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News des Tages: Flughafen Hannover wegen Hitzeschäden gesperrt

US-Regierung hilft von Zöllen betroffenen Farmern mit Milliarden +++ Tunesien will Sami A. nicht an Deutschland ausliefern +++ Horst Seehofer sieht im Fall Özil nur Verlierer +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Flughafen Hannover

Flughafen Hannover

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Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Flughafen Hannover wegen Hitzeschäden gesperrt (21.15 Uhr)
  • US-Regierung hilft von Zöllen betroffenen Farmern mit Milliarden (19.58 Uhr)
  • Mexikanischer Journalist in Touristenort Playa del Carmen getötet (18.48 Uhr)
  • Mitgründerin von Femen tot aufgefunden (17.30 Uhr)
  • Tunesien will Sami A. nicht an Deutschland ausliefern (16.15 Uhr)
  • BMW-Mann Markus Duesmann könnte Audi-Chef werden (15.34 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker: 

+++ 21.15 Uhr: Flughafen Hannover wegen Hitzeschäden gesperrt +++

Der Flughafen von Hannover ist am Dienstagabend um 19 Uhr wegen Hitzeschäden gesperrt worden. Die Nordbahn sei beschädigt, teilte der Airport mit. Wegen der Schließung sind Hunderte Reisende gestrandet. Den Angaben eines Flughafensprechers zufolge waren von der Sperrung 41 Verbindungen betroffen. Vor allem viele Familien wollten von Hannover aus in den Sommerurlaub starten und unter anderem in die türkischen Städte Ankara oder Antalya oder nach Hurghada in Ägypten fliegen. Der Flughafen sollte bis Mittwochmorgen um 6 Uhr dicht sein. 

+++ 19.58 Uhr: US-Regierung hilft von Zöllen betroffenen Farmern mit Milliardensumme +++

Die US-Regierung will den vom Handelskonflikt mit China und anderen Staaten betroffenen US-Landwirten mit einem Milliardenzuschuss unter die Arme greifen. Agrarminister Sonny Perdue sagte in Washington, die Subventionen sollten sich auf insgesamt bis zu zwölf Milliarden Dollar (10,3 Milliarden Euro) belaufen. Die Hilfen sollen demnach unter anderem an Sojafarmer fließen, die von erhöhten chinesischen Einfuhrzöllen betroffen sind.

+++ 19.43 Uhr: Ex-SPD-Chef Martin Schulz spricht mit Macron über EU-Themen +++

Der frühere SPD-Chef Martin Schulz hat sich mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron über Europathemen ausgetauscht. Dabei habe es "große Übereinstimmung" gegeben, sagte Schulz' Büroleiter Julian Hollburg in Paris. Zehn Monate vor der Europawahl sei es beispielsweise um die nötige Zusammenarbeit proeuropäischer Kräfte über Parteigrenzen hinweg gegangen.  

In Frankreich wird darüber spekuliert, wie sich der sozialliberale Macron für die Europawahl positionieren wird. Einige Beobachter sind überzeugt, dass der 40-Jährige versuchen wird, mit seiner Partei La République En Marche und Verbündeten eine neue Fraktion in der Volksvertretung zu etablieren. Schulz sagte nach Angaben seines Büroleiters mit Blick auf die europäische Reformdebatte: "Ich habe klargemacht, dass der Koalitionsvertrag eine stabile gemeinsame Grundlage ist für die deutsch-französische Kooperation bei der Reform Europas." Das Treffen stand nicht auf der offiziellen Élysée-Agenda.

+++ 19.37 Uhr: Bei Ryanair fallen ab Mittwoch wegen Streiks rund 600 Flüge aus +++

Mitten in der Sommerreisezeit fallen wegen eines Streiks beim Kabinenpersonal von Ryanair ab Mittwoch mehrere hundert Flüge aus. Betroffen sind rund 600 Verbindungen des irischen Billigfliegers und damit rund 100.000 Passagiere. Gestreikt wird am Mittwoch und Donnerstag in Spanien, Portugal, Belgien und Italien. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurden 90 Prozent der betroffenen Passagiere auf einen anderen Flug umgebucht.

Die Gewerkschaften wollen durchsetzen, dass das Kabinenpersonal in diesen Ländern nach dort geltendem Arbeitsrecht angestellt wird, nicht nach dem Recht Irlands, wo Ryanair seinen Hauptsitz hat. Zudem sollen fest angestellte Mitarbeiter und Leiharbeiter gleich entlohnt werden. Ryanair sieht sich seit längerem Vorwürfen ausgesetzt, seine Mitarbeiter deutlich schlechter zu bezahlen als andere Billigfluggesellschaften. Das Unternehmen bestreitet das.

+++ 19.23 Uhr: Staatsanwaltschaft will Cosby zu "gewalttätigem Sexualtäter" erklären +++

Rund drei Monate nach der Verurteilung von Bill Cosby, 81, wegen sexueller Nötigung will die Staatsanwaltschaft den US-Entertainer zum "gewalttätigen Sexualtäter" erklären lassen. Kevin Steele, Staatsanwalt in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania, beantragte am Dienstag eine entsprechende Gerichtsanhörung, wie US-Medien berichteten.

Wer in Pennsylvania offiziell als "gewalttätiger Sexualtäter" eingestuft wird, muss sich entsprechend registrieren und mindestens einmal im Monat therapeutisch behandeln lassen. Zudem müssen die Nachbarn informiert werden. In dem Antrag beruft sich Steele auf die Einschätzung eines speziellen Expertengremiums, das Cosby als "gewalttätigen Sexualtäter" eingestuft hatte. Der Richter muss dieser Einschätzung jedoch nicht folgen. Man werde sich vor Gericht sehen, sagte Cosbys Sprecher Andrew Wyatt als Reaktion auf den Antrag von Staatsanwalt Steele. Einen Termin für die Gerichtsanhörung gab es zunächst nicht.

Cosby war im April wegen schwerer sexueller Nötigung in drei Fällen für schuldig befunden worden. Das Strafmaß soll Ende September verkündet werden. Für jeden der drei Fälle droht dem ehemaligen Star aus der "Bill Cosby Show" eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

+++ 18.48 Uhr: Mexikanischer Journalist in Touristenort Playa del Carmen getötet +++

In Mexiko ist ein Journalist in der Touristenhochburg Playa del Carmen getötet worden. Rubén Pat Cauich sei beim Verlassen einer Bar in der Küstenstadt im Bundesstaat Quintana Roo erschossen worden, teilte dessen Arbeitgeber, die Wochenzeitung und Online-Plattform "Playa News", auf Facebook mit. Es sei ein schwarzer Tag für den Journalismus, kommentierte "Playa News".

Die Zeitung rief zudem die Regierung des Bundesstaats auf, der Gewalt gegen Medienschaffende Einhalt zu gebieten. Cauich ist bereits der zweite getötete Journalist von "Playa News". Ende Juni war einer seiner Kollegen ebenfalls in Quintana Roo erschossen worden. Cauich eingerechnet wurden in Mexiko in diesem Jahr bereits acht Medienschaffende getötet. Mit 13 Morden im vergangenen Jahr gilt Mexiko als eines der gefährlichsten Länder der Welt für diesen Beruf. Das lateinamerikanische Land leidet unter einer Welle der Gewalt, im vergangenen Jahr starben mehr als 29.000 Menschen.

+++ 18.26 Uhr: IWF sieht keine chinesischen Währungstricksereien +++

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich von dem Vorwurf von US-Präsident Donald Trump distanziert, China betreibe "illegale Währungsmanipulation". Es gebe "keine Belege" für derartige Eingriffe Pekings, sagte IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld im US-Fernsehsender CNBC. Nach Beobachtung des IWF habe die chinesische Regierung "nicht in den Währungsmarkt interveniert".

Trump hatte China wie auch der EU am Freitag vorgeworfen, den Wert ihrer Währungen künstlich zu drücken, um sich Vorteile im internationalen Handel zu verschaffen. Hintergrund der Attacke sind die niedrigen Kurse von Yuan und Euro. Obstfeld sagte nun aber, der Druck auf den Yuan gehe von Faktoren wie einem gesunkenen Wachstum der chinesischen Wirtschaft, leichten Zinssenkungen durch die chinesische Zentralbank und den US-Strafzöllen gegen China aus. Zu dem derzeit relativ niedrigen Eurokurs äußerte sich der IWF-Experte in dem Interview nicht.

+++ 18.13 Uhr: Berichte: Weißes Haus bereitet Milliardenhilfen für US-Bauern vor +++

Wegen des Handelsstreits unter anderem mit China und der EU bereitet die US-Regierung Medienberichten zufolge Nothilfen in Milliardenhöhe für amerikanische Landwirte vor. Die "Washington Post" meldete am Dienstag, dabei solle es um ein Paket mit einem Umfang von rund zwölf Milliarden Dollar gehen. Die Maßnahmen sollten über das Agrarministerium laufen - in Form von Direkthilfen, eines Programms für den Einkauf und die Verteilung von Lebensmitteln sowie eines Handelsförderprogramms.

Der Informationsdienst "Politico" berichtete, mit den Nothilfen solle sichergestellt werden, dass amerikanische Landwirte nicht die Hauptlast aus den eskalierenden Handelskonflikten der USA mit China, der EU und anderen wichtigen Handelspartnern tragen müssten. US-Präsident Donald Trump hatte Zölle auf Importe von wichtigen Handelspartnern verhängt, die ihrerseits mit Einfuhrabgaben auf Lebensmittel aus den USA reagierten. Landwirte gehören in den USA zu den wichtigen Unterstützern von Trump und seiner republikanischen Partei.

Wegen des Handelsstreits kommt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Mittwoch in Washington mit Trump zusammen. Ziel der EU ist es vor allem, eine Eskalation des Handelskonflikts zu vermeiden und Trump von der Einführung von Sonderzöllen auf Autoimporte abzuhalten. Diese würden vor allem die deutsche Wirtschaft deutlich stärker treffen als die bereits geltenden Abgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte.

+++ 17.30 Uhr: Mitgründerin von Femen tot aufgefunden +++

Eine Mitgründerin der Frauenrechtsgruppe Femen ist tot in ihrer Pariser Wohnung gefunden worden. Bei der Ukrainerin Oksana Schatschko wurde am Montag ein Abschiedsbrief gefunden, wie Femen-Aktivistinnen mitteilten. "Wir trauern gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Freunden", schrieb Anna Guzol im Online-Netzwerk Facebook. Die Gruppe warte nun auf "die offizielle Version der Polizei" zum Tod der 31-Jährigen.

Guzol, Schatschko und zwei andere Aktivistinnen hatten Femen 2008 in der Ukraine gegründet. Nach Angaben der Gruppe war Schatschko eine von drei Femen-Mitstreiterinnen, die 2011 nach einem barbusigen Protest gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko von Sicherheitskräften entführt und misshandelt worden sein sollen.

+++ 16.48 Uhr: Im Kongo droht 7,7 Millionen Menschen eine  Hungersnot +++

Ohne eine deutliche Aufstockung der internationalen Hilfe droht im zentralafrikanischen Krisenstaat Kongo nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) eine Hungersnot. Etwa 7,7 Millionen Menschen hätten nicht genug zu essen und etwa 2,2 Millionen Kinder litten an lebensgefährlicher Mangelernährung, sagte WFP-Direktor David Beasley am Dienstag in Johannesburg.

+++ 16.28 Uhr: Ryanair lässt Passagiere mit Gepäck in Budapest sitzen +++

Beim irischen Billigflieger Ryanair hat es auf einem Urlaubsflug von Budapest zu den Kanarischen Inseln großen Ärger mit mehr als 100 Passagieren gegeben. Unter Berufung auf das überschrittene Maximalgewicht ließen die Piloten an den vergangenen beiden Sonntagen das bereits eingecheckte Gepäck von jeweils 50 bis 80 Passagieren wieder ausladen, wie ungarische Medien berichteten. Am letzten Sonntag weigerten sich demnach mehrere Dutzend betroffene Fluggäste daraufhin, die Reise in die Kanaren-Hauptstadt Las Palmas ohne ihr Gepäck anzutreten. Sie blieben in Budapest zurück.

Wie das Budapester Regierungsamt am Dienstag bekanntgab, ordnete die Konsumentenschutzabteilung der Behörde eine Untersuchung der Vorfälle an.

+++ 16.15 Uhr: Tunesien will Sami A. nicht ausliefern +++

Die tunesischen Justizbehörden erteilen einer Auslieferung von Sami A. an Deutschland eine Absage.  Der Mann könnte in seinem Heimatland wegen Terrorismus angeklagt werden. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte der Sprecher der Anti-Terror-Justizbehörde, dass gegen den Beschuldigten in Tunesien verhandelt werde, wenn es zu einer solchen Anklage komme. "Es gibt keine Möglichkeit, ihn in irgendein anderes Land abzuschieben." Dafür gebe es keine Grundlage.

Der mutmaßliche Ex-Leibwächter des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden war vor über einer Woche nach Tunesien abgeschoben worden, obwohl das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Abend zuvor entschieden hatte, dass dies nicht zulässig sei. Die Richter rügten die Aktion als "grob rechtswidrig" und verlangten, Sami A. zurückzuholen.

+++ 15.56 Uhr: Sinkende Nachfrage drückt Gewinne bei Harley Davidson +++

Der im Dauerfeuer der Kritik von US-Präsident Donald Trump stehende Motorradbauer Harley-Davidson hat im vergangenen Quartal deutliche Abstriche machen müssen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum fiel der Nettogewinn um mehr als sechs Prozent auf 242,3 Millionen Dollar (206,9 Mio Euro), wie Harley-Davidson am Dienstag am Firmensitz in Milwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) mitteilte. Der Umsatz sank um gut drei Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten noch deutlich stärkere Rückgänge befürchtet.

+++ 15.34 Uhr: BMW-Mann Markus Duesmann könnte Rupert Stadler als Audi-Chef beerben +++

Der BMW-Manager Markus Duesmann wechselt zu Volkswagen, wo er offenbar Chef von Audi werden soll. Der genaue Zeitpunkt für den Einstieg von Duesmann beim Volkswagen-Konzern steht noch nicht fest. "Sobald er hierfür zur Verfügung steht", soll der 49-Jährige einsteigen, teilte VW mit. Bei BMW wird darauf verwiesen, dass es eine Sperrklausel für einen Wechsel zur Konkurrenz innerhalb einer bestimmten Zeitspanne gibt.  Laut "Handelsblatt" ist der Wechsel an die Spitze der VW-Tochter Audi beschlossen. VW-Chef Herbert Diess stehe persönlich hinter der Berufung. Diess war 2015 selbst von BMW zu VW gewechselt und kennt Duesmann aus München.

+++ 15.23 Uhr: Horst Seehofer sieht im Fall Özil nur Verlierer +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lehnt weiterhin eine klare Stellungnahme zum Rückzug von Mesut Özil aus der Fußball-Nationalmannschaft ab. "Ich glaube, in diesem Fall gibt es nur Verlierer", sagte Seehofer am Dienstag in Berlin. Darüber hinaus wolle er sich nicht äußern. Wo die Bundeskanzlerin gesprochen habe, bestehe für den Sportminister kein Raum mehr, sagte Seehofer, der auch für Sport zuständig ist.

+++ 14.38 Uhr: Verfassungsschutz fürchtet Cyber-Spionage aus China und Russland +++

Russland, China und Iran sind nach Einschätzung des Bundesverfassungsschutzes Hauptakteure der gegen Deutschland gerichteten Spionage. Aber auch westliche Staaten spielten eine Rolle, heißt es in dem von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Dienstag vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2017. Das Interesse gelte Deutschland als Mitglied von Nato und EU sowie als weltpolitischem Akteur.

+++ 14.19 Uhr: Mehr als 10.000 Salafisten leben in Deutschland +++

Das Bundesamt für Verfassungsschutz registriert weiter einen Anstieg bei den Anhängern der salafistischen Szene in Deutschland. Das Potenzial stieg zwischen 2016 und dem vergangenen Jahr von 9700 auf 10.800, wie es in dem am Dienstag von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2017 heißt.

Fünf Jahre zuvor war die Zahl noch etwa halb so hoch: Für 2012 hatte das Bundesamt noch 4500 Salafisten gemeldet. Innerhalb der islamistischen Szene zeichne sich wie auch schon 2016 eine "Kräfteverschiebung in den gewaltorientierten und dschihadistischen Bereich ab", heißt es im diesjährigen Bericht. Insgesamt ergebe sich für 2017 "allein aus den ausreichend gesicherten Zahlenangaben" ein Islamismuspotenzial von 25.810 Menschen.

+++ 13.54 Uhr: Verhandlungen über mehr Pflege im Krankenhaus vorerst gescheitert +++

Geplante Verbesserungen für die Patienten bei der Pflege im Krankenhaus sind vorerst gescheitert. Verhandlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung über neue Untergrenzen für das Pflegepersonal blieben zunächst ohne Einigung, wie beide Seiten mitteilten.

Noch die ehemalige Bundesregierung hatte vor der Bundestagswahl 2017 DKG und Kassenverband beauftragt, so eine Mindestausstattung an Pflegepersonal zu vereinbaren. Gelten sollen die Untergrenzen für Bereiche, in denen Patienten besonders viel Pflege brauchen - etwa Intensivstationen, Geriatrie, Neurologie oder Unfallchirurgie.

Die Krankenhausgesellschaft lehnte einen Vorschlag ab, nach dem die Personalausstattung des schlechtesten Viertels der Krankenhäuser als nicht ausreichend gegolten hätte. Der Kassenverband wies die Position der Kliniken zurück, nach der lediglich die schlechtesten zehn Prozent der Kliniken beim Pflegepersonal aufstocken müssten.

+++ 13.35 Uhr: Viele Tote nach Bränden bei Athen - Tsipras ruft Staatstrauer aus +++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen, um der vielen Todesopfer der Brände bei Athen zu gedenken. Es gehe jetzt darum, noch zu retten, was zu retten sei, und zusammenzustehen, sagte Tsipras in einer kurzen Ansprache, die am Mittag vom griechischen Sender Skai übertragen wurde. Die Regierung gab die Zahl der bisher bestätigten Toten mit 50 an. Rettungskräfte gehen davon aus, dass sie noch steigen wird.

Tsipras bedankte sich bei den Feuerwehrleuten, den Sanitätern und anderen Helfern und sagte an die Überlebenden gewandt: "Keiner soll ohne Hilfe bleiben - und nichts bleibt ohne Antworten." Die Frage der Verantwortlichkeit wird in griechischen Medien bereits heiß diskutiert. Tsipras erteilte der Diskussion jedoch vorläufig eine Absage. Jetzt trauere Griechenland, das "Was" und das "Warum" würden im Anschluss geklärt. Der Ministerpräsident wird am Mittag mit Ministern zu einer Krisensitzung zusammentreffen.

+++ 13.33 Uhr: Armee: Israel schießt syrische Maschine in seinem Luftraum ab +++

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen, das in den israelischen Luftraum eingedrungen war. Wie die Armee mitteilte, wurden zwei Patriot-Abwehrraketen auf den syrischen Kampfjet vom Typ Suchoi abgefeuert. Die Maschine sei zwei Kilometer weit in den israelischen Luftraum eingedrungen.

+++ 13.11 Uhr: Netanjahu kontert Erdogan-Attacke auf Israel wegen Nationalstaatsgesetzes +++

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nach der heftigen Attacke des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf Israel erklärt, die Türkei entwickle sich zu einer "dunklen Diktatur". Netanjahu sagte, Erdogan massakriere Syrer und Kurden und habe zehntausende seiner Bürger inhaftieren lassen. Dagegen achte Israel "sorgfältig" darauf, dass für alle seine Bürger gleiche Rechte vor dem Gesetz gälten.

Erdogan hatte Israel zuvor wegen dessen umstrittenen Nationalstaatsgesetzes vorgeworfen, dass es der "zionistischste, faschistischste und rassistischste Staat der Welt" sei. "Der Geist Hitlers, der die Welt in eine große Katastrophe geführt hat, ist in einigen der Anführer Israels wiedergekehrt", sagte der türkische Präsident vor den Abgeordneten seiner AKP in Ankara.

+++ 13.00 Uhr: EU-Hilfen nach Waldbränden in Griechenland auf dem Weg +++

Angesichts der verheerenden Waldbrände in Griechenland haben mehrere EU-Länder Hilfe angeboten. Zypern, Spanien und Bulgarien sicherten Flugzeuge, Einsatzkräfte, Ärzte und Löschfahrzeuge zu, wie ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel sagte. Italien stelle zwei Löschflugzeuge zur Verfügung, twitterte der italienische Premierminister Giuseppe Conte.

Der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides wollte sich noch am Dienstag auf den Weg nach Athen machen. Er werde dort die EU-Hilfen koordinieren, die bereits auf dem Weg seien, teilte er mit. Er sei in ständigem Kontakt mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras.

Zuvor hatte Kommissionschef Jean-Claude Juncker bereits den Angehörigen und Freunden der Opfer sein Mitgefühl ausgedrückt. Bei den Bränden im Großraum Athen kamen bis Dienstagmorgen laut Regierung mindestens 50 Menschen ums Leben.

+++ 12.52 Uhr: Telefonat mit Özil: Türkischer Präsident Erdogan begrüßt Rücktritt +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft begrüßt. Erdogan sagte nach einer Fraktionssitzung seiner AKP in Ankara laut türkischen Medien, er habe Özil angerufen und stehe hinter dessen Erklärung, in welcher der Fußballer am Sonntag seinen Rücktritt erklärt und schwere Vorwürfe gegen deutsche Fußballfunktionäre, Medien und Sponsoren erhoben hatte.

"Gestern Nacht habe ich mit Mesut gesprochen. Seine Haltung in der Erklärung ist komplett patriotisch", sagte Erdogan laut dem Staatssender TRT Haber, wobei zunächst offen blieb, welche Art Patriotismus der türkische Staatschef meinte. Die "Bild"-Zeitung zitiert Erdogan zusätzlich mit den Worten: "Ich küsse seine Augen."

Die Deutschen könnten nicht akzeptieren, dass Özil für ein Foto mit ihm posiert habe, sagte Erdogan. "Man kann diese rassistische Haltung gegenüber diesem jungen Mann nicht hinnehmen, der so viel Schweiß für den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft vergossen hat", sagte der türkische Präsident.

+++ 12.49 Uhr: Kassenärzte lehnen Spahns Pläne für ausgeweitete Sprechzeiten ab +++

Unter den Ärzten formiert sich Widerstand gegen die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Sprechstunden für gesetzlich Versicherte auszuweiten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) befürchtet einen viel zu starken Eingriff der Politik in die Abläufe der Arztpraxen. "Ärzte sind Freiberufler und müssen ihre Arbeit frei gestalten können", sagte KBV-Vorstandschef Andreas Gassen den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Spahn hat ein Gesetzesvorhaben vorgestellt, das die Erhöhung der wöchentlichen Mindestsprechstundenzahl von derzeit 20 auf 25 vorsieht. Dies lehnten die Kassenärzte ab, stellte Gassen klar. Der Sozialverband Deutschland unterstütze die Absicht des Ministers, die Wartezeiten zu verringern. "Fraglich ist jedoch, ob Mindestsprechstundenzeiten von wöchentlich 25 Stunden dazu der richtige Weg sind", gab Verbandspräsident Adolf Bauer zu bedenken. Das eigentliche Ziel müsse eine am "individuellen Bedarf orientierte medizinische Behandlung" sein. 

+++ 12.35 Uhr: EU-Kommission verdonnert Elektronikhersteller zu Millionenstrafe +++

Die EU-Wettbewerbshüter haben gegen mehrere namhafte Elektronikhersteller eine Strafe über insgesamt 111 Millionen Euro wegen Preisverzerrungen im Online-Handel verhängt. Der Computer-Anbieter Asus, der Elektroriese Philips sowie die Unterhaltungselektronik-Marken Denon, Marantz und Pioneer hätten Online-Einzelhändlern illegalerweise Fest- oder Mindestpreise für den Weiterverkauf ihrer Produkte vorgegeben, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die größte Einzelstrafe trifft mit rund 64 Millionen Euro Asus.

"Der Markt für Online-Handel wächst rapide und hat in Europa inzwischen ein jährliches Volumen von über 500 Milliarden Euro erreicht", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Mehr als die Hälfte der Europäer kaufen jetzt auch über das Internet ein. Die Maßnahmen der vier Unternehmen haben für Millionen von Verbrauchern in Europa zu höheren Preisen für Küchengeräte, Haartrockner, Notebooks, Kopfhörer und viele andere Produkte geführt."

+++ 12.29 Uhr: WADA: Weltweit mehr Doping-Kontrollen und weniger Fälle +++

Weltweit sind im vergangenen Jahr 322.050 Doping-Proben analysiert worden und damit mehr als jemals zuvor. 2016 waren es 300.565 Proben, teilte die Welt-Anti-Doping-Agentur mit. Zugleich ist die Zahl der Doping-Fälle zurückgegangen. Nach 4822 Fällen waren es 2017 nur noch 4596. Die WADA nannte dafür den Rückgang von Meldonium-Vergehen als Grund. Das bei Herzerkrankungen eingesetzte Mittel war Anfang 2016 auf die Liste der verbotenen Mittel gesetzt worden. Der prominenteste Fall war der von Tennis-Ass Maria Scharapowa.

+++ 12.27 Uhr: Erdogan: "Israel ist faschistischster und rassischtister Staat der Welt" +++

Nach der Verabschiedung des umstrittenen Nationalstaatsgesetzes in Israel hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dem Land in einer scharfen Attacke "Faschismus" vorgeworfen. "Diese Maßnahmen lassen keinen Zweifel, dass Israel der zionistischste, faschistischste und rassistischste Staat der Welt ist", sagte Erdogan vor den Abgeordneten seiner AKP in Ankara. Diese riefen daraufhin "verdammt sei Israel".

Das israelische Parlament hatte vergangene Woche mit knapper Mehrheit ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das Israel als "Nationalstaat des jüdischen Volks" definiert, in dem allein die Juden das Recht auf Selbstbestimmung hätten. Auch wurde Hebräisch zur alleinigen Nationalsprache erklärt, während Arabisch, das in Israel bisher ebenfalls offizielle Sprache war, nur einen nicht näher definierten Sonderstatus erhielt.

Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin hatte am Donnerstag das neue Nationalstaatsgesetz bereits als "rassistisch" verurteilt und Israel vorgeworfen, einen "Apartheidsstaat" zu errichten. Erdogan übt regelmäßig scharfe Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern, wobei er auch nicht vor Faschismus-Vorwürfen zurückschreckt.

+++ 12.18 Uhr: Extremismus: Zahl der Risiko-Islamisten steigt +++

Die Zahl der islamistischen Extremisten in Deutschland steigt trotz der militärischen Erfolge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiter an. Die Behörden rechneten Ende Mai rund 1900 Salafisten dem "islamistisch-terroristischen Personenpotenzial" zu, hieß es aus Sicherheitskreisen. Unter diese Definition fallen sogenannte Gefährder, "relevante Personen" sowie andere Menschen aus dem islamistischen Spektrum, die der Verfassungsschutz auf dem Schirm hat. Zum Vergleich: Im Juni 2017 fielen etwa 1700 Salafisten in diese Kategorie. 

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, wollten am Nachmittag den Verfassungsschutzbericht 2017 vorstellen. 

"Gefährder" sind Menschen, denen die Polizei eine schwere politisch motivierte Straftat zutraut - etwa einen Terroranschlag. Ihre Zahl stieg von 500 Menschen im Juni 2016 auf heute rund 775 islamistische Gefährder. Allerdings sitzen einige von ihnen inzwischen im Gefängnis. Als "relevant" wird eingestuft, wer innerhalb des extremistisch-terroristischen Spektrums eine Führungsrolle einnimmt, als Unterstützer gilt oder enge Kontakte zu Gefährdern pflegt.

+++ 12.08 Uhr: Brüssel will EU-Staaten bei Einrichtung von Flüchtlingszentren helfen +++

Unter dem Druck der rigorosen Migrationspolitik Italiens hat die EU-Kommission konkrete Vorschläge zur Einrichtung zentraler Zentren für gerettete Bootsflüchtlinge vorgelegt. EU-Staaten, die ein solches Zentrum aufbauen, könnten demnach bis zu 315 EU-Mitarbeiter anfordern, unter ihnen Übersetzer, Asylexperten oder Grenzschützer. Zudem sollen alle Kosten aus dem EU-Haushalt
gezahlt werden, heißt es in dem vorgelegten Papier.

In die "kontrollierten Zentren" in EU-Mittelmeerländern sollen aus Seenot gerettete Flüchtlinge gebracht werden. Hier soll möglichst schnell darüber entschieden werden, ob sie ein Anrecht auf internationalen Schutz haben oder zurück in ihre Heimat müssen. Jene EU-Staaten, die Flüchtlinge aus den Zentren aufnehmen, sollen dem Kommissionsvorschlag zufolge 6000 Euro pro Migrant erhalten. Ein Test könne so bald wie möglich gestartet werden. Wo das sein könnte, war zunächst unklar.

Die 28 EU-Staats- und Regierungschefs hatten bei ihrem Gipfel Ende Juni beschlossen, dass derartige Zentren auf freiwilliger Basis eingerichtet werden sollen.

+++ 11.59 Uhr: Neue Studien bestätigen Wirkung vorbeugender HIV-Medikamente +++

Neue Forschungsergebnisse bekräftigen die Wirksamkeit vorbeugender HIV-Medikamente. Am Dienstag wurden bei der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam mehrere Studien zu dem Thema vorgestellt. Demnach steckten sich Männer nicht mit dem Virus an, wenn sie täglich eine sogenannte PrEP-Pille einnahmen. Sie waren auch geschützt, wenn sie nur gezielt vor und nach dem Sex mit einem Mann ohne Kondom das Medikament einnahmen. 

PrEP ist die Abkürzung für Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Die Medikamente verhindern, dass sich HIV in den Körperzellen vermehren kann. Eine weitere Studie zeigte, dass HIV-infizierte Männer, die täglich PrEP einnehmen, das Virus nicht übertragen.

"Das ist eine neue Ära der HIV-Prävention", sagte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft und Vorsitzende der Konferenz, Linda-Gail Bekker. Bei einer gezielten Verbreitung der Medikamente könnten zahlreiche neue Infektionen verhindert werden.  

+++ 11.26 Uhr: Mehrere Raketen auf Kabul abgefeuert +++

Auf die afghanische Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mehrere Raketen abgefeuert worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden mindestens drei Menschen verletzt, als die Geschosse ein Wohnhaus trafen. Erst am Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag am Kabuler Flughafen mindestens 23 Menschen getötet worden.

+++ 11.23 Uhr: Dreijähriger überschwemmt Badezimmer - Eltern haften nicht +++

Die Eltern eines Dreijährigen, der nachts eine Badezimmerüberschwemmung ausgelöst hat, müssen nicht dafür haften. Die Wohngebäudeversicherung wollte einen Teil des Schadens von 15.000 Euro von der Mutter des Kindes wiederhaben. Diese habe ihre Aufsichtspflicht verletzt. Das sahen Richter des Düsseldorfer Oberlandesgerichtes anders: Sie wiesen in einem Beschluss darauf hin, dass Kinder nachts in einer geschlossenen Wohnung nicht unter ständiger Beobachtung stehen müssen (Az.: I-4 U 15/18). Entsprechend müssten die Eltern im konkreten Fall nicht für den Schaden aufkommen, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

Der kleine Junge war nachts auf die Toilette gegangen und hatte mit zuviel Toilettenpapier den Abfluss verstopft. Weil sich dann auch noch der Spülknopf verhakte, kam es zu einer Überschwemmung, bei der das Wasser in die Wohnung darunter tropfte.

+++ 11.05 Uhr: Wasserbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Kieler Förde gesprengt +++

Experten des schleswig-holsteinischen Kampfmittelräumdiensts haben in der Kieler Förde eine Wasserbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt. Eine Bergung des in der Fahrrinne liegenden alten Sprengkörpers wäre zu gefährlich gewesen. Nach Angaben der Polizei erfolgte die Sprengung ohne Probleme. Zuvor waren die Kieler Förde und umliegende Strände gesperrt worden.

Rund um die Fundstelle waren den Beamten zufolge sogenannte akustische Vergrämer ausgebracht worden, um Meeressäugetiere wie Schweinswale zu vertreiben. Diese könnten durch die plötzliche Unterwasserdruckwelle einer Explosion geschädigt werden. Nach den ihr vorliegenden Informationen seien bei der Sprengung keine Tiere in Mitleidenschaft gezogen worden, teilte die Polizei mit. Auch Menschen seien nicht geschädigt worden.

+++ 10.25 Uhr: Fixierungen von Psychiatriepatienten brauchen richterliche Genehmigung +++

Fixierungen von Psychiatriepatienten müssen künftig von Richtern genehmigt werden. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Bisherige gesetzliche Regelungen in Bayern und Baden-Württemberg, die keinen Richtervorbehalt für Fixierungen vorsehen, müssen dem Urteil zufolge binnen einem Jahr geändert werden. Dafür soll jedes Bundesland künftig auch eine Richterbereitschaft gewährleisten.

Anlass waren die Klagen von zwei Männern, die auf ärztliche Anordnung hin für mehrere Stunden ans Bett gefesselt worden waren. Die beiden Kläger machen geltend, dass eine Fixierung als Freiheitsentzug einem Richtervorbehalt unterliege. Auf dem Prüfstand des Verfassungsgerichts stand damit vor allem die Frage, wer eine solche Zwangsmaßnahme in der Psychiatrie anordnen darf.

+++ 10.11 Bericht: Ehefrau von Kölner Rizin-Bombenbauer festgenommen +++

Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin zum Bombenbau in einer Kölner Wohnung haben die Ermittler einem Medienbericht zufolge nun auch die Ehefrau des terrorverdächtigen Islamisten Sief Allah M. festgenommen. Der Generalbundesanwalt werfe ihr vor, ihrem Mann mehrfach bei der Bestellung von Materialien für eine Rizin-Bombe geholfen zu haben, berichtete "Spiegel Online". Außerdem soll die 42-Jährige ihn demnach bei seinen beiden gescheiterten Ausreiseversuchen nach Syrien unterstützt haben. Bei der Bundesanwaltschaft war dazu zunächst niemand zu erreichen.

Der Tunesier Sief Allah M. hatte laut Sicherheitsbehörden in einer Wohnung im Kölner Stadtteil Chorweiler den Bio-Kampfstoff Rizin hergestellt. Mitte Juni wurde er verhaftet. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des dringenden Tatverdachts, biologische Waffen hergestellt zu haben. Sie sieht zudem einen Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

+++ 10.09 Uhr: Obdachlose nach Brandanschlag weiter auf Intensivstation +++

Nach dem Brandanschlag auf zwei Obdachlose an einem Berliner Bahnhof befinden sich die beiden lebensgefährlich Verletzten noch auf der Intensivstation. Das sagte ein Polizeisprecher. Der Sender "RBB" berichtete, einer der Männer sei ansprechbar. Dies konnte die Polizei nicht bestätigen. Die beiden obdachlosen Männer waren am Sonntagabend auf dem Bahnhofsvorplatz in Berlin-Schöneweide von einem bislang unbekannten Täter mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet worden. Nach dem Täter wird noch gesucht, das Motiv war noch unklar.

+++ 10.08 Uhr: Zwei Menschen verletzen sich bei Schusswechsel in Duisburg  +++

Bei einem Schusswechsel sind ein Tatverdächtiger und ein Polizist in Duisburg verletzt worden. "Bei beiden besteht keine Lebensgefahr", sagte ein Polizeisprecherin. Auslöser des Einsatzes sei ein Hilfeersuchen gegen 08.15 Uhr gewesen. Die Polizei hatte zunächst keine Informationen, warum die Schüsse fielen. Radio Duisburg hatte über die Schüsse im Stadtteil Hochfeld berichtet.

+++ 10.08 Uhr: Staatsmedien: Tote und Hunderte Vermisste nach Dammbruch in Laos +++

Nach einem Dammbruch im südostasiatischen Laos werden hunderte Menschen vermisst. Der Staudamm eines im Bau befindlichen Wasserkraftwerks in der südöstlichen Provinz Attapeu sei am Montagabend (Ortszeit) gebrochen und habe die Umgebung mit fünf Milliarden Kubikmeter Wasser überflutet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur von Laos. Dabei habe es Todesopfer gegeben, hunderte weitere Menschen würden noch vermisst.

Der Staudamm wurde den Angaben zufolge von dem Energieunternehmen Xe Pien-Xe Namnoy, kurz PNPC, gebaut. Laos ist ein kommunistisches Land, das autoritär regiert wird.

+++ 09.40 Uhr: Seehofer und Söder planen gemeinsame Wahlkampfauftritte +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und CSU-Chef Horst Seehofer suchen einem Medienbericht zufolge angesichts der historisch schlechten Umfragewerte der CSU den Schulterschluss vor der Landtagswahl im Oktober. Beide vereinbarten bei einem Treffen am Freitag deshalb gemeinsame Wahlkampfauftritte, berichtete der "Münchner Merkur". Außerdem hätten sie sich darauf verständigt, dass Söder sich aus der Asyldebatte heraushalten und die Landespolitik in den Vordergrund stellen soll.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, verzichtet die CSU in diesem Jahr auf ein eigenes Wahlprogramm. Stattdessen werde Söder im September im Landtag eine Regierungserklärung abgeben. Vor der Landtagswahl 2013 hatte die CSU noch einen sogenannten Bayernplan veröffentlicht. Die CSU muss den jüngsten Umfragen zufolge um ihre absolute Mehrheit in Bayern fürchten, sie kommt demnach aktuell nur noch auf etwa 38 Prozent Zustimmung. 2013 holte die CSU noch 47,7 Prozent, was für die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag ausreichte.

+++ 09.39 Uhr: Falschparkende Helene-Fischer-Fans kommen ohne Knöllchen davon +++

Fans von Helene Fischer, die für ein Konzert der Sängerin in Frankfurt auf der Autobahn 3 geparkt hatten, kommen ohne Strafzettel davon. "Wir mussten abwägen, was wichtiger ist: Die Sicherheit aller Autofahrer oder das Verteilen von Strafzetteln", erklärte eine Polizeisprecherin in Frankfurt.

Rund 100 Konzertbesucher hatten am Freitag wegen eines Staus ihre Autos in der Nähe der Commerzbank-Arena an der A3 in einer geschlossenen Behelfsabfahrt abgestellt, um pünktlich zum Auftritt der Sängerin zu kommen. Auch Reisebusse ließen Konzertbesucher im Stau auf der Autobahn aussteigen.

An dem Abend seien mehrere Umstände zusammengekommen, sagte die Polizeisprecherin weiter: "Hätten wir die Kapazitäten gehabt, hätten sie ein Ticket bekommen." So aber sei es wichtiger gewesen, andere Fahrer auf die offiziellen Parkplätze zu leiten. Das bedeute jedoch nicht, dass dies ähnlichen Fällen wieder so laufen werde.

+++ 08.40 Uhr: "Reichsbürger" laut Verfassungsschutz zu schwersten Gewalttaten bereit +++

Die Zahl der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter in Deutschland hat sich deutlich erhöht. Rund 16.500 Menschen zähle der Verfassungsschutz inzwischen zu dieser die staatlichen Institutionen ablehnenden Szene, berichteten die "Bild"-Zeitung und das ARD-Hauptstadtstudio unter Berufung auf den neuen Verfassungsschutzbericht. Im Jahr davor seien es noch rund 10.000 Menschen gewesen. Von den "Reichsbürgern" und "Selbstverwaltern" waren demnach zuletzt 900 Rechtsextremisten.

Im Verfassungsschutzbericht heiße es weiter, dass die Szene eine hohe Affinität zu Waffen habe. "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" seien dabei auch bereit, ihre Waffen für "schwerste Gewalttaten" einzusetzen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will den Verfassungsschutzbericht am Dienstagnachmittag zusammen mit dem Chef des Bundesamtes, Hans-Georg Maaßen, vorlegen.

+++ 08.14 Uhr: Opel verdient unter neuem Eigentümer wieder Geld +++

Der Autohersteller Opel verdient unter seinem neuen französischen Eigentümer PSA wieder Geld. Im ersten Halbjahr betrug das Betriebsergebnis für die Sparte Opel-Vauxhall 502 Millionen Euro, wie PSA  in Rueil-Malmaision bei Paris mitteilte. "Nach einem langem Zeitraum vieler Jahre der Verluste erreicht das erste Halbjahr 2018 einen bedeutendes Niveau von Profitabilität", bilanzierte Finanzvorstand Jean-Baptiste de Chatillon. PSA mit den Marken Citroën, Peugeot und DS hatte Opel im vergangenen August übernommen. Vauxhall ist die britische Schwestermarke.

Der PSA-Konzern steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 40 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Auf die Opel-Vauxhall-Sparte entfiel ein Umsatzanteil von 9,95 Milliarden Euro. Der Nettogewinn des Konzerns betrug 1,7 Milliarden Euro, das waren 242 Millionen Euro mehr als zuvor.

+++ 05.32 Uhr: Bauernpräsident erwartet nach Hitzewelle Schäden in Milliardenhöhe +++

Bauernpräsident Joachim Rukwied rechnet wegen der anhaltenden Hitzewelle mit massiven Ernteausfällen. "Wir erwarten Schäden in Milliardenhöhe", sagte Rukwied der "Passauer Neuen Presse". Allein beim Getreide sei mit sieben bis acht Millionen Tonnen weniger Ernte als im Durchschnitt zu rechnen. "Allein das wäre ein Schaden von rund 1,4 Milliarden Euro."

Dazu kämen Trockenschäden bei den Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrübe oder Kartoffeln, sagte Rukwied. Er verwies auf "Regionen, in denen der Mais gerade mal kniehoch steht". Normalerweise habe er im Juli eine Höhe von 2,50 Meter.

+++ 05.26 Uhr: Fußballer aus Thai-Höhle auf dem Weg ins Kloster +++

Nach dem glücklichen Ausgang des Höhlendramas in Thailand sind die meisten der jungen Fußballer jetzt auf dem Weg ins Kloster. Für elf der Kinder und den 25 Jahre alten Trainer begann eine Zeremonie, mit der sie für einen Aufenthalt in verschiedenen buddhistischen Klöstern vorbereitet werden. Im Buddhismus wird dies gemacht, um sich von negativen Erfahrungen zu "reinigen". Dazu gehört auch, dass sich die Jungen und der Trainer die Kopfhaare abrasieren lassen.

Das Team war am 23. Juni bei einem Ausflug in eine Höhle im Norden des Landes, an der Grenze zu Myanmar, von Wassermassen überrascht worden. Erst nach einer spektakulären Rettungsaktion und 17 Tagen in der Dunkelheit kamen die letzten frei. Der Aufenthalt im Kloster beginnt offiziell am Mittwoch. Für die Kinder im Alter zwischen 11 und 17 Jahren soll er insgesamt neun Tage dauern. Nur ein geretteter Junge, der christlichen Glaubens ist, ist nicht dabei.

+++ 05.04 Uhr: Bahn will alle Liebesschlösser an Kölner Rheinbrücke entfernen +++

Die Abertausend Liebesschlösser auf der Kölner Hohenzollernbrücke sind eine Touristen-Attraktion - nun sollen alle aus Sicherheitsgründen und zum Korrosionsschutz verschwinden. "Das Gewicht ist nicht das Problem. Aber der Korrosionsschutz des Zauns muss erneuert werden", sagte ein Sprecher der Bahn in Düsseldorf der "Kölnischen Rundschau". Damit die Brücke keine Rostschäden bekomme, sei die Maßnahme unumgänglich. Es sei allerdings noch nicht geklärt, was mit den vielen Schlössern geschehen soll. Um diese Frage zu klären, müssten noch Gespräche mit der Stadt geführt werden.

+++ 05.00 Uhr: Nordkorea beginnt offenbar mit Abbau von Raketen-Testanlage +++

Nordkorea hat offenbar mit dem Abbau einer Raketen-Testanlage begonnen. Satellitenbilder zeigten, dass auf der Sohae-Anlage an der Nordwestküste des Landes ein Gebäude und ein Teststand abgebaut würden, berichtete die renommierte Website "38 North".

"38 North"-Experte Joseph Bermudez wertete dies als "wichtigen ersten Schritt" des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, seine beim Gipfel mit US-Präsident Donald Trump im Juni gemachten Zusagen einzuhalten. Da Sohae mutmaßlich eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des nordkoreanischen Interkontinental-Raketenprogramms gespielt habe, stellten "diese Bemühungen eine bedeutende vertrauensbildende Maßnahme seitens Nordkoreas" dar.

+++ 03.34 Uhr: Irans Außenminister warnt Trump per Twitter +++

Nach der eindringlichen Warnung von US-Präsident Donald Trump an den iranischen Staatschef Hassan Ruhani per Twitter hat Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif ebenfalls über den Kurzbotschaftendienst reagiert: "Wir sind nicht beeindruckt", schrieb Sarif an Trump gerichtet auf Englisch, wobei er den Tweet in Großbuchstaben verfasste. Auch Trump hatte seine Warnung per Twitter in Großbuchstaben geschrieben - dem digitalen Pendant zum Schreien.

"Wir sind seit Jahrtausenden da und haben den Untergang von Imperien gesehen, unser eigenes eingeschlossen, das länger währte als das Leben mancher Länder", warnte Sarif per Twitter. "Passen Sie auf!", fügte er hinzu.

Trump hatte Ruhani am Sonntag in seinem Tweet gewarnt, "niemals wieder die USA" zu bedrohen. Ansonsten werde der iranische Präsident "Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben".

+++ 01.37 Uhr: Polizei identifiziert Schützen von Toronto +++

Nach der Schießerei im kanadischen Toronto mit zwei Todesopfern hat die Polizei den Schützen identifiziert. Es handele sich um den 29-jährigen Faisal Hussain aus Toronto, teilte die Polizei it. Er war nach einem Schusswechsel mit der Polizei tot aufgefunden worden.

Die Polizei begründete die Bekanntgabe der Identität des Mannes mit den "außergewöhnlichen Umständen dieses tragischen Vorfalls und dem öffentlichen Interesse an der Identität des Mannes". Torontos Polizeichef erklärte, das Motiv für die Tat sei noch unklar.

Nach Angaben der Familie des Mannes litt er seit seiner Kindheit an "ernsten psychischen Problemen", die er trotz Medikamenten und Therapien nicht in den Griff bekommen habe. "Wir sind am Boden zerstört, dass unser Sohn für diese sinnlose Gewalt und diese Todesopfer verantwortlich war", erklärte die Familie in einem Brief an den Sender CBC.

+++ 00.05 Uhr: Umfrage: SPD schiebt sich wieder vor AfD +++

Die SPD hat einer neuen Meinungsumfrage zufolge in der Gunst der Wähler leicht zugelegt und damit die AfD wieder überholt. Im aktuellen Meinungstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild"-Zeitung verbesserten sich die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt auf 18 Prozent, die AfD blieb unverändert bei 17,5 Prozent. Keine Veränderung gab es bei CDU/CSU (29 Prozent). Die Linke (10,5 Prozent) gewinnt einen halben Punkt. Die FDP (9 Prozent) verliert einen halben Punkt, die Grünen (12 Prozent) verlieren einen ganzen Punkt. Sonstige Parteien kommen zusammen auf 4 Prozent.

Mit grünem Cap und weißen Kopfhörern um den Hals geht Mesut Özil im roten T-Shirt mit Arsenal-Wappen an einem Bus vorbei
kng/fs / DPA / AFP