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News am Wochenende Für einen Tag an der Ostsee: Schwarzfahrerin fährt auf Güterzug mit

Hinter zwei geschlossenen Schranken quert ein Güterzug mit Containern eine Straße. Die Waggons sind wegen des Tempos unscharf
Auf einem Güterzug wollte eine 27-Jährige an die Ostsee fahren (Symbolbild)
© Julian Stratenschulte / DPA
Die News vom Wochenende im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News von heute im stern-Ticker:

17.32 Uhr: Zwei Polizisten sterben bei Bombenanschlag in Afghanistan

In der nördlichen Provinz Balch wurden bei einem Autobombenanschlag am Sonntag zwei Polizisten getötet. 15 weitere Menschen wurden verletzt, darunter Zivilisten. Zu der Tat bekannten sich die Taliban.

Der bevorstehende Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan hat Befürchtungen vor einem weiteren Anstieg der Gewalt in dem Land ausgelöst. In den vergangenen Wochen gab es nahezu täglich Gefechte zwischen afghanischen Streitkräften und Taliban-Kämpfern, bei denen die islamistische Miliz auch Gebiete eroberte.

17.26 Uhr: Israel beginnt Corona-Impfung von 12- bis 16-Jährigen

Israel hat am Sonntag mit der Impfung von Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren begonnen. "Für mich ist es wichtig, meine Kinder impfen zu lassen", sagte die 48-jährige Miriam Schwartz, die ihre zwölf und 14 Jahre alten Kinder in ein Impfzentrum in Jerusalem begleitete. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer war von den Gesundheitsbehörden für "wirksam und sicher" erklärt worden, nachdem sie zuvor von einem "möglichen Zusammenhang" zwischen dem Impfstoff und Fällen von Herzmuskelentzündungen bei jungen Menschen gesprochen hatten. 

17.18 Uhr: Zehntausende Menschen fordern in Berlin auf Fahrrädern Verkehrswende

Mit einer Sternfahrt durch weite Teile Berlins haben am Sonntag Zehntausende Menschen mit ihren Fahrrädern für eine Verkehrswende protestiert. Die traditionelle Fahrrad-Sternfahrt des Fahrradclubs ADFC stand unter dem Motto: "Die Zukunft beginnt heute - Verkehrswende jetzt".

Der ADFC, der pandemiebedingt mit bis zu 15 000 Menschen gerechnet hatte, sprach am Sonntag von rund 20 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Polizei sprach entsprechend von einer niedrigen fünfstelligen Zahl. Auf Videos und Bildern war zu sehen, dass sich die Protestierenden weitgehend an die vom Verband vorgegebene Maskenpflicht hielten.

Von mehr als einem Dutzend Startpunkten am Stadtrand aus fuhren die Radler auf mehreren Strecken in Richtung Innenstadt zur Abschlusskundgebung zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor. Auch aus Brandenburg machten sich Fahrradkolonnen auf den Weg nach Berlin. Teile der Strecken führten auch über die Autobahn Avus im Westen Berlins und über die Stadtautobahn in Tempelhof und Neukölln. Wegen vieler Straßensperren mussten Autofahrer große Umleitungen in Kauf nehmen.

16.50 Uhr: Tote bei türkischem Angriff nahe Flüchtlingslager im Irak

Bei einem türkischen Drohnenangriff in Nähe eines Flüchtlingslagers im Irak sind kurdischen Angaben zufolge drei Menschen getötet worden. Das sagte Sirwan Barsani, Kommandeur der kurdischen Peschmerga, dem Nachrichtenportal Rudaw. Das irakische Präsidialamt teilte mit, der Angriff in der nordirakischen Stadt Machmur nahe Erbil sei eine "ernsthafte Eskalation, die das Leben von Bürgern sowie Flüchtlingen gefährdet", wie die staatliche Nachrichtenagentur INA am Sonntag mitteilte. 

Im von den Vereinten Nationen unterstützten Flüchtlingslager Machmur sind rund 12 000 Menschen untergebracht. Die Türkei hatte das Lager mutmaßlich bereits vor rund einem Jahr mit einer Drohne angegriffen, wobei zwei Frauen getötet wurden. Die Regierung in Bagdad bestellte daraufhin den türkischen Botschafter ein.

16.27 Uhr: Randale in Dublin: Jugendliche bewerfen Polizei mit Flaschen

In Dublin ist es am Wochenende zu Zusammenstößen von Jugendlichen mit der Polizei gekommen. 19 Personen seien festgenommen worden, wie die Polizei laut Berichten des irischen Senders RTÉ mitteilte. Am Samstagabend hatten sich im Zentrum rund 200 Jugendliche versammelt, auch am Freitag gab es trotz der noch geltenden Corona-Beschränkungen Massenansammlungen. Polizisten wurden mit Flaschen beworfen, als sie versuchten, die Menschenmengen aufzulösen. Der irische Gesundheitsminister verurteilte die Vorfälle als "komplett inakzeptabel".

Auch in Finnland gab es dem Sender Yle zufolge ähnliche Vorfälle - genauso wie in Deutschland. In Nürnberg etwa randalierten nachts mehrere Dutzend Menschen. Mehrere Beamte wurden verletzt.

15.49 Uhr: Papst bestürzt über Fund von Kinderleichen in Kanada

Papst Franziskus hat seine Trauer über den Fund von 215 Kinderleichen in einem früheren katholischen Internat für Ureinwohner in Kanada bekundet. "Mit Schmerzen" verfolge er die Nachrichten aus Kanada, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag zum Ende des Angelusgebets auf dem Petersplatz. Er rief die Pilger zum stillen Gebet für die Opfer und ihre Familien auf. Auf Forderungen, sich zu entschuldigen, ging er aber nicht ein.

Er schließe sich den kanadischen Bischöfen und der gesamten katholischen Kirche in Kanada an und erkläre seine "Solidarität mit dem kanadischen Volk, das durch diese schockierende Nachricht traumatisiert ist", sagte Franziskus. Er forderte die kirchlichen und staatlichen Stellen auf, bei der Aufklärung der "traurigen Angelegenheit" weiter eng zusammenzuarbeiten.

15.45 Uhr: 27-Jährige wollte auf Güterzug versteckt zur Ostsee

Eine 27-Jährige hat am Samstag versucht, ohne Ticket und mit einem Güterzug nach Rostock zu gelangen. Zeugen hätten der Deutschen Bahn die Frau gemeldet, die wiederum die Polizei alarmiert habe, teilte die Polizeidirektion Süd mit. Beamte stoppten daraufhin den Zug bei Hohenleipisch (Elbe-Elster) und entdeckten die 27-Jährige unter einer Ladung.

Die Frau aus Tschechien habe angegeben, sie sei im sächsischen Bad Schandau auf den Zug gestiegen, um nach Rostock zu gelangen, hieß es weiter. Dort wolle sie einen Tag an der Ostsee verbringen und anschließend auf die gleiche Weise wieder zurück nach Hause fahren.

Die Frau sei des Zuges verwiesen worden und ihre Personalien an die Bundespolizei weitergegeben worden, berichtete die Polizei. Nun erwarte die Frau ein Bußgeldverfahren. Woher die 27-Jährige das Ziel des Zuges erfahren haben könnte und ob dieser überhaupt nach Rostock unterwegs gewesen sei, sei nicht ermittelt worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

15.07 Uhr: WHO-Vertreter lobt Boris Johnsons Impf-Ziel für Weltbevölkerung

Großbritanniens Appell, die gesamte Weltbevölkerung bis Ende nächsten Jahres gegen Corona zu impfen, hat bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anklang gefunden. Diesem Ziel ein konkretes Datum zu geben, sei "wundervoll", sagte der WHO-Covid-19-Beauftragte David Nabarro dem Sender Sky News. Es erhöhe die Hoffnung, dass die Regierungen der Industrienationen tatsächlich einen Plan dazu entwerfen würden. Der britische Premier Boris Johnson hatte vor dem anstehenden G7-Gipfel dazu aufgerufen, die Impfung der ganzen Welt bis Ende 2022 anzustreben.

14.26 Uhr: Zwei Menschen auf Korfu erschossen

Auf der griechischen Urlauberinsel Korfu sind in der Nähe eines Hotels zwei Menschen erschossen worden. Die tödlichen Schüsse seien am Sonntagmorgen im Touristenort Dassia gefallen, teilte ein Vertreter der Polizei in Athen mit. Einem Augenzeugen zufolge erschoss sich der Täter anschließend selbst.

Die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, ein Einheimischer habe wegen eines privaten Streits zwei Nachbarn getötet - einen Mann und eine Frau. Bei einem der Opfer handelt es sich nach Angaben aus Polizeikreisen um einen Griechen, der in Frankreich lebte. 

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ERT hatte zuvor berichtet, bei den Opfern handele es sich um ein französisches Paar, das auf der Insel gelebt habe. Von den Hotelgästen wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. 

14.19 Uhr: Letzter Auschwitz Befreier: David Dushman mit 98 Jahren gestorben

Der letzte lebende Befreier des Konzentrationslagers Auschwitz, David Dushman, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Das bestätigte ein Sprecher der Israelitischen Kultusgemeinde München (IKG) am Sonntag. Demzufolge war Dushman in der Nacht zu Samstag in einem Münchner Krankenhaus gestorben. Anlässlich seines letzten Geburtstages war er zudem zum Ehrenmitglied der IKG ernannt worden.

David Dushman stammte aus der ehemaligen Sowjetunion und kämpfte als Panzerfahrer unter anderem in der Schlacht von Stalingrad. Am 27. Januar 1945 walzte er im Alter von 21 Jahren mit einem Panzer der Roten Armee den Zaun des Konzentrationslagers Auschwitz nieder.

Nach dem Krieg trainierte er von 1952 bis 1988 als Fechttrainer die Frauennationalmannschaft der Sowjetunion. Dabei erlebte er auch den Terroranschlag auf die israelische Mannschaft beim Olympia-Attentat 1972 in München mit. Als Zeitzeuge trat er später an Schulen auf und erzählte seine Geschichte.

13.51 Uhr: Spahn weist Vorwürfe in Masken-Affäre zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Vorwürfe um angeblich minderwertige Corona-Masken zurückgewiesen. Die Schutzmasken, um die es in der aktuellen Diskussion gehe, seien intensiv geprüft und hätten alle nötigen Eigenschaften, sagte Spahn in Berlin laut einer Mitteilung. SPD und Opposition hatten mit heftiger Kritik auf einen Bericht reagiert, nach dem Spahns Ministerium bestimmte Masken vorübergehend für Obdachlose und Menschen mit Behinderung vorsehen wollte. Diese Masken seien nur wenig geprüft gewesen. Spahn erwiderte: "Dass einige nun bewusst Obdachlose und Menschen mit Behinderung verunsichern, um Stimmung zu machen, sagt mehr über den Zustand der SPD als über die Qualität der Masken aus." Die Sicherheit von Schutzmasken habe im Ministerium absolute Priorität. Die Vorwürfe des Koalitionspartners bezeichnete Spahn als "empörend".

13.15 Uhr: Falsche Corona-Tests? 140 Reisende am Prager Flughafen gestoppt

Die tschechische Fremdenpolizei hat am Prager Vaclav-Havel-Flughafen 140 Reisende stundenlang aufgehalten, weil sie ihre Corona-Tests nicht anerkannte. Außenminister Jakub Kulhanek kündigte eine Untersuchung an, ob das Vorgehen der Polizisten korrekt war. Nach Medienberichten war bei den Touristen am Samstag der Verdacht entstanden, ihre Testzertifikate könnten gefälscht sein. Deshalb mussten sie sich alle nochmals testen lassen, bevor ihnen die Einreise nach Tschechien erlaubt wurde.

Betroffen waren fast ausschließlich tschechische Touristen, die in zwei Flugzeugen von einem Tunesien-Urlaub heimkehrten, meist Familien mit Kindern. Nach Angaben der Reiseveranstalter seien sie noch in Tunesien von einem tschechischen Arzt nach tschechischen Standards getestet worden, bevor sie ihren Rückflug in die Heimat antraten.

12.12 Uhr: Bischof Gerber – Kirche steht vor entscheidender Weichenstellung

Die katholische Kirche steht nach Einschätzung des Fuldaer Bischofs Michael Gerber vor einer entscheidenden Weichenstellung. "Nehmen wir den unbequemen Diskurs mit den Fragen der Menschen unserer Tage an und gehen wir damit das Risiko ein, dass sich die Gestalt unserer Kirche verändert?", fragte er laut Mitteilung während eines Pontifikalamtes zum Bonifatiusfest. Demnach waren rund 500 Gottesdienstbesucher auf den Fuldaer Domplatz gekommen. Die Kirche stehe vor einer doppelten Herausforderung, hieß es in der Mitteilung des Bistums: "Den furchtbaren Erfahrungen von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt, die es aufzuarbeiten gilt, und einer säkularen Gesellschaft, mit der es weder Bonifatius, noch Paulus oder andere große Gestalten der Kirchengeschichte bisher zu tun hatten." 

11.11 Uhr: Nigerias Präsident – Twitter-Sperre nur temporär wegen "Fake News"

Die Sperre des Kurznachrichtendienstes Twitter in Nigeria soll nach Aussage von Präsident Muhammadu Buhari nur vorübergehend sein. Die Entscheidung der Plattform, einen Tweet Buharis zu löschen, sei "enttäuschend" gewesen, aber nicht der einzige Grund für die landesweite Sperre der Plattform, sagte der Präsident auf Facebook. In der größten Demokratie Afrikas ist Twitter seit Samstagfrüh für die meisten Menschen nicht mehr zugänglich. Durch Twitter würden Fehlinformationen und Fake News verbreitet, die in Nigeria teilweise gewaltsame Konsequenzen nach sich zögen, ohne dass die Plattform zur Verantwortung gezogen werden könne, so Buhari weiter. 

Am Mittwoch hatte Twitter einen kontroversen Tweet Buharis über den nigerianischen Bürgerkrieg gelöscht und das Konto des Staatschefs für zwölf Stunden suspendiert. Ohne einen konkreten Grund anzugeben, kündigte die Regierung am Freitagabend überraschend die Sperre der Plattform an.

10.10 Uhr: Erneut schwere Gefechte in Afghanistan - Dutzende Tote befürchtet

In Afghanistan setzen die militant-islamistischen Taliban ihre Offensiven im Land fort. In der Nacht zu Sonntag (Ortszeit) haben sie ein weiteres Bezirkszentrum in der Provinz Fariab im Norden des Landes angegriffen. Vor der Polizeistation im Zentrum des Bezirks Kaisar sei eine Autobombe detoniert. Der örtliche Polizeichef und mindestens acht seiner Polizisten seien ums Leben gekommen, sagte der Bezirksgouverneur Abdul Baki Haschimi der Deutschen Presse-Agentur. Seit dem Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan haben die Taliban ihre Angriffe in dem Krisenland intensiviert. Mindestens sieben Bezirke sind seither an sie gefallen, drei alleine seit Donnerstagnacht (Ortszeit). 

9.51 Uhr: Umfrage – Union kann Vorsprung vor Grünen ausbauen

Die Union kann laut dem neuen "Sonntagstrend" der "Bild am Sonntag" ihren Vorsprung vor den Grünen leicht ausbauen. Wie die Befragung durch das Institut Insa ergab, würden derzeit 26 Prozent der Wahlberechtigten CDU oder CSU wählen – das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Die Grünen verlieren dagegen einen Punkt und kommen auf 21 Prozent. Die SPD kann in der Wählergunst einen Punkt zulegen und kommt auf 17 Prozent. Die AfD verharrt bei zwölf Prozent. FDP (zwölf Prozent) und Linke (sechs Prozent) verlieren je einen Prozentpunkt. 

9.16 Uhr: US-Regierung will umstrittene Praxis zum Zugriff auf Journalisten-Daten beenden

Die US-Regierung will nach eigenen Angaben während laufender Untersuchungen zu medialen Enthüllungen nicht mehr eine umstrittene Rechtspraxis anwenden, mit der Journalisten zur Herausgabe ihrer Telefon- und E-Mail-Daten gebracht werden sollten. Das Justizministerium in Washington teilte mit, "in Änderung seiner langjährigen Praxis" nicht mehr zu versuchen, Informationsquellen von Medienschaffenden zu erhalten. Versuche von US-Regierungen, Zugriff auf Telekommunikationsdaten von Journalisten zu bekommen, lösten in der Vergangenheit immer wieder Kritik von Pressefreiheits-Aktivisten aus.

Die Zeitung "New York Times" hatte kürzlich von einem verdeckten Rechtsstreit berichtet, im Zuge dessen das Justizministerium versucht habe, an E-Mail-Daten von vier seiner Reporter zu gelangen. Der Rechtsstreit hatte demnach bereits während der Amtszeit von Ex-US-Präsident Donald Trump begonnen und war nach Bidens Amtsantritt zunächst fortgesetzt worden. 

8.15 Uhr: Kardinal Woelki laut Kirchenrechtler nicht mehr haltbar

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ist nach Einschätzung des Kirchenrechtlers Thomas Schüller nicht mehr haltbar. Woelki selbst halte aber offenbar an seinem Amt fest. "Den Zeitpunkt für einen souveränen Rücktritt ohne größeren Gesichtsverlust hat er bereits verpasst", sagte Schüller der Deutschen Presse-Agentur. Woelki versicherte in einem am Sonntag verbreiteten Statement für das Kölner Domradio, dass er in seinem Bistum Veränderungen vorantreiben wolle. Zuvor war er durch das Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx unter Druck geraten, ebenfalls Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche zu ziehen. Woelki ist deutlich umstrittener als Marx.

8 Uhr: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt hat die Landtagswahl begonnen, die Wahllokale sind geöffnet. Rund 1,8 Millionen Menschen sind zur Wahl des neuen Landesparlaments in Magdeburg aufgerufen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat laut Umfragen gute Chancen auf eine dritte Amtszeit, sollte seine Partei wieder stärkste Kraft werden. Nach den jüngsten Umfragen könnte es aber zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD kommen. Es ist die letzte Landtagswahl vor der Bundestagswahl im September. Wegen der Corona-Pandemie wird wie zuletzt in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit einem hohen Briefwahl-Anteil gerechnet.

5.09 Uhr: RKI registriert 2440 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 24,7

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.04 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3852 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 24,7 an (Vortag: 26,3; Vorwoche: 35,2).

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: "Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden."

4.50 Uhr: Fünf Menschen sterben bei Messerangriff im Osten Chinas

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat in einer Stadt im Osten Chinas fünf Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Der Angriff ereignete sich Samstagnachmittag in Anqing, rund 430 Kilometer westlich von Shanghai, wie das staatliche Fernsehen CCTV berichtete. Der Verdächtige sei festgenommen worden. Die Untersuchungen zu den Hintergründen der Tat in einer Fußgänger- und Einkaufsstraße der Stadt dauerten an, gab das Büro für öffentliche Sicherheit von Anqing bekannt. 

3.29 Uhr: Gesundheitsminister korrigiert Impfprognose für Erwachsene nach unten

Angesichts der Aufhebung der Impfpriorisierung am Montag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger um mehr Geduld gebeten und gleichzeitig seine Impfprognose nach unten korrigiert. "80 Prozent der impfwilligen Erwachsenen werden bis Mitte Juli mindestens einmal geimpft sein", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". Bei der Talkshow "Anne Will" vergangene Woche hatte Spahn noch von 90 Prozent bis Mitte Juli gesprochen. Zur Aufhebung der Impfreihenfolge sagte der Minister: "Nicht alle können gleichzeitig am Montag einen Termin bekommen." Er bitte daher um "Nachsicht mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Arztpraxen und Impfzentren". Noch sei nicht genug Impfstoff für alle da. 

2 Uhr: Nato warnt Moskau und Minsk vor Bedrohung Alliierter

Nach der von belarussischen Behörden erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs aus der EU und den daraus resultierenden Spannungen hat die Nato Russland und Belarus gewarnt. "Wir sind natürlich bereit, im Ernstfall jeden Alliierten zu beschützen und zu verteidigen gegen jede Art von Bedrohung, die von Minsk und Moskau ausgeht", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der "Welt am Sonntag". "Wir sind wachsam, und wir verfolgen sehr genau, was in Belarus passiert." Belarus werde "immer abhängiger" von Russland.

Die News von Samstag, den 5. Juni 2021:

21.36 Uhr: Polizei nimmt Al-Dschasira-Journalistin bei Protesten in Ost-Jerusalem fest

Bei einer Demonstration im arabisch geprägten und von Israel annektierten Viertel Scheich Dscharrah in Jerusalem ist eine Korrespondentin des katarischen TV-Senders Al-Dschasira (Al-Jazeera) festgenommen worden. Xavier Abu Eid von der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO warf israelischen Polizeikräften vor, sie hätten das Fernsehteam angegriffen und deren Ausrüstung zerstört.

Ein Sprecher der israelischen Polizei teilte hingegen mit, die Frau habe die Truppen während der Auflösung einer Demonstration gemeinsam mit einem Mann physisch angegriffen. Sie habe sich auch geweigert, sich zu identifizieren. Auf Videoaufnahmen von dem Vorfall war allerdings zu sehen, dass die Frau eine Weste mit der Aufschrift "Presse" trug. Sie befinde sich gegenwärtig auf einer Polizeistation, sagte der Sprecher.

20.48 Uhr: Israels Geheimdienst warnt vor Hetze und Blutvergießen

In einer ungewöhnlichen Stellungnahme hat Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet davor gewarnt, politische Hetze im Land könne zu Blutvergießen führen. "In letzter Zeit identifizieren wir eine Verstärkung und schlimme Radikalisierung aggressiver und hetzerischer Debatten, vor allem in sozialen Netzwerken", sagte Schin-Bet-Chef Nadav Argaman am Samstag. Diese enthielten auch Aufrufe zur Gewalt.

Bestimmte Gruppierungen oder Individuen könnten dies als Legitimierung gewaltsamer Übergriffe oder sogar Blutvergießen auslegen, warnte Argaman. Er appellierte an alle Verantwortlichen, sich sofort für eine Beruhigung der Lage einzusetzen.

Schin Bet schützt seit Donnerstag den designierten Regierungschef Naftali Bennett von der ultrarechten Jamina-Partei. Hintergrund ist eine Zunahme an Hetze gegen den 49-jährigen Politiker in sozialen Netzwerken und auf Demonstrationen.

20.21 Uhr: Tausende protestieren in Budapest gegen geplanten Campus einer chinesischen Uni

Tausende Menschen sind am Samstag in Budapest gegen den geplanten Bau eines chinesischen Campus in der ungarischen Hauptstadt auf die Straße gegangen. Rund 10.000 Demonstranten beteiligten sich an dem Protestmarsch, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Hintergrund sind Pläne der rechtskonservativen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban, in Budapest eine Niederlassung der chinesischen Fudan-Universität anzusiedeln. 

Die Demonstranten hielten Banner mit der Aufschrift "Kein Fudan!" hoch und warfen Orban eine zu große Nähe zur chinesischen Regierung vor. Laut einer Vereinbarung zwischen Ungarn und dem Präsidenten der Shanghaier Universität soll ein derzeit brachliegendes Grundstück in Budapest bis 2024 den Fudan-Campus beherbergen. Geplant ist der Bau eines 500.000 Quadratmeter großen Uni-Komplexes.

19.27 Uhr: Deutscher stürzt in den Tiroler Alpen in den Tod

Ein Mann aus Bonn ist bei einer Solo-Wanderung in den österreichischen Alpen ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen der Tiroler Polizei dürfte der 65-Jährige rund 400 Höhenmeter über schneebedecktes und felsiges Gelände abgestürzt sein. Er wurde am Samstag im Gebiet von Scharnitz nahe der bayerischen Grenze von einem Polizeihubschrauber entdeckt.

Nach Angaben eines Polizeisprechers in Innsbruck war der Wanderer am Dienstag in Scharnitz eingetroffen. Als er am Donnerstag nicht wie erwartet nach Bonn zurückkehrte, wurde er als vermisst gemeldet. Deutsche und österreichische Einsatzkräfte suchten ihn im Bereich der Karwendelspitze. Am Samstag wurde er schließlich leblos unterhalb eines Steges gefunden und mit einem Hubschrauber geborgen. Die Ermittler nehmen an, dass er auf einem Schneefeld ausgerutscht war.

19.01 Uhr: Belarus: "Luftblockade" der EU verstößt gegen internationales Recht

Die Ex-Sowjetrepublik Belarus hat die am Samstag offiziell in Kraft getretene "Luftblockade" der Europäischen Union als Verstoß gegen internationales Recht kritisiert. Unter Umgehung internationaler Verträge werde der belarussischen Fluggesellschaft Belavia verboten, den Luftraum der EU zu nutzen und Flughäfen dort anzufliegen. "Diese Sanktionen sind eine gewaltsame Übernahme des Marktes und des Geschäfts", sagte der Direktor der Luftfahrtabteilung des Verkehrsministeriums, Artjom Sikorski, am Samstag dem Staatsfernsehsender ONT in Minsk.

Mit der um Mitternacht in Kraft getretenen Strafmaßnahme reagierte die EU darauf, dass der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko vor rund zwei Wochen eine Ryanair-Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen hatte. Er ließ danach den an Bord reisenden regierungskritischen Blogger Roman Protassewitsch und seine Freundin Sofia Sapega festnehmen. Beide sitzen in Haft.

Vor einem schwarzen Hintergrund ist nur das gerötete Gesicht eines jungen Mannes mit dunkelblonden Locken ausgeleuchtet

Betroffen von dem Flugverbot sei nun die Linie Belavia, die nichts mit den Ereignissen zu tun habe, sagte Sikorski. "Es läuft ein Prozess der Erstickung." Belarus werde dagegen bei den internationalen Luftfahrtbehörden vorgehen und auf Schadenersatz klagen, teilte die Regierung in Minsk mit.

18.59 Uhr: Mindestens elf Zivilisten sterben bei Bombenanschlag in Afghanistan

Bei einem Bombenanschlag im Nordwesten Afghanistans sind mindestens elf Zivilisten getötet worden, unter ihnen auch Kinder. In der Provinz Badghis zerstörte eine am Straßenrand deponierte Bombe einen Lieferwagen, in dem die Menschen saßen, wie ein lokaler Behördenvertreter am Samstag sagte. Er machte die militant-islamistischen Taliban für den Anschlag verantwortlich - auch wenn sich zunächst niemand dazu bekannte.

Anschläge mit am Straßenrand deponierten Bomben werden häufig von den Taliban verübt. Eigentlich wollen sie so Konvois der afghanischen Streitkräfte angreifen, meist werden aber Zivilisten getroffen. Seit Beginn des offiziellen Abzugs der US- und anderer Nato-Truppen Anfang Mai sind mindestens sieben Bezirke an die Islamisten gefallen. Bis spätestens 11. September sollen alle internationalen Soldaten aus dem Land sein.

18.20 Uhr: Italien meldet Corona-Impfrekord

Italien hat im Kampf gegen das Coronavirus einen Impfrekord verbucht: Mehr als 600.000 Impfdosen seien am Freitag verabreicht worden, teilten die Behörden am Samstag mit. Bei der Gesamtzahl der vollständig Geimpften liege Italien in der EU nun mit 12,7 Millionen Immunisierten auf dem zweiten Platz hinter Deutschland. Dies entspreche fast 24 Prozent der über Zwölfjährigen in Italien. Insgesamt wurden den Angaben zufolge landesweit inzwischen mehr als 37 Millionen Impfdosen verabreicht. 

In Italien waren in den vergangenen Monaten hunderte neue Impfzentren eröffnet worden. Inzwischen gibt es 2666 solcher Einrichtungen, Anfang März waren es noch 1500. Rund 800 weitere Zentren sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. 

17.44 Uhr: Mehrere Tote bei Kämpfen zwischen Dorfbewohnern und Armee in Myanmar

Mehrere Zivilisten sind in Myanmar bei Kämpfen zwischen Dorfbewohnern und Soldaten getötet worden. Mehr als hundert Einsatzkräfte der Militärjunta seien in den Ort Kyon Pyaw in der südlichen Region Ayeyarwady eingedrungen, um Mitglieder einer örtlichen Bürgerwehr festzunehmen, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP. 

Die Bewohner hätten sich mit selbstgebauten Waffen zur Wehr gesetzt. Zwölf Zivilisten, unter ihnen ein vierjähriges Kind, sowie ein Soldat seien getötet worden. Die Staatsmedien sprachen von drei getöteten Zivilisten. Zudem seien mehrere Soldaten verletzt worden.

17.09 Uhr: Laschet offen für Verzicht auf Kurzstreckenflüge

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich bei der Landesvertreterversammlung der CDU NRW in Düsseldorf auch  zu der Idee eines Verzichts auf innerdeutschen Flügen geäußert. "Ok, bin ich dabei, wenn wir uns anders schnell bewegen können", sagte Laschet. "Dann wird aber nicht die Antwort gegeben: Wie soll es denn gehen? Und wir wollen, dass man schnell von Düsseldorf nach Berlin fahren kann."

Ein weißer Mann in blauem Anzug steht vor einem Mikrofon und gestikuliert mit seiner rechten Hand auf Höhe seines Kinns

16.38 Uhr: Drosten hält Chinas Pelzindustrie für Corona-Ursprung

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht unter den verschiedenen Hypothesen zur Herkunft von Sars-CoV-2 den Weg über die Pelzindustrie als plausibelste an. "Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft", sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin "Republik". In den Jahren 2002 und 2003 hatte eine von China ausgehende Infektionswelle weltweit zu etwa 800 Todesopfern geführt. Die Erkrankung wurde Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Sars) genannt. Der Ende 2019 erstmals nachgewiesene Erreger Sars-CoV-2 ist mit dem damaligen Virus sehr eng verwandt.

Beim ersten Sars-Virus seien die Übergangswirte Marderhunde und Schleichkatzen gewesen, sagte Drosten. "Das ist gesichert." In China würden Marderhunde nach wie vor in großem Stil in der Pelzindustrie verwendet. Dabei würden immer wieder auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht, die zuvor Fledermäuse - die als wahrscheinlichster Ursprung von Sars-CoV-2 gelten - gefressen haben können. "Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen", erklärte der Charité-Virologe. Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken."

16.32 Uhr: Bürgermeisterkandidat in Mexiko erschossen

Wenige Stunden vor der Parlaments- und Kommunalwahl in Mexiko ist im Osten des Landes ein weiterer Kandidat getötet worden. René Tovar Tovar sei im Bundesstaat Veracruz erschossen worden, berichtete die Zeitung "Milenio" am Samstag. Der Lokalpolitiker von der Partei Movimiento Ciudadano bewarb sich bei der Wahl am Sonntag für das Amt des Bürgermeisters in der Ortschaft Cazones de Herrera.

"Wir verurteilen diesen schrecklichen Mord an unserem Kandidaten", schrieb der örtliche Parteichef Sergio Gil Rullán auf Twitter. "Wir rufen die Regierung auf, ihre Arbeit zu erledigen und Frieden und Sicherheit zu garantieren."

16.26 Uhr: Verdächtiger nach Tötungsdelikt in Weinstadt gefasst

Nachdem an einem Bahnsteig in Weinstadt in der Nähe von Stuttgart ein Mann tot aufgefunden wurde, hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen - und die Identität des Toten geklärt. Gegen einen 17-Jährigen wurde am Samstag Haftbefehl wegen eines Tötungsdelikts erlassen, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.

Die Festnahme des jungen Deutschen geht demnach auf Hinweise aus der Bevölkerung zurück. Er sitzt nun in U-Haft. Bei dem Mann, der am Freitag tot am Bahnsteig von Weinstadt-Endersbach gefunden wurde, handelt es sich laut Polizei um einen 48-Jährigen aus dem Rems-Murr-Kreis. Der Mann sei am Samstag obduziert worden. Nähere Angaben dazu, wie der Mann umkam, machten die Ermittler zunächst nicht.

Die Polizei war gegen 5.30 Uhr am Freitag informiert worden, dass bei Gleis 3 eine bewusstlose Person liege. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. "Die Auffindesituation der toten Person ließ darauf schließen, dass sie durch äußere Gewaltanwendung zu Tode kam", hieß es. Die Kriminalpolizei bildete daraufhin die Sonderkommission "Bahnhof". Ihr gehören rund 60 Beamte und Beamtinnen an. Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat dauern an.

16.07 Uhr: Fünf Tote und mehrere Verletzte bei Messerattacke in China

Ein Mann hat im Osten Chinas Behörden zufolge Passanten mit einem Messer angegriffen und fünf getötet. Weitere 15 seien bei dem Vorfall am Samstagnachmittag in einer Fußgängerzone in Anqing in der Provinz Anhui verletzt worden, teilte das Sicherheitsbüro der Stadt mit. Polizisten nahmen den Angreifer demnach vor Ort fest. Das Motiv des Mannes war zunächst nicht bekannt. Auf Fotos war der mutmaßliche Täter mit einem an dem Kopf befestigten weißen Stoff zu sehen.

15.30 Uhr: Wetterdienst warnt vor Unwettern in sechs Bundesländern

Der Deutsche Wetterdienst hat vor schweren Gewittern von der Nordsee bis nach Sachsen und Ostbayern gewarnt. Betroffen seien Teile der Bundesländer Bayern, Thüringen, Sachsen, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, wie die Meteorologen in Offenbach mitteilten. Es drohten örtliche Blitzschäden, Überflutungen von Kellern und Straßen sowie Hagelschäden an Gebäuden, Autos und auf Äckern.

14.51 Uhr: Medien – Etwa zwanzig Tote bei Zusammenstößen in Myanmar

Bei Zusammenstößen mit Soldaten der Militärjunta im Süden Myanmars sind etwa zwanzig Zivilisten Medien zufolge getötet worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Delta News. Die Auseinandersetzungen hätten am Morgen im Ort Hlay Swel in der Reis-Anbauregion Ayeyarwady begonnen, als ein führendes Gemeindemitglied von Junta-Kräften festgenommen und vor den Augen der Einwohner misshandelt worden sei, sagte eine Augenzeugin der Deutschen Presse-Agentur am Telefon.

14.31 Uhr: Baerbock präzisiert Angaben zu Mitgliedschaften in Organisationen

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat in ihrem Lebenslauf im Internet unkorrekte Angaben zu Mitgliedschaften in Organisationen präzisiert. Sie hatte dort noch am Donnerstag unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Inzwischen wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt "Mitgliedschaften" nun "Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung".

Darunter wird jetzt ein Förderprogramm des German Marshall Fund genannt und die UNO-Flüchtlingshilfe als deutscher Partner des UNHCR. Beim ebenfalls bereits vorher aufgelisteten Europa/Transatlantik-Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung wird nun vermerkt, dass Baerbock inzwischen ausgeschieden ist. Die Änderungen hat zuerst ein "FAZ"-Journalist auf Twitter öffentlich gemacht.

13.50 Uhr: Rund hundert Tote bei Angriff in Burkina Faso

Bei einem Angriff im westafrikanischen Burkina Faso sind rund hundert Menschen getötet worden. Bei dem nächtlichen Überfall auf die Stadt Solhan im Norden des Landes handele es sich um die blutigste Attacke seit dem Beginn der dschihadistischen Gewalt im Jahr 2015, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Zahl der Toten könne noch steigen.

13.29 Uhr: Hunderte feiern in Tübingen – Polizei löst Ansammlung auf

Wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln hat die Polizei in Tübingen eine Ansammlung von etwa 300 Menschen aufgelöst. Die Menschen tranken Alkohol und versetzten sich "mehr und mehr in Feierlaune", wie die Polizei mitteilte. Als die Beamten die Gruppen aufforderten, nach Hause zu gehen, wurden sie den Angaben nach beschimpft. Bei der Räumung in der Nacht zum Samstag seien auch zwei Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden. Beamte nahmen den mutmaßlichen Täter fest. In der Nacht kam es auch zu mehreren Auseinandersetzungen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden. Auch in anderen Teilen der Stadt hatten sich zahlreiche Menschen versammelt. Sie zeigten sich den Beamten zufolge aber einsichtig.

13.07 Uhr: G7-Finanzminister verständigen sich auf Ziel globaler Mindeststeuer von 15 Prozent

Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) haben sich auf das Ziel einer globalen Mindeststeuer von 15 Prozent für Unternehmen verständigt. Dies geht aus der Abschlusserklärung des zweitägigen Ministertreffens in London hervor. Der britische Finanzminister Rishi Sunak bezeichnete das Abkommen als "historisch". Der Durchbruch ist eine wichtige Grundlage für eine weitere Einigung der G20-Staaten.

13.07 Uhr: NRW-CDU kürt Laschet zum Spitzenkandidaten für Bundestagswahl

Die nordrhein-westfälische CDU hat Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gekürt. Der CDU-Bundesvorsitzende wurde mit 232 Ja-Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt. Zwei Delegierte stimmten mit Nein. Das teilte Generalsekretär Josef Hovenjürgen mit. Zuvor hatte Laschet seinen Anspruch auf das Kanzleramt betont. "Ich will der nächste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden", rief Laschet den Delegierten zu. "Ich werde das nur schaffen, wenn wir Geschlossenheit aufbringen."

12.44 Uhr: Nigeria blockiert Twitter auf unbestimmte Zeit

Nigeria hat den Kurzbotschaftendienst Twitter für unbestimmte Zeit blockiert. Der Verbund nigerianischer Telekommunikationsanbieter erklärte, seine Mitglieder seien einer entsprechenden behördlichen Anordnung nachgekommen. Das Informationsministerium in Abuja hatte den Schritt am Freitag angekündigt und damit begründet, dass Twitter für Aktivitäten genutzt werde, "die dazu geeignet sind, die gemeinschaftliche Existenz Nigerias zu untergraben". Menschenrechtsaktivisten prangerten die Maßnahme als Angriff auf die Meinungsfreiheit an.

12.31 Uhr: US-Richter kippt kalifornisches Sturmgewehr-Verbot

Ein US-Richter hat ein seit mehr als 30 Jahren geltendes Verbot für Sturmgewehre in Kalifornien gekippt. In seiner 94-seitigen Urteilsbegründung erklärte der Bundesrichter Roger T Benitez, das 1989 in Kraft gesetzte Verbot sei verfassungswidrig. US-Bürger besäßen das Recht auf Besitz  halbautomatischer Schusswaffen. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom nannte die Entscheidung eine "direkte Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" und kündigte Berufung an. Der Bundesstaat Kalifornien hat nun 30 Tage Zeit, in Berufung gegen die Entscheidung zu gehen. 

Das bei US-Bürgern beliebte Gewehr vom Typ AR-15 sei eine "perfekte Kombination aus einer häuslichen Verteidigungswaffe und der Verteidigungsausrüstung des Heimatschutzes", schrieb Benitez. Das Gewehr gleiche insofern "dem Schweizer Taschenmesser". "Waffen und Munition in den Händen Krimineller, Tyrannen und Terroristen sind gefährlich – Waffen in den Händen von gesetzestreuen, verantwortlichen Bürgern sind besser", fügte er hinzu. 

11.40 Uhr: Deutsches Flüchtlingsrettungsschiff in Italien festgesetzt

Die italienischen Behörden haben ein Flüchtlingsrettungsschiff unter deutscher Flagge festgesetzt. Die "Sea-Eye 4" werde unter Verweis auf "technische Gründe" in Palermo am Auslaufen gehindert, erklärte die Regensburger Organisation Sea-Eye. Die angeführte Begründung der Behörden bezeichneten die Seenotretter als "grotesk". "Die große Anzahl der geborgenen Personen" gehe über die erlaubte Zahl hinaus, für die das Schiff zertifiziert sei, zitierten die Seenotretter aus dem Bericht der italienischen Küstenwache. Dies "stellt eine ernste Gefahr für das Schiff und die Besatzung dar". 

11.34 Uhr: Brandanschlag auf Synagoge in Ulm – Staatsschutz ermittelt

Ein Unbekannter soll nach Polizei-Angaben einen Brandanschlag auf die Synagoge in Ulm verübt haben. Ein Zeuge hatte am Morgen einen Mann beobachtet, der aus einer Flasche eine Flüssigkeit an der Fassade der Synagoge ausleerte und anzündete, wie die Polizei mitteilte. Da der Zeuge sofort die Feuerwehr verständigte, wurde das Feuer schnell gelöscht und es entstand laut Polizei nur geringer Schaden an der Fassade und einer Glasscheibe. An einer Seite des Gebäudes der jüdischen Gemeinde war ein dunkler Rußfleck zu sehen. Zu den Ermittlungen wegen versuchter Brandstiftung wurde der Staatsschutz hinzugezogen. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, hieß es von der Polizei. Die Höhe des Schadens und der Hintergrund der Tat waren zunächst noch unklar.

Baden-Württemberg, Ulm: Ermittler der Polizei sammeln Beweise an der Synagoge
Baden-Württemberg, Ulm: Ermittler der Polizei sammeln Beweise an der Synagoge
© Ralf Zwiebler / DPA

11.14 Uhr: Lambsdorff fordert nach Protassewitsch-Interview weitere harte Sanktionen gegen Minsk

Nach der Ausstrahlung eines augenscheinlich erzwungenen Interviews mit dem belarussischen Regierungskritiker Roman Protassewitsch hat der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff eine Ausweitung der Sanktionen gegen Belarus gefordert. "Das Regime in Minsk muss getroffen werden, wo es wehtut: im Staatshaushalt", sagte Lambsdorff dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Deswegen sind die Sanktionen gegen die staatliche Airline richtig und deswegen muss jetzt auch ein Embargo gegen den Kalisektor vorbereitet werden." 

Vor einem schwarzen Hintergrund ist nur das gerötete Gesicht eines jungen Mannes mit dunkelblonden Locken ausgeleuchtet

10.53 Uhr: Laschet ruft CDU zur Geschlossenheit auf

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat seine Partei für den Bundestagswahlkampf zur Geschlossenheit aufgerufen. Geschlossenheit habe die CDU in Nordrhein-Westfalen an die Regierung gebracht, sagte Laschet bei einer Landesvertreterversammlung der CDU NRW in Düsseldorf. "Und so werden wir auch diese Bundestagswahl gewinnen, weil wir die Kraft haben, uns zu einigen." Die nordrhein-westfälische CDU will Laschet am Samstag auf Platz eins ihrer Landesliste für die Bundestagswahl wählen. Etwa 250 Vertreter des größten CDU-Landesverbandes sind dafür erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder zu einer Präsenzversammlung zusammengekommen.

10.20 Uhr: Fassade von Synagoge in Ulm beschädigt – Staatsschutz ermittelt

Die Fassade der Synagoge in Ulm ist laut Polizei-Angaben mutmaßlich von einem Brandsatz beschädigt worden. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, kam es dazu am frühen Samstagmorgen. An einer Seite des Gebäudes der jüdischen Gemeinde war ein dunkler Rußfleck zu sehen. Wie der Sprecher sagte, ist der Staatsschutz zu den Ermittlungen hinzugezogen worden. Der Schaden ist nach ersten Erkenntnissen gering. Verletzt worden ist demnach niemand. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

9.58 Uhr: Hisbollah-Betätigungsverbot weitgehend folgenlos – Auswertung läuft

Das im Frühjahr 2020 ausgesprochene Betätigungsverbot für die schiitische Hisbollah in Deutschland hat bislang kaum Folgen gehabt. Das gilt sowohl für die Aktivitäten der libanesischen Bewegung im Inland wie für das Verhältnis zum Libanon selbst. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP schreibt die Bundesregierung, nach ihrer Einschätzung habe die Anordnung "keine entwicklungs-, außen- und sicherheitspolitischen Konsequenzen für die Beziehungen zum Libanon".

In Deutschland nahmen die Sympathiebekundungen für die islamistische Bewegung zwar seit der Entscheidung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wohl etwas ab. Eine Abwanderung von Hisbollah-Sympathisanten aus Deutschland oder einen Rückzug von Aktivisten aus bestimmten Vereinen haben die Sicherheitsbehörden jedoch nicht beobachtet.

9.54 Uhr: Gewitter unterbricht No Angels-Livestream

Eigentlich wollten die No Angels am Freitagabend bei RTL im Livestream über ihre Zukunft als Girlgroup quatschen. Doch ein heftiges Gewitter machte den Frauen einen Strich durch die Rechnung – das Interview wurde unterbrochen. "Wir haben das No Angels-Konzert über das normale Handynetz zu den Zuschauerinnen und Zuschauern gesendet", erklärte ein Techniker auf der Website des Kölner Senders.

"Dieses Netz besteht aus einzelnen Zellen, die wiederum mit größeren Zellen verbunden sind. Die hängen dann an einem riesengroßen Zentralserver. So wählt sich auch jedes normale Handy ins Internet. Bei einem so großen Unwetter kann es schon mal vorkommen, dass die Verbindung der Zellen nicht mehr funktioniert. Genau das war heute das Problem, zu viele Zellen waren nicht mehr miteinander verbunden und unsere Sendung konnten wir nicht komplett live übertragen." Später wurde das Interview dann noch auf rtl.de eingestellt.

9.35 Uhr: China verurteilt Aktion westlicher Konsulate zum Gedenken an Tiananmen-Proteste

China hat scharfe Kritik an einer Aktion westlicher Konsulate in Hongkong zum Gedenken an die blutige Niederschlagung der chinesischen Tiananmen-Proteste vor 32 Jahren geübt. Das Ausstellen von Kerzen in den Konsulaten zur Erinnerung an die Demokratie-Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking sei eine "ungehobelte politische Show" gewesen, erklärte ein Sprecher des Hongkong-Büros des chinesischen Außenministeriums. Den USA und der EU warf er vor, Hongkong destabilisieren zu wollen.

Die Vertretungen Washingtons und der EU in Hongkong hatten am Freitag, dem Jahrestag der Niederschlagung der Tiananmen-Proteste in Peking, Kerzen in ihren Fenstern aufgestellt und Fotos davon im Internet veröffentlicht. China warf den Konsulaten deshalb eine Einmischung in die internen Angelegenheiten Hongkongs und Chinas vor und warnte Washington und Brüssel vor einem "Spiel mit dem Feuer". 

8.46 Uhr: Habeck hat Niederlage um Kanzlerkandidatur verwunden

Die Enttäuschung von Grünen-Chef Robert Habeck, nicht Kanzlerkandidat seiner Partei geworden zu sein, hat sich nach dessen eigenen Worten gelegt. Ihm gehe es "blendend" mit der Entscheidung seiner Partei, mit Annalena Baerbock in den Wahlkampf zu ziehen, sagte Habeck dem "Spiegel". Die Grünen hätten einen "famosen Start" in den Wahlkampf gehabt. "Annalena macht das super", sagte er. Habeck hatte öffentlich damit gehadert, Baerbock den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur lassen zu müssen.

7.24 Uhr: Berühmtes Bild von Tiananmen-Protesten an Jahrestag aus Bing-Suche verschwunden

Das vorübergehende Verschwinden eines berühmten Fotos der chinesischen Tiananmen-Proteste von 1989 aus dem Microsoft-Suchdienst Bing hat Zensur-Befürchtungen ausgelöst. Von den USA und weiteren Ländern aus war das als "Tank Man" bekannte Bild, auf dem sich ein Demonstrant mehreren chinesischen Panzern entgegenstellt, am Freitag weder in der Foto- noch in der Video-Suche von Bing zu finden. Laut Microsoft handelte es sich um ein Versehen. Das Verschwinden des Bildes sei auf einen "unbeabsichtigten menschlichen Fehler" zurückzuführen, sagte ein Microsoft-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Zunächst hatten US-Medien über den Vorgang berichtet, der mit dem Gedenken an die blutige Zerschlagung der chinesischen Demokratie-Proteste vor 32 Jahren zusammenfiel. 

7.13 Uhr: Mindestens sieben Bergleute nach Minenunglück in Mexiko verschüttet

Bei einem Minenunglück im Norden Mexikos sind mindestens sieben Bergleute verschüttet worden. Wie die Behörden im Bundesstaat Coahuila mitteilten, werden die Arbeiter seit einem Unfall in dem Bergwerk in der Gemeinde Múzquiz vermisst. Vorläufigen Untersuchungen zufolge kam es nach Überschwemmungen in der Mine zu dem Unglück. Nach Behördenangaben sind derzeit Kräfte des Katastrophenschutzes und der Polizei zur Rettung der Bergleute im Einsatz. 

5.42 Uhr: RKI registriert 2294 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 26,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2294 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Morgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.31 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 5426 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 26,3 an (Vortag: 29,7; Vorwoche: 37,5).

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: "Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden."

5.40 Uhr: Massengrab indigener Kinder – UN-Experten fordern Aufklärung

Nach der Entdeckung eines Massengrabs mit Überresten von 215 Kindern auf dem Gelände eines früheren Internats für Indigene in Kanada verlangen UN-Menschenrechtsexperten Aufklärung. In einer Stellungnahme vom Freitag forderten sie die kanadische Regierung und den Vatikan auf, umfassende Untersuchungen zu den Todesumständen der Kinder und zu etwaigen Verantwortlichen zu veranlassen. Alle verdächtigen Todesfälle müssten überprüft und sterbliche Überreste forensisch untersucht werden. Ähnliche Ermittlungen seien an allen derartigen Einrichtungen in Kanada nötig, um Folter- und Missbrauchsvorwürfen nachzugehen und womöglich noch lebende Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen.

5.03 Uhr: Scholz – Historischer Durchbruch bei Digitalsteuer erzielt

Weltweite Mindeststeuer und Besteuerung an dem Ort, an dem Gewinne erzielt werden: Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich wichtige Industrienationen auf die Pfeiler einer weltweiten Digitalsteuer verständigt. "Das ist jetzt die endgültige Weichenstellung", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz am Freitagabend in London. "Das ist der Durchbruch, den wir lange erwartet und erhofft haben und für den wir so hart gearbeitet haben." Es handle sich um ein gutes Ergebnis für Deutschland wie auch für die Welt, betonte der SPD-Politiker am Rande eines Treffens der G7-Finanzminister. Beim britischen Sender Sky News sprach er von einem "historischen Moment", der die Welt verändern werde. Nur noch Details seien zu klären.

4.17 Uhr: Sanktion in Kraft – EU schließt Luftraum für Flugzeuge aus Belarus

Fluggesellschaften aus der ehemaligen Sowjetrepublik Belarus dürfen seit Samstagmorgen nicht mehr in den Luftraum der EU fliegen und damit auch nicht mehr auf Flughäfen in EU-Staaten starten oder landen. Mit der um Mitternacht in Kraft getretenen Strafmaßnahme reagiert die EU darauf, dass belarussische Behörden vor rund zwei Wochen eine Ryanair-Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Zwischenlandung in Minsk zwangen und einen an Bord befindlichen Regierungskritiker und dessen Freundin festnahmen. Der Blogger Roman Protassewitsch und seine Partnerin Sofia Sapega sind seitdem in Haft.

Vor einem schwarzen Hintergrund ist nur das gerötete Gesicht eines jungen Mannes mit dunkelblonden Locken ausgeleuchtet

2.44 Uhr: Virologin Brinkmann hält Fußballspiele mit Zuschauern noch für verzichtbar

Die Virologin Melanie Brinkmann hält Fußballspiele mit Zuschauern in der aktuellen Corona-Lage für verzichtbar. "Ach ja, die Fußballspiele. Haben wir keine anderen Sorgen?" sagte sie der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Deutlich wichtiger sei es, dass Kinder wieder in die Schule und zum Sport gehen könnten und Menschen ihre Arbeitsplätze nicht verlören. "Ich bleibe im Team Vernunft und Vorsicht – je niedriger die Inzidenzen, am besten unter zehn, desto unbeschwerter können wir den Sommer genießen", sagte die Regierungsberaterin der Zeitung. 

2 Uhr: Verbraucherschützer – Spritpreise müssen steigen, aber Rückerstattung

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat sich für steigende Benzinpreise ausgesprochen. Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung müssten aber komplett an die Bürger zurückfließen, forderte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) in der "Rheinischen Post".

"Klimaschutz zu fordern, sich dann aber über steigende Spritpreise aufzuregen, das passt nicht zusammen", sagte Müller. Natürlich müssten die Preise für klimaschädliche Kraftstoffe steigen. Das Geld dürfe aber nicht im Staatshaushalt versickern, sondern müsse vollständig an die Verbraucher zurückerstattet werden. Notwendig sei zudem eine soziale Komponente. Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen dürften nicht überdurchschnittlich belastet werden. Die jüngste Benzinpreisdebatte war durch Aussagen der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ausgelöst worden. 

1.03 Uhr: Laschet rät bei Gendersprache zu Gelassenheit

CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat rät in der Debatte um Gebrauch der Gendersprache zu Gelassenheit. "Wenn jemand gendern möchte, akzeptiere ich das. Ich rate da zur Gelassenheit und weniger Aufgeregtheit", sagte Laschet den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Was allerdings nicht geht, ist, Menschen unter Druck zu setzen, damit sie gendern - sei es an der Universität, im Berufsleben oder in sozialen Medien", fügte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident hinzu. Für sich sieht er keinen Handlungsbedarf. "Ich rede, wie es die große Mehrheit der Menschen im Alltag tut – nach den Regeln der deutschen Sprache", sagte Laschet.

0.24 Uhr: Biden-Regierung will Bestimmungen zum Tier- und Pflanzenschutz wieder verschärfen

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden will Bestimmungen zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten wieder verschärfen, die von der Vorgängerregierung gelockert worden waren. Das teilte die US-Naturschutzbehörde FWS mit. Der sogenannte Endangered Species Act sieht unter anderem den Schutz von Tierarten wie dem grauen Wolf und dem Weißkopfseeadler vor. Die Behörde will Änderungen rückgängig machen, die die Regierung unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump beschlossen hatte. In den kommenden Monaten will die FWS neue Regeln formulieren.

fs DPA AFP

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