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News des Tages: Medien: Deutschland besorgte sich Skripal-Gift Nowitschok Mitte der 90er-Jahre

Polizei Nienburg erhält gestohlene Mütze zurück +++ Software-Fehler Grund für O2-Störung +++ Ramadan beginnt Donnerstag +++ Weißes Haus reagiert zurückhaltend auf Nordkoreas Gipfel-Äußerungen +++ Die News des Tages.

Britische Ermittler untersuchen einen möglichen Tatort des Giftanschlags auf den russischen Ex-Agenten Viktor Skripal (Archivbild vom 14.3.2018)

Britische Ermittler untersuchen einen möglichen Tatort des Giftanschlags auf den russischen Ex-Agenten Viktor Skripal (Archivbild vom 14.3.2018)

DPA

Meldungen im Überblick: 

  • Linker Aktivist Dieter Kunzelmann gestorben (15.47 Uhr)
  • Freiburger Missbrauchsprozess: Knut S. zu acht Jahren Haft verurteilt (15.34 Uhr)
  • Software-Fehler war Grund für Mobilfunk-Störung bei O2 (10.04 Uhr)
  • Deutsche sehen Nationalmannschaft durch Erdogan-Treffen beschädigt (3.26 Uhr)
  • Jugendlicher gesteht Mord an siebenjährigem Mädchen in Wien (2.44 Uhr)

Die Nachrichten des Tages:

+++ 18.36 Uhr: Medien: Auch Deutschland besaß Nowitschok +++

Seit zwei Monaten rätseln Ermittler, wer den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter mit dem Kampfstoff Nowitschok in England vergiftet hat. Weil die Substanz einst in der Sowjetunion entwickelt wurde, richten sich die Vorwürfe des Westens gegen Russland. Nun wollen "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR gemeinsam mit der "Zeit" (Mittwoch) herausgefunden haben, dass sich auch die Bundesrepublik Mitte der 90er Jahren eine Probe des Nervengifts verschafft habe.

Der Auslandsgeheimdienst BND sei durch einen Überläufer aus Russland an den gefährlichen chemischen Kampfstoff gekommen. Auch die Bundeswehr sei in den Vorgang eingebunden gewesen, berichten die Medien unter Berufung auf Personen, die an der Entscheidung beteiligt gewesen seien. Die Bundesregierung und der BND erklärten den Zeitungen und den Sendern auf Anfrage, zu "nachrichtendienstlichen Angelegenheiten grundsätzlich nur den geheim tagenden Gremien des Deutschen Bundestages" zu informieren.  

+++ 18.31 Uhr: Uni Michigan zahlt Missbrauchsopfern von Turnarzt Nassar 500 Millionen US-Dollar +++

Die Universität Michigan hat nach Klagen von Missbrauchsopfern des ehemaligen US-Turnarztes Larry Nassar einer Entschädigungszahlung von insgesamt 500 Millionen Dollar (460 Millionen Euro) zugestimmt. Für die 332 Kläger wird eine Summe von 425 Millionen Dollar bereitgestellt, der Rest wird in einem Fonds für möglicherweise noch ausstehende Klagen platziert, wie die Universität Michigan State erklärte. Nassar ist wegen sexuellen Missbrauchs zu jahrzehntelanger Haft verurteilt worden.

Der Opferanwalt John Manly begrüßte den Deal mit der Universität. Die "historische Einigung" sei dem Mut der mehr als 300 Frauen und Mädchen zu verdanken, die sich getraut hätten, über ihr Leid zu sprechen. "Es ist die ehrliche Hoffnung aller Opfer, dass in Folge dieser Einigung weitreichende institutionelle Reformen folgen werden, die die Gefahr sexuellen Missbrauchs im Sport, in Schulen und in der ganzen Gesellschaft beenden werden", so Manly.

Der an der Universität im US-Bundesstaat Michigan ansässige Nassar war lange Jahre Arzt des US-Turnteams. Die 2017 bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen ihn reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. 

+++ 17.34 Uhr: Frankreich: Polizei sucht radikalisierten Ausbrecher +++

Die französische Polizei sucht nach einem radikalisierten Häftling, dem in der bretonischen Hafenstadt Brest eine spektakuläre Flucht gelang. Der 21-Jährige sei während der Verlegung in ein Krankenhaus weggerannt, mindestens zwei Männer hätten in einem Auto auf ihn gewartet, berichteten französische Medien.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Vorfall auf dpa-Anfrage. Der Name des Mannes stand demnach auf einer Behördenliste radikalisierter Personen. Er sei bisher aber nicht wegen terroristischer Taten verurteilt worden, hieß es aus anderen Quellen.  

+++ 16.44 Uhr: Polen: Unschuldiger nach 18 Jahren Haft freigesprochen +++

Nach 18 Jahren in Haft ist ein zu unrecht wegen Vergewaltigung und Totschlags verurteilter Pole freigesprochen worden. Das Oberste Gericht in Warschau hob am Mittwoch ein Urteil gegen den heute 42 Jahre alten Mann auf. Wegen Vergewaltigung und Tötung einer 15-Jährigen war er zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden und saß seit 2000 in Haft. Nach neuen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat er die an Silvester 1996 in der Nähe von Breslau (Wroclaw) verübte Tat jedoch nicht begangen. Ermittler nahmen inzwischen einen anderen Verdächtigen fest und rollten den Fall neu auf. Er war bereits im März unter Vorbehalt freigekommen.

Die Staatsanwaltschaft habe neue Beweise, die seine Unschuld "eindeutig" beweisen, entschied nun das Gericht. Die Behörde ging wegen schwerwiegender Fehler außerdem gegen die damaligen Ermittler vor. Laut Warschauer Staatsanwaltschaft könnten in dem Fall sogar Beweise manipuliert worden sein, die zur Verurteilung führten.  

+++ 16.20 Uhr: Thüringen gewährt Opfern rechter Gewalt Bleiberecht +++

Thüringen geht beim Bleiberecht für ausländische Opfer rechter und rassistischer Gewalt voran. Per Erlass erhielten diese Menschen von Juni an ein humanitäres Bleiberecht in Thüringen, teilte Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) in Erfurt mit. Der Erlass gelte für Ausländer, die ohne Aufenthaltsrecht seien und Opfer von Gewaltstraftaten mit erheblichen Folgen wurden. Dazu gehörten Landfriedensbruch, Sexualstraftaten, Körperverletzung und versuchte Tötung.

Zudem müsste es Anhaltspunkte geben, "dass das Opfer aufgrund seiner Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit angegriffen wurde", erläuterte der Minister.
Die Duldung betrage zunächst sechs Monate. Thüringen hatte sich zusammen mit Berlin im März im Bundesrat für ein bundesweites Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewalt eingesetzt. 

+++ 16.14 Uhr: Obduktionsergebnis: Mordvertächtiger von Dresden erschoss sich +++

Der ehemalige Bundeswehrsoldat, der in Dresden eine Frau getötet haben soll und sich anschließend Schusswechsel mit der Polizei lieferte, hat sich selbst erschossen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft im sächsischen Görlitz nach der Obduktion mit. Er war nach einem Einsatz von Spezialkräften leblos auf dem Dach einer früheren Kaserne entdeckt worden. Laut Rechtsmedizinern erschoss er sich selbst mit einem Revolver.

Die Ermittlungen zum Tod des Manns würden fortgeführt, erklärten die Behörden. Der 33-Jährige wird verdächtigt, eine 75-jährige Nachbarin erstochen zu haben. Die Polizei lokalisierte ihn später in einem Wald bei Königsbrück, wo er sich in einer verfallenen früheren Kaserne verschanzte. Während des folgenden Einsatzes schoss er auf Fahrzeuge der Beamten. Bei dem Einsatz wurde ein Elitepolizist verletzt, auch ein Diensthund wurde angeschossen.

+++ 16.12 Uhr: 1,1 Kilo Kokain geschluckt - Vier Jahre Haft +++

Weil er mit rund 1,1 Kilogramm Kokain in außergewöhnlich hoher Konzentration auf dem Flughafen erwischt wurde, ist ein Mann vom Landgericht Frankfurt am Main zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der kleine und hagere 36-Jährige aus Brasilien hatte es fertiggebracht, in seiner Heimat innerhalb von nur 30 Minuten 104 Behälter mit Kokain mit einem Reinheitsgehalt von knapp 94 Prozent für den Flug nach Europa zu schlucken. Ursprünglich sollte das Rauschgift nach Izmir für den türkischen Drogenmarkt weitertransportiert werden. Vor Gericht legte er ein umfassendes Geständnis ab. Strafverschärfend wertete das Gericht vor allem die gute Qualität und die große Menge der Droge.

+++ 16.11 Uhr: Serbien: Polizei nimmt mutmaßliche Hacker für USA fest +++

 Die serbische Polizei hat einen von den USA gesuchten mutmaßlichen Hacker festgenommen, der der Hackergruppe The Dark Overlord angehören soll. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 38-jährige Serbe im Zuge eines internationalen Einsatzes gefasst, der von der US-Bundespolizei geleitet wurde. Der Mann wird demnach verdächtigt, sich illegal Zugang zu Computern und Netzwerken verschafft zu haben. Außerdem wird ihm Erpressung vorgeworfen.

Die Ermittlungen richteten sich gegen die Hackergruppe The Dark Overlord, die seit Juni 2016 Cyberangriffe verübt. Nach Angaben der serbischen Polizei gibt es mindestens 50 Geschädigte. Ende April hatte bereits die britische Polizei zwei mutmaßliche Hacker in Serbien festnehmen lassen. Sie werden verdächtigt, die Administratoren der Website webstresser.org zu sein, die für Millionen Cyberattacken auf Banken verantwortlich gemacht wird.

+++ 16.04 Uhr: Mit Hackfleisch geworfen: Paar nach Streit im Supermarkt verurteilt +++

Hackfleisch flog quer durch den Laden: Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Kölner Amtsgericht ein Ehepaar zu einer Geldstrafe von 6900 Euro verurteilt. Eine 22-jährige Frau hatte eine andere Kundin im Vorbeigehen angerempelt. Daraus entwickelte sich zunächst ein Wortgefecht, das dann in eine körperliche Auseinandersetzung ausartete, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Die Frau und ihr zwei Jahre älterer Ehemann attackierten die Kundin mit Fäusten und Tritten. Schließlich warfen sie mehrere Waren auf die Frau, darunter eine Packung rohes Hackfleisch. Eine Überwachungskamera zeichnete das Geschehen auf. Die Angegriffene wurde nur leicht verletzt.

Das Gericht verurteilte die angeklagte Ehefrau zu 140 Tagessätzen in Höhe von 30 Euro, ihr 24 Jahre alter Mann muss 90 Tagessätze von 30 Euro zahlen. Über das Urteil vom Dienstag hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet. 

+++ 15.47 Uhr: "Kommune 1"-Mitbegründer Dieter Kunzelmann ist tot +++

Dieter Kunzelmann, linksradikaler Aktivist und Mitbegründer der anarchistischen "Kommune 1", ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren in Berlin, wie sein früherer Anwalt Hans-Christian Ströbele der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatten die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier" über den Tod berichtet.

Zusammen mit Fritz Teufel und Rainer Langhans gehörte Kunzelmann zu den als "Bürgerschreck" gefeierten Politclowns der 68er-Bewegung. Mit seinen Happenings galt er als "Chef-Provokateur" der Studentenbewegung. In den Künstlerkreisen Münchens gründete der am 14. Juli 1939 in Bamberg geborene Kunzelmann 1959 den deutschen Ableger einer "Situationistischen Internationale", eine Art Widerstandszelle im Kulturbereich.

Nach seinem Weggang aus München gehörte Kunzelmann zu den Gründern der Terrorgruppe "Tupamaros West-Berlin", die mehrere Attentate mit Brandbomben in der Stadt verübte. Anfang der 80er Jahre war er Mitglied der Fraktion der Alternativen Liste, dem Vorläufer der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, wo er immer wieder mit spektakulären Protestaktionen hervortrat.

+++ 15.34 Uhr: Jungen jahrelang missbraucht: Soldat Knut S. zu langer Haft verurteilt +++

Im Aufsehen erregenden Fall des jahrelang missbrauchten Jungen im Raum Freiburg ist ein Bundeswehrsoldat zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Zudem ordnete das Landgericht Freiburg die Zahlung von 12.500 Euro Schmerzensgeld an. Dieses Geld gehe an das Opfer der Taten, ein heute neun Jahre alter Junge aus Staufen bei Freiburg. Auf Sicherungsverwahrung, wie sie die Staatsanwaltschaft und die Vertreterin der Nebenklage gefordert hatten, verzichtete das Gericht. Dafür fehle die rechtliche Grundlage, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin (Az.: 6 KLs 160 Js 33561/17).

Es ist das zweite Urteil in dem Missbrauchsfall, der vor vier Monaten bekannt wurde. Weitere Prozesse folgen. Insgesamt gibt es acht Tatverdächtige, jeder ist einzeln angeklagt. Der Junge war mehr als zwei Jahre lang in Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Seine Mutter und ihr Lebensgefährte gelten als die Hauptbeschuldigten. Der Prozess gegen sie beginnt am 11. Juni vor dem Landgericht Freiburg.

+++ 14.42 Uhr: USA: Mindestens drei Tote nach Sturm an Ostküste +++

Bei einem Sturm im US-Bundesstaat New York und den benachbarten Staaten New Jersey und Connecticut sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein elf Jahre altes Mädchen. Starker Wind habe einen Baum auf das Auto stürzen lassen, in dem das Kind saß, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Polizei. Die Mutter war im Ort Newburgh (New York) gerade zu Hause angekommen und war dabei, das Auto auszuladen. Auch in den Orten New Fairfield und Danbury (beide Connecticut) wurde Berichten zufolge je ein Mensch von einem Baum erschlagen.

In Teilen der drei Staaten richtete der Sturm schwere Schäden an, am Mittwoch blieben einige Schulen geschlossen. Dem Strombetreiber Eversource zufolge waren in Connecticut am Dienstagabend (Ortszeit) mehr als 100.000 Menschen ohne Strom, im Staat New York waren es nach Betreiberangaben 70.000 Menschen. Im Regionalbahnhof Grand Central Terminal warteten im abendlichen Berufsverkehr Tausende Pendler auf Züge, die wegen des Sturms nicht fuhren oder sich verspäteten.

+++ 14.16 Uhr: Ukrainischer Regisseur beginnt Hungerstreik im russischen Straflager +++

Der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow ist in einem russischen Straflager in den Hungerstreik getreten. Der 41-Jährige wolle erst dann wieder Nahrung zu sich nehmen, wenn alle ukrainischen Gefangenen aus russischer Haft freikommen, sagte sein Anwalt Dmitri Dinse zu AFP. Der Hungerstreik habe "politische Gründe" und sei auch mit Blick auf die bevorstehende Fußball-WM in Russland begonnen worden. Senzow war 2015 in Russland zu 20 Jahren Haft wegen "Terrorismus" verurteilt worden. Er befindet sich derzeit in einem Straflager in Labitnangi im arktischen Norden Russlands. Senzow war nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden. Russland beschuldigte ihn, einer ultranationalistischen ukrainischen Gruppierung anzugehören.

+++ 13.58 Uhr: 60 Tote nach Überschwemmungen in Afghanistan +++

In Afghanistan sind in den vergangenen sieben Tagen mindestens 60 Menschen durch Überschwemmungen ums Leben gekommen. Ausgelöst hatten das Hochwasser heftige Regenfälle. Nach Angaben der afghanischen Katastrophen-Managementbehörde vom Mittwoch wurden zudem mehrere Menschen verletzt und mehr als 1000 Häuser zerstört oder beschädigt. Betroffen von den Überschwemmungen sind demnach 13 Provinzen vor allem im Norden und Westen des Landes.

+++ 13.43 Uhr: Weitere 101 Fotos von mutmaßlichen G20-Gewalttätern veröffentlicht +++

 Polizei und Staatsanwaltschaft in Hamburg haben Fotos von weiteren 101 mutmaßlichen G20-Gewalttätern ins Internet gestellt. Den unbekannten Verdächtigen würden schwere Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Plünderung vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Michael Elsner am Mittwoch. Polizeisprecher Timo Zill bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung der Gesuchten. Während des Treffens der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten im Juli 2017 in Hamburg war es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Tausende Gipfelgegner griffen Polizisten an, setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte.

+++ 13.27 Uhr: Brite gibt gestohlene Polizeimütze nach 37 Jahren zurück +++

Das schlechte Gewissen des Täters hat jetzt zur Rückkehr einer vor Jahrzehnten gestohlenen Polizeimütze geführt. Wie die Polizei im niedersächsischen Nienburg mitteilte, hatte ein britischer Soldat die Kopfbedeckung im Jahr 1981 entwendet. Er nutzte damals das Chaos während eines Polizeieinsatzes in einer Bar und griff zu. Seine Beute nahm er mit in seine Heimat und nutzte sie fortan als Verkleidung im Karneval oder als Fan-Kopfbedeckung beim Rugby.

Nach 37 Jahren überkam den Dieb nun das schlechte Gewissen. Er übergab die Mütze einem Bekannten mit der Bitte, sie der Polizei in Nienburg zu überbringen. Der Mann, ein in Deutschland lebender englischer Armee-Veteran, führte den Auftrag gewissenhaft aus. In Dienst gestellt wird die Kopfbedeckung allerdings nicht mehr: Es handelt sich nämlich um eine heutzutage nicht mehr aktuelle grüne Version der Polizeimütze. Deshalb und wegen ihres musealen Zustands, so sagte ein Sprecher, sei sie in den sofortigen Ruhestand versetzt worden.

+++ 13.09 Uhr: Osnabrück: Frei laufender Hund verletzt Säugling lebensgefährlich +++

Ein frei laufender Hund hat auf einer Wiese in Osnabrück einen Säugling durch Bisse lebensgefährlich verletzt. Das Baby wurde nach dem schlimmen Zwischenfall im Stadtteil Hellern in ein nahes Krankenhaus gebracht, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittler suchen nun dringend Zeugen des Geschehens vom späten Dienstagnachmittag.

Nach Polizeiangaben hielten sich die Eltern mit dem Säugling und zwei eigenen Hunden auf einer Grünfläche neben einer Autobahnauffahrt auf. Nach ersten Aussagen der Betroffenen kam ein mittelgroßer Hund dazu, der zunächst mit den Hunden der Familie spielte und schließlich unvermittelt den erst wenige Tage alten Säugling angriff. Anschließend lief der Hund in unbekannte Richtung davon.

+++ 12.58 Uhr: Visa erschlichen? Durchsuchungen in Sachsen +++

Im Zuge von Ermittlungen wegen erschlichener Visa hat die Polizei in Sachsen mehrere Wohnungen durchsucht. Sechs indische Staatsangehörige stünden im Verdacht, mit falschen Personalien Asylanträge in Deutschland gestellt zu haben, teilte die Bundespolizei mit. Durchsucht wurden demnach fünf Unterkünfte in Leipzig und Torgau, darunter zwei Asylbewerberunterkünfte in Leipzig. Mehrere Pässe und weiteres Beweismaterial sei sichergestellt worden, hieß es. Zunächst hatte die "Leipziger Volkszeitung" darüber berichtet.

Die Verdächtigen, vier Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren, sollen mit ihren Nationalpässen und erschlichenen Schengen-Visa nach Deutschland eingereist sein. Anschließend sollen sie ihre Original-Dokumente versteckt und unter Angabe falscher Personalien Asylanträge gestellt haben. Die Asylanträge wurden nach Polizeiangaben bereits abgelehnt, eine Abschiebung scheiterte demnach bislang allerdings an den fehlenden Originalpässen.

+++ 12.44 Uhr: Thüringen: Deutschlands erster 3D-Zebrastreifen soll wieder weg +++

Deutschlands erster 3D-Zebrastreifen im thüringischen Schmalkalden soll wieder verschwinden. Das Landesverwaltungsamt habe der Stadt mitgeteilt, dass der Überweg bis zum 18. Mai entfernt werden müsse, sagte eine Sprecherin der Kommune. Die dreidimensionale Darstellung eines Fußgängerüberwegs entspreche nicht der Straßenverkehrsordnung. Die dreidimensionale Wirkung entsteht durch eine optische Täuschung aus der Kombination von weißen und dunkleren Farbstreifen auf der Straße: Autofahrer glauben, schwebende Balken als Überweg und somit als echtes Hindernis vor sich zu haben. Das soll sie zum Bremsen bewegen.

Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski (SPD) will dennoch weiter für den außergewöhnlichen Zebrastreifen kämpfen. Eventuell könne er als Modellprojekt deklariert zumindest für eine gewisse Zeit erhalten bleiben.

+++ 12.43 Uhr: Mannheim: Auto fährt in Straßenbahnhaltestelle +++

In der Mannheimer Innenstadt ist am Mittwoch ein Taxi nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Auto unkontrolliert in den Bereich einer Straßenbahnhaltestelle gefahren. Dabei erfasste das Taxi eine 26 Jahre alte Frau, die im Bereich der langgezogenen Haltestelle an der Kunsthalle eine Straße überqueren wollte, wie die Polizei mitteilte. Die Frau erlitt schwere Verletzungen und kam ins Krankenhaus.

Der Polizei zufolge kollidierten das Taxi und das von einem 78 Jahre alten Mann gefahrene Auto an einer Ampelkreuzung. Durch den Zusammenstoß sei das Taxi gegen die Masten einer Fußgängerampel und einer Laterne geprallt und habe dann die Fußgängerin erfasst. Mit Hilfe von Zeugen will die Polizei nun klären, welcher der beiden Autofahrer Rot hatte.

Der Gesamtschaden an den Autos belief sich auf 30.000 Euro, der Straßenbahnverkehr in Richtung Mannheimer Hauptbahnhof musste während der Unfallaufnahme unterbrochen werden. Auch im Straßenverkehr kam es zu vorübergehenden Behinderungen.

+++ 12.27 Uhr: Indonesien: Extremisten greifen Polizeiwache mit Schwertern an +++

Auf der indonesischen Insel Sumatra haben offenbar islamische Extremisten ein Auto in eine Polizeiwache gesteuert und Beamte im Gebäude mit Macheten und Schwertern angegriffen. Ein Polizist sei bei dem Vorfall in Pekanbaru in der zentralen Provinz Riau getötet worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Zwei Beamte und ein dort arbeitender Journalist seien verletzt worden.

Polizisten hätten vier der Angreifer erschossen. Ein fünfter sei geflohen, habe aber später gefasst werden können. Die in Indonesien längst präsente Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärte sich über ihr Sprachrohr Amak für den Angriff verantwortlich. 

+++ 11.57 Uhr: NSU-Prozess: Wohlleben-Anwalt attackiert Mitangeklagten scharf +++

Im NSU-Prozess haben die Verteidiger des mutmaßlichen Waffenbeschaffers Ralf Wohlleben die Anklagevorwürfe mit heftigen Attacken auf einen Mitangeklagten und die Bundesanwaltschaft zu erschüttern versucht. Am zweiten Tag seines Plädoyers griff Rechtsanwalt Olaf Klemke vor allem Carsten S., den früheren Kompagnon seines Mandanten, frontal an. Er warf ihm Lügen, "Märchen" und "selbstsüchtigen Belastungseifer" vor. S. versuche Wohlleben "so weit wie möglich zu belasten, um sich selbst Gnade zu erkaufen". S. gehe es nur darum, den "Judas-Lohn" einzustreichen und der bekennende Homosexuelle belaste Wohlleben auch, damit er möglichst schnell "in sein neues, schönes, offen schwules Leben" zurückkehren könne.

Die Bundesanwaltschaft wirft Wohlleben und S. vor, gemeinsam die Mordwaffe "Ceska" für den "Nationalsozialistischen Untergrund" beschafft zu haben. Damit sollen die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun Menschen ausländischer Herkunft ermordet haben. Für Wohlleben forderten die Ankläger deshalb zwölf Jahre Haft. S. hatte noch vor und gleich zu Prozessbeginn eingeräumt, die Waffe an Mundlos und Böhnhardt übergeben zu haben - und zugleich Wohlleben massiv belastet: Dieser habe ihm den Auftrag zur Beschaffung der Mordwaffe und auch das Geld dafür gegeben.

+++ 11.54 Uhr: Belgien: Gericht lehnt Auslieferung katalanischer Politiker ab +++

Die belgische Justiz hat die Ausführung des von Spanien erteilten europäischen Haftbefehls gegen drei katalanische Ex-Minister abgelehnt. Es gebe keine gültigen nationalen Haftbefehle, die dem europäischen Haftbefehl entsprächen, urteilte das zuständige Gericht in Brüssel. Der Auslieferungsantrag Spaniens richtete sich gegen die ehemaligen Mitglieder der katalanischen Regionalregierung Meritxell Serret, Lluís Puig i Gordi und Toni Comín, die nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien ins belgische Exil gegangen waren.

+++ 11.19 Uhr: Frankreich: Weiterhin kein Schutzalter für Sex mit Minderjährigen +++

In Frankreich soll es auch künftig kein Schutzalter geben, bis zu dem Sex mit Minderjährigen strafbar ist: Die Nationalversammlung in Paris stimmte in der Nacht zu Mittwoch nach stürmischer Debatte für eine Vorlage der Regierung, die den Gerichten die Entscheidungsfreiheit lässt. Mit dem Aufruf "Vergewaltigung ist ein Verbrechen" protestieren dagegen zahlreiche Bürger.

Ausgangspunkt für die Gesetzesänderung war der Fall eines Franzosen, der nach dem angeblich "einvernehmlichen" Sex mit einer Elfjährigen freigesprochen wurde. Angesichts der öffentlichen Empörung kündigte Präsident Emmanuel Macron erstmals ein gesetzliches Schutzalter von 15 Jahren an, bis zu dem es juristisch keinen einvernehmlichen Sex geben kann - in Deutschland liegt dieses Alter bei 14 Jahren.

+++ 11.17 Uhr: Prozess wegen Sozialbetrugs gegen Afrikanerin geplatzt +++

Am Amtsgericht Augsburg ist ein Prozess um einen mutmaßlichen Sozialbetrug in Höhe von mehr als 145.000 Euro durch eine Frau aus Äthiopien wegen Schwangerschaft der Angeklagten geplatzt. Nachdem die hochschwangere Frau kurz vor dem Gerichtssaal weinend zusammengebrochen war, setzte der Richter das Verfahren nach der Anklageverlesung vorläufig aus. Es sei der Angeklagten nicht zumutbar, sagte der Richter. Einen neuen Prozess soll es erst nach der Entbindung geben, einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Die laut Anklage heute 32 Jahre alte Frau war vor Jahren mit einem Visum nach Deutschland eingereist und soll sich dann mit falschen Personalien als unbegleitete Jugendliche auf der Flucht ausgegeben haben. Sie wurde deswegen in Nördlingen in Nordschwaben in einem Kinderheim unterbracht. Durch die teure Heimunterbringung, auf die die Frau keinen Anspruch hatte, entstanden in den Folgejahren hohe Kosten. Sie wurde wegen Betrugs angeklagt. Zu den Vorwürfen hatte sich die Frau am Mittwoch nicht geäußert.

+++ 11.09 Uhr: Hawaii: Alarmstufe Rot wegen neuer Aschewolke aus Kilauea +++

Wegen einer riesigen Aschewolke des Vulkans Kilauea haben die Behörden des US-Bundesstaates Hawaii für die Umgebung erneut Alarmstufe rot ausgerufen. Die Anwohner wurden am Dienstag (Ortszeit) vor einer "schwerwiegenden Situation" gewarnt, die eine "direkte Gefahr" für ihre Gesundheit darstelle. Wegen der Aschewolke, die eine Höhe von 3600 Metern erreichen könne, drohten erhebliche Atemprobleme, warnte die Zivilschutzbehörde.

Die neue enorme Aschewolke stieg auf, kurz nachdem durch den Ausbruch des Kilauea neue Risse im Boden der sogenannten Großen Insel von Hawaii aufgetreten waren. Damit bildeten sich insgesamt bereits 20 Risse, aus einigen quillt Lava. Bislang wurden rund 40 Privathäuser und andere Gebäude durch die glühenden Lavamassen zerstört. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Wissenschaftler warnen vor weiteren Rissen und einem größeren Ausbruch des Kilauea, der zu den aktivsten Vulkanen der Welt zählt.

+++ 11.08 Uhr: Sherpa hat 22 Mal den Mount Everest bezwungen +++

22 Mal hat der Nepalese Kami Rita Sherpa den Gipfel des Mount Everest erklommen. Damit stellte der 47-Jährige am Mittwoch einen neuen Rekord auf, wie ein Sprecher des nepalesischen Tourismusministeriums bekannt gab. Der erfahrene Sherpa habe den Gipfel des höchsten Bergs der Welt am Mittwochmorgen mit einer Gruppe von chinesischen Bergsteigern erreicht, sagte sein Arbeitgeber, ein nepalesischer Anbieter von Bergtouren. Kami Rita hat den 8848 Meter hohen Everest erstmals 1994 erfolgreich bestiegen. Zwei weitere Sherpas haben den Mount Everest 21 Mal bestiegen.

Er werde auch nach diesem Erfolg nicht zu klettern aufhören hatte Kami Rita gesagt, bevor er zu dem Rekordversuch aufgebrochen war.
"Ich fühle mich immer noch fit. Ich kann 25 Besteigungen schaffen."

Jedes Jahr versuchen Hunderte Bergsteiger in der kurzen Frühlings-Klettersaison im April und Mai den Gipfel des Berges an der Grenze zwischen Nepal und dem von China verwalteten Tibet von nepalesischer Seite zu bezwingen. Bislang schafften es mehr als 5000 Menschen auf den Gipfel, Hunderte kamen jedoch bei dem Versuch ums Leben. 

+++ 10.47 Uhr: EU-Gericht weist Netflix-Klage gegen deutsche Filmförderung ab +++

Der Videostreaming-Dienst Netflix ist mit einer grundsätzlichen Klage vor dem Gericht der Europäischen Union gegen Einzahlungen in die deutsche Filmförderung gescheitert. Die Richter lehnten die Netflix-Klage als unzulässig ab, ohne zu prüfen, ob sie begründet ist. Netflix hatte sich gegen eine Neuregelung der Filmförderung gewehrt, nach der auch Videodienste ohne Sitz in Deutschland in die Filmförderung einzahlen müssen. Sie war 2014 beschlossen und 2016 von der EU-Kommission freigegeben worden. Der US-Videodienst argumentierte, die Neuordnung verstoße gegen den freien Dienstleistungsverkehr, die Niederlassungsfreiheit sowie die Beihilfe- und Steuerbestimmungen der EU. Das Gericht wies jedoch alle von Netflix vorgebrachten Zulässigkeitskriterien für die Klage ab.


 +++ 10.40 Uhr: Vater bestreitet Schuld am Tod seines Babys +++

Ein junger Vater hat den Vorwurf zurückgewiesen, seinen kleinen Sohn zu Tode geschüttelt zu haben. Dem drei Monate alten Baby sei es nach einer Impfung zunehmend schlechter gegangen, sagte der 23-Jährige beim Prozessauftakt im Landgericht Bückeburg in Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, den kleinen Jungen im November vergangenen Jahres so stark geschüttelt zu haben, dass der Säugling Hirnblutungen erlitt und trotz einer Notoperation zwei Tage später starb. Für den Prozess hat das Gericht 18 Zeugen und einen Sachverständigen geladen.

+++ 10.35 Uhr: Umweltschützer: Zustand der Gewässer in Deutschland ist alarmierend +++

Die meisten Flüsse und Seen in Deutschland sind nach Einschätzung von Umweltschützern in einem schlechten Zustand. Insgesamt 92 Prozent der Gewässer seien durch Schadstoffe und Baumaßnahmen belastet, heißt es in einem Bericht des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Der BUND-Gewässerreport macht klar, dass sich die Politik endlich bewegen muss, damit unser Wasser noch zu retten ist", sagte der Vorsitzende Hubert Weiger.
Ursachen für den schlechten Wasserzustand seien unter anderem zu viel Dünger und Pestizide in der Landwirtschaft, der Ausbau und die Begradigung von Flüssen sowie Schadstoffe aus dem Bergbau. Auch Mikroplastik aus Produkten des täglichen Lebens belasten demnach zunehmend die Gewässer.

+++ 10.32 Uhr: OPCW: Chlorgas wahrscheinlich in Syrien eingesetzt +++

Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hat den wahrscheinlichen Einsatz von verbotenen Chemiewaffen im Februar in Syrien bestätigt. Am 4. Februar sei mit hoher Wahrscheinlichkeit Chlorgas in Sarakib in der Provinz Idlib eingesetzt worden, teilte die OPCW in Den Haag mit. Das sei das Ergebnis einer Untersuchung des eigenen Expertenteams. Die OPCW hat allerdings kein Mandat, Verantwortliche für den Einsatz von verbotenen Chemiewaffen festzustellen. Der OPCW-Bericht zum mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen im April in Duma ist noch nicht veröffentlicht worden.

+++ 10.14 Uhr: Software-Fehler war Grund für Mobilfunk-Störung bei O2 +++

Die stundenlange Störung im Mobilfunknetz des Telekom-Anbieters Telefonica O2 wurde nach Angaben des Unternehmens von einem Software-Fehler ausgelöst. Die "Einschränkungen" beim Telefonieren und mobiler Internet-Nutzung hätten vor allem Kunden betroffen, die sich im Laufe des Tages neu ins Internet einbuchten, zum Beispiel aus dem Flugmodus. Erste Beschwerden von Nutzern gab es am frühen Nachmittag, O2 erklärte die Probleme kurz vor Mitternacht für behoben. Auch Nutzer von Marken wie Aldi Talk, Fonic oder Blau, die auf dem Telefonica-Netz aufsetzen, waren von den Ausfällen betroffen.


+++ 10.12 Uhr: Saudi-Arabien legt Beginn des Fastenmonats Ramadan auf Donnerstag fest +++

Die saudiarabischen Behörden haben den Beginn des diesjährigen Fastenmonats Ramadan auf Donnerstag festgelegt. Der königliche Hof in Riad gab die Terminentscheidung der muslimischen Religionsgelehrten in einer offiziellen Stellungnahme bekannt. Traditionell folgen viele muslimische Länder der Entscheidung des Königreichs, das die heiligen Stätten Mekka und Medina beherbergt. Der genaue Beginn des Fastenmonats richtet sich nach dem Mondverlauf, er wird jedes Jahr neu berechnet. Einer alten Tradition folgend beginnt der heilige Monat der Muslime dann, wenn die schmale Mondsichel nach dem Neumond zum Ende des achten Monats des muslimischen Kalenders wieder am Himmel gesichtet wird. Das Datum kann in den verschiedenen islamischen Ländern variieren.

+++ 10.07 Uhr: Guatemala eröffnet Botschaft in Jerusalem +++

Das lateinamerikanische Land Guatemala hat in Jerusalem feierlich seine Botschaft eröffnet. Botschafterin Sara Solis sprach von einem "historischen Tag, an dem die Botschaft in die israelische Hauptstadt zurückkehrt". Guatemala folgte damit dem umstrittenen Schritt des US-Präsidenten Donald Trump. Kommende Woche folgt dann Paraguay. Nach der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem war es an der Gaza-Grenze zu schweren Konfrontationen gekommen, bei denen israelische Soldaten 60 Palästinenser töteten.

+++ 9.59 Uhr: Nach Grubenunglück in Polen letzter vermisster Bergarbeiter tot geborgen +++

Anderthalb Wochen nach dem Grubenunglück in Polen ist die Leiche des letzten vermissten Bergarbeiters geborgen worden. Das Todesopfer sei in einem eingestürzten Stollen der schlesischen Zofiowka-Mine in etwa 900 Metern Tiefe entdeckt worden, teilte der Minenbetreiber JSW in der Nacht mit. Damit kamen bei dem Unglück insgesamt fünf Bergleute ums Leben.
Am 5. Mai hatte ein Erdstoß der Stärke 3,4 die Grube in Jastrzebie-Zdroj erschüttert und Teile der Stollen zum Einsturz gebracht.

+++ 9.39 Uhr: USA wollen illegal eingereiste Kinder auf Militärbasen unterbringen +++

Die US-Regierung will illegal eingereiste Kinder möglicherweise auf Militärstützpunkten unterbringen. Vier Einrichtungen der Armee in den Bundesstaaten Texas und Arkansas kommen dafür in Betracht, wie die "Washington Post" berichtet. Demnach wollen Regierungsvertreter die Stützpunkte besuchen, um zu prüfen, ob sie dafür geeignet sind. US-Justizminister Jeff Sessions hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, Einwanderer von ihren Kindern zu trennen, wenn sie ohne gültige Papiere in die USA einreisen.Ob der Plan umgesetzt wird, steht demnach noch nicht fest.

+++ 9.30 Uhr: Stan Lee verklagt seine Ex-Firma auf eine Milliarde Dollar +++

Der 95-jährige Comicbuch-Autor Stan Lee verklagt seine ehemalige Produktionsfirma Medienberichten zufolge auf eine Milliarde Dollar. Das Unternehmen POW! Entertainment, das Lee 2001 mitgründete, wurde im vergangenen Jahr von einer chinesischen Investmentgruppe erworben. Seine damaligen Geschäftspartner hätten dabei versucht, die Rechte an seinem Namen gegen seinen Willen zu verkaufen, sagte Lee nach Angaben des "Hollywood Reporter". Der 95-Jährige habe damals unter dem Tod seiner Ehefrau gelitten und sei nach einer Operation fast komplett erblindet. Er könne sich nicht erinnern, einen Vertrag, bei dem er seine Rechte abtritt, unterschrieben zu haben. Der frühere Chefzeichner des Marvel-Verlags gilt als Erfinder von Comicfiguren wie "Spider-Man" und "Iron Man".

+++ 9.06 Uhr: Arbeitskosten in Deutschland über dem EU-Schnitt +++

Der Faktor Arbeit ist in der deutschen Privatwirtschaft teurer als im europäischen Durchschnitt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, kostete eine Arbeitsstunde im vergangenen Jahr durchschnittlich 34,50 Euro. Das waren 31 Prozent mehr als der EU-Schnitt von 26,30 Euro. Deutschland lag innerhalb der Europäischen Union (EU) auf Rang sechs. Dänemark hatte mit 43,60 Euro die höchsten Arbeitskosten je Stunde, Bulgarien mit 4,90 Euro die niedrigsten. Besonders hoch waren die Arbeitskosten in der deutschen Industrie. Dort kostete eine Arbeitsstunde durchschnittlich 40,20 Euro. Das waren 49 Prozent mehr als im EU-Schnitt und Rang vier im Europa-Vergleich.

+++ 8.56 Uhr: US-Angestellte backt für Büro-Party Brownies mit Abführmittel +++

Zur Verabschiedung eines ihr verhassten Kollegen hat sich eine Angestellte in den USA einen bösen Scherz ausgedacht - und daraufhin selbst ihren Job verloren. Die 47-jährige Angestellte eines Automobilzulieferers im US-Bundesstaat Michigan backte für die Abschiedsparty des Kollegen eine Ladung Brownies, die sie heimlich mit einem Abführmittel präparierte, wie die Regionalzeitung "Ann Arbor News" berichtete. Die Sache flog allerdings auf, bevor die Backwaren verspeist waren. Eine offenbar eingeweihte Mitarbeiterin hatte die Geschäftsführung informiert, die daraufhin die Polizei einschaltete. Die Brownie-Bäckerin legte ein Geständnis ab, nachdem die Polizei damit drohte, die Backwaren genau untersuchen zu lassen. 

+++ 8.36 Uhr: Studie: 31 Millionen Binnenvertriebene durch Krieg und Naturkatastrophen +++

Gewalt und Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr fast 31 Millionen Menschen innerhalb ihres eigenen Landes in die Flucht getrieben. Allein 11,8 Millionen Menschen - und damit fast doppelt so viele wie 2016 - seien aufgrund von bewaffneten Konflikten zu Binnenflüchtlingen geworden, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des in Genf ansässigen Beobachtungszentrums für Binnenvertriebene (IDMC) und des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC). "Dies ist die höchste Zahl seit einem Jahrzehnt", sagte IDMC-Chefin Alexandra Bilak. NRC-Generalsekretär Jan Egeland nannte die Statistik "niederschmetternd". Dem Bericht zufolge wurden die meisten Menschen in Syrien, der Demokratischen Republik Kongo und im Irak vertrieben. Mehr als die Hälfte der Betroffenen kam demnach aus diesen drei Ländern. Insgesamt habe sich die Zahl der Binnenflüchtlinge weltweit auf fast 40 Millionen erhöht. Knapp 19 Millionen Menschen verloren laut der Studie im vergangenen Jahr durch Naturkatastrophen ihr Zuhause, die meisten von ihnen in China, auf den Philippinen, in Kuba und den USA. Alleine durch die drei Hurrikans "Harvey", "Irma" und "Maria" wurden den Angaben zufolge drei Millionen Menschen zeitweilig aus ihren Häusern vertrieben.


+++ 8.31 Uhr: Gitarre von Kurt Cobain geht nach Scheidung an den Ex seiner Tochter +++

Die einzige Tochter von Nirvana-Legende Kurt Cobain, Frances Bean Cobain verliert Medienberichten zufolge nach ihrer Scheidung die berühmte Gitarre ihres Vaters. Das Musikstück gehe an ihren Ex-Mann Isaiah Silva, berichteten US-Medien unter Berufung auf Gerichtsdokumente. Der 1994 verstorbene Cobain nutzte die Gitarre etwa bei seinem "MTV Unplugged"-Auftritt fünf Monate vor seinem Tod. Sie ist den Berichten zufolge mehrere Millionen Dollar wert. Die Tochter des Sängers hat sich 2016 nach zwei Jahren Ehe von ihrem Mann getrennt. Die Scheidung wurde im vergangenen November offiziell, obwohl sich beide noch nicht über die Aufteilung des Hausrats geeinigt hatten. Das Model bekommt nun den Berichten zufolge das gemeinsame Haus in Los Angeles, ihr Ex-Mann die Gitarre. Silva behauptet, Cobain habe ihm diese während ihrer Beziehung geschenkt.

+++ 8.19 Uhr: Goldschmuggel im BH - Gericht in Japan verhängt Bewährungsstrafe +++

Drei Asiatinnen sind mit Gold im Büstenhalter beim Schmuggeln in Japan erwischt worden. Ein Gericht auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido verurteilte die Frauen aus Taiwan zu jeweils einem Jahr Gefängnis auf Bewährung, wie örtliche Medien berichteten. Sie hatten versucht, Goldstücke im Wert von rund 380.000 Euro in das Land zu schmuggeln. Demnach trug jede der drei Frauen jeweils zwei Goldstücke in Täschchen, die an ihren BHs befestigt waren. Jedes Goldstück war rund 1,8 Kilogramm schwer, hieß es. Der versuchte Schmuggel flog auf, als die Frauen Anfang November aus ihrer Heimat kommend am Flughafen Hakodate auf Hokkaido ankamen. 

+++ 7.54 Uhr: Verschwundene Commonwealth-Athleten bitten in Australien um Asyl +++

Mehr als 19 Sportler aus Afrika waren während der Commonwealth-Spiele in Australien im Mai plötzlich verschwunden - jetzt beantragten sie dort Asyl. Sie hätten dafür bis zum letztmöglichen Tag gewartet, sagte die Anwältin der Sportler, Sarah Dale, dem TV-Sender ABC. Die Visa der Sportler wären am Dienstag um Mitternacht verfallen. Die etwa zwei Dutzend Sportler stammen aus Kamerun, Uganda, Ruanda und Sierra Leone. Australiens Heimatschutzminister Peter Dutton hatte angedroht, jeden der Athleten bei Verstoß gegen die Visaregeln festnehmen und abschieben zu lassen. Nun müssen die Asylbewerber nachweisen, dass sie in ihren Heimatländern eine Verfolgung aus religiösen, politischen oder ethnischen Gründen fürchten müssen.

+++ 7.31 Uhr: Attacke beim Training - Ex-Wolfsburger Bas Dost verletzt +++

Stürmer Bas Dost von Sporting Lissabon ist offensichtlich von Vermummten auf dem Vereins-Trainingsgelände am Kopf verletzt worden. Medienberichten zufolge haben 50 Maskierte das Areal gestürmt. Sie hätten randaliert und sich aggressiv gegenüber Spielern, Trainern und Mitarbeitern verhalten, teilte der Club mit. Dabei erlitt der 28-jährige Niederländer, der vor dem Wechsel zu Sporting vor knapp zwei Jahren beim VfL Wolfsburg in der Bundesliga gespielt hatte, wohl eine Verletzung am Kopf – im Internet kursierende Fotos zeigen ihn mit einer Wunde an der Stirn. In seiner Mitteilung verurteilte der Club den Angriff der Chaoten: "Die Täter sind keine Fußball-Fans, sondern Kriminelle." Man werde alles dafür tun, um das Geschehene aufzuklären und Strafen für die Verantwortlichen einzufordern, hieß es weiter.

+++ 7.26 Uhr: Ehefrau verprügelt US-Golfer Lucas Glover +++

Ehekrach nach einem schlechten Turnier: Die Ehefrau von US-Profigolfer Lucas Glover ist nach einem Streit mit ihrem Mann und dessen Mutter kurzzeitig verhaftet worden. "Es geht allen gut. Obwohl Krista als Beschuldigte gilt, sind wir zuversichtlich, dass die Justiz aufklärt, was wirklich passiert ist und Krista in dieser privaten Angelegenheit freigesprochen wird", twitterte Glover. US-Medien berichten, Krista Glover habe sich am Samstag nach einem Golfturnier über die schlechte Leistung ihres Mannes aufgeregt und sei dann auf ihn und seine Mutter losgegangen. Offenbar kein Einzelfall. "Wenn er eine schlechte Runde spielt, beginnt Krista einen Streit und sagt, er sei ein Verlierer und Weichei, er solle alle feuern und besser gewinnen. Sonst würden sie und ihre Kinder ihn verlassen", zitierte der "Miami Herald" aus einem Vernehmungsprotokoll des Sportlers mit der Polizei.

+++ 7.22 Uhr: Indonesiens Polizei erschießt vier Bewaffnete nach Angriff auf Beamte +++

Polizisten in Indonesien haben vier Männer erschossen, die ein Polizeirevier mit Samurai-Schwertern angegriffen haben. Die Gruppe habe mit einem Mini-Bus das Tor vor dem Revier in Riau auf der Insel Sumatra durchbrochen und Polizisten mit den Schwertern attackiert, teilte die Nationalpolizei mit. Die Beamten hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Der fünfte Angreifer habe fliehen können. Laut indonesischen Medienberichten soll einer der Getöteten einen Sprengstoffgürtel getragen haben, wie er auch von Selbstmordattentätern verwendet wird. Die Polizei wollte dies zunächst aber nicht bestätigen. 

+++ 7.11 Uhr: Mindestens ein Toter nach Explosion in US-Klinik +++

Bei einer Explosion in einer Klinik in Kalifornien ist Medienberichten zufolge ein Mensch getötet worden. Mindestens drei weitere Menschen erlitten in dem Gebäude in Aliso Viejo südlich von Los Angeles Verletzungen, wie der TV-Sender NBC4 berichtete. Die Explosion sei mutwillig herbeigeführt worden, zitierte der Sender Ermittlerkreise. Danach soll sich der Sprengsatz in einem Paket befunden haben, das an eine bestimmte Person adressiert gewesen und in dem Gebäude abgegeben worden sei. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Die Explosion war dem Bericht zufolge so heftig, dass eines nahegelegenen Kindergartens aus dem Gebäude rannten.

+++ 4.19 Uhr: Kritik an Pipeline: Berlin macht sich zum "Steigbügelhalter Putins" +++

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 in der Ostsee scharf kritisiert. "Die Bundesregierung macht sich zum Steigbügelhalter des autokratischen Präsidenten (Wladimir) Putin, die erneuerbaren Energien werden ausgebremst, und es wird ein Spaltpilz für Europa geschaffen", sagte Baerbock dem Nachrichtenportal t-online.de. Über die Pipeline soll russisches Erdgas über die Ostsee nach Mittel- und Westeuropa transportiert werden. Nahe des Anlandepunkts Lubmin bei Greifswald starteten am Dienstag die Baggerarbeiten. "Statt weniger Gas aus mehreren Quellen soll es nun doppelt so viel Gas aus geben", kritisierte Baerbock. Der von Wirtschaftsminister Peter Altmaier geplante Deal mit Russland und der Ukraine konterkariere europäische Klimaschutzziele und werde Gaskunden teuer zu stehen kommen.

+++ 3.26 Uhr: Deutsche sehen Nationalmannschaft durch Erdogan-Treffen beschädigt +++

Eine große Mehrheit der Deutschen glaubt laut einer Umfrage, dass das Ansehen der deutschen Nationalmannschaft durch das Treffen der Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gelitten hat. 66,2 Prozent der Deutschen antworteten demnach mit "Ja, auf jeden Fall" auf eine entsprechende Frage, wie aus der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Zeitung "Die Welt" hervorgeht.  Weitere 16,7 Prozent antworteten mit demnach mit "Eher ja". 8,1 Prozent antworteten mit "Eher nein" und 4,7 Prozent mit "Nein, auf keinen Fall". Özil und Gündogan, die für Arsenal London und Manchester City spielen, hatten sich mit Erdogan in der britischen Hauptstadt London getroffen und sich auch mit ihm fotografieren lassen.

+++ 3.04 Uhr: Versicherer wollen künftig Dashcam-Aufnahmen nutzen +++

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Minikameras im Auto werden vermutlich nun auch die Versicherungen auf die Technik zurückgreifen. Es sei davon auszugehen, dass die Autoversicherer künftig Dashcam-Aufnahmen nutzen werden, um die Aufklärung von Unfällen zu erleichtern, sagte Tibor Pataki, Leiter der Abteilung Kraftfahrtversicherung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft der Nachrichtenagentur DPA.Eine denkbare positive Folge könne zum Beispiel sein, dass Kunden ihren Rabatt bei der Versicherung trotz eines Unfalls möglicherweise behalten dürfen: "Wenn Sie durch die Dashcam nachweisen können, dass Sie überhaupt keine Schuld an einem Unfallgeschehen haben, dann rettet das Ihren Schadensfreiheitsrabatt."

+++ 2.44 Uhr: Jugendlicher gesteht Mord an siebenjährigem Mädchen in Wien +++

Ein Jugendlicher hat den Mord an einem siebenjährigen Mädchen in Wien gestanden. Der 16-Jährige sei festgenommen worden und habe die Tat zugegeben, sagte der stellvertretende LKA-Chef Michael Mimra. Der Jugendliche ist demnach ein Nachbar der Familie des Mädchens. Als Tatmotiv habe der 16-Jährige "allgemeine Wut" genannt, nähere Angaben machte er demnach nicht. Die Siebenjährige war am Freitag vom Spielplatz einer Wohnhausanlage im Nordwesten verschwunden und als vermisst gemeldet worden. Am Samstag wurde die Leiche des Mädchens in einem Müllcontainer entdeckt. Laut Polizei wurde das Kind durch einen Stich in den Hals getötet. Mimra sagte am Dienstag, der 16-Jährige habe das Mädchen offenbar ins Badezimmer der Wohnung seiner Familie geführt. Dort habe er dem Kind mit einem Küchenmesser brutal in den Hals gestochen.


+++ 2.39 Uhr: Französische Spitzenköche fürchten um den Camembert +++

Französische Spitzenköche gehen auf die Barrikaden, weil der berühmte Normandie-Camembert künftig auch mit pasteurisierter hergestellt werden darf - und nicht mehr nur mit Rohmilch. Der Käse werde seinen Charakter verlieren und eine "vulgäre weiche Paste ohne Geschmack" werden, heißt es in einem Appell, den die Zeitung "Libération" veröffentlichte. Das sei ein "verhängnisvolles Risiko für Bauern und Verbraucher". Im Februar wurde entschieden, dass künftig auch Normandie-Camembert aus pasteurisierter Milch das begehrte AOP-Herkunftssiegel tragen darf. Damit sollte ein verwirrendes Nebeneinander von verschiedenen Normandie-Camemberts beendet werden - und ein seit Jahren andauernder Streit zwischen Produzenten der nordfranzösischen Region.

+++ 2.20 Uhr: USA verurteilen Eröffnung von Brücke zwischen der Krim und Russland +++

Die USA haben die Einweihung einer Brücke zwischen der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel und dem russischen Festland verurteilt. Der russische Bau der Brücke zeige, dass Russland sich weiterhin "über internationales Recht hinwegsetzen" wolle, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, am Dienstag. Mit der Brücke wolle Russland die "unrechtmäßige Beschlagnahme" von ukrainischem Gebiet untermauern. Die "Krim ist ein Teil der Ukraine", erklärte Nauert. Die Brücke sei ohne Genehmigung der ukrainischen Regierung gebaut worden. Vier Jahre nach der Annexion der Krim hatte Russlands Staatschef die 19 Kilometer lange Brücke über der Meerenge von Kertsch eröffnet. Neben den USA kritisierten auch die Ukraine und die EU den Brückenbau. Großbritannien erklärte, es handle sich um ein "weiteres Beispiel für das gefährliche Verhalten Russlands".

+++ 0.23 Uhr: UN-Menschenrechtsrat beraumt Sondersitzung wegen Gewalt im Gazastreifen an +++

Nach der blutigen Gewalt im Gazastreifen hat der UN-Menschenrechtsrat für Freitag eine Sondersitzung anberaumt. Bei der Sitzung soll es um die "sich verschlimmernde humanitäre Lage in den besetzten Palästinensergebieten, darunter Ost-Jerusalem" gehen, teilte ein Sprecher des Gremiums am Dienstag in Genf mit. Die Sondersitzung sei von den Palästinensern und den Vereinigten Arabischen Emiraten beantragt worden, sagte der Sprecher. Bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee an der Grenze des Gazastreifens zu Israel waren am Montag fast 60 Palästinenser getötet worden, darunter auch Kinder und Jugendliche. Mehr als 2400 Menschen wurden verletzt.

+++ 0.07 Uhr: Weißes Haus reagiert zurückhaltend auf Nordkoreas Gipfel-Äußerungen +++

Das Weiße Haus hat zurückhaltend auf Medienberichte reagiert, wonach Nordkorea den Gipfel von Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump infrage stellen könnte. "Wir sind uns des Medienberichts aus Südkorea bewusst. Die Vereinigten Staaten werden prüfen, was Nordkorea unabhängig davon gesagt hat", erklärte Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Sie ergänzte, die US-Regierung werde sich weiter eng mit ihren Verbündeten abstimmen. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte, die Übungen seien lange angekündigt gewesen, es handele sich um regelmäßige Frühlingsmanöver. Der Sprecher betonte, die Übungen seien seit Jahrzehnten defensiver Natur und dienten der Sicherung der südkoreanischen Verteidigungsfähigkeiten.

+++ 0.07 Uhr: Rheinische Post: Pro-russische Rebellen behindern OSZE-Beobachter +++

Die OSZE-Mission zur Beobachtung der  Entwicklung in der Ostukraine wird zunehmend daran gehindert, ihre  Aufgaben zu erfüllen. Das geht nach einem Bericht der in Düsseldorf  erscheinenden "Rheinischen Post" aus einer Antwort  der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Nach diesen  Angaben stieg die Zahl der Fälle von eingeschränkter  Bewegungsfreiheit im vergangenen Jahr um 24 Prozent auf 2422. Zu 82 Prozent gingen gezielte Behinderungen der Mission von prorussischen Rebellen aus. Die Beobachter selbst gerieten 29 Mal unter Beschuss. Linken-Entwicklungsexpertin Helin Evrim Sommer rief unmittelbar vor dem Treffen der Bundeskanzlerin mit dem russischen Präsidenten zu  neuen Anstrengungen auf. "Nicht nur das Iran-Abkommen, sondern auch Minsk-II muss gerettet werden", sagte Sommer. Die Umsetzung sei keinen Schritt vorangekommen. Die Armee und die Aufständischen  stünden sich "stärker denn je hochgerüstet gegenüber".

+++ 0.04 Uhr: Störaktionen angedroht: Auftritt von 187 Strassenbande geplatzt +++

Ein für Donnerstag geplanter Auftritt der umstrittenen Gangsta-Rapper 187 Strassenbande in Nordrhein-Westfalen ist geplatzt. Grund sind angekündigte Störaktionen. "Die hieraus möglicherweise resultierenden Folgen sind aus unserer Sicht leider nicht steuerbar und gefährden im schlimmsten Fall das friedliche und bunte Fest, dass das AStA Sommerfestival immer war und auch in Zukunft bleiben soll", so der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Paderborn. Die Gruppe hätte der Hauptact sein sollen, ihr Ersatz war vorerst geheim. Kritiker werfen den Hamburgern rund um Rapper Gzuz vor, in ihren Texten sexistische Ansichten und Gewaltverherrlichung zu verbreiten. Im Internet gab es eine Petition gegen den Auftritt. Laut AStA riefen Gegner zu Störaktionen auf: "Nach einem intensiven Austausch mit der Agentur und dem Management der 187 Strassenbande sind wir schweren Herzens zu der Entscheidung gekommen, den Auftritt abzusagen."

+++ 0.04 Uhr: Vergrößerter Bundestag kostet 60 Millionen Euro im Jahr +++

Die Vergrößerung des Bundestages auf 709 Abgeordnete seit der Bundestagswahl kostet die Steuerzahler einem Zeitungsbericht zufolge rund 60 Millionen Euro im Jahr. Die Gesamtausgaben für den Bundestag steigen in diesem Jahr um 9,8 Prozent auf 955,64 Millionen Euro, wie aus dem Entwurf des Bundeshaushalts für 2018 hervorgeht. Den größten Teil davon machten die Ausgaben aus, die im Zusammenhang mit der Zahl der Abgeordneten stehen, schreibt die "Bild"-Zeitung. Gegenüber dem vor der Wahl vorgelegten Etatentwurf für den damals noch kleineren Bundestag steigen die Kosten für die Mitarbeiter der Parlamentarier demnach um 27 Millionen auf 239,6 Millionen Euro. Die Ausgaben für die Bundestagsfraktionen wachsen um 20,5 Millionen auf 108,6 Millionen Euro an. Die Mehrausgaben für die Abgeordneten-Diäten belaufen sich dem Bericht zufolge auf 8,5 Millionen Euro. Für die steuerfreien Kostenpauschalen der Abgeordneten sind demnach 4,1 Millionen Euro mehr fällig. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) will das auf Rekordgröße aufgeblähte Parlament wieder verkleinern und dringt deshalb auf eine Reform des Wahlrechts. Der Bundestag müsse "erkennen, dass seine Akzeptanz in der Öffentlichkeit Schaden nimmt, wenn er nichts ändert", hatte Schäuble jüngst der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.


nik/tkr / DPA / AFP