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News des Tages Geste der Solidarität: Die libanesische Fahne erstrahlt auf dem Rathaus von Tel Aviv

Das Rathaus von Tel Aviv erstrahlte in den Farben der libanesischen Fahne
Der Bürgermeister von Tel Aviv ließ die libanesischen Fahne auf das Rathaus projezieren
© Jack Guez / AFP
Polizei verhaftet mutmaßliche IS-Rückkehrerin +++ Mindestens acht Deutsche bei Explosion in Beirut verletzt +++ Stephan Ernst gesteht tödlichen Schuss auf Walter Lübcke +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Top-Meldung: Libanesische Flagge nach Explosion in Beirut auf Rathaus in Tel Aviv projiziert

In einer Geste der Solidarität nach der verheerenden Explosion im Hafen Beiruts ist am Mittwochabend die libanesische Flagge auf das Rathaus im israelischen Tel Aviv projiziert worden. "Menschlichkeit ist wichtiger als jeder Konflikt", schrieb Bürgermeister Ron Huldai im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Unsere Herzen sind beim libanesischen Volk." Die Aktion stieß jedoch nicht bei allen Israelis auf Zuspruch - offiziell befinden beide Länder sich im Krieg. Israels Minister für Jerusalem-Angelegenheiten, Rafi Peretz, von der nationalreligiösen Siedlerpartei Jüdisches Heim verurteilte die Reaktion auf die Katastrophe in Beirut, bei der mindestens 113 Menschen ums Leben kamen und rund 4000 verletzt wurden. Humanitäre Hilfe sei eine Sache, die Flagge eines feindlichen Landes im Herzen Tel Avivs zu zeigen aber sei "moralische Verwirrung". Israel und der Libanon befinden sich formal noch immer im Kriegszustand. In den vergangenen Wochen nahmen die Spannungen nach Schusswechseln an der Grenze wieder zu.

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Die weiteren Nachrichten des Tages: 

+++ 19.41 Uhr: Proteste gegen Gewalt gegen Frauen in mehreren türkischen Städten +++

In mehreren türkischen Städten haben Demonstrantinnen gegen Gewalt gegen Frauen und die Aufkündigung der sogenannten Istanbul-Konvention demonstriert. Im Istanbuler Stadtteil Kadiköy versammelten sich Hunderte Frauen und skandierten Slogans wie: "Männer schlagen, der Staat schützt (sie)", wie eine dpa-Reporterin berichtete. Die Demonstrantinnen hielten Schilder mit den Namen getöteter Frauen hoch oder trugen Oberteile mit den Namen der Opfer. In der westtürkischen Metropole Izmir wurden nach Medienberichten mehrere Demonstrantinnen festgenommen.

Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei, wie auch in vielen anderen Ländern, weit verbreitet. Die Frauen protestierten auch gegen einen Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen. Die türkische Regierung diskutiert über einen Austritt aus dem Abkommen. Dieses wurde 2011 vom Europarat ausgearbeitet und soll einen europaweiten Rechtsrahmen schaffen, um Frauen vor Gewalt zu schützen. Auch Deutschland hat die Istanbul-Konvention ratifiziert. Alleine im vergangenen Jahr wurden in der Türkei nach Angaben der Plattform "Wir werden Frauenmorde stoppen" 474 Frauen von Männern getötet.

+++ 18.49 Uhr: Ermittlungen gegen rechtsextremes Prepper-Netzwerk eingeleitet +++

Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg ermittelt gegen mutmaßliche Mitglieder des in Sachsen und Sachsen-Anhalt aktiven rechtsextremen Prepper-Netzwerks "Zuflucht". "Wir haben ein Verfahren gegen mehrere Beschuldigte eingeleitet", sagte der Sprecher der Behörde, Klaus Tewes. Dabei gehe es vor allem um Verstöße gegen das Waffengesetz und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zuvor hatte die "taz" über die Ermittlungen berichtet. Im Mittelpunkt der Naumburger Ermittlungen stehen nach Angaben von Tewes illegale Schießübungen, die die Gruppe im Landkreis Wittenberg abgehalten haben soll.

Die "taz" und das Recherchenetzwerk "LSA Rechtsaußen" hatten das Netzwerk im Juni mithilfe geleakter Chatprotokolle enttarnt. Mehrere Bundeswehr-Reservisten und Burschenschafter sollen sich demnach im Internet zu der Gruppe zusammengeschlossen und unter anderem über private Bewaffnung und einen möglichen "Rassenkrieg" diskutiert haben.

+++ 18.26 Uhr: Polizei verhaftet mutmaßliche IS-Rückkehrerin in Frankfurt +++

Das Landeskriminalamt Berlin hat in Frankfurt am Main eine mutmaßliche IS-Rückkehrerin verhaftet. Die 31-Jährige soll im Dezember 2014 mit ihrer damals dreijährlichen Tochter von Berlin aus nach Syrien in Gebiete gereist sein, die von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kontrolliert wurden. Sie habe dort mehrere Kämpfer des IS geheiratet und sich innerhalb der Strukturen der Organisation bewegt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin mit. Wann die Frau wieder nach Deutschland zurückgekehrt sein soll und ob sie weiterhin als Mitglied oder Anhängerin des IS gilt, wurde zunächst nicht bekannt. Sie sitzt seit Dienstagmorgen in Untersuchungshaft. Ihre Wohnung wurde durchsucht, derzeit würden Datenträger und Unterlagen ausgewertet, hieß es. Die Ermittlungen führt die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Sie ermittelt wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

+++ 18.20 Uhr: Opferzahl in Beirut steigt immer weiter: 135 Tote, 5000 Verletzte +++

Die Zahl der Opfer nach der verheerenden Explosion in Beirut steigt immer weiter. Dabei seien in der libanesischen Hauptstadt mindestens 135 Menschen getötet und weitere 5000 verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Hassan Hamad laut einem Bericht des Fernsehsenders MTV am Mittwoch. Zuvor war nach offiziellen Angaben von mindestens 113 Toten und etwa 4000 Verletzten die Rede.

+++ 17.57 Uhr: Biden reist nicht zum Nominierungsparteitag in Milwaukee +++

Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden wird wegen der Corona-Pandemie nicht zum Parteitag der Demokraten nach Milwaukee (Wisconsin) reisen. Biden werde seine Rede zur Nominierung im US-Bundesstaat Delaware halten, wo er zuhause ist, erklärte die Demokratische Partei. Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Auch andere Redner bei dem Parteitag würden nicht nach Milwaukee reisen, hieß es. Wegen befürchteter Gesundheitsrisiken hatten die Demokraten den ursprünglich für Juli geplanten Parteitag bereits auf August verschoben und später angekündigt, die Versammlung weitgehend digital abzuhalten. Der Parteitag ist für den 17. bis 20. August geplant.

+++ 17.49 Uhr: Schröder wünscht sich zweite Amtszeit von Bundespräsident Steinmeier +++

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich für eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. "Das würde ich mir wünschen", sagte Schröder dem Nachrichtenportal "The Pioneer". Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender repräsentierten das Land auf eine angenehme, zurückhaltende, aber zugleich moderne Weise. "Besser ist Deutschland selten repräsentiert worden", sagte Schröder. Der Alt-Kanzler rechnet aber nicht damit, dass Steinmeier von sich aus eine zweite Amtszeit vorschlagen wird. "So ist er ja nicht", sagte Schröder. Steinmeier war zwischen 1999 und 2005 als Kanzleramtschef einer der engsten Mitarbeiter und Vertrauten Schröders.

+++ 17.47 Uhr: Zahl der Toten in Beirut auf mindestens 113 gestiegen +++

Am Tag nach den verheerenden Explosionen im Hafen von Beirut ist die Zahl der Toten nach Regierungsangaben auf mindestens 113 gestiegen. Mindestens 4000 Menschen seien verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Hamad Hassan zu Reportern. Dutzende Menschen würden noch immer vermisst, die Suche nach Überlebenden dauere an. Unter den Verletzten sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Paris auch mindestens 21 Franzosen. Die französische Behörde kündigte an, wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung eine Untersuchung zu den Explosionen einzuleiten.

+++ 17.41 Uhr: Pakistans Regierungschef Khan bezeichnet Indien als "Unterdrücker und Aggressor" +++

Der pakistanische Regierungschef Imran Khan hat Indien anlässlich eines wichtigen Jahrestags des Kaschmir-Konflikts als "Unterdrücker und Aggressor" bezeichnet. Vor einem Jahr hatte Indien den Sonderstatus mit Autonomierechten für den indischen Teil Kaschmirs gestrichen. Khan verurteilte dies als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". In allen größeren pakistanischen Städten fanden zum Jahrestag Solidaritätsmärsche statt. Die Behörden im indischen Teil Kaschmirs hatten zuvor eine zweitägige Ausgangssperre verhängt. Zuvor hatte das pakistanische Militär erklärt, indische Truppen hätten eine Granate über die Grenze gefeuert. Dabei sei eine junge Frau getötet und sechs weitere Menschen verletzt worden. Neu Delhi hatte den in der Verfassung festgelegten Sonderstatus für Kaschmir aufgehoben. Der Schritt sorgte in Pakistan für Empörung und scharfe Kritik.

+++ 17.18 Uhr: Trump denkt über Nominierungsrede vor Wahl aus Weißem Haus nach +++

US-Präsident Donald Trump will seine bevorstehende Rede zur erneuten Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner wegen des Coronavirus womöglich vom Weißen Haus aus halten. "Wir denken darüber nach, es vom Weißen Haus aus zu tun, weil dann nichts in Bewegung gesetzt wird, es einfach ist, und ich denke, es ist eine wunderschöne Umgebung", sagte Trump dem TV-Sender Fox. Er habe im Weißen Haus eine Menge Zeit verbracht und finde, es sei ein großartiger Platz und repräsentativ für das Land. Traditionell werden US-Präsidentschaftskandidaten auf Parteitagen gekürt und halten nach der Nominierung eine Rede.

+++ 17.13 Uhr: Grüne wollen weitgehendes TV-Werbeverbot für Junk-Food +++

Die Grünen fordern eine starke Einschränkung der Werbung für ungesunde Nahrungsmittel im Fernsehen. Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland gebe es einen "dringenden Handlungsbedarf", sagte die Gesundheitsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Kirsten Kappert-Gonther, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) signalisierte grundsätzlich Offenheit für den Vorstoß. Sie wies darauf hin, dass bereits 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig seien. Daher sei sie offen dafür, "über weitergehende Beschränkungen in diesem Bereich nachzudenken".

+++ 17.13 Uhr: Autofahrer ohne Führerschein erfasst Kind - Familie schlägt ihn +++

Ein Autofahrer ohne Führerschein hat im Saarland ein Kind angefahren und ist von dessen Familie geschlagen und getreten worden. Der 18-Jährige sei daraufhin geflohen, jedoch anhand von Zeugenaussagen ermittelt worden, teilte die Polizei mit. Das siebenjährige Kind war bei dem Unfall in Völklingen leicht verletzt worden. Ob der Mann bei den Angriffen Verletzungen erlitten hatte, war zunächst unklar. Der Mann hatte mit seinem Auto am Dienstagabend in Völklingen gewendet und dabei das Kind auf dem Gehweg angefahren. Der Wagen war weder zugelassen noch versichert. Der Polizei war ursprünglich eine Massenschlägerei gemeldet worden, die Beamten trafen letztlich auf der Straße "etwa 80 Personen, die sehr aufgebracht waren", wie es weiter in der Mitteilung hieß. 

+++ 17.12 Uhr: Libanons Regierung beschließt Hausarrest für Hafen-Offizielle +++

Nach der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut will die Regierung Verantwortliche des dortigen Hafens unter Hausarrest stellen. Dabei handele es sich um Personen, die in den vergangenen Jahren für die Lagerung und Bewachung von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat zuständig gewesen seien, erklärte Informationsministerin Manal Abdel Samad nach einer Kabinettssitzung, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete. Unklar ist, wie viele Personen davon betroffen sind.

+++ 17.11 Uhr: 31-jährige mutmaßliche IS-Rückkehrerin in Frankfurt am Main festgenommen +++

In Frankfurt am Main ist eine 31-jährige mutmaßliche IS-Rückkehrerin festgenommen worden. Die Frau soll Ende 2014 mit ihrer damals dreijährigen Tochter von Berlin ins Herrschaftsgebiet der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gereist sein, wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft in Berlin mitteilten. Ihre Tochter und ihre in Syrien geborenen Söhne soll sie im Sinne der IS-Ideologie erzogen haben. Die Frau soll dort auch mehrere IS-Kämpfer nach islamischem Ritus geheiratet und sich in den Besitz eines Sturmgewehrs gebracht haben. Am Dienstag durchsuchten Ermittler ihre Wohnung und vollstreckten einen Haftbefehl. Sie sitzt in Untersuchungshaft. Gegen die Frau wird wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.

+++ 17.02 Uhr: Regierung ruft zweiwöchigen Ausnahmezustand für Beirut aus +++

Nach den verheerenden Explosionen in Beirut hat die libanesische Regierung einen zweiwöchigen Ausnahmezustand für die Hauptstadt ausgerufen. Wie Informationsminister Manal Abdel Samad ankündigte, wurde die Verantwortung für die Sicherheit in der Stadt mit sofortiger Wirkung der Armee übertragen. Die Regierung rief die Militärführung auf, die für das Unglück verantwortlichen Beamten unter Hausarrest zu stellen. Die Maßnahme müsse für alle gelten, die für die Lagerung des Ammoniumnitrats im Hafen von Beirut zuständig gewesen seien.

+++ 16.54 Uhr: Eurowings weitet Angebot auf 26 weitere Urlaubsziele aus +++

Der Lufthansa-Billigflieger Eurowings fliegt von August an wieder mehr Urlaubsziele an. Insgesamt sollen europaweit 26 weitere Destinationen hinzukommen, wie das Unternehmen mitteilte. "Auch wenn der Weg zurück zur Normalität noch weit ist: Die touristische Nachfrage zieht bei uns spürbar an", sagte Jens Bischof von Eurowings. Damit werden wieder rund 80 Prozent der Ziele im Flugplan angesteuert. Zum Oktober hin soll aber auch die Anzahl der Flüge wachsen. Ende März hatte die Lufthansa-Tochter die Flugkapazitäten coronabedingt auf rund zehn Prozent gekürzt.

+++ 16.53 Uhr: Nach Explosion in Beirut: Queen spricht Libanesen ihr Mitgefühl aus +++

Die britische Königin Elizabeth II. hat den Menschen im Libanon nach der verheerenden Explosion ihr Mitgefühl ausgesprochen. Die Nachricht von dem Vorfall habe sie und ihren Mann Prinz Philip zutiefst betrübt, hieß es in einer Mitteilung auf dem Twitter-Account des britischen Königshauses. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Freunden derer, die verletzt wurden oder ihr Leben verloren haben", so die Mitteilung weiter.

+++ 16.50 Uhr: Mindestens acht Deutsche bei Explosion in Beirut verletzt +++

Bei der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sind auch acht Deutsche verletzt worden. Das geht aus einem internen Lagebericht des Technischen Hilfswerks (THW) hervor. Einsatzkräfte des THW sollten am Abend zur Unterstützung der Deutschen Botschaft nach Beirut fliegen. Das Botschaftsgebäude war durch die Detonation beschädigt worden.

+++ 16.45 Uhr: Polizei in Warschau lässt festgenommene LGBT-Aktivisten wieder frei +++

Die Polizei in Warschau hat mehrere Aktivisten wieder freigelassen, die Regenbogenfahnen der Bewegung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans-Menschen (LGBT) an Denkmälern aufgehängt hatten und deshalb festgenommen worden waren. Es handele sich um zwei Frauen und einen Mann, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler werfen ihnen die Verletzung religiöser Gefühle und die Entehrung von Denkmälern vor. Die Polizei schließe weitere Festnahmen nicht aus, sagte der Sprecher. Die Verbände sowie Vertreter des liberalkonservativen Oppositionsbündnisses Bürgerkoalition (KO) kritisierten das Vorgehen der Behörden als Einschüchterungsversuch.

+++ 16.38 Uhr: Auch ohne Lockdown massiver Wirtschaftseinbruch in Schweden +++

Schweden hat trotz des Verzichts auf strikte Ausgangs- oder Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise einen massiven Konjunktureinbruch im zweiten Quartal verzeichnet. Wie die nationale Statistik-Behörde in Stockholm mitteilte, ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 8,6 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zurück. Der starke Rückgang des BIP ist den vorläufigen Angaben der Statistikbehörde zufolge der schwerwiegendste in Schweden in den vergangenen 40 Jahren. Die wirtschaftliche Talfahrt dort ist damit kaum weniger gravierend als in Deutschland und einigen anderen europäischen Staaten.

+++ 16.33 Uhr: Umwelthilfe will Nord Stream 2 vor Gericht ausbremsen +++

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will vor Gericht die Genehmigung der Ostseepipeline Nord Stream 2 nachträglich kippen. Man klage vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald auf Überprüfung der Betriebsgenehmigung für die Erdgas-Pipeline, teilte der Verein mit. "Die DUH fordert das zuständige Bergamt Stralsund mit der Klage auf, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu unkontrolliertem Methanaustritt zu berücksichtigen und Lecks bei Förderung, Transport und Verarbeitung von Erdgas zu prüfen." Methan ist ein Treibhausgas, das sehr viel stärker aufs Klima wirkt als Kohlendioxid. "Wir sind uns sicher, dass Nord Stream 2 mit den mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht genehmigt worden wäre", heißt es bei der DUH.

+++ 16.23 Uhr: Netanjahu kondoliert nach Explosion in Beirut +++

Nach der verheerenden Explosion in Beirut hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Menschen im Libanon sein Mitgefühl ausgedrückt. Der Libanon habe eine große Katastrophe erlitten, schrieb Netanjahu auf Twitter. Der 70-Jährige bot dem Nachbarland erneut humanitäre Unterstützung an, "von Mensch zu Mensch". Der Libanon und Israel haben keine diplomatischen Beziehungen. Offiziell befinden sich die Länder noch im Krieg.

+++ 16.22 Uhr: Koran zerrissen: Indonesier zu drei Jahren Haft verurteilt +++

Weil er einen Koran zerrissen hat, ist ein Mann in Indonesien zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der 44-Jährige hatte in einer Moschee auf der Insel Sumatra eine Ausgabe der heiligen Schrift des Islam entwendet und dann in Stücke gerissen und weggeworfen. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert. Menschenrechtler kritisierten das harte Urteil, das sich ihrer Ansicht nach in eine lange Liste von Opfern der strengen Blasphemiegesetze in dem südostasiatischen Land einreihe.

+++ 16.08 Uhr: Auch norwegische Botschaft bei Explosion in Beirut beschädigt +++

Bei der schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist auch die Botschaft von Norwegen beschädigt worden. Alle Botschaftsmitarbeiter seien wohlauf, sagte die norwegische Außenministerin Ine Eriksen Søreide in Oslo. Gleichzeitig gab sie bekannt, dass Norwegen dem Libanon zunächst umgerechnet 2,35 Millionen Euro sowie 40 Tonnen an medizinischer Ausrüstung anbiete. Auch die Botschaft von Finnland im Libanon war durch die Explosionen schwer beschädigt worden, Verletzte gab es nicht.

+++ 16.02 Uhr: Mutmaßliche Betreiber von führendem Onlinedrogenhandel vor Gericht +++

Vor dem Landgericht im hessischen Gießen hat der Prozess gegen mehrere mutmaßliche Betreiber eines ehemals führenden deutschen Onlinedrogenshops begonnen. Die sieben Angeklagten sollen die illegale Darknet-Handelsplattform "Chemical Revolution" betrieben haben, die deutsche Sicherheitsbehörden vor etwa einem Jahr abschalteten. Ihnen wird vorgeworfen, durch Rauschgiftverkäufe einen Umsatz von insgesamt 560.000 Euro erwirtschaftet zu haben. Die Beschuldigten sollen Drogen wie Kokain und Ecstasy aus den Niederlanden bezogen und von Deutschland aus in zumeist eher kleinen Mengen an ihre Kunden verschickt haben. "Chemical Revolution" war nach Angaben der Behörden der seinerzeit größte deutsche Internethandel für Drogen.

+++ 15.59 Uhr: Ex-NRW-Verfassungsrichter zweifelt an Rechtmäßigkeit von Schulverweisen für Maskenmuffel +++

Der frühere Präsident des NRW-Verfassungsgerichtshofs, Michael Bertrams, stellt die Rechtmäßigkeit von Schulverweisen auch in Fällen einer hartnäckigen Masken-Verweigerung in Frage. "Die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme muss auch in solchen Fällen gewahrt sein", sagte der Jurist dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Ein Schulverweis sei ein massiver Eingriff in die Rechte der betroffenen Schüler und ihrer Eltern, gab der Jurist zu bedenken. "Es stellt sich von daher stets die Frage, ob es nicht auch ein milderes Mittel gibt als einen Schulverweis." NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte Schulverweise für den Fall angekündigt, dass Schülerinnen und Schüler sich konstant weder im Unterricht noch auf den anderen Flächen an die Maskenpflicht hielten.

+++ 15.57 Uhr: Werder bestätigt: Keine Rückkehr von Max Kruse nach Bremen +++

Max Kruse wird nicht zum Fußball-Bundesligisten Werder Bremen zurückkehren. Das bestätigte Sportchef Frank Baumann auf einer Pressekonferenz. "Wir haben uns in den vergangenen Wochen und Tagen damit beschäftigt, aber er will was anderes machen. Wir können damit gut leben", erklärte der Bremer Geschäftsführer. Kruses neuen Club nannte Baumann nicht. Zuletzt wurde er mit Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin in Verbindung gebracht.

+++ 15.49 Uhr: Pariser Eiffelturm bleibt zum Gedenken an Opfer von Beirut dunkel +++

Die Beleuchtung des Pariser Eiffelturms soll in der Nacht zum Donnerstag ausgeschaltet werden, um an die Opfer der Explosionskatastrophe in Beirut zu erinnern. Der über 130 Jahre alte Turm werde von Mitternacht an dunkel bleiben, teilte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo via Twitter mit. Die Sozialistin kündigte auch eine Soforthilfe ihrer Stadt von 100.000 Euro für Beirut an. 

+++ 15.34 Uhr: Facebook-Tochter Instagram fordert Tiktok mit eigener Video-Funktion heraus +++

Die Facebook-Tochter Instagram fordert die beliebte Videoplattform Tiktok mit einem eigenen Angebot für Kurzvideos heraus. Die Funktion "Reels" zum Erstellen von kurzen Videoclips, die bereits seit Juni in Deutschland verfügbar ist, wird fortan in mehr als 50 Ländern angeboten, wie Instagram mitteilte. Nutzer können mit der Anwendung bis zu 15 Sekunden lange Videos erstellen und mit Musik und einer Reihe von Effekten unterlegen. Instagram kupfert damit beim erfolgreichen Konkurrenten Tiktok des chinesischen Anbieters Bytedance ab. Die Videoplattform gehört für hunderte Millionen Jugendliche auf der ganzen Welt zu ihrem digitalen Alltag. Kritiker werfen Tiktok vor, Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzugeben, was die Plattform zurückweist. Vergangene Woche drohte US-Präsident Donald Trump, Tiktok vom US-Markt zu verbannen.

+++ 15.34 Uhr: Urteile nach tödlichen Stößen vor S-Bahn rechtskräftig +++

Die Urteile gegen zwei junge Männer wegen eines tödlichen Streits an einer S-Bahn-Station in Nürnberg sind rechtskräftig. Wie der Bundesgerichtshof in Karlsruhe , lehnte der 6. Strafsenat die Revision der Nebenkläger ab. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte die beiden Täter im vergangenen Dezember zu Jugendstrafen von dreieinhalb und dreieinviertel Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Die zur Tatzeit 17-Jährigen hatten nach einem Discobesuch im Januar 2019 drei Jugendliche bei einem Gerangel auf die Gleise der S-Bahn gestoßen. Ein Zug überrollte und tötete zwei der Opfer. Der dritte Jugendliche konnte sich aus dem Gleis retten.

+++ 14.44 Uhr: Berliner Polizei legt Elf-Punkte-Plan gegen Rechtsextremismus in eigenen Reihen vor +++

Mit einem Elf-Punkte-Konzept will die Berliner Polizei künftig gegen mögliche rechtsextremistische Einstellungen bei einzelnen Beamten vorgehen. Dazu gehören ein Extremismusbeauftragter in der Polizeibehörde, die Möglichkeit für anonyme Hinweise von Kollegen, Abfragen beim Verfassungsschutz, intensive Befragungen von Bewerbern und eine regelmäßige wissenschaftliche Studie zu Einstellungen und Werten der Berliner Polizisten. Das kündigten Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik an. Geisel sagte, aus den vergangenen vier Jahren gebe es derzeit 33 Disziplinarverfahren wegen extremistischer Vorfälle. Bei 25.000 Polizisten und Polizeiangestellten sei das nicht viel. "Aber jeder Fall ist einer zu viel."

+++ 14.41 Uhr: Republik Moldau weist Mitverantwortung für Beirut-Explosion zurück +++

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut hat die Ex-Sowjetrepublik Moldau eine Mitverantwortung für den Vorfall zurückgewiesen. Die Behörden des osteuropäischen Landes reagierten damit auf Berichte, wonach das möglicherweise explodierte Ammoniumnitrat mit einem Schiff unter moldauischer Flagge in den Libanon transportiert wurde. Es stehe seit sieben Jahren nicht mehr unter der Flagge des Landes, teilte die Seeschifffahrtsbehörde dagegen mit. "Es spielt auch keine Rolle, unter welcher Flagge es fuhr", sagte der Behördenleiter der russischen Agentur Interfax zufolge. Entscheidend sei vielmehr, dass die Fracht nicht richtig im Hafen gelagert worden sei. Daran sei nicht das Schiff schuld.

+++ 14.36 Uhr: Libanons Präsident Aoun bittet nach Explosion um schnelle Hilfe +++

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut hat der libanesische Präsident Michel Aoun die internationale Gemeinschaft um schnelle Unterstützung gebeten. Dringend notwendig sei Hilfe für Krankenhäuser, betroffene Familien sowie zum Wiederaufbau zerstörter Gebäude, sagte Aoun zu Beginn einer Kabinettssitzung, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete. Die Unterstützung werde nicht zuletzt benötigt, weil das Land unter einer beispiellosen Wirtschaftskrise leide. Bereits zuvor hatten mehrere Länder Hilfe zugesagt, darunter auch Deutschland.

+++ 14.32 Uhr: Freie Ärzteschaft: Spahns Corona-Testverordnung führt zu Terminchaos in den  Arztpraxen +++

Wer aus seinem Urlaub in einem Corona-Risikogebiet zurückkehrt, soll in der Arztpraxis einen Corona-Test bekommen können. So will es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Für die Freie Ärzteschaft (FÄ) überschreitet Spahn damit verantwortungslos seine Kompetenzen. "Die Praxisärzte sind Freiberufler, was Spahn wissen sollte. Er kann sie nicht dazu verpflichten, Leistungen zu erbringen, die keine Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern eine staatliche Aufgabe sind", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich in Essen. "Die Corona-Testung von Urlaubsrückkehrern ist eine allgemeinhygienische Aufgabe und gehört damit in die Hände des öffentlichen Gesundheitsdienstes."

+++ 14.24 Uhr: Rekordjagd treibt Goldpreis auf neuen Höchststand +++ 

Die Rekordjagd beim Goldpreis geht auch oberhalb der Marke von 2000 US-Dollar ungebremst weiter. Nun erreichte der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) an der Börse einen neuen Höchststand von gut 2041 Dollar, nachdem die Notierung erst am Dienstagabend die Marke von 2000 Dollar geknackt hatte. Seit Beginn des Jahres hat das gelbe Edelmetall damit rund ein Drittel an Wert gewonnen. Auch in Euro gerechnet setzte sich die Rekordjagd am Goldmarkt fort. Hier erreichte der Preis für eine Feinunze am Mittwochmittag einen neuen Rekordwert bei gut 1723 Euro.

+++ 14.20 Uhr: Bundesregierung widerspricht Trumps Einschätzung zu Explosionen in Beirut +++

Die Bundesregierung teilt nicht die Einschätzung von US-Präsident Donald Trump, wonach die Explosionen in Beirut auf eine Bombe zurückzuführen seien. Es scheine sich "um ein schreckliches Unglück zu handeln", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Die Bundesregierung habe dazu aber "keine eigenen Kenntnisse" und wolle sich "nicht an Spekulationen beteiligen".

Trump hatte die Explosionen in Beirut als mutmaßlichen "Angriff" mit einer "Art von Bombe" bezeichnet. "Es sieht wie ein furchtbarer Angriff aus", sagte er am Dienstag. Auf Nachfrage führte der Präsident aus, seine Generäle hätten ihm gesagt, dass es sich allem Anschein nach nicht um einen Unfall, sondern um einen Angriff gehandelt habe: "Es war eine Art von Bombe, ja."

+++14.13 Uhr: EU entsendet Rettungsspezialisten nach Beirut +++

Nach den verheerenden Explosionen in Beirut entsendet die EU Rettungsspezialisten in die libanesische Hauptstadt. Mehr als hundert speziell für die Suche nach Unglücksopfern in städtischem Gebiet ausgebildete Feuerwehrleute, Spürhunde und Gerät sollten so rasch wie möglich nach Beirut fliegen, erklärte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Janez Lenarcic, am Mittwoch. Gemeinsam mit den örtlichen Behörden sollten sie nach Überlebenden der Katastrophe suchen.

+++ 13.56 Uhr: Mindestens 17 Menschen bei Bootsunglück in Bangladesch getötet +++

Mindestens 17 Menschen sind bei einem Bootsunglück in Bangladesch ums Leben gekommen. Das Boot mit 48 Passagieren an Board sei in einem Gewässer im Nordosten des Landes gekentert, sagte ein Behördenmitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur. Ein möglicher Grund für das Unglück könnte das stürmische Wetter gewesen sein, sagte er. 

+++ 13.46 Uhr: Bundesregierung setzt Hilfen für den Libanon in Gang +++

Nach den verheerenden Explosionen in Beirut hat die Bundesregierung Soforthilfen für den Libanon in Gang gesetzt. Auf Bitten der libanesischen Regierung könnte noch am Mittwoch eine 47-köpfige Einsatzeinheit des Technischen Hilfswerks nach Beirut starten, um bei der Bergung von Verschütteten zu helfen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Zudem werde ein Unterstützungs-Team entsandt, das die Arbeitsfähigkeit der deutschen Botschaft in der zum Teil verwüsteten Hauptstadt gewährleisten solle.

+++ 13.27 Uhr: Zypern und Griechenland schicken Rettungsteams nach Beirut +++

Auch Griechenland und die Republik Zypern schicken Rettungsmannschaften mit Spürhunden in das von einer verheerenden Explosion betroffene Beirut. Die griechischen Helfer seien an Bord eines Transportflugzeuges aus Athen nach Beirut abgeflogen, berichtete der Staatsrundfunk (ERT) am Mittwoch. Zyperns Rettungsmannschaften sollten am Nachmittag vom Flughafen Larnaka aus an Bord von zwei Hubschraubern nach Beirut fliegen, teilte die zyprische Polizei mit. Zahlreiche Menschen hatten am Vortag auf der rund 200 Kilometer westlich von Beirut liegende Insel Zypern die Explosion und die Druckwelle gespürt. Viele hätte an ein Erdbeben gedacht, berichteten zyprische Medien.

+++ 13.09 Uhr: Junge stirbt nach Bärenangriff in Russland +++

Ein Elfjähriger ist im Süden Russlands bei einem Angriff von zwei Bären ums Leben gekommen. Die Tiere verletzten den Jungen so schwer, dass die Ärzte ihn nicht mehr retten konnten, wie die Behörden mitteilten. Der Schüler sei am Dienstag am Stadtrand von Sotschi am Schwarzen Meer durch ein unverschlossenes Tor auf ein Privatgelände gelangt. Dort wurden den Angaben nach zwei wilde Bären in einem Käfig gehalten. Unklar war, ob der Junge in dieses Gehege gelangt war. Die Ermittler wollten die Umstände und die Frage klären, ob die Tiere dort überhaupt gehalten werden durften. 

+++ 12.53 Uhr: Augsburger Hotel "Drei Mohren" benennt sich nach Rassismusdebatte um +++

Das Augsburger Hotel "Drei Mohren" benennt sich nach einer Rassismusdebatte um. Künftig soll das Haus "Maximilian's" heißen, wie Hoteldirektor Theodor Gandenheimer der "Augsburger Allgemeinen" laut Vorabmeldung vom Mittwoch sagte. Der Name "Drei Mohren" geht demnach auf drei abessinische Mönche zurück, die im 15. Jahrhundert in der damaligen Herberge Zuflucht gefunden haben sollen. Der Umbenennung sei ein längerer Prozess vorausgegangen.   

"Wir sind ein internationales Haus mit internationalen Mitarbeitern und wollen uns für die Zukunft erfolgreich aufstellen", sagte Gandenheimer. Die Bewegung "Black Lives Matter" und die Debatte um rassistische Gewalt hätten den Denkprozess am Ende nur beschleunigt. Noch im Herbst hatte Gandenheimer der Zeitung zufolge gesagt, der Name stehe "nicht zur Diskussion". Mohren ist ein veraltetes Wort für schwarze Menschen und gilt als rassistisch.

+++ 12.38 Uhr: Auch Schleswig-Holstein plant Bußgeld für Maskenverweigerer +++

Schleswig-Holstein will ebenfalls Bußgelder für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen einführen. "Wir finden die Idee gut", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kiel. Eine solche Regelung solle auch in Schleswig-Holstein festgelegt werden. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Nordrhein-Westfalen ein entsprechendes Bußgeld in Höhe von 150 Euro plant. Niedersachsen kündigte an, die Strafen ebenfalls auf 150 Euro erhöhen zu wollen. In Schleswig-Holstein hat sich die Landesregierung noch nicht auf eine Höhe des Bußgeldes verständigt. Die von Nordrhein-Westfalen geplanten 150 Euro seien eher die Obergrenze, hieß es. Das Land kündigte zudem an, die Corona-Schutzmaßnahmen vorerst nicht zu lockern. 

Auch in Bayern beispielsweise sieht der Bußgeldkatalog beim Verstoß gegen die Maskenpflicht bereits 150 Euro vor. In Berlin ist bei Verstößen gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ein Bußgeldrahmen von 50 bis 500 Euro vorgesehen.

+++ 12.19 Uhr: 24 Islamisten aus Deutschland abgeschoben +++

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben im ersten Halbjahr dieses Jahres 24 Islamisten abgeschoben. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf das Bundesinnenministerium berichtete, war die Hälfte von ihnen als "Gefährder" eingestuft. So nennt die Polizei Extremisten, denen sie einen Terroranschlag oder andere politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung zutraut. Im Vergleichszeitraum von Januar bis Juli 2019 waren 30 Islamisten abgeschoben worden. Allerdings fanden die Abschiebungen im zweiten Quartal dieses Jahres wegen der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen statt. Einer der Abgeschobenen ist der Kölner "Kofferbomber". Er wurde nach 14 Jahren Haft in den Libanon gebracht. Gemeinsam mit einem zweiten Libanesen hatte er 2006 Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert. Ein Konstruktionsfehler verhinderte damals, dass das Gas-Benzin-Gemisch explodierte.

+++ 12.03 Uhr: Heftiger Waldbrand vernichtet 1000 Hektar an der französischen Mittelmeerküste +++

Auf der Flucht vor einem heftigen Waldbrand an der französischen Mittelmeerküste haben mindestens 2700 Menschen die Nacht in Notunterkünften verbracht. Rund 1800 Feuerwehrleute sowie Löschflugzeuge waren im Einsatz gegen das Feuer, das am späten Dienstagnachmittag nahe der Stadt Martigues westlich von Marseille ausgebrochen war. Starker Wind fachte die Flammen an und trieb sie auf mehrere Ortschaften zu. Acht Campingplätze wurden sicherheitshalber geräumt und deren Bewohner über das Meer in Sicherheit gebracht.    

Am Mittwochvormittag konnte der Brand nach Feuerwehrangaben schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Schwer verletzt wurde niemand, doch mehrere Wohnhäuser und Campingplätze wurden beschädigt. Mehr als 1000 Hektar Nadelwald gingen in Flammen auf. Bei einem zeitgleich wütenden Waldbrand nahe einem Industriegebiet bei Marseille wurden 130 Hektar Wald vernichtet und ein Wohnhaus sowie mehrere Firmensitze beschädigt. 14 Feuerwehrleute erlitten bei dem Einsatz Rauchvergiftungen oder leichte Verletzungen. Die Ursache beider Brände war noch unklar, die Ermittlungen laufen.

+++ 11.56 Uhr: Goethe-Institut in Beirut durch Explosion stark beschädigt +++

Durch die Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist auch die dortige Niederlassung des Goethe-Institut stark beschädigt worden. Eine Mitarbeiterin wurde leicht verletzt, wie eine Sprecherin des Instituts auf Anfrage in Berlin sagte. Die Frau befinde sich auf dem Weg der Besserung, weitere Menschen hätten sich zum Zeitpunkt der Explosion nicht in dem Gebäude aufgehalten. Bei der Explosionen im Hafen von Beirut wurden am Dienstag mindestens 100 Menschen getötet und tausende verletzt. Laut Ministerpräsident Hasan Diab waren 2750 Tonnen beschlagnahmtes Ammoniumnitrat detoniert. Das Material sei seit sechs Jahren ohne Vorsichtsmaßnahmen in einem Lagerhaus untergebracht gewesen.

+++ 11.48 Uhr: Beiruts Gouverneur: Zehntausende Menschen nach Explosion ohne Wohnung +++

Die verheerende Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut hat die Wohnungen von Zehntausenden Menschen zerstört. Beiruts Gouverneur Marwan Abbud sagte dem libanesischen Sender MTV, zwischen 200.000 und 250.000 Einwohner hätten ihre Unterkünfte verloren. Der Schaden liegen zwischen drei und fünf Milliarden Dollar, erklärte Abbud weiter, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete. 

Experten warnten vor den Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes, die seit Monaten ohnehin unter einer der schwersten Krisen in der Geschichte des Libanons leidet. "Diese Explosion ist der Sargnagel für die Wirtschaft des Libanons und für das Land im Allgemeinen", sagte der libanesische Analyst Makram Rabah der Deutschen Presse-Agentur. Die Menschen könnten ihre Häuser nicht wieder aufbauen, weil ihnen das Geld fehle. Der Hafen in Beirut sei zudem die Lebensader des Landes. Da dort unter anderem Getreidesilos zerstört worden sei, müsste das Land jetzt mit Hunger und Engpässen bei Brot rechnen.

+++ 11.36 Uhr: Deutschland will Hilfe nach Beirut schicken – Meldungen von verletzten Deutschen +++

Nach der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut zeigte sich die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer betroffen: "Unsere Trauer und Gedanken sind bei den Angehörigen. Wir wünschen den Verletzten schnelle Genesung", sagte sie in der Bundespressekonferenz in Berlin. Christofer Burger, Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte mit, dass der Krisenstab getagt habe. Nach seinen Angaben wurde die deutsche Botschaft beschädigt. Die Lage werde als chaotisch bezeichnet. Es gebe Einzelmeldungen von verletzten deutschen Staatsangehörigen, eine genaue Zahl konnte Burger nicht nennen. Es sei geplant, dass ein Team des Technischen Hilfswerkes sich nach Beirut aufmacht, um unter anderem die Botschaft zu unterstützen. Burger sagte zu der möglichen Ursache der Explosion, dass er sich "nicht an Spekulationen" beteiligen werde. 

+++ 11.26 Uhr: Hauptangeklagter gesteht tödlichen Schuss auf Lübcke +++

Im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) hat der Hauptangeklagte Stephan Ernst den tödlichen Schuss auf den Politiker gestanden. "Ich habe geschossen", ließ Ernst vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main von seinem Anwalt erklären. Ernst zeigte Reue für die Tat. "Was ich und H. ihnen angetan haben, wird immer unentschuldbar bleiben", erklärte er an die Familie Lübcke gerichtet und bezog dabei seinen mitangeklagten mutmaßlichen Komplizen Markus H. ein.    

"Was wir getan haben, war falsch", fügte Ernst hinzu. "Niemand sollte sterben, weil er eine andere Meinung hat." Er habe sich von "falschen Gedanken" leiten lassen und übernehme dafür Verantwortung. Die Tat bezeichnete er als "feige und grausam". In einer ersten Vernehmung hatte Ernst wenige Tage nach seiner Festnahme den Mord an Lübcke gestanden. Dabei gab er an, allein gehandelt zu haben. Kurze Zeit später widerrief er sein Geständnis. Im Januar ließ sich Ernst erneut zu den Tatvorwürfen ein, beschuldigte jedoch H., Lübcke im Streit versehentlich erschossen zu haben. Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha gefunden worden.

+++ 10.33 Uhr: Tausende Ärzte und Krankenpfleger in Südafrika mit Coronavirus infiziert +++

Im schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Südafrika haben sich auch tausende Ärzte und Krankenpfleger mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Mehr als 24.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen wurden bisher positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet, 181 von ihnen starben, wie Gesundheitsminister Zweli Mkwize bei einer Pressekonferenz sagte. Landesweit stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen demnach auf mehr als 521.000.

+++ 10.23 Uhr: Vier Todesopfer durch Tropensturm "Isaias" an der US-Ostküste +++

Durch den Tropensturm "Isaias" sind an der Ostküste der USA vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen starben nach Behördenangaben, als ein von "Isaias" ausgelöster Tornado über einen Wohncontainer-Park im Bundesstaat North Carolina hinwegfegte. Zwei weitere Menschen wurden in den Bundesstaaten New York und Maryland in ihren Autos von umstürzenden Bäumen erschlagen. Rund drei Millionen Haushalte waren ohne Strom. Dutzende Flüge von und nach New York City wurden gestrichen. In tief gelegenen Teilen von Manhattan wurden Sperren aufgebaut, um für mögliche Überschwemmungen gerüstet zu sein. Der Sturm bewegte sich rasch in Richtung Nordosten voran und brachte Städten wie Washington und Baltimore heftige Regenfälle, bevor er den Südosten Kanadas erreichte. 

+++ 9.57 Uhr: Mediziner: 15.000 bis 20.000 Fans im Stadion "völlig illusorisch" +++

Aus Sicht des Mediziners Michael Geißler ist eine größere Zahl von Zuschauern in den Fußballstadien vorerst nicht realistisch. "Wenn man sich die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen ansieht, ist ein mit 15.000 bis 20.000 Zuschauern gefülltes Stadion völlig illusorisch", sagte der Ärztliche Direktor und Chefarzt des Klinikums Esslingen, Sohn des früheren CDU-Politikers Heiner Geißler, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

+++ 9.52 Uhr: Mehr als 700.000 Corona-Tote weltweit +++

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als 700 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Mittwochmorgen (MESZ) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Inzwischen gibt es demnach bereits mehr als 18,5 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. 

+++ 9.46 Uhr: Tschechien schickt Hilfsteam mit Suchhunden in den Libanon +++

Nach der verheerenden Explosion in Beirut schickt Tschechien ein Hilfsteam in den Libanon. Die Spezialeinheit der Feuerwehr werde am Nachmittag abfliegen, teilte Innenminister Jan Hamacek bei Twitter mit. Das Team ist auf die Bergung von Verschütteten spezialisiert. Dabei sind fünf Suchhundeführer mit ihren Tieren sowie mehr als 30 weitere Einsatzkräfte.

+++ 9.02 Uhr: Vier Corona-Teststationen für Urlaubsrückkehrer in Rheinland-Pfalz +++

Das Land Rheinland-Pfalz richtet vier Corona-Teststationen für Urlaubsrückkehrer ein. Drei davon befinden sich in der Nähe von Autobahnen zu den Nachbarländern Luxemburg, Belgien/Niederlande und Frankreich, die vierte am Flughafen Hahn im Hunsrück, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte. Für Heimkehrer aus Risikogebieten sei der Test Pflicht, für andere Urlaubsrückkehrer würden sie auf freiwilliger Basis angeboten. 

+++ 8.37 Uhr: Frankreich schickt Militärflugzeuge mit Helfern nach Beirut +++

Nach der Explosion in Beirut schickt Frankreich zwei Militärflugzeuge in den Libanon. Sie werden unter anderem 55 Angehörige des französischen Zivilschutzes und tonnenweise Material zur Behandlung von Verletzten befördern, wie der Élyséepalast mitteilte. Etwa ein Dutzend französische Notärzte soll zudem so rasch wie möglich nach Beirut entsandt werden, um Krankenhäuser vor Ort zu unterstützen. 

+++ 7.57 Uhr: Erneut Rekord an Neuinfektionen im australischen Bundesstaat Victoria +++

Der massiv vom Coronavirus betroffene australische Bundesstaat Victoria bekommt die Pandemie trotz nächtlicher Ausgangssperre und extrem strikter Maßnahmen bislang nicht unter Kontrolle. Am Mittwoch verzeichnete die Region im Südosten des Landes wieder einen Rekord an Neuinfektionen und Todesfällen in Verbindung mit Covid-19, die meisten davon in der Millionenmetropole Melbourne. Innerhalb von 24 Stunden seien 725 neue Fälle und 15 Tote registriert worden, sagte Victorias Regierungschef Daniel Andrews. Dies sind nicht nur für Victoria, sondern auch national gesehen die höchsten Zahlen seit dem Beginn der Pandemie.

+++ 6.23 Uhr: 741 neue Corona-Infektionen in Deutschland +++

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5. August, 0 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

+++ 5.07 Uhr: Knapp 6000 Beschäftigte mehr in den Gesundheitsämtern +++

Die Gesundheitsämter haben ihr Personal in der Corona-Krise deutlich verstärkt. Das geht aus einer neuen Umfrage des Deutschen Städtetags und des Deutschen Landkreistags hervor, die der "Passauer Neue Presse" (Mittwoch) vorliegt. Danach haben die Behörden, die auch für die Verfolgung von Infektionsketten zuständig sind, im Zuge der Pandemie bisher 5900 zusätzliche Beschäftigte eingesetzt, größtenteils aus anderen Teilen der Verwaltung. 

+++ 4.33 Uhr: Gesichtsvisiere erfüllen Maskenpflicht an NRW-Schulen nicht +++

Die neue Maskenpflicht im Unterricht in Nordrhein-Westfalen kann nur im Ausnahmefall mit Gesichtsvisieren erfüllt werden. Das hat das nordrhein-westfälische Schulministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf klargestellt. Der Infektionsschutz durch ein Visier - etwa aus Plexiglas - sei nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts nicht genauso sicher wie eine eng am Gesicht anliegende Mund-Nase-Bedeckung.

Der Verband Lehrer NRW hatte zuvor gefordert, die "drastische Maßnahme" einer sogar für den Unterricht geltenden Maskenpflicht an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen etwas abzumildern - etwa durch Gesichtsvisiere für Lehrer. Im Ausnahmefall sei das denkbar, erklärte das Schulministerium. "Visiere können bei Personen zum Einsatz kommen, bei denen das dauerhafte Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist." Vorrang habe zugunsten des Infektionsschutzes aber eindeutig die übliche Mund-Nase-Bedeckung.

+++ 4.27 Uhr: NRW plant 150 Euro Bußgeld für "Masken-Muffel" +++

Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro abkassieren. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sagte der "Rheinischen Post": "Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen. Wir wollen eine Verschärfung, so dass unmittelbar beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 150 Euro fällig ist." Bisher werden Bußgelder nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz Aufforderung weigerten, die Maske aufzusetzen. Wüst sagte, man wolle "keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln".

ivi / rw /nik DPA AFP

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