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Tauwetter in Deutschland Hochwasser fordert ein Todesopfer


In Baden-Württemberg ist ein Kajakfahrer dem Hochwasser zum Opfer gefallen. Der 50-Jährige wurde tot aus der Enz bei Pforzheim gezogen. Der Hochwasseralarm ist nicht beendet: An der Mosel sind etwa 30 Orte überschwemmt, in Koblenz steht das Deutsche Eck vor der Überflutung.

Das Hochwasser hat in Baden- Württemberg mindestens ein Todesopfer gefordert. Ein 50 Jahre alter Kajakfahrer wurde am Samstag tot aus der Enz bei Pforzheim gezogen. Der Kajakfahrer hatte das Hochwasser offenbar unterschätzt. Die Polizei geht davon aus, dass er aus seinem Boot fiel und wegen der starken Strömung nicht mehr zurückklettern konnte.

Durch Regen und Schneeschmelze angeschwollene Flüsse haben in Deutschland vielerorts ganze Stadtteile unter Wasser gesetzt. In Koblenz stand am Sonntag mit dem Deutschen Eck am Zusammenfluss von Mosel und Rhein das Wahrzeichen der Stadt vor der Überflutung. In den Mosel-Städten Zell und Cochem stand das Wasser meterhoch. Zwischen Trier und Koblenz waren nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums rund 30 Orte vom Hochwasser betroffen. An der Mosel wurden für Sonntag die Pegel-Höchststände erwartet, während sich die Rhein-Metropole Köln für Montag und Dienstag auf Höchstmarken von nahezu neun Metern einstellt.

In Sömmerda nördlich von Erfurt musste am Abend der Stadtpark gesperrt und geflutet werden. "Wir konnten ihn nicht mehr halten", betonte Platzko. Mehrere Brücken über die Unstrut mussten gesperrt werden, da das Wasser nicht mehr unter ihnen hindurchfließen kann. Auch in den Orten Ringleben und Gebesee sei die Situation weiter kritisch. Die Behörden rechneten damit, dass der Hochwasserscheitel noch in der Nacht erreicht wurde. Danach sei zunächst mit leicht sinkenden Pegelständen zu rechen, sagte Platzko.

In Sachsen-Anhalt wurde für die Weiße Elster am Pegel Oberthau die höchste von vier Alarmstufen ausgerufen, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz am Sonntag in Magdeburg mit. Der Wasserstand habe in der Nacht die kritische Marke von vier Metern überschritten. An den Pegeln Gera-Langenberg und Zeitz der Weißen Elster gelte die dritte Alarmstufe, ebenso für die Schwarze Elster am Pegel Löben. Die Saale und die Unstrut im Burgenlandkreis erreichten ebenfalls Alarmstufe 3. Einige Straßen seien bereits überflutet, meldeten die Behörden.

Gleise in Wuppertal überflutet

Das Tauwetter bereitet auch der Bahn Probleme: Hochwasser der Wupper hat die Bahngleise in Wuppertal überflutet. Der Streckenabschnitt zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Hauptbahnhof sei am Sonntagmorgen gesperrt worden, sagte ein Sprecher. Der Fernverkehr werde über das Ruhrgebiet umgeleitet. Auch verschiedene Nahverkehrslinien seien betroffen. Allerdings können Fahrgäste im Nahverkehr der bergischen Stadt weiterhin die Schwebebahn hoch über der Wupper oder Busse nutzen. Wann die Gleissperrung wieder aufgehoben werden kann, war zunächst nicht abzusehen.

In Zell steht Altstadt zu 60 Prozent unter Wasser

In den betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz ging das Hochwasser etwas zurück. So falle der Pegelstand in Cochem derzeit um einen Zentimeter pro Stunde, sagte ein Feuerwehrsprecher. Nach Schätzung der Feuerwehr waren etwa 20 Prozent der Stadt betroffen. Doch die Pegelstände sollten nach der kurzen Beruhigung der Lage weiter steigen.

In Zell steht hingegen weiterhin die Altstadt zu rund 60 Prozent unter Wasser. Derzeit könne man nicht viel machen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Zell. "Die Situation ist stabil, unsere Zentrale ist besetzt, auch zwei Bootsbesatzungen sind in Bereitschaft", sagte er. Wegen des Wochenendes seien aber kaum Menschen unterwegs.

In Mainz und Koblenz bereitete man sich ebenfalls auf das Hochwasser vor. In der Landeshauptstadt wurden erste Parkplätze und Straßen am Rhein gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. In Koblenz wurden stellenweise Stege aufgebaut, damit die Bürger trockenen Fußes vorankommen.

In Brandenburg sanken in der Nacht ebenfalls die Pegelstände. Eisbrecher hatten sich am Samstag flussaufwärts durch das tief gefrorene Wasser geschoben und den Weg zur Ostsee freigemacht, wie ein Sprecher der Hochwassermeldezentrale in Frankfurt/Oder am Morgen sagte. Der Pegelstand in Hohensaaten habe gegen 5.00 Uhr 7,25 Meter betragen. "Und er fällt weiter" sagte der Sprecher. Entwarnung wollte er aber noch nicht geben. Auch in Schollen zerteilt könne sich das Eis zu Barrieren türmen und den Wasserstand wieder rasch und heftig steigen lassen. Für den Sonntag kündigte der Deutsche Wetterdienst zum anhaltenden Tauwetter bundesweit weiteren Regen an.

zen/DPA DPA

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