Unwetter Sturm und Orkanböen in Deutschland


Das Tief "Ingo" hat in der Nacht zum Freitag in Deutschland für schwere Sturm- und Orkanböen gesorgt. Besonders in Hessen und Rheinland-Pfalz ist es deshalb zu erheblichen Verkehrsproblemen gekommen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts waren vor allem die Nordseeküste und Süddeutschland betroffen. Der Spitzenwert wurde mit einer Windgeschwindigkeit von 194 Kilometern in der Stunde auf dem Wendelstein in Bayern gemessen. Aber auch in Norddeutschland erreichte der Sturm an die 120 Stundenkilometer und damit Orkanböen der Stärke 12. Die starken Regenfälle haben auch in Hessen und Rheinland-Pfalz in der Nacht zu erheblichen Verkehrsproblemen geführt. Wie die Polizei berichtete, wurden Straßen überschwemmt und Bäume umgestürzt. Die Flüsse Dill, Lahn und Sieg traten über die Ufer. Größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.

Flüsse traten über die Ufer

In Hessen waren nach ersten Meldungen vor allem die Landkreise Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und Gießen betroffen. Hier traten nach Polizeiangaben die Flüsse Lahn und Dill über die Ufer. Feuerwehr und Straßenmeistereien mussten Straßen sperren. Es kam zu Behinderungen im Berufsverkehr. Größere Schäden und Verletzte gab es den Meldungen zu Folge nicht. Im nördlichen Rheinland-Pfalz war vor allem der Westerwald betroffen. Es gab erhebliche Verkehrsbehinderungen, wie die Polizei in Koblenz berichtete. Im Stadtgebiet von Betzdorf stürzte eine zehn Meter lange Fichte unmittelbar vor ein heran nahendes Auto. Der Fahrer fuhr gegen den Baum und wurde leicht verletzt. Auf der Autobahn 3 in Richtung Köln blockierte ein umgefallener Baum zeitweise zwei von drei Fahrspuren.

Im Stadtgebiet von Koblenz standen nach Polizeiangaben einzelne Straßen unter Wasser, weil die Kanalisation den Regen nicht mehr aufnehmen konnte. Nach Regenfällen von mehr als 40 Liter pro Quadratmeter trat die Sieg über die Ufer. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Hochwasserlagedienstes wurde für den Lauf des (heutigen) Freitags ein allmähliches Fallen der Pegel erwartet. Auf der Bundesstraße 9 bei Worms kam es zu einem Verkehrsunfall, als ein Autofahrer Ästen ausweichen wollte, die der Sturm auf die Fahrbahn geweht hatte. Der Wagen des 21-Jährigen kam von der Straße ab, stieß gegen einen Telefonmast und überschlug sich. Der Fahrer und sein gleichaltriger Beifahrer wurden leicht verletzt. Der Schaden wurde auf 9.500 Euro geschätzt.

Windstärke 12 in Norddeutschland

In Hamburg wurden mehrere Straßen überflutet. Die Feuerwehr zählte bis zum frühen Morgen allein 58 wetterbedingte Einsätze. So wurden Planen von Baustellen gerissen, Äste stürzten von den Bäumen, und Dachteile flogen herab. Auch in anderen Teilen von Deutschland wurden Bäume entwurzelt und Straßen überflutet. In Düsseldorf wurde der Graf-Adolf-Platz wegen herabstürzender Fassadenteile gesperrt. In Essen rückte die Feuerwehr 19 Mal aus, um vor allem Keller leerzupumpen. "Es war nichts Dramatisches", sagte Sprecher Mike Filzen allerdings. Die Bremer Feuerwehr zählte 17 Sturmeinsätze. Im Stadtteil Schwachhausen stürzte eine 20 Meter hohe Pappel um. In Mittelhessen waren Feuerwehren und Straßenmeistereien wegen Überflutungen im Einsatz.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden vor allem in den Höhenlagen Spitzenwerte des Sturms gemessen, der aber auch im Flachland und in den Städten noch deutlich zu spüren war. So lag auch in München die Windgeschwindigkeit noch bei fast 100 Stundenkilometern. An der Nordsee wurde in St.Peter-Ording mit 119 Kilometern in der Stunde der stärkste Wert registriert.

AP, DPA AP DPA

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