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News von heute: Merkel kritisiert Thunberg - ein wenig

Merkel weist Thunberg auf technische Innovationen hin +++ Grüne wählen Göring-Eckardt und Hofreiter zu Fraktionschefs +++ Marktmanipulation: VW-Spitze angeklagt +++ Die News im stern-Ticker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht am Rande der UN-Klimakonferenz mit Aktivistin Greta Thunberg

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht am Rande der UN-Klimakonferenz mit Aktivistin Greta Thunberg

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • Mont Blanc: Gletscher im Aosta-Tal droht abzubrechen (17.48 Uhr)
  • Grüne wählen Göring-Eckardt und Hofreiter zu Fraktionsvorsitzenden (17.15 Uhr)
  • VW-Spitze wegen Marktmanipulation angeklagt (12.06 Uhr)
  • Toxischer Stoff in Glukosemischung aus Apotheke (11.51 Uhr)
  • Supreme Court: Zwangspause für britisches Parlament rechtswidrig (11.42 Uhr)

Die Nachrichten des Tages:

+++ 20.41 Uhr: Merkel kritisiert Thunberg, weil sie Innovationen missachte +++ 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Aktivistin Greta Thunberg einen bewegenden Auftritt vor den Vereinten Nationen bescheinigt - ihr aber zugleich vorgehalten, wichtige Entwicklungen nicht ausreichend gewürdigt zu haben. Thunberg habe eine aufrüttelnde Rede gehalten, sagte Merkel am Rande der UN-Generalversammlung am Dienstag in New York. Es sei aber nicht ausreichend zum Ausdruck gekommen, "in welcher Weise Technologie, Innovation gerade im Energiebereich, aber auch im Energieeinsparbereich uns Möglichkeiten eröffnen, die Ziele zu erreichen". Die Bundesregierung wolle solche Möglichkeiten nutzen. Sie selbst messe Innovation und Technologie eine sehr große Bedeutung bei, sagte die Kanzlerin. "Und das ist ein Widerspruch zu dem, was ich da gestern gehört habe."

Auf die Frage, ob sie sich die Vorwürfe Thunbergs zu Herzen genommen habe, sagte Merkel: "Jeder aufmerksame Mensch hört zu und fühlt sich damit auch angesprochen. Das ist selbstverständlich." Dennoch habe sie "mit Überzeugung auch unser Vorgehen deutlich gemacht" - sowohl, was die internationale Verantwortung angehe als auch, was das nationale deutsche Klimaprogramm betreffe. "Wir werden sehr sorgsam überprüfen, ob wir unsere Ziele erreichen können." Wenn man sie nicht erreiche, müsse nachgeschärft werden. "Aber mit der Erreichung dieser Ziele leisten wir einen Beitrag zur Umsetzung des Pariser Abkommens."

+++ 20.34 Uhr: SPD-Fraktion fordert bundesweiten Mietendeckel für angespannte Märkte +++

Die SPD-Fraktion will mit einer schärferen bundesweiten Mieterhöhungs-Begrenzung gegen die steigenden Wohnkosten für Mieter angehen. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt soll die Miete fünf Jahre lang nur in Höhe der Inflationsrate steigen dürfen, beschloss die Fraktion am Dienstag in Berlin. Langfristig soll die Kappungsgrenze, bis zu der Mieten innerhalb von drei Jahren erhöht werden dürfen, auf zehn Prozent gesenkt werden. Derzeit sind in engen Märkten 15 Prozent in drei Jahren erlaubt.

+++ 19.44 Uhr: Merkel lehnt Irans Forderung nach Ende der Sanktionen ab +++

Kanzlerin Angela Merkel hat iranische Forderungen nach einem Ende der Sanktionen als Vorbedingung für ein direktes Gespräch mit den USA und dem Westen abgelehnt. "Ich würde es begrüßen natürlich, wenn es zu Gesprächen kommen würde zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Iran", sagte Merkel nach Treffen mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani am Rande der UN-Vollversammlung in New York. "Aber das wird sicherlich nicht so funktionieren, dass alle Sanktionen erstmal vom Tisch genommen werden und dann gibt es Gespräche. Ich glaube, das ist kein realistischer Angang." Die Kanzlerin kritisierte, "dass die Bedingungen, zu denen Gespräche aufgenommen werden könnten, halt immer so gestrickt sind, von allen Seiten, dass es zu solchen Gesprächen nicht kommt".

+++ 18.30 Uhr: Nagelneues Riesenketten-Karussell auf der Wiesn steht nach Defekt still +++

Ein technischer Defekt hat auf der Wiesn das nagelneue Riesen-Kettenkarussell namens Bayern-Tower lahmgelegt. Der Hauptschalter sei ausgefallen, sagte der Schausteller Alfons Kaiser auf Anfrage. Die Fahrgäste mussten aber nur kurz in 90 Metern Höhe ausharren - mit fantastischem Blick über die Dächer Münchens. Wenn der Strom ausfalle, senke sich das Karussell sofort wieder zur Erde, sagte Kaiser. "Es ist, wie wenn man es ausschaltet. Das wird vom TÜV Süd so vorgeschrieben." Wie lange die Reparatur dauert, konnte Kaiser nicht sagen. "Es sind Monteure da. Aber die könne ja nicht zaubern." Das drei Millionen Euro teure Fahrgeschäft feiert auf dem Oktoberfest seine Premiere. Die Ursache für den Defekt müsse noch gesucht werden. Immerhin habe das Fahrgeschäft 400 Probefahrten absolviert.

Christian Lindner zieht bei einer Pressekonferenz eine Halbzeitbilanz der Legislatur.

+++ 18.23 Uhr: Verstößt ein gegen deutsches Schiff gegen den Grabfrieden der "Estonia" +++

Ein deutsches Schiff steht unter Verdacht, gegen Regelungen am Ort des Untergangs der Ostseefähre "Estonia" verstoßen zu haben. Der finnische Grenzschutz teilte mit, das Schiff sei ersten Erkenntnissen zufolge in der Absicht zur Position des "Estonia"-Wracks herausgefahren, um Taucheinsätze in dem Gebiet auszuführen. Trotz Aufforderungen eines Wachschiffes des Grenzschutzes und Hinweisen auf die geltende Totenruhe sei ein mutmaßlicher Unterwasserroboter ins Wasser gelassen worden, der am späten Abend gehoben wurde, hieß es. Es bestehe der Verdacht, dass der über der "Estonia" verhängte Grabfrieden gestört worden sei. Die "Estonia" war am 28. September 1994 auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der finnischen Südküste gesunken. Es war das schwerste Schiffsunglück der europäischen Nachkriegsgeschichte.

+++ 18.21 Uhr: Erdogan zeigt vor UN Foto des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Kurdi +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat vor der UN-Vollversammlung ein Foto des vor vier Jahren ertrunkenen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi gezeigt und an das Gewissen der internationalen Gemeinschaft appelliert. "Die Welt hat das Baby Alan sehr schnell vergessen", sagte Erdogan am Dienstag. "Vergesst nicht, dass Euch eines Tages dasselbe widerfahren kann. Weil es gibt nicht nur ein Alan-Baby, es gibt Tausende, Millionen. Wir müssen gegen all das Vorkehrungen treffen." Die Leiche des dreijährigen syrischen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi war im Spätsommer 2015 an einen Strand in der Türkei gespült worden. Das Foto hatte auch in Europa für große Anteilnahme und Betroffenheit gesorgt.

+++ 18.20 Uhr: Auch deutsche Tochter von Thomas Cook beantragt Überbrückungskredit +++

Nach der Airline Condor hat auch die deutsche Tochtergesellschaft des insolventen britischen Reisekonzerns Thomas Cook einen Überbrückungskredit beantragt. Eine Sprecherin der Thomas Cook GmbH sagte dazu, ein entsprechender Antrag sei bei der Bundesregierung eingereicht worden. Zur Höhe der beantragten Gelder machte die Sprecherin aber keine Angaben. Thomas Cook hatte in der Nacht zum Montag Insolvenz angemeldet und seinen Betrieb eingestellt.

+++ 17.48 Uhr: Gletscher am Mont Blanc droht abzubrechen +++

Auf der italienischen Seite des Mont Blanc drohen wegen Erwärmung Teile eines Gletschers einzustürzen. Die Gemeinde Courmayeur (Region Aostatal) verfügte die Sperrung von zwei kommunalen Straßen. Die Stiftung Fondazione Montagna sicura warnte vor Eislawinen am Planpinceux-Gletscher. Wie die Nachrichtenagentur Ansa weiter berichtete, könnten dort rund 250 000 Kubikmeter Eis abbrechen. 

"Solche Phänomene zeigen einmal mehr, wie das Gebirge wegen klimatischer Faktoren in einer Phase starken Wandels und deshalb besonders verletzlich ist", sagte der Bürgermeister von Courmayeur, Stefano Miserocchi, laut Ansa. Die Fondazione Montagna sicura untersuche den Gletscher seit 2013. Der Mont Blanc (Monte Bianco) ist mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen und steht auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien.

+++ 17.43 Uhr: Mann wegen Verschickens von Penisbildern verurteilt +++

Ein Rostocker muss wegen des Verbreitens pornografischer Schriften eine Geldstrafe bezahlen. Der 53-Jährige hatte nach Überzeugung des Richters am Landgericht Rostock im Dezember 2017 über Facebook ein Penisbild an eine Leipziger Medienunternehmerin und Menschenrechtsaktivistin geschickt. Dafür hatte ihn bereits das Amtsgericht Rostock im Juli 2018 zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Mann legte aber Berufung ein, die das Landgericht am Dienstag als unbegründet verwarf. 

Im Prozess hatte der Rostocker bestritten, die Bilder verschickt zu haben. Ermittler hatten bei der Auswertung seines Handys allerdings die entsprechenden Fotos auf dem Speicher gefunden. Der Mann konnte von der Staatsanwaltschaft relativ schnell ermittelt werden, da er die Nachrichten bei Facebook unter seinem Klarnamen geschrieben und als Profilbild ein Foto von sich hochgeladen hatte. Der 53-Jährige und die Frau waren nach eigenen Angaben nicht miteinander bekannt. Warum der Mann ausgerechnet ihr die Bilder schickte und was seine Beweggründe waren, blieb unklar. Gegen das Urteil kann der Rostocker noch Revision einlegen.

+++ 17.41 Uhr: Patientenmörder Högel hält an Revision fest +++

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Patientenmörder Niels Högel, 42, hält an einer Revision gegen das Urteil fest. Seine Verteidigerin Kirsten Hüfken bestätigte am Dienstag in Oldenburg einen entsprechenden NDR-Bericht. "Es wird eine Revisionsbegründung abgegeben werden", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Falls die Revision zugelassen wird, muss der Bundesgerichtshof über mögliche Rechts- und Verfahrensfehler in dem Prozess befinden. 

Der frühere Krankenpfleger war Anfang Juni vom Landgericht Oldenburg wegen Mordes in 85 Fällen verurteilt worden. In 15 Fällen wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen. In einer bundesweit einmaligen Mordserie zwischen 2000 und 2005 hatte er Patienten auf Intensivstationen in Oldenburg und Delmenhorst umgebracht. 

+++ 17.29 Uhr: Nissan ruft in den USA mehr als eine Million Autos zurück +++

Wegen möglicher Probleme mit der Rückfahrkamera ruft der japanische Autobauer Nissan in den USA 1,23 Millionen Fahrzeuge zurück. Wie die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA am Dienstag mitteilte, sind mehrere Modelle der Baujahre 2018 und 2019 betroffen, darunter Altima, Frontier und Infiniti. Demnach kann die Anzeige bei den betroffenen Autos so konfiguriert sein, dass das Rückbild nicht mehr sichtbar ist. Damit steige die Unfallwahrscheinlichkeit.

Der umfangreiche Rückruf soll am 21. Oktober beginnen, wie die US-Behörde mitteilte. Es ist ein weiterer Rückschlag für den angeschlagenen japanischen Autobauer, der derzeit mit einer ganzen Reihe von Problemen kämpft. So leiden Absatz und Gewinn des Unternehmens unter einem weltweit schwächelnden Automobilmarkt, außerdem ermittelt die NHTSA wegen Problemen beim automatischen Bremssystem des Nissan Rogue.

+++ 17.26 Uhr: Merkel und Trump sprechen miteinander +++

Kanzlerin Angela Merkel hat am Rande der UN-Vollversammlung mit US-Präsident Donald Trump über Wege zu einer Deeskalation im Atomkonflikt mit dem Iran beraten. Merkel sei um kurz nach 17.00 Uhr deutscher Zeit mit Trump zusammengekommen, hieß es in New York in deutschen Regierungskreisen. Voraussichtlich gegen 18.00 Uhr MESZ wollte sich die Kanzlerin auch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani in dessen Hotel treffen. Anschließend wollte die Kanzlerin sich öffentlich äußern.

+++ 17.15 Uhr: Grüne wählen auch Hofreiter zum Fraktionsvorsitzenden +++

Anton Hofreiter ist erneut zum Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag gewählt worden. Der 49-Jährige setzte sich in Berlin im ersten Wahlgang mit 58,2 Prozent der Stimmen gegen Herausforderer Cem Özdemir durch.

+++ 17.08 Uhr: Göring-Eckardt als Grünen-Fraktionvorsitzende wiedergewählt +++

Katrin Göring-Eckardt ist erneut zur Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag gewählt worden. Die 53-Jährige setzte sich in Berlin gegen Herausforderin Kirsten Kappert-Gonther mit 61,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang durch.

+++ 16.55 Uhr: Viele Fragen: Grünen-Vorstandswahl verzögert sich +++

Vor der Neuwahl der beiden Fraktionschefs haben die Grünen im Bundestag mehr Fragen als erwartet an die vier Kandidaten gestellt. Gut eineinhalb Stunden nach Start der Sitzung lief die Fragerunde immer noch, wie es aus Fraktionskreisen hieß. Mit einem ersten Wahlergebnis wurde nicht vor 17 Uhr gerechnet. Der frühere Parteichef Cem Özdemir und die Abgeordnete Kirsten Kappert-Gonther forderten die bisherigen Vorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter heraus. Zum Start hatten die Kandidaten je sieben Minuten Zeit, sich vorzustellen.

+++ 16.32 Uhr: 19 Tote und mehr als 300 Verletzte bei Erdbeben in Pakistan +++

Bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 sind im Osten Pakistans mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Überdies gebe es mehr als 300 Verletzte, teilte die örtliche Polizei mit. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Zentrum des Bebens in der Nähe der Stadt Mirpur in der Unruheregion Kaschmir.

+++ 16.30 Uhr: Ruandischer Oppositionspolitiker mit Messerstichen getötet +++

Ein ruandischer Oppositionspolitiker ist in der Nacht zu Dienstag von Unbekannten getötet worden. Syridio Dusabumuremyi, der nationale Koordinator der FDU-Inkingi-Partei, wurde nach Polizeiangaben mit Messerstichen niedergestreckt. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden. Oppositionschefin Victoire Ingabire hält das Verbrechen für politisch motiviert. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Tötungen und das Verschwinden unserer Parteimitglieder politisch motiviert ist", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Ihre FDU-Inkingi-Partei ist eine offiziell nicht registrierte Koalition von Oppositionsparteien. 

+++ 16.14 Uhr: Lindner als FDP-Fraktionschef wiedergewählt +++

Christian Lindner steht weiter an der Spitze der FDP-Fraktion im Bundestag. Der Parteichef wurde in Berlin von den freidemokratischen Abgeordneten im Amt des Fraktionsvorsitzenden bestätigt. Nach Angaben eines Sprechers erhielt Lindner bei der turnusmäßigen Wahl 95,65 Prozent der Stimmen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Lindner führt die Bundestagsfraktion der FDP, seit er seine Partei vor zwei Jahren als Spitzenkandidat ins Parlament zurückgeführt hatte.

+++ 16.10 Uhr: Merkel trifft Trump und Ruhani am Dienstag in New York +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Rande der UN-Generaldebatte in New York am Dienstag zu kurzfristig anberaumten bilateralen Treffen mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Staatschef Hassan Ruhani zusammenkommen. Das teilte ein Sprecher der Bundesregierung in New York mit. Es gibt Spekulationen darüber, dass es am Rande der alljährlichen Debatte der Staats- und Regierungschefs auch ein bilaterales Treffen zwischen Trump und Ruhani geben könnte.

+++ 15.56 Uhr: Mützenich zum SPD-Fraktionschef gewählt +++

Rolf Mützenich ist neuer Fraktionschef der SPD im Bundestag. Die Abgeordneten wählten den 60-Jährigen mit überwältigender Mehrheit, wie die SPD-Fraktion mitteilte. Er erhielt 97,7 Prozent der Stimmen - 129 Abgeordnete stimmten mit Ja, 2 mit Nein, es gab eine Enthaltung. Der Kölner Bundestagsabgeordnete hatte die Fraktion als dienstältestes Mitglied zuletzt bereits kommissarisch geleitet, nachdem Andrea Nahles Anfang Juni als Vorsitzende zurückgetreten war. Dabei führte er die Abgeordneten weitgehend geräuschlos durch den Sommer.

+++ 15.50 Uhr: Deutscher Kommandosoldat bei Schießunfall in Norwegen verletzt +++

Ein deutscher Kommandosoldat ist auf einer Übung in Norwegen bei einem Schießunfall verletzt worden. Nach dem Unglück in der Nacht zum Dienstag sei der Mann in das Universitätsklinikum Tromsø gebracht worden, teilte die Marine weiter mit. Der Soldat des Kommandos Spezialkräfte Marine sei außer Lebensgefahr und in einem stabilen Zustand. Die Polizei und die norwegischen Streitkräfte ermitteln demnach. Außerdem seien Feldjäger unterwegs, um den Fall zu untersuchen.

+++ 15.17 Uhr: Philippinen: Wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Deutscher verhaftet +++

Ein wegen Kindesmissbrauchs und Pornografiebesitzes verurteilter Deutscher ist auf den Philippinen festgenommen worden. Der mit Haftbefehl gesuchte 71-Jährige wurde in Ozamis City im Süden des pazifischen Inselstaats gefasst, wie die philippinische Einwanderungsbehörde bestätigte. Die Deutsche Botschaft in Manila hatte die lokalen Behörden um seine Verhaftung gebeten. 

Laut Einwanderungsbehörde ist der Mann in Deutschland wegen schweren Kindesmissbrauchs an drei Opfern sowie des Besitzes Hunderter kinderpornografischer Aufnahmen verurteilt worden. Im Juli erließ ein Gericht im bayerischen Landshut Haftbefehl gegen ihn - er hatte gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen, sich von Schulen, Schwimmbädern und anderen häufig von Kindern besuchten Orten fernzuhalten. 

+++ 15.08 Uhr: Geschenk für Zweijährige: Zoll findet echtes Schwarzbärenfell +++

Zollbeamte in Wolfsburg haben in einem Paket aus Kanada ein echtes Schwarzbärenfell inklusive Kopf sichergestellt. Laut Absender sollte es sich um einen Teddybären und eine Kuscheldecke handeln, wie das Hauptzollamt Braunschweig mitteilte. Das Päckchen war als Geburtstagsgeschenk für ein zweijähriges Mädchen gedacht. Ein kanadisches Ehepaar hatte die Sendung ausreichend frankiert und mit der Zollinhaltserklärung versehen. 

+++ 14.41 Uhr: Razzien bei mutmaßlichen Rechtsextremisten in Dresden +++

Wegen Verdachts der Gründung einer kriminellen Vereinigung hat die Soko Rex des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) die Wohnungen von sieben mutmaßlichen Rechtsextremisten in Dresden durchsucht. Die Beamten stellten am Dienstag Handys, ein Tablet und USB-Sticks, illegale Pyrotechnik, Anabolika sowie verbotene Gegenstände wie einen Totschläger sicher, wie das LKA und die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilten. 

+++ 14.16 Uhr: Daimler muss 870 Millionen Euro Bußgeld wegen Dieselskandals zahlen +++

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat im Zuge des Dieselskandals gegen den Autobauer Daimler ein Bußgeld in Höhe von 870 Millionen Euro verhängt. Grund ist eine fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht in einer mit der Fahrzeugzertifizierung befassten Abteilung, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

+++ 13.17 Uhr: Ermittler durchsuchen in Epstein-Affäre Pariser Wohnung des US-Millionärs +++

Pariser Ermittler haben die Wohnung des verstorbenen US-Multimillionärs Jeffrey Epstein durchsucht, dem Sexualverbrechen zur Last gelegt werden. Zudem wurden die Räume einer Model-Agentur durchsucht, die von Epsteins französischem Geschäftspartner Jean-Luc Brunel gegründet wurde, wie es von Seiten der Ermittler hieß.

Die französische Justiz hatte im August Ermittlungen wegen Verdachts auf Vergewaltigung und andere sexuelle Übergriffe im Zusammenhang mit dem Fall Epstein eingeleitet. Epstein und Komplizen werden verdächtigt, an einem internationalen Sexhandel-Ring beteiligt gewesen zu sein. Zu den Opfern sollen Minderjährige und junge Frauen gehören. Epstein hatte im August nach Angaben des US-Justizministeriums Suizid in seiner New Yorker Gefängniszelle begangen. Er war in den USA wegen verschiedener Sexualverbrechen angeklagt.

+++ 13.08 Uhr: Deutsche Thomas-Cook: Kunden können Reisen weiter nicht antreten +++

Kunden der deutschen Tochter des insolventen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook können auch am 25. und 26. September ihre Reisen nicht antreten. Das sagte ein Sprecher der Thomas Cook GmbH auf Anfrage. Die Durchführung der Reise könne nicht garantiert werden. Nach Hause fliegen können Pauschalreisegäste nach Angaben von Airlines in der Regel wie geplant. Bereits am Montag und Dienstag konnten Kunden, die mit der deutschen Thomas Cook gebucht hatten, nicht zur ihrem Urlaubsziel starten. Der Verkauf von neuen Reisen bleibt gestoppt. Die Tochter mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen ist nicht insolvent und führt derzeit Gespräche auf allen Ebenen.

+++ 12.06 Uhr: Marktmanipulation: Staatsanwaltschaft klagt VW-Manager an +++

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat die Führungsspitze von Volkswagen wegen Marktmanipulation angeklagt. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, Vorstandschef Herbert Diess und dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn wird vorgeworfen, Anleger im Jahr 2015 nicht rechtzeitig über die Risiken der Dieselaffäre informiert zu haben. Das teilten die Strafverfolger mit.

Die Staatsanwälte hatten untersucht, ob die VW-Manager früher als bisher eingeräumt von konkreten Täuschungen bei den Abgasdaten in den USA wussten. Den Ermittlungen zufolge war dies der Fall. In der Mitteilung hieß es: "Den genannten - ehemaligen oder amtierenden - Vorstandsmitgliedern der Volkswagen AG wird vorgeworfen, entgegen der ihnen obliegenden gesetzlichen Pflicht den Kapitalmarkt vorsätzlich zu spät über die aus dem Aufdecken des sogenannten Diesel-Skandals resultierenden erheblichen Zahlungsverpflichtungen des Konzerns in Milliardenhöhe informiert und damit rechtswidrig Einfluss auf den Börsenkurs des Unternehmens genommen zu haben."

+++ 12.02 Uhr: Spaniens Oberstes Gericht genehmigt Exhumierung des früheren Diktators Franco +++

Das Oberste Gericht Spaniens hat die Exhumierung der sterblichen Überreste des früheren Diktators Francisco Franco genehmigt. Das Gericht teilte mit, es habe einstimmig beschlossen, die Berufung von Francos Angehörigen gegen die Exhumierung abzulehnen. Die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte Francos Gebeine ursprünglich bereits im Juni exhumieren und umbetten, doch hatten die Richter den Plan auf Antrag von Francos Nachfahren zunächst gestoppt. Über die Umbettung der Gebeine Francos wird in Spanien schon seit langem gestritten. Sein monumentales Mausoleum im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) nordwestlich von Madrid ist seit Jahren eine Pilgerstätte für Rechte und Rechtsextreme. Die Regierung will seine Überreste daher in einem kleineren Grab außerhalb von Madrid neu beisetzen.

+++ 11.51 Uhr: Todesfälle durch Präparat aus Kölner Apotheke: Ermittler finden toxischen Stoff +++

Bei den Ermittlungen zu zwei Todesfällen in Köln ist ein toxischer Stoff in einem Glukosebehältnis festgestellt worden. Das teilte die Polizei mit. Eine schwangere Frau und ihr Kind waren in der vergangenen Woche nach der Einnahme eines in einer Kölner Apotheke hergestellten Glukosemittels gestorben.

+++ 11.42 Uhr: Oberster britisches Gericht: Parlaments-Zwangspause ist rechtswidrig +++

Das oberste britische Gericht hat die von Premierminister Boris Johnson auferlegte Zwangspause des Parlaments für rechtswidrig erklärt. Das entschied der Supreme Court am Mittag in London. Für den Regierungschef ist das eine heftige Niederlage.

Mehr zur Entwicklung zum Brexit nach dem Urteil des Supreme Courts lesen Sie in unserem Brexit-Ticker:

+++ 10.37 Uhr: Iran weist Erklärung des EU-Trios als grundlos zurück +++

Der Iran weist die Schuldzuweisung Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens für einen Angriff auf eine saudische Ölraffinerie zurück. Die drei EU-Staaten hatten am Montag vor der Generaldebatte der UN-Vollversammlung Teheran für den Angriff verantwortlich gemacht. Diese Erklärung sei "auf der Basis grundloser Unterstellungen" erfolgt, sagte Präsident Hassan Ruhani seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron in New York iranischen Angaben zufolge.

+++ 10.37 Uhr: EuGH stärkt Rechte von EU-Bürgern bei Löschung von Suchergebnissen im Internet +++

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Rechte von EU-Bürgern auf Löschung von Informationen aus Ergebnislisten von Suchmaschinenbetreibern wie Google innerhalb Europas gestärkt. Die Unternehmen sind zwar nicht verpflichtet, angezeigte Links weltweit aus allen Versionen des Dienstes zu entfernen, wie der EuGH entschied. Die Suchmaschinenbetreiber müssen demnach aber eine Löschung in den EU-Staaten vornehmen und Maßnahmen ergreifen, damit Internetnutzer nicht auf Links außerhalb der EU zugreifen können. (Az. C-507/17) In einem weiteren Urteil stellte der EuGH zudem fest, dass das Verbot der Verbreitung von bestimmten personenbezogenen Informationen auch für die Suchmaschinenbetreiber gilt. Sie müssten im Rahmen ihrer Befugnisse und Möglichkeiten dafür sorgen, dass ein wirksamer Schutz betroffener Bürger auf Achtung ihres Privatlebens tatsächlich verwirklicht werden könne. 

+++ 10.31 Uhr: Erdbeben der Stärke 4,6 erschüttert Marmararegion vor Istanbul +++

Ein Erdbeben der Stärke 4,6 hat die türkische Marmararegion erschüttert und war bis Istanbul zu spüren. Das Epizentrum habe im Marmarameer westlich der Millionenmetropole gelegen, teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad mit. Verletzte oder Schäden wurden zunächst nicht gemeldet. Istanbul gilt als besonders erdbebengefährdet. Unter dem Marmarameer liegt ein Abschnitt der sogenannten Nordanatolischen Störung, die die Grenze zwischen der eurasischen und der anatolische Erdplatte markiert.

+++ 10.29 Uhr: Bestand jeder zweiter Insektenart rückläufig +++

Der Bestand fast jeder zweiten Insektenart in Deutschland ist rückläufig. Der Klimawandel spiele dabei eine zunehmende Rolle, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Absehbar wird sich der Klimawandel neben der Art der Landbewirtschaftung zum größten Problem für unsere Tier- und Pflanzenwelt entwickeln." Der Rückgang der biologischen Vielfalt sei massiv, "aber das ist kein plötzliches Ereignis, das über uns kommt", sagte Jessel. Da sich diese Entwicklung schon seit Jahrzehnten vollziehe, sei der Begriff "Artenrückgang" treffender als "Artensterben". Die Entwicklung bei den Insekten habe vermutlich schon jetzt Auswirkungen auf andere Tierarten. Der Rückgang insektenfressender Vogelarten sei "besonders ausgeprägt". 41 Prozent der Wildbienen- und Hummelarten seien gefährdet, sagte Jessel. Stattdessen breiteten sich wärmeliebende Arten wie etwa Gottesanbeterinnen immer stärker in Deutschland aus. Die Folgen solcher Entwicklungen seien nicht überschaubar.

+++ 10.24 Uhr: Ifo-Geschäftsklimaindex im September leicht verbessert +++

Die Unternehmen in Deutschland bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage etwas besser: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im September von 94,3 Punkte auf 94,6 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut am Dienstag mitteilte. "Der Abschwung macht eine Pause", erklärte Ifo-Clemens Fuest. Der Ausblick auf die kommenden Monate verschlechterte sich erneut. Für den Index befragt das Ifo-Institut monatlich rund 9000 Unternehmen. Dabei werden sie gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate einzuschätzen. Vor allem im Dienstleistungssektor habe sich das Geschäftsklima "deutlich erholt", erklärte das Institut. Die Unternehmen waren merklich zufriedener mit der aktuellen Lage, und auch ihr Ausblick "hellte sich wieder auf". 

+++ 10.14 Uhr: Acht Neugeborene sterben bei Feuer in algerischer Klinik +++

Bei einem Feuer in einem algerischen Krankenhaus sind mindestens acht Neugeborene ums Leben gekommen. Der Brand brach am frühen Morgen auf der Entbindungsstation einer Klinik in der Region Oued Souf im Osten des nordafrikanischen Landes aus, wie der algerische Zivilschutz mitteilte. Drei Babys seien an ihren Brandverletzungen gestorben, fünf erstickt, hieß es weiter. 76 Menschen wurden demnach gerettet, darunter elf Säuglinge und 37 Frauen. Die Brandursache war zunächst unklar. Erst im vergangenen Jahr war dasselbe Krankenhaus bei einem Feuer stark beschädigt worden.

+++ 9.15 Uhr: Deutscher Staat hat 1,92 Billionen Euro Schulden +++

Der deutsche Staat ist zum Ende des ersten Halbjahrs 2019 mit rund 1,92 Billionen Euro verschuldet gewesen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war dies gegenüber dem Jahresende 2018 ein Anstieg um 0,1 Prozent oder 2,5 Milliarden Euro. Verglichen mit dem ersten Halbjahr des Vorjahrs war es zugleich ein Rückgang um 0,8 Prozent oder etwa 15,4 Milliarden Euro. Die Angaben beziehen sich auf die Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden sowie Sozialversicherungen am privaten Kreditmarkt im In- und Ausland. Der Anteil des Bundes an sämtlichen Schulden beläuft sich auf 1,21 Billionen Euro, auf die Bundesländer entfallen 577,5 Milliarden Euro. Mit Ausnahme der Länder bauten alle staatlichen Ebenen in den vergangenen sechs Monaten Schulden ab.

+++ 8.47 Uhr: Bericht: Noch 29 Strafverfahren gegen mutmaßliche NS-Täter

In Deutschland laufen nach Informationen des NDR-Magazins "Panorama 3" noch 29 Strafverfahren gegen mutmaßliche Nazi-Verbrecher. Die Ermittlungen richteten sich gegen insgesamt 50 namentlich bekannte Beschuldigte, teilte der NDR mit. Darunter seien auch Frauen. Vor allem KZ-Wachleute seien in den Fokus der Ermittlungen geraten. Allerdings sei bei einigen unklar, ob sie noch leben. Wie eine Umfrage des Magazins ergab, beginnt im Oktober etwa am Landgericht Hamburg ein Verfahren gegen einen 93-Jährigen, der Wachmann im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig gewesen sein soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vor. Ebenfalls in Hamburg laufen Ermittlungen gegen eine 97 Jahre alte ehemalige Aufseherin des KZ Bergen-Belsen, die 1945 an einem Todesmarsch beteiligt gewesen sein soll, bei dem 1400 Frauen getötet wurden.

+++ 7.15 Uhr: Facebook kauft Start-up für Geräte-Steuerung durch Gedanken +++

Facebook hat ein Start-up gekauft, das Geräte mit Gedanken steuern lassen will. Die Firma Ctrl-Labs verwendet dafür ein Armband, das die neuronalen Signale auf dem Weg zu den Muskeln erkennen und in Befehle für den Computer umwandeln kann. Auf diese Weise werde man dann zum Beispiel ein Foto mit einem Freund nur durch den Gedanken daran teilen können, erklärte Facebook-Manager Andrew Bosworth bei der Bekanntgabe der Übernahme. Bosworth nannte keinen Kaufpreis. Der Finanzdienst Bloomberg schrieb unter Berufung auf informierte Personen, Facebook zahle zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar.

+++ 7.03 Uhr: Verbraucherschutz-Vorstand fordert staatliche Hilfen für Condor +++

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat Verbraucherschutz-Vorstand Klaus Müller an die Bundesregierung appelliert, der deutschen Konzerntochter Condor den beantragten Überbrückungskredit zu gewähren. "Die Bundesregierung sollte Condor unterstützen, schon aus Gründen der Gleichbehandlung", sagte der Chef des Verbraucherschutz Bundesverbands (vzbv) den Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Verweis auf ein Darlehen, das die Bundesregierung der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin gewährt hatte.

+++ 6.42 Uhr: Apple baut neuen MacPro doch wieder in Texas zusammen +++

Apple wird seinen neuen Hochleistungs-Computer Mac Pro doch wieder in Texas montieren. Das sei dadurch möglich geworden, dass der Konzern eine Ausnahme von den US-Zusatzzöllen für Waren aus China für mehrere wichtige Bauteile des Geräts bekommen habe, erklärte der Konzern. Zuvor hatte es in Medienberichten geheißen, Apple wolle den Mac Pro künftig in Asien bauen lassen - wie die meisten seiner Geräte. 

+++ 6.24 Uhr: Wegen Klimaschutzpaket - Lauterbach fordert SPD-Austritt aus der Groko +++

Der SPD-Vorsitzkandidat Karl Lauterbach hält die im Klimaschutzpaket der Bundesregierung vorgesehenen Maßnahmen für unzureichend - und fordert den Austritt seiner Partei aus der Großen Koalition. "Mit der Union ist kein wirksames Klimaschutzpaket zu machen", sagte Lauterbach der "Passauer Neuen Presse". "Die SPD sollte die Bundesregierung verlassen", forderte er. Die Pläne der Bundesregierung seien "wie ein Medikament, das zu schwach dosiert ist und den Patienten nicht hilft, sagte der SPD-Politiker, der gemeinsam mit Nina Scheer für den Parteivorsitz kandidiert. Mit den beschlossenen Maßnahmen könne Deutschland sein Klimaziel nicht erreichen. Lauterbach rief die Bundestagsabgeordneten dazu auf, sich für eine Verschärfung der Klimaschutzmaßnahmen einzusetzen. "Bei uns macht das Parlament die Gesetze und nicht die Regierung. Im normalen parlamentarischen Verfahren muss jetzt alles daran gesetzt werden, dieses Klimaschutzpaket zu verbessern", sagte er der Zeitung.

+++ 6.06 Uhr: Jeder dritte Deutsche hört Podcasts +++

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland (34 Prozent) hört Podcasts. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Nutzungshäufigkeit: So gaben bei einer YouGov-Umfrage 13 Prozent der teilnehmenden Nutzer an, täglich Podcasts zu hören. Ein Viertel (25 Prozent) nutzt sie wöchentlich, jeder Fünfte (22 Prozent) monatlich, wie das Umfrageinstitut am Mittwoch mitteilte, das die Daten erhoben hat. Wer Podcasts hört, macht das am liebsten zu Hause (73 Prozent), nur 21 Prozent gaben "unterwegs" als Antwort an. Bevorzugte Zeit für Podcasts ist der Abend (46 Prozent). Für Podcastnutzer ist das Smartphone fast unverzichtbar: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Nutzer gibt an, Podcasts damit zu hören. Erst mit deutlichem Abstand folgen Laptop (28 Prozent), Desktop-Computer (22 Prozent) und Tablet (20 Prozent).

+++ 5.44 Uhr: Boeing startet Entschädigungsprogramm für Familien von Absturzopfern +++

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing startet sein Entschädigungsprogramm für Angehörige der Opfer der Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien. Die Familien der 346 Menschen, die bei den Unglücken starben, sollen jeweils rund 144.500 Dollar erhalten. Das teilte Boeings Kompensationsfonds, der von US-Staranwalt Ken Feinberg verwaltet wird, in Washington mit. Boeing hatte im Juli bekanntgegeben, 100 Millionen Dollar an Finanzhilfen bereitzustellen. Die Hälfte dieser Mittel soll schon in Kürze an Angehörige der Opfer fließen. Die Familie könnten ihre Ansprüche ab sofort geltend machen und müssten dafür nicht im Gegenzug von Klagen gegen Boeing absehen, heißt es.

+++ 5.07 Uhr: Europawahl - Junge Wähler treiben Wahlbeteiligung in die Höhe +++

Bei der Europawahl im Mai haben vor allem junge Leute die Wahlbeteiligung in die Höhe getrieben. Dies geht aus einer Umfrage des Europaparlaments hervor. So wuchs die Beteiligung bei Wählern unter 25 Jahren um 14 Prozentpunkte, bei den 25- bis 39-Jährigen um 12 Punkte. 

+++ 5.07 Uhr: Pflegebedürftige müssen für Heimplatz immer mehr dazu zahlen +++

Pflegebedürftige müssen für einen Heimplatz immer mehr selbst dazu zahlen. Seit Oktober 2018 sei die Eigenbeteiligung im Bundesdurchschnitt um mehr als 110 Euro auf nunmehr fast 1930 Euro im Monat gestiegen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung der "Pflegedatenbank" des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV). Der Anstieg betrage mehr als sechs Prozent. Als Hauptursache gelten dem Bericht zufolge Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal.

+++ 5.00 Uhr: Haitianischer Senator feuert vor dem Parlament Schüsse ab - Fotograf verletzt +++

In Haiti hat ein Senator der Regierungspartei vor dem Parlament Schüsse abgefeuert. Dabei wurde ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP verletzt, wie ein AFP-Journalist berichtete. Der Senator Jean-Marie Ralph Féthière erklärte, er habe sich mit den Schüssen gegen Demonstranten verteidigen wollen. Vor dem Senatsgebäude in der Hauptstadt Port-au-Prince protestierten Hunderte gegen eine parlamentarische Abstimmung, bei der der kommissarische Ministerpräsident Fritz-William Michel im Amt bestätigt werden sollte. Féthière sagte örtlichen Medien, Demonstranten seien in das Parlamentsgebäude gestürmt, woraufhin er sich habe verteidigen wollen. "Legitime Selbstverteidigung ist ein heiliges Recht", sagte er.

Video: Senator zückt Waffe

+++ 4.34 Uhr: Mehr Sachbeschädigung mit homophobem und transfreindlichem Huntergrund +++

Im laufenden Jahr hat es nach Informationen der Grünen einen deutlichen Anstieg von Sachbeschädigungen mit homophobem oder transfeindlichem Hintergrund gegeben. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht, wurden bis September dieses Jahres 42 Sachbeschädigungen gezählt, "die dem Themenfeld sexuelle Orientierung zugeordnet wurden". Im gesamten Jahr 2018 waren es 25, in den Jahren davor noch weniger, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

+++ 4.04 Uhr: Apotheken schlagen Alarm wegen Lieferengpässen bei Medikamenten +++

Die Apotheken beobachten zunehmende Probleme mit nicht verfügbaren Arzneimitteln und fordern ein stärkeres Gegensteuern. "Lieferengpässe kommen leider immer häufiger vor und sind ein großes Ärgernis für Apotheken und ihre Patienten", sagte der Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Mathias Arnold, der Deutschen Presse-Agentur. "Wichtige Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Magensäureblocker oder Antidepressiva sind oft nicht verfügbar." Die momentane Situation sei unhaltbar. Nötig seien mehr Transparenz der Hersteller, bessere Rabattverträge der Krankenkassen und Anreize für die Produktion wichtiger Wirkstoffe in Europa. Die Zahl der nicht verfügbaren Medikamente ist den Angaben zufolge im vergangenen Jahr auf gut neun Millionen Packungen gestiegen.

Video: Tödliche Präparate aus der Apotheke?

+++ 3.44 Uhr: Akute Geldnot: Flieger von Adria Airways vorerst am Boden +++

Die slowenische Fluggesellschaft Adria Airways hat aufgrund finanzieller Engpässe vorübergehend ihre Flüge ausgesetzt. Seit dem späten Montagabend und noch bis Mittwoch hebe keine Maschine der Airline mehr ab, teilte das Unternehmen in der Nacht mit. Die "vorübergehende Pause" sei beschlossen worden, weil Adria Airways zurzeit das Geld fehle, um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten. "Das Unternehmen sucht derzeit intensiv nach Lösungen in Zusammenarbeit mit potenziellen Investoren", hieß es auf der Firmen-Webseite. Ziel sei es, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. Passagiere wurden gebeten, sich mit den Stellen in Verbindung zu setzen, bei denen sie ihre Tickets gekauft haben.

+++ 3.29 Uhr: Israel: Netanjahu und Gantz einigen sich auf Sondierungen +++

Knapp eine Woche nach der Parlamentswahl in Israel haben sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein politischer Rivale Benny Gantz auf Sondierungen über eine Regierungskoalition geeinigt. Die beiden Politiker wurden in Jerusalem von Staatschef Reuven Rivlin empfangen. Im Anschluss an das Treffen kündigten Netanjahu und Gantz Gespräche zwischen ihren Chefunterhändlern für heute an. "Wir sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen", erklärte Rivlin. Er hatte sich zuvor für eine "stabile Regierung" mit Beteiligung von Netanjahus Likud-Partei und der Mitte-Rechts-Liste Blau-Weiß von Gantz ausgesprochen. Nach dem Treffen betonte Rivlin erneut, dass er Neuwahlen ablehne. "Die Öffentlichkeit will keine weitere Wahl", sagte er.

+++ 2.42 Uhr: Mexikanische Polizisten wegen achtfachen Mordes in Haft +++

In Mexiko sind sieben Polizisten offiziell beschuldigt worden, acht Menschen ermordet und den Vorfall als Schießerei mit Kriminellen getarnt zu haben. Ein Richter in Tamaulipas erließ Haftbefehl gegen die vier Frauen und drei Männer, wie die Generalstaatsanwaltschaft des nordöstlichen Bundesstaates mitteilte. Neben Mord wird ihnen auch Amtsmissbrauch, Falschaussage gegenüber einer Behörde und Einbruch vorgeworfen. Die Polizisten sollen fünf Männer und drei Frauen aus ihren Wohnungen entführt, in Militäruniformen gekleidet und erschossen haben. Dann sollen vorgetäuscht haben, von Mitgliedern eines Kartells angegriffen worden zu sein.

+++ 2.20 Uhr: US-Polizist nach Festnahme zweier Sechsjähriger suspendiert +++

Im US-Bundesstaat Florida ist ein Polizist vom Dienst suspendiert worden, nachdem er in einer Schule zwei Sechsjährige festgenommen hat. Der Fall werde untersucht, teilte die Polizei in Orlando mit. Die Festnahme der beiden Kinder löste in den USA eine neue Debatte über die massive Polizeipräsenz an US-Schulen aus. Die beiden Festnahmen ereigneten sich nach Angaben der Polizei bereits am vergangenen Donnerstag. In einem Fall nahm der Polizist demnach eine sechsjährige Schülerin fest, nachdem diese in der Schule eine andere Person mit den Füßen getreten hatte. Das zweite sechsjährige Kind wurde nach Polizeiangaben sogar vorübergehend in ein Jugendgefängnis gebracht. Der Polizeifahrer soll nicht gewusst haben, dass keine Genehmigung zur Überstellung des Kindes in die Einrichtung vorlag. 

+++ 1.57 Uhr: Trump kündigt verstärkte US-Truppenpräsenz in Polen an +++

US-Präsident Donald Trump hat eine Verstärkung der US-Truppenpräsenz in Polen angekündigt. Die polnische Regierung werde Stützpunkte für die US-Soldaten bauen und "sämtliche Kosten" dafür tragen, sagte Trump am Montag während eines Treffens mit Polens Präsident Andrzej Duda am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Beide Staatschefs unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Verstärkung der Verteidigungszusammenarbeit ihrer Länder. Laut der Erklärung soll die bisherige Zahl von 4500 US-Soldaten in Polen um 1000 weitere Soldaten verstärkt werden. "Höchstwahrscheinlich" würden die Truppen von anderen europäischen US-Militärstützpunkten abgezogen und nach Polen verlegt, sagte Trump. 

+++ 1.17 Uhr: Bombenentschärfung in Hanau - Verspätungen auf ICE-Strecken +++

Wegen einer Bombenentschärfung im hessischen Hanau müssen sich Bahnreisende auch im Fernverkehr auf längere Fahrtzeiten einstellen. Zwischen 10 Uhr und 13 Uhr würden mehrere Fernverkehrszüge umgeleitet, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Züge auf den ICE-Strecken Kiel/Hamburg - Chur, Kiel/Hamburg - Stuttgart sowie Berlin - Frankfurt würden über Gießen umgeleitet und seien deshalb etwa eine halbe Stunde länger unterwegs. Züge auf den ICE-Strecken Hamburg - München, Berlin - Interlaken Ost und Wiesbaden - Dresden brauchen wegen einer Umleitung über Aschaffenburg bis zu 45 Minuten länger. Der Regionalverkehr zwischen Frankfurt und Fulda werde unterbrochen, hieß es. Die Bahn bittet Fahrgäste, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren.

+++ 0.58 Uhr: Bericht: US-Justizbehörden ermitteln gegen E-Zigaretten-Firma Juul +++

Der E-Zigaretten-Hersteller Juul Labs ist einem Zeitungsbericht zufolge ins Visier der US-Justizbehörden geraten. Gegen das Start-up laufe eine strafrechtliche Untersuchung der US-Staatsanwaltschaft in Kalifornien, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Ein Justizsprecher sagte dem "Wall Street Journal", er könne eine laufende Ermittlung weder bestätigen noch verneinen. Die Firma aus San Francisco steht wegen zweifelhafter Methoden bei der Vermarktung ihrer E-Zigaretten an Jugendliche schon länger in der Kritik. Auch andere US-Behörden ermitteln gegen Juul.

+++ 0.34 Uhr: Boris Johnson für "Trump-Deal" mit dem Iran +++

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich überraschend für ein neues und von US-Präsident Donald Trump ausgehandeltes Atomabkommen mit dem Iran ausgesprochen. Am Rande der UN-Vollversammlung in New York sagte Johnson dem US-Sender NBC nach dessen Angaben: "Lasst uns einen besseren Deal machen." Dann fügte er hinzu: "Ich denke, es gibt einen Typen, der einen besseren Deal machen kann (...), und das ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Ich hoffe, dass es einen Trump-Deal geben wird." Zuvor hatten Johnson, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Iran für Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht.

+++ 0.33 Uhr: Zwei Raketen nahe US-Botschaft in Bagdad eingeschlagen +++

In Bagdad hat es nach Angaben aus Sicherheitskreisen einen Raketenangriff nahe der US-Botschaft gegeben. Zwei Raketen schlugen nahe der US-Botschaft ein, eine davon innerhalb des abgeriegelten Botschaftsgeländes, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen erfuhr. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Eine dritte Rakete stürzte den Angaben zufolge in den Tigris. Der Fluss ist von der US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt aus zu sehen. Irakischen Sicherheitskreisen zufolge soll mindestens eine der Raketen vom Süden Bagdads aus abgefeuert worden sein.

+++ 0.28 Uhr: Tusk und Johnson reden über Brexit: "Kein Durchbruch" +++

EU-Ratspräsident Donald Tusk und der britische Premierminister Boris Johnson haben bei einem Treffen in New York keine erkennbaren Fortschritte im Streit über den Brexit erzielt. "Kein Durchbruch. Kein Zusammenbruch. Keine Zeit zu verlieren", twitterte Tusk nach dem etwa 30-minütigen Gespräch vor Beginn der UN-Vollversammlung. In Tusks Umfeld war anschließend zwar von einer guten Atmosphäre und einer offenen und ernsthaften Diskussion die Rede. In der Substanz liege man aber noch weit auseinander. Ein Sprecher Johnsons sagte, der Premierminister habe betont, dass "Bewegung und Flexibilität der EU" nötig sei.

+++ 0.08 Uhr: Flugverbot für Boeing 737 Max bleibt in den USA vorerst bestehen +++

In den USA bleibt das Flugverbot für die Boeing 737 Max bis auf weiteres auch weiterhin bestehen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erklärte, es gebe noch keinen Termin für die Aufhebung des Flugverbots in den USA. Andere Länder würden individuell über die Wiederaufnahme des Flugbetriebs für die Boeing 737 Max entscheiden, hieß es weiter. "Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit", betonte die FAA. Weltweit werde jede Regierung selbst die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Flugbetriebs mit dem Flugzeugtyp treffen - und zwar "auf der Basis einer gründlichen Sicherheitsbewertung", erklärte die Behörde weiter. Für die Boeing 737 Max gilt seit März ein weltweites Flugverbot. Zuvor waren bei zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs in Indonesien und Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit einem Stabilisierungssystem zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt.

dho / DPA / AFP