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Gerichtsurteil Pirinçci muss Neubauer wegen sexistischer Beleidigung 6000 Euro zahlen

"Dieser Sieg vor Gericht soll andere Frauen und Aktivistinnen ermutigen, sich ebenfalls zu wehren", sagt Luisa Neubauer 
"Dieser Sieg vor Gericht soll andere Frauen und Aktivistinnen ermutigen, sich ebenfalls zu wehren", sagt Luisa Neubauer 
© Thomas Banneyer / DPA
Der rechte Autor Akif Pirinçci hat Klimaaktivistin Luisa Neubauer auf Facebook sexistisch beleidigt – und ist nun zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Pirinçci hält das Urteil für eine "juristische Komödie".

Der rechte Autor und Blogger Akif Pirinçci genießt nicht nur wegen seiner Katzenkrimis eine gewisse Prominenz, sondern auch wegen seiner aggressiven, öffentlichen Pöbeleien, die ihm schon häufiger Ärger eingebracht haben. Aktuell ist der rechtspopulistische Schriftsteller vom Frankfurter Landgericht zu einer Geldstrafe wegen sexistischer Beleidigung auf Facebook verurteilt worden. 6000 Euro soll Pirinçci an die Klimaaktivistin Luisa Neubauer zahlen, die ihn verklagt hatte.

Das Gericht wertete den Beitrag nach Angaben vom Freitag als Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es untersagte Pirinçci, die Aussagen zu wiederholen. Er muss den Angaben zufolge neben der Entschädigung auch die Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet.

Das Urteil, das bereits am Donnerstagnachmittag verkündet worden war, sei noch nicht rechtskräftig, sagte eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Es sei noch möglich, beim Oberlandesgericht Berufung einzulegen.

Pirinçci will in Berufung gehen: juristische Komödie

Nach Angaben von Neubauer hatte Pirinçci sie im Januar 2020 in einem Kommentar auf Facebook sexistisch beleidigt. "Dieser Sieg vor Gericht soll andere Frauen und Aktivistinnen ermutigen, sich ebenfalls zu wehren", sagte Neubauer der DPA. "Wir müssen das nicht stumm ertragen", sagte sie mit Blick auf sexistische Anfeindungen und Hetze gegen bekannte Frauen im Netz. Die Entschädigung wolle sie an die Organisation Hate Aid spenden, die sie bei diesem Prozess unterstützt habe. Hate Aid ist eine Beratungsstelle für Betroffene digitaler Gewalt.

Pirinçci kündigte an, in Berufung zu gehen. Das Urteil sei "total unverhältnismäßig" und eine "juristische Komödie", sagte er der dpa. Den besagten Kommentar, den er nicht wiederholen dürfe, habe er "ironisch gemeint" und in keinster Weise versucht, Neubauer zu bedrängen oder zu kontaktieren. Er könne nicht nachvollziehen, welcher Schaden Neubauer durch sein Posting entstanden sein soll, sagte er.

tis DPA

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