Am Timmendorfer Strand liegt weiter ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee, sein Schicksal ist ungewiss. Rettungsaktionen blieben ohne Erfolg. Alle Entwicklungen im stern-Newsblog.
An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kämpfen Dutzende Helferinnen und Helfer um das Leben eines Buckelwals. Das Tier ist auf einer Sandbank gestrandet und kann sich aus eigener Kraft nicht befreien.
Verfolgen Sie die Rettungsaktion im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Kai Müller
Wie können gestrandete Wale „normalerweise“ gerettet werden?
Das enorme Gewicht der Meeressäuger macht es äußerst schwierig, gestrandete Wale aus flachem Wasser oder von Sandbänken zurück ins offene Meer zu bringen. Aus eigener Kraft schaffen es die Tiere meist nicht, sich zu befreien. Laut Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum kommen dabei Hilfsmittel wie Luftkissen oder Seile zum Einsatz.
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Kai Müller
Stau bremst neuen Rettungsversuch aus
Laut Bürgermeister und Ordnungsamt steht der zweite Bagger im Stau. Eigentlich war geplant, um 15.30 Uhr mit dem Freilegen des Wals zu beginnen. Wahrscheinlich werden heute die Gerätschaften noch ankommen und vorbereitet, die eigentliche Aktion passiert aber wohl erst morgen.
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Kai Müller
Die Stiftung Meeresschutz listet auf ihrer Homepage alle Sichtungen der Großtiere in der Ostsee seit 2001 auf. Und das sind gar nicht wenige:
- 2026: Finnwal
- 2024: Buckelwal
- 2023: Zwergwal (tot), Nördlicher Entenwal, Zwergwal (erst lebend, später tot)
- 2018: Buckelwale (mehrfach)
- 2016: Buckelwal (mehrfach), Finnwal, Beluga oder Narwal, Pottwal, Zwergwal (tot)
- 2015: Sowerby-Zweizahnwal (erst lebend, später tot), Finnwal, Buckelwal
- 2014: Buckelwale (mehrfach)
- 2013: Buckelwal
- 2012: Beluga (zweimal), Zwergwal (tot)
- 2010: Buckelwal, Pottwal
- 2008: Buckelwal (mehrfach)
- 2006: Buckelwal (mehrfach), Finnwal (tot)
- 2005: vermutlich Finnwal
- 2004: Pottwal
- 2003: Finnwal, Buckelwal (tot)
- 2001: Zwergwal (erst lebend, später tot)
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Daniel Wüstenberg
Wie es dem Wal derzeit geht, ist unklar. Experten weisen darauf hin, dass man in das Tier nicht hineinsehen kann. „Das ist immer das Knifflige“, sagt Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Äußerlich sehe der Wal aber noch gut ernährt aus. „Wenn das Tier längere Zeit nicht gefressen hätte, dann wäre es deutlich abgemagert.“ Das sehe man hier nicht. Der Wal hat aber starke Hautveränderungen, was mit dem niedrigen Salzgehalt in der Ostsee zu tun haben kann. Wie es im Inneren des Tieres aussieht, könne man nicht sagen, so der ITAW-Experte.
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Kai Müller
Hier am öffentlichen Strand von Niendorf sind derzeit etwa 200 bis 300 Menschen. Alle wollen einen Blick auf den Wal erhaschen. Der Regen und der starke Wind haben sich inzwischen verzogen. Alle verhalten sich äußerst respektvoll und kommen den Absperrungen nicht zu nahe, soweit ich das beobachte. Der Wal pustet alle paar Momente Luft aus, was besonders die anwesenden Kinder jubeln lässt. Zum nahenden Feierabend dürfte der Strand hier noch deutlich voller werden.
Der Wal ist zwischen der Betonnung zu sehen. stern
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Kai Müller
Was genau macht eigentlich einen Buckelwal so besonders? Er ist ein vergleichsweise kompakter Großwal, der vor allem durch sein lebhaftes Verhalten auffällt. Er springt häufig aus dem Wasser und klatscht mit Flossen auf die Oberfläche. Bekannt sind auch die langen, vielschichtigen Gesänge der Männchen, die sie in der Paarungszeit einsetzen.
Die Tiere erreichen typischerweise etwa 13 Meter Länge und wiegen bis zu 30 Tonnen, wie die Tierschutzorganisation WWF zusammenfasst. Ebenfalls typisch sind ihre sehr langen Brustflossen sowie die individuell gefärbte Schwanzfluke, anhand derer Forscher einzelne Wale eindeutig erkennen können.
Die Tiere erreichen typischerweise etwa 13 Meter Länge und wiegen bis zu 30 Tonnen, wie die Tierschutzorganisation WWF zusammenfasst. Ebenfalls typisch sind ihre sehr langen Brustflossen sowie die individuell gefärbte Schwanzfluke, anhand derer Forscher einzelne Wale eindeutig erkennen können.
Buckelwale leben in allen Weltmeeren von den Tropen bis zu den Polargebieten. Da sie relativ langsam schwimmen und oft neugierig auf Schiffe reagieren, wurden sie früher intensiv gejagt. Besonders im 20. Jahrhundert schrumpften die Bestände stark, bis ein internationales Fangverbot eingeführt wurde.
Heute haben sich die Populationen teilweise erholt, stehen aber weiterhin unter Druck durch Schiffsunfälle, Fischernetze, Umweltbelastung, Klimawandel und zunehmenden Lärm in den Ozeanen.
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Daniel Wüstenberg
Der gestrandete Buckelwal ist wohl deutlich größer als zunächst angenommen. Das Tier sei wahrscheinlich zwischen 12 und 15 Meter lang, sagt Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Nachrichtenagentur DPA. Das Gewicht wurde demnach auf rund 15 Tonnen geschätzt. Das Alter sei schwer zu bestimmen, auch wegen der Hautveränderungen im Zuge der Strandung, hieß es. Zuvor waren die Helfer von einer Länge von etwa zehn Metern ausgegangen.
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Kai Müller
Neuer Rettungsversuch steht bevor
Die Vorbereitungen zum erneuten Rettungsversuch beginnen nun hier am Timmendorfer Strand. Ein zweiter und größerer Saugbagger wird erwartet, um dem Tier zu helfen. Ziel ist es, dass es dem Wal aus eigener Kraft gelingt, aus der Bucht ins offene Meer zu schwimmen.
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Daniel Wüstenberg
Eine Momentaufnahme: Eine Möwe ist auf dem Wal gelandet. Ab und zu stößt das gestrandete Tier eine Fontäne aus, bei Windstille sind auch dumpfe, ächzende Stöhnlaute zu vernehmen, berichtet der stern-Reporter vor Ort.
Marcus Brandt / DPA
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Kai Müller
THW-Bagger soll helfen
Guten Tag direkt vom Timmendorfer Strand, liebe Leserinnen und Leser,
der Wal liegt in meiner Sichtweite immer noch auf der Sandbank, auf der er am Montag gestrandet ist, und von der er sich nicht selbstständig befreien kann. Das Tier ist etwa zehn Meter lang und vermutlich männlich, sagen mir Experten vor Ort.
Im Tagesverlauf erwarten die Helfer hier einen großen Bagger vom Technischen Hilfswerk (THW) – dann soll ein weiterer Befreiungsversuch unternommen werden, möglicherweise aber auch erst morgen.
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Eugen Epp
Buckelwal hat die Nacht überlebt
Der gestrandete Buckelwal lebt und bewegt sich, berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Der Bereich um den Wal ist demnach weiterhin abgesperrt, das Ordnungsamt kontrolliert, dass kein Unbeteiligter sich dem Tier nähert. Dies ist wichtig, damit es nicht noch mehr gestresst wird.
Unverändert liegt der Buckelwal auch am Donnerstagmorgen noch vor der Ostseeküste. Marcus Brandt / DPA
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Eugen Epp
Die Zeit für die Rettung des Wals wird knapp, und momentan herrscht Stillstand. Ein größeres Gerät soll Abhilfe schaffen, das aber voraussichtlich erst am Donnerstag zum Einsatz kommen kann. Die Situation lasse niemanden kalt, und doch bleibe oft nur das Warten, sagt Carsten Mannheimer von der Organisation Sea Shepherd der Nachrichtenagentur DPA. „Ich würde gerne mehr machen.”
„Wir müssen zuschauen und jetzt abwarten, wie es weitergeht”, sagt Mannheimer. Ganz verhindern ließen sich solche Fälle kaum, auch wenn bessere Vorbereitung helfen könnte. „Man könnte ein bisschen aufstocken, was das Equipment angeht.” Es gäbe verschiedene technische Gerätschaften, um Wale wieder zu befreien. Die Hoffnung, dass es der Wal doch noch zurück ins tiefere Wasser schafft, gebe er aber nicht auf.
„Wir müssen zuschauen und jetzt abwarten, wie es weitergeht”, sagt Mannheimer. Ganz verhindern ließen sich solche Fälle kaum, auch wenn bessere Vorbereitung helfen könnte. „Man könnte ein bisschen aufstocken, was das Equipment angeht.” Es gäbe verschiedene technische Gerätschaften, um Wale wieder zu befreien. Die Hoffnung, dass es der Wal doch noch zurück ins tiefere Wasser schafft, gebe er aber nicht auf.
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Daniel Wüstenberg
Rettungsversuch gescheitert
Bei dem in der Ostsee vor Timmendorfer Strand gestrandeten Wal ist ein Rettungsversuch mit einem Saugbagger gescheitert. „Leider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist“, sagt Walexpertin Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Zuvor war am Nachmittag versucht worden, den Sand unter dem rund zehn Meter langen Tier abzusaugen, um es auf diese Weise zu befreien.
Nun sei ein anderer Bagger angefordert worden, dieser treffe aber erst im Laufe des Mittwochnachmittags ein, sagt Groß. Weitere Rettungsversuche werde es voraussichtlich erst Donnerstag geben.
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Daniel Wüstenberg
„Wir werden alles versuchen, um das Tier zu retten“Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister Timmendorfer Strand
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Daniel Wüstenberg
So soll die Rettung gelingen
Der Norddeutsche Rundfunk berichtet über weitere Details zur geplanten Rettungsaktion: Demnach soll ein Saugbagger unter dem Wal eine Schneise saugen, durch die das Tier dann in die Ostsee schwimmen könnte. Der Zeitplan sei ungewiss, heißt es weiter. Zudem sei das Wetter nicht ideal. Auch müsse der Wal erneut so gedreht werden, dass sein Kopf in Richtung des tiefen Wassers zeigt. Das war der Feuerwehr am Montag bereits einmal gelungen.
Der Saugbagger ist bereits vor Ort. Felix Koenig / Agentur 54 Grad / Imago Images
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DPA
wue / epp / km