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Lager Moria auf Lesbos Das Flüchtlingslager Moria brennt – so müssen die Menschen dort leben

Lager Moria auf Lesbos: Das Flüchtlingslager Moria brennt – so müssen die Menschen dort leben
© AFP
Nach Unruhen wegen Corona-Infektionen sind im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos Feuer ausgebrochen. Die Zustände dort sind menschenunwürdig  – das zeigt die Reportage unseres Korrespondenten, der im vergangenen Herbst über das Lager recherchiert hat.
Von Raphael Geiger
Diese Geschichte erschien zuerst am 10. Oktober 2019 in stern 42/2019. Aus Anlass der Unruhen und der Feuer im Lager veröffentlichen wir sie erneut.

An einem der letzten heißen Tage dieses griechischen Sommers sitzt ein junger Mann in seinem Zelt, draußen herrscht die tägliche Krise, drinnen ist es still und stickig. Seine Frau kocht Tee, der Mann macht einen Anruf.

Warum sind Sie hier?, hatten wir ihn gefragt. Da griff er zu seinem Handy.

Es ist, auf den ersten Blick, wenig Besonderes an ihm, er ist 23 Jahre alt und aus Syrien, ein dünner, höflicher Mann, einer von Tausenden im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos. Wie viele von ihnen ist er in einem Campingzelt außerhalb des eigentlichen Lagers untergekommen, im Dschungel, wie er sagt.

Wie sie alle steht er jeden Tag ein paar Stunden in irgendeiner Schlange. Der Essensschlange, der Deckenschlange. Wie alle hofft er, dass sich ein Weg für ihn findet, wie alle versucht er, nicht durchzudrehen. Und fragt sich doch, ob es ein Fehler war, hierherzukommen

Er heißt Muhammad. Diese Geschichte beginnt mit ihm, weil er einer von jenen ist, die Europa gerade wieder Angst machen.

Weil ihre Zahl steigt.

Weil wir im Fernsehen die Bilder gesehen haben von einem Feuer, in dem eine afghanische Mutter und ihr Kind starben. Und von jungen Männern, die aggressiv wurden und Polizisten angriffen, bis sich der Aufstand im Tränengas verlor.

Das Lager sollte nie schön sein - sondern abschrecken

Eine Eskalation, die niemanden überraschte, der die tägliche Krise kennt, die Moria ist.

Der Weg zu Muhammads Zelt führt den Hügel hinauf, links ein Zaun, dahinter das offizielle Lager mit seinen Containern. Rechts der Olivenhain, der Dschungel: Campingzelte, so weit man sieht, bedeckt mit Plastikplanen, unterbrochen nur durch erdige Pfade, die sich, wenn es regnet, in Schlammbahnen verwandeln. Ein paar wenige Toilettencontainer, umgeben vom Gestank der Fäkalien.

Moria sollte nie schön sein. Moria soll abschrecken. Der Dreck, der Gestank, die Enge, all das soll bewirken, dass die Flüchtlinge ihre Verwandten und Freunde warnen: Steigt in kein Boot, es lohnt sich nicht.

Die Brände im Flüchtlingslager Moria
Die Bilder der Brände im Flüchtlingslager Moria gingen um die Welt. Eine Frau und ihr Kind starben.
© AP

Es ist der erste Fleck Europa, den Muhammad sieht. Wahrscheinlich ist der Kontinent nirgendwo so hässlich. Auf jeden Fall ist Moria der Ort, an dem jeden Tag für die Neuankömmlinge die Hoffnung stirbt. Dass es hier, auf dieser Seite des Meeres, gut für sie würde.

Und ganz sicher ist es auch der Ort, an dem die europäische Flüchtlingspolitik gescheitert ist.

Moria wuchert, für rund 3000 Personen ist das Lager gedacht, im Moment zählt es etwa 13.000. Es sind so viele wie nie seit Anfang 2016. Seit der Flüchtlingskrise also, von der europäische Politiker oft sagten, sie dürfe sich nie mehr wiederholen. Vor einigen Wochen reiste Innenminister Horst Seehofer nach Ankara und Athen, traf seine Amtskollegen, versprach Hilfe. Dabei sind es eigentlich die Griechen, die den Deutschen helfen. Indem sie die Flüchtlinge nicht dorthin weiterreisen lassen, wo sie hinwollen: nach Deutschland. Offenbar macht man sich in Berlin Sorgen, wie lange das noch gut geht.

In seinem Zelt öffnet Muhammad Whats­app und drückt auf den Namen seines Bruders, Hikmat. Der ist noch im Dorf geblieben, in al-Bara in der Provinz Idlib, nur ein paar Kilometer nördlich der Front, an der das Assad-Regime gegen die Rebellen kämpft. "Bruder!", ruft Muhammad, als Hikmats Gesicht auf dem Display erscheint. "Wie geht es euch? Gab es Angriffe?"

"In der Nähe", antwortet der bärtige Mann auf dem Display, er nennt syrische Ortsnamen: Kafr an-Nabl, Qursa, Arinba. Dörfer direkt an der Front. "Wir hören den Lärm der Einschläge", sagt Hikmat. "Sie kommen näher."

Muhammad blickt von dem Display hoch. "Deshalb sind wir hier", sagt er. "Nicht, weil wir ein besseres Leben wollen, sondern wegen der Kämpfe."

Letzte Schlacht des Syrienkriegs

Er ist einer von vielen. Den vielen, die alle ihre eigene Geschichte haben. Die erzählen können von dem einen Moment, als es nicht mehr ging. Bei Muhammad war es so weit, als kaum einen Block von ihm entfernt zwei Bomben eines russischen ­Sukhoi-Jets einschlugen. Als er eine schwer verletzte Frau zu einem Auto trug und ins Krankenhaus fuhr, während ihre Tochter tot auf der Straße zurückblieb.

Şener Şeker (r.) mit seinem Freund
Der Türke Şener Şeker (r.) mit seinem Freund in einem Istanbuler Friseursalon. Şeker stützt Erdoğans Kurs gegen die Syrer in der Türkei.
© Ozgur Baykal/stern

Es war der Tag, an dem sich Muhammad entschied. Nur noch weg.

Aus dem Handy kommt Hikmats Stimme. Im Dorf seien alle bereit, zu flüchten, sobald die Front noch näher komme. "Die Leute machen sich auf den Weg", sagt er. "Sie wollen nach Europa." Warum er selbst noch bleibt? "Uns fehlt das Geld für die Schmuggler", sagt er. "Und an der Grenze schießen die Türken auf uns."

Es ist die letzte Schlacht des Syrienkriegs und die größte. Assad und seine Verbün­deten Russland und Iran haben fast alle Gebiete zurückerobert, selbst in den kurdischen Territorien patroulliern nach der Offensive der Türken nun Truppen des Regimes. Über drei Millionen Zivilisten sind nach Idlib an der türkischen Grenze geflohen. In die einzige Provinz, die sich noch gegen das Regime auflehnt. Dort sind die Menschen nun gefangen, denn die Türkei hat entlang der Grenze eine Mauer gebaut.

Wer hinauswill, muss Schmuggler bezahlen. 1200 Euro pro Person seien es gewesen, sagt Muhammad. Für die gesamte Familie reichte das Geld nicht. Hikmat, seine Frau und die Kinder blieben zurück. In ihrer Straße voller zerstörter Häuser. So nah an der Front, dass jeden Tag eine Bombe auch ihr Haus treffen kann.

Und so nah, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Assad kommt. Was dann? "Dann gehen wir auch", sagt Hikmat. Wohin? "Ich weiß es nicht."

Die Bomben auf Idlib treiben die Syrer aus ihrem Land. Aber sie fallen nicht einfach so vom Himmel. Sie sind das Ergebnis einer zynischen Politik, die weit über die Grenzen Syriens hinausreicht. Denn dass die Bomben fallen, liegt in der Macht von Wladimir Putin, für ihn ist es ein Spiel, die Flüchtlinge nützen ihm. Schaffen sie es nach Europa, steigen hier die Zahlen, dann steigen wohl auch die Umfragewerte der europäischen Rechtspopulisten. Putins Verbündeter also.

Auch gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan benutzt Putin die Flüchtlinge. Der Mechanismus geht so: Verschärft Putin das Bombardement in ­Idlib, fliehen mehr Syrer über die türkische Grenze. Erdoğan will das unbedingt vermeiden, er tut deshalb alles, um Putin gnädig zu stimmen. Er nähert sich Russland an, auch wenn es seinem Verhältnis zum Westen schadet.

Erdoğan ist angeschlagen. Die türkische Opposition, erstmals seit Jahren im Aufwind, hat das Thema der Flüchtlinge für sich entdeckt. Sie hat registriert, dass sich die Stimmung gegen die vielen Syrer im Land wendet. Gegen die "Gäste", wie die Türken sie nennen.

Der Mann und der Junge reiben sich die brennenden Augen
Das Foto wurde kurz nach dem Brand im Lager aufgenommen. Der Mann und der Junge reiben sich die brennenden Augen. Sicherheitskräfte hatten mit Tränengas auf die aufgebrachten Flüchtlinge geschossen.
© Angelos Tzortznis/AFP

In Küçükçekmece, einem der Istanbuler Vororte, lebt Şener Şeker, man trifft ihn tagsüber bei der Arbeit in seinem Friseursalon. Şeker ist ein frommer Mann, ein Erdoğan-Wähler. Er sagt, im Prinzip habe er nichts gegen die Syrer. Am Anfang hätten sie die Wirtschaft belebt, das sei ja richtig. Erst später missfiel ihm, dass in seinem Viertel die arabischen Schilder zunahmen. Dass viele Syrer kaum Türkisch sprachen. Dass sie "für sich bleiben", wie Şeker sagt.

Wirtschaftskrise

Als die Wirtschaftskrise 2017 ausbrach, verloren viele Türken ihre Arbeit. Die Lira stürzte ab, die Türken sind ärmer geworden. Ein Freund erzählte Şeker, seinen Job mache jetzt ein Syrer. Für die Hälfte und ohne Sozialversicherung. Şeker fand das nicht richtig, die Syrer begannen ihn zu stören.

Er sei trotzdem nicht dabei gewesen, sagt er, in jener Nacht Ende Juni.

In Şekers Viertel ging damals ein Gerücht um, angeblich hatten syrische Männer eine türkische Frau belästigt. Daraufhin zog ein Mob durch die Straßen, skandierte fremdenfeindliche Parolen und warf Scheiben syrischer Geschäfte ein. Die Polizei habe nur zugeschaut, heißt es.

Aktuell leben rund 3,6 Millionen Syrer in der Türkei, zumindest sagen das die Behörden. Allein in Istanbul soll es eine halbe Million sein. Dazu kommen wohl einige Hunderttausend, die in anderen Städten registriert sind, sich aber in Istanbul aufhalten, weil es hier noch Arbeit gibt.

Istanbuls neuer Bürgermeister Ekrem İmamoğlu, Erdoğans neuer Hauptgegner, griff das Thema schon im Wahlkampf auf. Er werde arabische Schriftzeichen in Istanbul verbieten lassen, sagte er. Die Flüchtlinge, das spürte İmamoğlu, sind Erdoğans Schwachstelle, bei dem Thema ist er verwundbar.

Es mag einen überraschen, dass ausgerechnet İmamoğlu, in dem viele Europäer einen Hoffnungsträger sehen, sich gegen die Flüchtlinge wendet. Aber es ist erklärbar.

Muhammads Bruder Hikmat
Per Handy halten viele Flüchtlinge im Lager Kontakt zu ihren Familien. Muhammads Bruder Hikmat fürchtet in seiner Heimat Syrien noch immer um sein Leben.
© Nikos Pilos/stern

Über die Jahre sind die Syrer zu einem Machtfaktor in der Türkei geworden. Sie kamen zu Erdoğans Auftritten, auch wenn sie gar nicht wählen durften. Die Syrer bildeten eine konservativ-fromme Parallelgesellschaft, sie lebten, wie sich Erdoğan die ganze Türkei wünschte. In vielen Städten nahmen sie ganze Viertel ein. Es entwickelte sich eben nicht das modernere Istanbul, wie es sich İmamoğlu und seine Anhänger vorstellen.

Die Opposition trieb den Präsidenten bei dem Thema vor sich her, wissend, dass auch unter Erdoğans Wählern Ressentiments gegen die Gäste hochkamen.

Im Sommer dann ließ Erdoğan seinen Innenminister einen radikalen Schritt verkünden. Alle Syrer, die nicht in Istanbul registriert sind, müssen die Stadt verlassen, die Frist endet am 30. Oktober. Viele, die seit Jahren hier leben, die sich eine Existenz aufgebaut haben, denken jetzt an eine zweite Flucht. Diesmal nach Europa.

Nach Moria.

Es ist jetzt Erdoğans Spiel. Er weiß, dass er Härte zeigen muss, und er weiß auch, dass die Syrer gegenüber den Europäern immer noch sein größtes Pfand sind. Er wolle mehr Geld von Europa, sagt er ständig. Dass nun die Zahlen steigen, ist sein Kalkül. Wenn er will, das zeigte er 2016, kann Erdoğan die Menschen von der Überfahrt auf die griechischen Inseln abhalten. Im Moment lässt er sie wohl ziehen.

Auf den Weg nach Griechenland, nach Europa

Er gibt den Druck weiter, den er selbst spürt. Von Putin und von der erstarkten Opposition.

Gegenüber dem Haupteingang des Lagers in Moria gibt es einen Ort, an dem die Flüchtlinge am ehesten Menschen sein können: ein kleines, improvisiertes Café. An einem Tisch im Vorgarten sitzt eine Runde Männer beim Tee, sie sprechen über die Türkei. Über ihre Angst.

Sie berichten, wie das, was türkische Politiker gegen die Syrer sagten, auf der Straße ankam. Bei ihnen.

Einer, er heißt Yakub, erzählt, wie Polizisten seinen Vater aufgriffen, als der aus Istanbul zu einer Beerdigung in eine andere Stadt fuhr. Ohne Genehmigung, die Syrer selbst zu einer solchen Fahrt brauchen. Die Polizisten hätten ihm ein Papier vorgelegt, zur Unterschrift, wonach er sich zur freiwilligen Rückkehr nach Syrien verpflichtete. "Die Polizisten dachten, er könnte kein Türkisch lesen."

Der Mann daneben redet über seine Flucht in die Türkei, er sei an der Grenze anderen Syrern begegnet. Sie wurden gerade abgeschoben. "Ins Kriegsgebiet." Wieder ein anderer hat gehört, dass syrische Kinder in Istanbul mittlerweile ihre Aufenthaltsgenehmigung sogar zum Brotholen mitnehmen, aus lauter Panik, sie könnten sonst sofort von der Straße weg verhaftet werden.

Gegenüber sitzt ein stiller Mann, Salih, der erst anfängt zu reden, als wir ihn darum bitten. Er stammt aus dem kurdischen Norden Syriens. Er sagt, er habe sich jahrelang in der Türkei "wie zu Hause" gefühlt. "Erst mit der Zeit wurden sie unfreundlicher", sagt Salih. "Ihr esst unser Essen, ihr nehmt uns die Arbeit weg, solche Sprüche."

"Oder: Ihr seid schmutzig", wirft einer am Tisch ein.

Ein Nachbar rief die Polizei, als er hörte, dass Salih Kurdisch sprach. Die Polizisten durchsuchten Salihs Handy, fanden eine Flagge der Kurdenmiliz YPG. Für die Türkei war er nun ein Staatsfeind. Ihm stand ein Prozess bevor und eine Haftstrafe. Salih blieb nur die Flucht, er stieg mit der Familie auf ein Schlauchboot, 800 Euro pro Erwachsenem, das war im August. Etwa zur selben Zeit, als Muhammad aus Idlib kam.

"Die Türken suchen Gründe", sagt Salih. Es soll sich herumsprechen, dass Syrer nicht mehr willkommen sind. "Politik", sagt Salih.

So machen sie sich auf den Weg nach Griechenland, nach Europa. Dazu kommen Afghanen, die im Iran gelebt hatten und ihre Jobs verloren wegen der verschärften Sanktionen gegen das Land. Noch ein Spiel der Mächtigen, wenn man so will: das iranische Regime gegen den Westen. Auf Kosten der Schwachen.

Vermutlich wären die meisten Afghanen niemals hierhergekommen, wenn der US-Präsident nicht Donald Trump hieße. Im Moment sind sie in Moria sogar noch in der Mehrzahl. Aber das könnte sich ändern, im Herbst, wenn in Istanbul für die Syrer die Frist abläuft. Oder wenn die Türkei, wie gerade angekündigt, in Nordsyrien einmarschiert, in der Heimat von Salih. Erdoğan will dort eine Sicherheitszone schaffen, wie er es nennt, in die syrische Flüchtlinge aus der Türkei ziehen sollen. Erst mal aber würde das einen neuen Krieg gegen die kurdische YPG bedeuten und vermutlich auch: neue Flüchtlinge.

Auffangbecken

Sie alle landen in einem Europa, das sich in den vergangenen Jahren vor dem Problem gedrückt hat. Der Deal, den die Europäer mit der Türkei 2016 vereinbart haben, funktioniert schon lange nicht mehr. Die Menschen hängen in Griechenland fest, die griechischen Behörden sind überfordert. Wer jetzt in Moria Asyl beantragt, bekommt einen Termin im Jahr 2022.

"Es ist verrückt", sagt einer im Café. "Das ist Europa", antwortet ein anderer.

In deutschen Talkshows hieß es oft, man müsse die Fluchtursachen bekämpfen. Die Menschen in dieser Geschichte erzählen davon, wie wenig passiert ist. Salihs Flucht hat eine Ursache, Muhammads auch, jeder in Moria hat einen konkreten Grund, warum er hier ist.

Die Gründe heißen eben auch Wladimir Putin, Baschar al-Assad, Recep Tayyip Erdoğan. Moria ist das Auffangbecken aller, die auf der anderen Seite des Meeres wegmussten, die so lange hin und her geschoben wurden, bis ihnen nichts mehr übrig blieb außer dem Schlauchboot hinüber nach Griechenland.

Letztlich stellt sich in Moria die Frage, auf die Europa keine Antwort findet: Wie reagiert man auf die Politik der Spieler, auf die Zyniker in der Türkei und in Russland, ohne selbst zynisch zu werden?

Salih kann das türkische Ufer sehen, wenn er das Café verlässt und den Hügel von Moria hinaufgeht zu seinem Zelt. Europa kann er nicht sehen. In der Nacht regnet es, das Wasser läuft hinein ins Zelt der Familie. Es fehlt in Moria, auf europäischem Boden, an Plastikplanen, an Decken.

Selbst an Essen, weil der Bedarf, wie es heißt, für einen Monat im Voraus berechnet wurde. Und dann kamen mehr Menschen als gedacht.

Am Tag nach den Bränden organisieren Frauen einen Protestzug. Sie halten Pappschilder in den Händen: "Endless suffering", "endless tears". Endloses Leiden, endlose Tränen. So ziehen sie am Zaun des Lagers entlang, es ist ein Hilfeschrei, eine Demo für ihre Rechte.

Sie dürfen das. Sie sind jetzt in Europa.

Erschienen in stern 42/2019, aktualisiert

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