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Todesschüsse in Schleswig-Holstein Weitere Waffe in Hafenbecken gefunden - Verdächtiger schweigt zu Vorwürfen

Markierungen von Polizeitauchern in Eckernförde. Im Zusammenhang mit den Todesschüssen von Dänischenhagen und Kiel wurden Waffenteile in einem Hafenbecken gefunden.
Markierungen von Polizeitauchern in Eckernförde. Im Zusammenhang mit den Todesschüssen von Dänischenhagen und Kiel wurden Waffenteile in einem Hafenbecken gefunden.
© Daniel Bockwoldt / DPA
Neue Details zu den Schießereien in Dänischenhagen und Kiel. Der Verdächtige hat sich noch nicht zum Motiv geäußert, bestreitet aber offenbar die Schüsse nicht. Nach einem Hinweis wurden Teile einer weiteren Waffe gefunden.

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau und zwei Männer in Dänischenhagen und Kiel haben die Ermittler zahlreiche Details aufgeklärt. Taucher fanden nach einem Hinweis Waffenteile im Hafenbecken von Eckernförde. Der Fund stehe im Zusammenhang mit der Tat, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Micheal Bimler.

Der 47 Jahre alte Verdächtige hatte bei seiner Festnahme in Hamburg auch eine Schusswaffe bei sich. Ob die Taten mit verschiedenen Waffen ausgeführt wurden, war zunächst unklar. Dazu müsse das Ergebnis der ballistischen Untersuchung abgewartet werden.

Der Mann steht im Verdacht, am Mittwoch seine von ihm getrennt lebende 43 Jahre alte Ehefrau und einen zehn Jahre älteren Mann in einem Haus in Dänischenhagen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sowie einen 52 Jahre alten Bekannten in Kiel getötet zu haben. Ob die Frau und der 53-Jährige ein Paar waren, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Opfer und Täter sind Deutsche.

Zuvor bereits Anzeige wegen Körperverletzung

Der 47-Jährige sitzt seit Donnerstag in Kiel in Untersuchungshaft und ließ durch seinen Verteidiger erklären, dass er die Taten nicht bestreite. Die Obduktion der Opfer sei abgeschlossen, sagte Bimler. Der Obduktionsbericht lag aber noch nicht vor.

Bei der Durchsuchung des Hauses des mutmaßlichen Täters in Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde), das nach Medienberichten zum Verkauf steht, fand die Polizei nach Bimlers Angaben keine scharfen Waffen. Die Ermittler stellten aber mehrere Schreckschusswaffen sicher. Der Mann, ein Jäger, habe seine scharfen Waffen wahrscheinlich wegen Entzugs der Waffenbesitzkarte zuvor abgegeben.

Hintergrund dafür sei eine Anzeige seiner Frau vom Dezember 2020 wegen Körperverletzung gegen ihn gewesen. Der Fall sei an die zuständige Behörde weitergeleitet worden. Anfang des Jahres folgte eine weitere Anzeige wegen Bedrohung.

Mehrere Kinder hinterlassen

Nach Bimlers Angaben ist noch nicht geklärt, ob Dänischenhagen oder Kiel der erste Tatort war. Im Haus in der kleinen Gemeinde nördlich der Landeshauptstadt hätten Ermittler Aufnahmen mit einem 3D-Scanner gemacht, um ein besseres Bild von dem unübersichtlichen Geschehen zu erhalten.

Die Polizei fand in Hamburg-Altona den weißen SUV-Mietwagen mit Euskirchener Kennzeichen, mit dem der 47-Jährige nach der Tat geflüchtet war. In den ersten Stunden der Fahndung hatte die Sichtung eines vergleichbaren Mietwagens ebenfalls mit Euskirchener Zulassung für einen größeren Polizeieinsatz im Kieler Brauereiviertel gesorgt.

Die getötete Ehefrau hinterlässt vier minderjährige Kinder. Medienberichten zufolge hinterlassen auch die beiden erschossenen Männer Familien.

luh DPA

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