafft Sylvie es, noch vor der ersten großen Werbepause die Themen Krankheit und Trennung bereits abgehakt zu haben. Graziella fasst das für die Zuschauer noch mal zusammen: "Sylvie hatte ein paar Männer, aber Rumvögel-Phase würde ich nicht sagen." Und es bleibt schlüpfrig. Die Challenge der Woche absolvieren die Kandidatinnen neben Ex-Bachelor Sebastian Pannek. Er bringt neben einem ausgeprägten Sixpack auch Erfahrung aus Zeiten mit, als der Sendeplatz am Mittwoch bei RTL noch erfolgreich war. Außerdem hat er ja bereits eine Model-Karriere hingelegt, bei der man sich warm anziehen muss. Zum Beispiel mit Männer-Thermo-Unterhosen von Penny, einem seiner letzten spektakulären Jobs. Jetzt zieht er für Sylvies Mädchen blank, die sich für einen Video-Clip an ihn ranschmeißen. Apropos blank: Boris Becker. Nein, kleiner Spaß. Ich komme noch mal rein. Also: Apropos blank: Zu Hause bei seiner Ex Cleo-Lacy liegt auch etwas direkt blank. Nämlich die Nerven. Acht sexy Traumkörper schmiegen sich an Sebastian. Da wird ja der Hund in der Pannek verrückt.

Im Bett mit dem Bachelor

Sylvies Mädchen dagegen nehmen die Herausforderung locker. Kein Heulkrampf, weil man doch zu Hause einen Freund hätte. Das ist nicht mein RTL! Klar, es muss nicht gleich der Greta-Move sein. Die stieg in der 2017er-Staffel aus, weil sie ihren Freund vermisste. Ein bisschen Drama hätte der Show aber ähnlich gut getan, wie dem FC Bayern ein Bundesliga-Heimsieg. Beides bleibt aber aus. Graziella fasst zusammen: "Für mich kein Problem. Zu Hause mache ich das ja auch mit meinem Mann." Die Mädchen fallen über Pannek her, als gäbe es für Körperkontakt Extrapunkte auf der nach oben offenen Sylvie Meis-"Ich liebe dir!"-Skala.

Gibt es aber nicht. Bei Tahnee und Julia schlägt Sylvie sich sogar die Hände vors Gesicht. Ihre Show ist "ein bisschen too much". Das geht natürlich nicht, denn "dann wird es schnell billig und das ist meine Marke auf keinen Fall". Und das stimmt. Die Lingerie von "Sylvie Designs" geht erst so zwischen 30,- und 50,- Euro los. Billig ist was anderes. Gut, wenn Tahnee deswegen den Job als Sylvies Dessous Model nicht bekommt, könnte sie immerhin noch als Fernanda-Brandão-Double Karriere machen. Aber was bleibt für Julia? 

Halbnackt vor Sacré-Cœur

Melissa dagegen gibt bei ihrer Versöhnungsszene alles. "Ich habe mich so in die Rolle hineinversetzt, mir sind die Tränen gekommen". Dem Rest am Set auch. Zuerst dachte ich, es liegt an ihrem Gebiss. Sylvie erläutert nämlich, Melissa hätte schwierige Zähne. Nach kurzer Recherche stellt sich allerdings heraus, dass ihre Zähne okay sind, dafür aber meine Ohren nicht. Sylvie sagt nämlich offiziell: "Sie hat eine schwierige Szene". Melissa bleibt hinter Sylvies Erwartungen zurück. Die beste Video-Performance gelingt Mirjana. Sagt Sylvie. Da halten RTL-Protagonistinnen mit Spielerfrauen-Hintergrund offensichtlich zusammen.

Kaum ist der Dreh vorbei, wird noch schnell was für die Figur getan. Mit halbnackten Work-Outs vor der historischen Kulisse von Sacré-Cœur. Dem Papst gefällt das nicht. Für Urbi et orbi bleibt aber ohnehin keine Zeit, denn Meis ist schon wieder im Philosophie-Modus: "Sport ist wichtig für mich, um meinen Kopf leer zu machen." Einige der Kandidatinnen machen sehr, sehr viel Sport - aber das ist eine andere Geschichte. Ein kurzer Authentizitäts-Check auf die RTL-Fitness-Reisegruppe zeigt übrigens: Alle Mädchen sind beim Sport perfekt geschminkt. Schrödingers Work-Out.

Wimpern Ade, scheiden tut weh

Um die Intime-Geständnis-Trilogie vollständig zu machen, verrät Sylvie dann noch: "Zwischen 17 und 19 hatte ich eine Essstörung." Die Zeiten sind vorbei. Um das zu unterstreichen gibt es sofort große Smoothies für alle. Es ist das letzte Mal, dass die Runde in so trauter Gemeinschaft beisammen sitzt. Anschließend sortiert Sylvie nämlich für die Finalshow aus: Mirjana, Tahnee, Graziella, Alina, Julia und Susanna schaffen es. Für Sarah und Melissa ist Paris Endstation. Besonders hart trifft es dabei natürlich Jet-Setterin Sarah, die in London, Moskau und Stuttgart wohnt. Ihr, dem Friedrich Merz von RTL, hatte Meis heute ja bereits Wimpern und Extensions genommen – und jetzt auch noch den Traum, Sylvies Dessous Model zu werden.

Das Finale in der kommenden Woche werde ich übrigens auf Fuerteventura mit ein paar Freundinnen anschauen. Wir wollen den Abend mit dem beliebten Trinkspiel auflockern, jedes Mal einen Kurzen zu trinken, wenn Sylvie einen Artikel verwechselt. Oder anders gesagt: Im Koma vor der ersten Werbepause. Erwartet also nicht zu viel von dieser Kolumne.

Bis dahin: Alles Liebe, Eure Marie

Sehen Sie im Video: "Sylvie Meis sucht in TV-Show nach Unterwäsche-Models – die Kandidatinnen"

"Sylvies Dessous Models": Sylvie Meis sucht in TV-Show nach Unterwäsche-Models – die Kandidatinnen