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News zum Coronavirus China lockert Corona-Einreisebestimmungen für 36 europäische Staaten

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Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Madrid und ins Baskenland +++ Biontech peilt weiter Impfstoffzulassung im Oktober an +++ Berliner Senat plant kein Alkoholverbot +++ News zum Coronavirus.

Hannover: TUI erhält weitere 1,2 Milliarden Euro Hilfe vom Staat

Nach dem Kredit über 1,8 Milliarden Euro im März erhält der schwer von der Corona-Pandemie getroffene Reisekonzern TUI weitere Hilfe vom Staat: Bundesregierung und TUI hätten ein zusätzliches Stabilisierungspaket über 1,2 Milliarden Euro vereinbart, teilte TUI am Mittwoch in Hannover mit. Damit würden sowohl die traditionell flaue Reisezeit im Winter sowie weitere längerfristige Reisebeschränkungen und Beeinträchtigungen durch die Pandemie abgedeckt. Das Stabilisierungspaket sieht den Angaben zufolge vor, dass der bestehende Kredit der staatlichen Förderbank KfW um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt wird. Zudem gibt TUI eine Wandelanleihe in Höhe von 150 Millionen Euro aus, die der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung kauft.

Regierung: Jede vierte Corona-Neuinfektion in NRW nach Reiserückkehr

Etwa jede vierte Corona-Neuinfektion in Nordrhein-Westfalen ist derzeit auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Dabei gehe es sowohl um die Rückkehr von Reisen im Inland als auch aus dem Ausland, teilte das Landesgesundheitsministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Allein am größten NRW-Airport Düsseldorf waren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein am vergangenen Samstag 71 von gut 1850 Abstrichen im Testzentrum positiv.

Corona-Fall: Sekundarschule in Dorsten blieb am ersten Schultag zu

Wegen eines Corona-Falls ist eine Sekundarschule im nordrhein-westfälischen Dorsten am ersten Tag des neuen Schuljahres geschlossen geblieben. Eine Lehrerin habe sich angesteckt, sie befinde sich in Quarantäne, sagte ein Sprecher des Kreisgesundheitsamtes. Die Lehrerin habe an den Tagen vor dem Schulbeginn an mehreren Konferenzen teilgenommen. Insgesamt seien 43 Kontaktpersonen ermittelt worden, die nun getestet würden. Wegen Personalmangels sei am Mittwoch kein Schulbetrieb möglich gewesen.

China lockert Corona-Einreisebestimmungen für 36 europäische Staaten

China hat die Corona-Einreisebestimmungen für 36 europäische Staaten gelockert, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Wer eine Aufenthaltsgenehmigung für die Volksrepublik besitzt, kann sich seit Anfang der Woche auch ohne Einladungsschreiben für ein China-Visum bewerben, wie die chinesische Botschaft in Berlin mitteilte. Nach Ausbruch der Corona-Krise im März hatte die Volksrepublik die Einreise nur noch in seltenen Fällen genehmigt. Die Botschaft wies darauf hin, dass Ausländer ein neu ausgestelltes Visum brauchen. Das Einreise-Visum werde für Reisende mit europäischen Reisepässen kostenlos sein.

Russland weist Bedenken gegen Corona-Impfstoff zurück

Russland hat Vorbehalte aus dem Ausland gegen seinen Corona-Impfstoff "Sputnik V" - den ersten zugelassenen weltweit - zurückgewiesen. "Ausländische Kollegen versuchen offenbar, irgendeine Meinung zu äußern, die nach unserer Ansicht absolut unbegründet ist", sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Russland hatte das Vakzin am Dienstag zur breiten Verwendung in der Bevölkerung zugelassen. Dieser Schritt erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse sogenannter Phase-III-Studien - ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht. Weder die Wirksamkeit noch die Nebenwirkungen lassen sich derzeit fundiert beurteilen.

Dortmund: Maskenverweigerer verletzt zwei Polizisten bei Einsatz in Supermarkt

Der Staatsschutz der Dortmunder Polizei hat Ermittlungen gegen einen aggressiven Maskenverweigerer aufgenommen, der bei einer Auseinandersetzung in einem Supermarkt zwei Polizisten verletzt haben soll. Geprüft werden Hinweise auf eine Zugehörigkeit des 44-Jährigen zum Reichsbürgermilieu und auf Kontakte zur rechtsextremen Szene, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Mann hatte sich demnach am Dienstagabend geweigert, in dem Supermarkt die vorgeschriebene Maske zu tragen. Er rammte zunächst einen Mitarbeiter des Supermarkts mit einem Einkaufswagen widersetzte sich später massiv zwei Polizisten, die ihn aus dem Geschäft herausführen wollten. Dabei trugen die Beamten so schwere Verletzungen davon, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten und ihren Dienst nicht fortsetzen konnten.

Eurozone: Industrie erholt weiter vom Corona-Einbruch

Die Industrieunternehmen in der Eurozone haben sich im Juni weiter von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Industrieproduktion stieg um 9,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. Im Mai war die Produktion um revidierte 12,3 Prozent (zunächst 12,4 Prozent) gestiegen. Im März und April war die Produktion wegen der Pandemie drastisch zurückgegangen.

Belgien: Behörden ordnen Maskenpflicht für Region Brüssel an

Die belgischen Behörden haben wegen des Anstiegs der Corona-Neuinfektionen eine Maskenpflicht im Freien für den Großraum Brüssel angeordnet. Die Vorschrift gelte im öffentlichen Raum für alle ab zwölf Jahren, teilte die Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt am Mittwoch mit. Für die beiden anderen belgischen Regionen, die Flämische und die Wallonische Region, gilt die Regelung nicht. 

Australien: Zahl der Neuinfektionen im Bundesstaat Victoria geht zurück

Im besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen australischen Bundesstaat Victoria geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. Die Infektionskurve scheine sich abzuflachen, sagte der Regierungschef des Bundesstaates, Daniel Andrews, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Die Zahl der Todesfälle erreichte hingegen einen neuen Rekordstand. Insgesamt wurden am Mittwoch laut Andrews 410 Neuinfektionen und 21 Todesfälle registriert. Damit wurden an vier aufeinanderfolgenden Tagen nur noch rund 400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - in den Wochen zuvor waren es täglich über 700 gewesen. Melbourne, die Hauptstadt von Victoria und zweitgrößte Stadt des Landes, hatte sich in den vergangenen Wochen zu einem Brennpunkt der Pandemie entwickelt.

Mozilla: Der Firefox-Entwickler streicht rund ein Viertel der Jobs

Der Firefox-Entwickler Mozilla streicht als Folge der Corona-Krise etwa jeden vierten Arbeitsplatz und will sein Geschäft mit der beschleunigten Entwicklung neuer Dienste ausbauen. Rund 250 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, der Standort in Taiwan wird geschlossen, wie Mozilla-Chefin Mitchell Baker am Dienstag (Ortszeit) ankündigte.

Spahn: Anstieg der Corona-Infektionszahlen besorgniserregend

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als Alarmzeichen. "Das ist ohne Zweifel besorgniserregend", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. "Hier sehen wir, dass durch Reiserückkehr, aber eben auch durch Partys aller Art, durch Familienfeiern an ganz vielen Stellen im Land wir eben in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche haben. Und das kann natürlich - wenn wir jetzt nicht alle miteinander aufpassen - eine Dynamik entfalten." Es gelte, "sehr, sehr wachsam" zu sein, weil es nicht mehr nur lokale Ausbrüche seien.

Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Madrid und ins spanische Baskenland

Das Auswärtige Amt warnt wegen der Corona-Pandemie nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid und ins spanische Baskenland. Das Ministerium begründete dies mit "erneut hohen Infektionszahlen". Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.

Paul-Ehrlich-Institut warnt bei Impfstoffzulassung vor Eile

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat angesichts der ersten Zulassung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus erneut vor zu großer Eile bei Zulassungsverfahren gewarnt. "Aus Sicht des Paul-Ehrlich-Institutes ist es auch in der aktuellen Pandemiesituation zwingend erforderlich, dass alle Prüfungen und Bewertungen mit der gleichen Sorgfalt erfolgen wie bei anderen Impfstoffen", sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek in einem Statement auf Youtube. Das Institut mit Sitz im hessischen Langen ist in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. 

Zustimmung für Maskenpflicht laut Umfrage wieder gestiegen

Die weitaus meisten Deutschen messen der Corona-Pandemie weiterhin hohe Bedeutung bei. Dies legt eine Zwischenbilanz des seit Ende März in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Corona-Monitors des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nahe, wie das Institut in Berlin mitteilte. Die wiederkehrende Umfrage dokumentiert seit nunmehr 20 Wochen, wie die Bevölkerung das Ausbruchsgeschehen einschätzt. So werden die unterdessen gelockerten Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus in der aktuellen Umfrage vom August von 80 Prozent der Befragten als angemessen eingestuft. Die schärferen Kontaktbeschränkungen zu Beginn der Pandemie waren sogar von 92 Prozent als angemessen empfunden worden. Anfang Mai hatte es jedoch einen Rückgang der Akzeptanz gegeben - damals hielten nur 67 Prozent der Befragten die Kontaktbeschränkungen für angemessen.    

Ein ähnliches Muster zeigt sich demnach bei der Maskenpflicht. Während sie direkt nach der Einführung im April eine hohe Akzeptanzrate von 86 Prozent aufwies, sank dieser Wert im Mai auf bis zu 73 Prozent. Danach stieg die Akzeptanz für wieder deutlich an: Aktuell stufen 92 Prozent die Maskenpflicht als angemessen ein.

Großveranstaltungen bleiben in Frankreich weiter verboten

In Frankreich bleiben wegen der Corona-Pandemie Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen bis mindestens 30. Oktober verboten. Das kündigte Premier Jean Castex in Montpellier an. Zuvor hatte der nationale Verteidigungsrat unter Vorsitz von Staatschef Emmanuel Macron über die Corona-Pandemie beraten. Die Beschränkung hätte eigentlich Ende August auslaufen sollen. 

Bundesgesundheitsministerium kritisiert russisches Vorgehen bei Corona-Impfstoff

Das Vorgehen der russischen Behörden bei der Zulassung eines Coronavirus-Impfstoff stößt in der Bundesregierung auf Kritik. In Europa setze die Impfstoffzulassung "hinreichende Erkenntnisse aus klinischen Prüfungen zum Beleg von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit voraus", sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben). Dabei sei die dritte und letzte klinische Testphase "von besonderer Bedeutung". Russland hatte das Virus vor dieser Phase zugelassen. "Es muss ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis des Impfstoffs nachgewiesen werden, bevor er in der Breite angewendet werden kann", betonte die Sprecherin. In der EU gelte, dass der Patientensicherheit "höchste Priorität" zukomme.

Corona-Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter in Bayern

Bayern hat eine Corona-Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter eingeführt. "In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen ab sofort nur noch Personen beschäftigt werden, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Damit wollen wir lokalen Hotspots vorbeugen und die Betriebe vor einer möglichen Schließung schützen." Das Kabinett hatte die Testpflicht am Montag bei einer außerplanmäßigen Sitzung beschlossen. "Ziel ist, dass es gar nicht erst zu Ausbrüchen in Betrieben kommt", erklärte die Ministerin.

US-Mediziner stellen russischen Impfstoff in Frage

Renommierte Mediziner in den USA haben vor dem in Russland seit heute zugelassenen Corona-Impfstoff gewarnt. "Aktuell würde ich ihn nicht nehmen, ganz sicher nicht außerhalb einer klinischen Versuchsreihe", sagte Scott Gottlieb, der frühere Chef der Behörde für Lebensmittel und Arzneimittel-Sicherheit (FDA), im US-Fernsehen. "Niemand weiß, ob es sicher ist oder ob es funktioniert. Sie bringen die Mitarbeiter im Gesundheitswesen und ihre Bevölkerung in Gefahr", schrieb Florian Krammer, ein Virologe am New Yorker Krankenhaus Mount Sinai, bei Twitter. 

Israel prüft mögliche Nutzung von russischem Impfstoff

Israel hat grundsätzlich Interesse an dem in Russland zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus bekundet. Der israelische Gesundheitsminister Juli Edelstein sagte, es gebe bereits Beratungen über den neuen Impfstoff. "Wenn wir zu der Überzeugung gelangen, dass es sich um ein ernsthaftes Produkt handelt, werden wir auch versuchen, Verhandlungen aufzunehmen", sagte Edelstein nach einem Bericht der Nachrichtenseite "ynet".

NRW beschließt 150-Euro-Bußgeld bei Maskenverstößen im ÖPNV

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die angekündigten hohen Strafen für Maskenmuffel im öffentlichen Nahverkehr beschlossen. Ab sofort werden Verstöße gegen die Maskenpflicht in Bussen und Straßenbahnen als Ordnungswidrigkeit umgehend mit 150 Euro Bußgeld geahndet, wie die Düsseldorfer Staatskanzlei mitteilte. Bislang waren solche Verstöße in Nordrhein-Westfalen erst nach einer erfolglosen Ermahnung bestraft worden.

Brandenburg verlängert Corona-Regeln - Maskenpflicht an Schulen

Die Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel gilt in Brandenburg nun auch in Schulen und Horten. Das Kabinett habe beschlossen, den Mund-Nasen-Schutz für Schulen und Horte in der Corona-Verordnung festzuschreiben, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher. Die Maskenpflicht gilt nicht für Klassenräume und Pausenhöfe. Die Landesregierung hatte die Maskenpflicht bereits angekündigt, seit dem Schulstart am Montag galt sie zunächst freiwillig.

Für öffentliche Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen wurde die Pflicht zur Bedeckung um mindestens rund drei Wochen verlängert. Auch der Mindestabstand von 1,5 Metern und die Hygieneregeln werden beibehalten. Die aktualisierte Corona-Verordnung gilt zunächst bis zum 4. September.

Ärztepräsident: Russischer Impfstoff ist "hochriskantes Experiment am Menschen"

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Zulassung eines Corona-Impfstoffs in Russland scharf kritisiert. "Die Zulassung eines Impfstoffs ohne die entscheidende dritte Testreihe halte ich für ein hochriskantes Experiment am Menschen", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf laut einer Vorabmeldung. Es sei "unverantwortlich, ganze Bevölkerungsgruppen bereits in diesem Stadium der Entwicklung zu impfen."

Berlin lockert Abstandsregeln im Kino

Kinobesucher müssen in Berlin weniger Abstand halten. Bisher sind 1,5 Meter vorgeschrieben, künftig soll jeder zweite Platz besetzt werden dürfen. Darauf verständigte sich der Senat, wie Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mitteilte. Voraussetzung seien eine gute Belüftung und das Einhalten der Maskenpflicht. Für Theater und Konzerthäuser soll die Regelung zunächst nicht gelten.

Konzertveranstalter Lieberberg will mit Laschet über Konzert reden 

Konzertveranstalter Marek Lieberberg sucht in der Diskussion um sein in Düsseldorf geplantes Großkonzert das Gespräch mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Die Reaktion aus der Staatskanzlei stellt ihn bislang aber nicht zufrieden. Er habe Laschet geschrieben und bemühe sich nun seit zwei Tagen, den Regierungschef zu erreichen, erklärte Lieberberg der Deutschen Presse-Agentur. Er könne verstehen, dass Laschet sehr beschäftigt sei. "Aber wenn man Zeit hat, sich öffentlich zu äußern zu Veranstaltungen, deren Regularien man offenbar nicht kennt, dann denke ich, müsste man auch Zeit haben, hier zu reagieren, um auch dieses Gespräch zu führen."

Laschet hatte sich zuvor zu dem von Lieberberg geplanten Konzert mit 13.000 Zuschauern in Düsseldorf geäußert und gesagt, er halte das Event "für kein gutes Signal". 

Berliner Senat plant kein Alkoholverbot

Der Berliner Senat plant kein Alkoholverbot in der Hauptstadt, auch nicht für bestimmte Straßenzüge. Darüber denke der Senat "nicht wirklich" nach, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) nach dessen Sitzung. Es gebe bereits Regeln, und diese müssten durchgesetzt und eingehalten werden. "Da wo die Leute sich nicht an die Regeln halten, muss es eben auch Konsequenzen haben." Der Senat werde weiter diskutieren, ob alle Regeln adäquat seien. Es könne sinnvoll sein, bei steigenden Infektionszahlen Regeln auch zu verschärfen.  

Biontech peilt weiter Impfstoffzulassung im Oktober an

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen bei einem Erfolg der aktuellen klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff weiterhin im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen. Die Biontech-Mitarbeiter hätten es geschafft, die Studie "in Rekordzeit zu starten", sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag bei der Vorlage der Unternehmenszahlen für das zweite Quartal.

Impfstoff
Weltweit laufen rund 170 Impfstoff-Studien
© Friso Gentsch / DPA

Ende Juli hatte eine weltweite Studie zu dem möglichen Impfstoff mit bis zu 30.000 Teilnehmern begonnen. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III – mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit, der Bestimmung der geeigneten Dosis und schließlich dem Nachweis der Wirksamkeit – war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.

Russland nennt ersten Corona-Impfstoff "Sputnik V"

Russland hat den weltweit ersten für die breite Verwendung zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus in Erinnerung an sein Vordringen in den Weltraum 1957 auf den Namen "Sputnik V" getauft. Das berichtete das russische Staatsfernsehen am Dienstag in Moskau. Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin bekanntgegeben, dass Russland als erstes Land der Welt einen Impfstoff zugelassen habe. Russland hatte im Frühjahr eine klinische Studie mit dem Impfstoff "Gam-Covid-Vac Lyo" in einer internationalen Datenbank registriert.

Der Chef des russischen Investmentfonds Kirill Dmitrijew sprach kürzlich von einem "Sputnik-Moment". "Die Amerikaner waren überrascht, als sie Sputniks Piepen hörten. Mit diesem Impfstoff ist es genauso", sagte er dem US-Sender CNN. Seine vom Kreml gegründete Stiftung finanziert die Impfstoff-Produktion.

MV erhöht Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften

In Mecklenburg-Vorpommern gelten künftig höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. Wer sich nicht an die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr hält, dem drohen künftig 150 Euro statt wie bisher 25 Euro Bußgeld, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nach einer Kabinettssitzung in Schwerin bekanntgab. Bei Verstößen gegen Quarantäne-Anordnungen steigt das Mindest-Bußgeld demnach von 100 auf 500 Euro.

Wegen Corona: Frankfurt-Marathon Ende Oktober abgesagt

Der Frankfurt-Marathon 2020 ist wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Diese Entscheidung hat der Veranstalter am Dienstag gemeinsam mit dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt getroffen. Die 39. Auflage des ältesten deutschen Stadtmarathons sollte am 25. Oktober stattfinden. "Wir haben uns diese Absage nicht leicht gemacht und bis zum Ende um Lösungen und Alternativen gerungen. Nun müssen wir nüchtern feststellen, dass die Absage unumgänglich ist", sagte Renndirektor Jo Schindler.

Erster Corona-Fall unter Flüchtlingen in Lager im Nordosten Syriens

Im überfüllten Flüchtlingslager Al-Hol im Nordostens Syriens ist der erste Coronavirus-Fall eines Bewohners bestätigt worden. "Eine unserer schlimmsten Befürchtungen hat sich bewahrheitet", teilte die Hilfsorganisation Save the Children am Montagabend mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte das UN-Nothilfebüro Ocha berichtet, drei Mitarbeiter des Gesundheitspersonals hätten sich in al-Hol mit Corona infiziert.

Nach Angaben von Save the Children leben in dem Lager rund 65 000 Menschen, unter ihnen 43 000 Minderjährige. Die Organisation befürchtet, dass es weitere Fälle geben wird. Die Folgen eines möglichen Covid-19-Ausbruchs wären ihrer Einschätzung zufolge verheerend. 

Nach mehr als 100 Tagen ohne Infektionen – Coronavirus in Neuseeland ausgebrochen

In der neuseeländischen Großstadt Auckland ist ein vorübergehender Lockdown angeordnet worden. Nach 102 Tagen ohne lokale Corona-Ansteckung in dem Pazifikstaat waren am Dienstag vier neue Fälle bei einer Familie aus der Millionenmetropole gemeldet worden. Premierministerin Jacinda Ardern sagte vor Journalisten, bislang sei unklar, wo sich die Infizierten angesteckt hätten. "Obwohl wir alle unglaublich hart gearbeitet haben, um dieses Szenario zu verhindern, haben wir es auch geplant und vorbereitet", so Ardern.

In Auckland mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern sollen nun zunächst alle Schulen und alle nicht unbedingt notwendigen Geschäfte geschlossen werden. Zudem wurden die Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. Im Rest des Landes wurden Zusammenkünfte von mehr als 100 Menschen verboten. Der Lockdown soll zunächst für drei Tage - von Mittwoch bis Freitag - gelten.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Neuseeland 1574 Fälle bestätigt, 22 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19.

Falsche Behandlungsmethoden aus dem Netz: Hunderte Menschen gestorben

Kamelurin, Bleichmittel und Methanol: Fehlinformationen durch Gerüchte und Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit dem Coronavirus haben seit Beginn der Pandemie weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet. Tausende Menschen mussten wegen der größtenteils in sozialen Netzwerken verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" veröffentlichte Studie. Die von einem Team internationaler Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Thailand und Japan zusammengetragenen Daten stammen aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2019 und April 2020.

So sei Menschen in Indien empfohlen worden, Kuhurin oder -dung zu verzehren, um sich gegen eine Ansteckung zu wappnen. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin mit Limone als Wunderwaffe gegen Sars-CoV-2 beworben. Der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol zur vermeintlichen Desinfizierung des Körpers kostete weltweit sogar 800 Menschen das Leben. Rund 5900 landeten nach dem Trinken von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten. 

 Die Wissenschaftler hatten mehr als 2300 Berichte in 25 Sprachen aus 87 Ländern untersucht. Neben der Pandemie gebe es demnach auch eine "Infodemie", so die Forscher. Sie forderten Regierungen und internationale Organisationen auf, Corona-Fehlinformationen im Internet besser zu überwachen, als falsch zu entlarven und "mit Social-Media-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um korrekte Informationen zu verbreiten."

Russland soll laut Putin Impfstoff entwickelt haben

Russland verfügt laut Aussage von Präsident Wladimir Putin angeblich über einen Impfstoff gegen Covid-19. Das russische Gesundheitsministerium habe die Anwendung des Impfstoffes nach weniger als zwei Monaten mit Tests an Menschen genehmigt, berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters. Damit ist Russland das erste Land der Welt, das einen Corona-Impfstoff für die breite Verwendung zulässt. Putins Angaben zufolge wurde der Impfstoff am Moskauer Gameleya-Institut entwickelt. Die Impfung ermögliche eine dauerhafte Immunität, sagte Putin während einer vom Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit Ministern und fügte hinzu, seine Tochter sei bereits geimpft worden.

Die Freigabe ebne den Weg für Massentests, hieß es weiter. Dennoch müssten Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes fortgesetzt werden. Der Impfstoff wurde allerdings bisher nur an wenigen Menschen getestet, ihn in einem so frühen Stadium zuzulassen, widerspricht internationalen Kriterien. Zunächst hatte der Kreml treue Sender "RT" berichtet.

966 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen – erstmals seit Anfang Mai wieder. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. 

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. 

Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 217 293 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 11.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9201. Bis Sonntagmorgen hatten 198 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. 

Mehr als 20 Millionen verzeichnete Coronavirus-Infektionen weltweit           

Die Zahl der weltweit verzeichneten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist über die Schwelle von 20 Millionen gestiegen. Das ergab in der Nacht zum Dienstag eine auf Behördenangaben beruhende Zählung der Nachrichtenagentur AFP. Rund 40 Prozent der insgesamt 20.002.577 Fälle wurden in den USA und Brasilien registriert, den beiden am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern. 

In den Vereinigten Staaten wurden bislang etwa fünf Millionen Ansteckungsfälle gezählt, in Brasilien rund drei Millionen. Die Zahl der weltweit verzeichneten Todesfälle durch die Pandemie lag laut der AFP-Zählung in der Nacht zum Dienstag bei 733.842. Davon entfielen 163.282 Fälle auf die USA und 101.752 auf Brasilien.


Corona-News von Montag, 10. August

Griechenland verschärft Corona-Beschränkungen wieder

Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Corona-Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet. Zudem wurde die traditionelle Messe von Thessaloniki (5. bis 13. September) abgesagt. Deutschland wäre in diesem Jahr das Partnerland dieser Messe gewesen.

Nachdem am Vortag mehr als 200 nachgewiesene Corona-Fälle gemeldet wurden, müssen alle Tavernen, Bars und Discos in zahlreichen Regionen des Landes, darunter auf Kreta, Santorin, Mykonos und anderen bekannten Urlaubsregionen täglich spätestens um 24.00 Uhr schließen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis 23. August, teilte eine Regierungssprecherin in Athen mit.

Zudem müssen alle auf dem Landweg einreisenden Menschen ab 17. August einen negativen Coronatest vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein.

Gesundheitsminister wohl einig: Rückkehr der Fans in Stadien hat keine Priorität

Eine mögliche Rückkehr von Fans in die Stadien der Fußball-Bundesliga mit Corona-Schutzauflagen hat aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder derzeit keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit, verlautete aus Teilnehmerkreisen nach einer Besprechung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Wie es weiter hieß, wurde das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) grundsätzlich als gut angesehen. Aus Sicht der großen Mehrheit der Ressortchefs wäre eine Umsetzung aber aktuell ein falsches Signal. Zuschauer in den Stadien seien zunächst nicht vor dem 31. Oktober wieder vorstellbar. 

Gesundheitsministerium lehnt Rückkehr von Fans in die Stadien ab

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium lehnt eine Rückkehr von Fans in die Stadien zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga ab. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei dies aus Gründen des Infektionsschutzes nicht vorstellbar. "Die Corona-Verordnung erlaubt derzeit Großveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag der DPA. "Tausende Menschen in einem Stadion sind aus unserer Sicht aber derzeit nicht darstellbar, wenn wir auf der anderen Seite in vielen gesellschaftlichen Bereichen aus gutem Grund nach wie vor restriktive Vorgaben machen müssen."

Die Fußball-Bundesliga startet am dritten September-Wochenende in die neue Saison. Inmitten der Debatte um das Für und Wider einer baldigen Rückkehr der Fans berieten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag über das Thema. Bei der Schaltkonferenz tauschten sich die Ressortchefs über das Konzept der Deutschen Fußball Liga aus. Es sieht eine zunächst reduzierte Rückkehr der Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästefans vor.

17 Migranten auf Lesbos Corona-positiv getestet worden

Siebzehn Migranten, die in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu der griechischen Insel Lesbos übersetzten, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte ein Sprecher des griechischen Coronakrisenstabes am Montag mit. Die infizierten Menschen leben demnach aber nicht in dem überfüllten Lager von Moria auf Lesbos. Sie müssen in den nächsten 14 Tagen in einer Isolierstation im kleineren Lager von Kara Tepe in Quarantäne bleiben. Im und um das Lager von Moria wird scharf kontrolliert. Die griechischen Behörden haben bereits Isolierstationen aufgebaut, falls das Coronavirus auch in Moria ausbrechen sollte. 

WHO: Ohne ständigen Druck kehrt Coronavirus immer wieder

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es bis auf Weiteres immer wieder zu steigenden Corona-Zahlen kommen. "Man kann es eine zweite Welle nennen, man kann es eine zweite Spitze nennen, man kann es ein Aufflammen nennen, man kann es nennen wie man will – nimmt man den Druck von diesem Virus, kommt das Virus zurück", sagte WHO-Experte Michael Ryan am Montag in Genf. "Ich weiß, das wollen die Leute nicht hören, aber das ist die Realität." Es sei außergewöhnlich schwer, das Virus zu stoppen. 

In mehreren Ländern Europas stiegen die Infektionszahlen jüngst wieder an, was vielerorts Sorge vor einem erneuten rasanten Anstieg der Fallzahlen ausgelöst hat. Die Aufgabe besteht laut Ryan darin, durch Nachverfolgung, Tests und lokale Maßnahmen Ausbruch für Ausbruch schnell einzudämmen und so weitere landesweite Lockdowns wie im Frühjahr zu vermeiden. "Das sagen wir den Ländern in Europa: Lasst den Druck auf dem Virus", so Ryan. WHO-Expertin Maria van Kerkhove erinnerte an die zentrale Bedeutung großer Menschenansammlungen für die Verbreitung des Erregers. "Das Virus liebt solche Ansammlungen." 

Die WHO erwartet diese Woche das Überschreiten der Marke von 20 Millionen Infizierten. Mehr als 720.000 Patienten sind nach offiziellen Daten mit oder an Covid-19 gestorben. Experten schätzen die Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen und Todesfälle allerdings als hoch ein.

Bayern will Ausweitung von Corona-Risikogebieten

Der Freistaat Bayern hat dem Bund vorgeschlagen, im Ausland weitere Regionen als Corona-Risikogebiete zu definieren. "Die Ausweitung kann deutlich dynamischer erfolgen als in der Vergangenheit", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag nach einer Sitzung seines Kabinetts in Nürnberg. Die bisherigen Tests bei Reiserückkehrern hätten gezeigt, dass viele positiv Getestete auch aus Gebieten zurückkämen, die derzeit nicht als Risikogebiete gelten. Derzeit sind rund 130 der knapp 200 Länder der Welt als Risikogebiete definiert. 

Schulstart in Brandenburg: Corona-Stichprobe bei Tausenden Kindern

Mit dem Beginn des Regelbetriebs an den Brandenburger Schulen hat die Brandenburger Landesregierung Corona-Tests für Kita- und Schulkinder gestartet. Bis Ende August sollen in einer Stichprobe ein Prozent der Kinder und Jugendlichen des Bundeslandes auf das Coronavirus getestet werden, wie das Gesundheits- und das Bildungsministerium am Montag mitteilten. Die freiwilligen Tests betreffen rund 2900 Schüler und 1100 Kita-Kinder aus 72 Schulen und 12 Kitas. "Mit den Stichproben möchten wir mehr über die Ausbreitung des Virus in dieser Altersgruppe in Brandenburg erfahren", sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).  Die Ergebnisse sollen bei der Anordnung von Corona-Maßnahmen berücksichtigt werden.

Hort in Potsdam nach Corona-Fall geschlossen – Kinder in Quarantäne 

Weil ein Erzieher eines Horts in Potsdam positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen zahlreiche Grundschüler zum Schulstart zu Hause bleiben. Das städtische Gesundheitsamt habe die Eltern der Kinder, die vergangene Woche in dem Hort Kontakt mit dem Erzieher hatten, am Sonntag informiert, bestätigte Stadtsprecherin Juliane Güldner am Montag. Zuerst hatten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (online) berichtet. Die Zahl der betroffenen Kinder, die nun als Kontaktpersonen ersten Grades in häusliche Quarantäne müssten, sei noch nicht bekannt, sagte Güldner. Der Hort, der sich im Gebäude einer Grundschule in der Potsdamer Innenstadt befindet, sei vom Träger geschlossen worden.

Lehrerpräsident: Maskenpflicht auch im Klassenzimmer unabdingbar

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält eine Maskenpflicht in Klassenzimmern für unabdingbar, wenn der Unterricht in üblicher Weise vonstattengehen soll. "Wer vollen Unterrichtsbetrieb will, kommt an der Maskenpflicht nicht vorbei", sagte Meidinger der "Passauer Neuen Presse" (Montag). Weder Lehrer noch Schüler seien Fans der Maskenpflicht. "Aber das ist wohl das Opfer, das wir zumindest vorübergehend bringen müssen, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern", betonte Meidinger. Er bezeichnete es als "aberwitzig", dass in Supermärkten, Zügen, Bussen, Gaststätten und bei Veranstaltungen Masken und Abstandsregelungen vorgeschrieben seien und an Schulen auf beides verzichtet werde. 

"Was derzeit in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, also da, wo der Schulbetrieb gestartet ist, an Hygieneschutzmaßnahmen vor Ort umgesetzt wird, reicht mit Sicherheit nicht aus, um den Wegfall der Abstandsregel in Klassenzimmern zu kompensieren", sagte er der Zeitung. Nordrhein-Westfalen gehe mit seiner beschränkten Maskenpflicht auch im Klassenzimmer den richtigen Weg. 

Unternehmen rechnen mit Corona-Einschränkungen für weitere 8,5 Monate

Die deutsche Wirtschaft rechnet wegen der Corona-Pandemie mit Einschränkungen bis weit ins nächste Jahr: Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts gingen die Unternehmen im Juli durchschnittlich von Beschränkungen für weitere 8,5 Monate aus. Die Dienstleister rechneten demnach mit 8,9 Monaten, der Handel mit 8,6 Monaten, der Bau mit 8,2 Monaten und die Industrie mit 7,8 Monaten.

Vor allem Firmen der Freizeitbranche befürchteten demnach längere Einschränkungen von 13 Monaten. Künstlerische Tätigkeiten und die Gastronomie erwarteten elf Monate. Bei Erziehung und Unterricht wurden durchschnittlich zehn Monate erwartet. In der Beherbergung rechneten die Unternehmen mit Einschränkungen von rund 9,3 Monaten. Der Großhandel ging von 8,4 Monaten aus, der Einzelhandel von 8,8 Monaten. Die staatliche Corona-Hilfe rettete allerdings bislang viele Unternehmen. 44 Prozent der Betriebe, die eine staatliche Maßnahme beantragten, würden die Krise nach eigenen Angaben ohne diese Hilfe nicht überleben, heißt es in einer Umfrage der Universität Mannheim und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), aus der die "Süddeutsche Zeitung" zitierte. Zwei Drittel der 8500 Firmen, die an der Umfrage teilnahmen, haben demnach in irgendeiner Form staatliche Hilfen beansprucht.

Berlin: 436 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 216.327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 10.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9197. Bis Sonntagmorgen hatten 197.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Alle wichtigen Daten zum Corona-Virus finden Sie hier

Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Auch am Freitag und Donnerstag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen. Die am Montag bekannt gegebenen Zahlen der Neuinfektionen sind aber meist vergleichsweise niedrig, weil am Sonntag nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 9.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,17 (Vortag: 1,32). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 9.8., 0.00 Uhr, bei 1,17 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Paul-Ehrlich-Institut erwartet Impfstoff Ende 2020

Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zeigt sich mit Blick auf die Suche nach einem Corona-Impfstoff weiter zuversichtlich. "Ich gehe derzeit davon aus, dass es Ende 2020 und Anfang nächsten Jahres Zulassungen geben wird, vorausgesetzt, die Phase-III-Prüfungsdaten sind positiv", sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). In sogenannten Phase-III-Studien wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt.

Diese Zulassungen würden dann voraussichtlich mit der Auflage verbunden, weitere Daten nachzuliefern, sagte Cichutek einem RND-Bericht vom Sonntag zufolge. Positiv sei insbesondere, "dass unterschiedliche Impfstoffkandidaten eine Immunantwort beim Menschen gegen das Sars-Coronavirus 2 hervorrufen". Zudem sei dies mit Dosierungen gelungen, "die sich als verträglich erweisen". Ähnlich hatte sich Cichutek vor einer Woche bereits im ZDF-"heute-journal" geäußert und von sehr guten Neuigkeiten gesprochen.

Wie das RND weiter berichtete, dämpfte Cichutek zugleich Hoffnungen, die geltenden Abstands- und Hygieneregeln würden nach Zulassung der ersten Impfstoffe sofort überflüssig. "Dass größere Teile der Bevölkerung durchgeimpft und dann auch geschützt sind und wir tatsächlich von den Public-Health-Maßnahmen absehen können, da würde ich eher sagen: Hoffentlich schaffen wir das im nächsten Jahr."

Keine Coronavirus-Übertragung in Neuseeland seit hundert Tagen       

In Neuseeland ist die Übertragung des Coronavirus in der Bevölkerung seit hundert Tagen gestoppt. Obwohl seitdem keine Neuansteckungen mehr verzeichnet wurden, warnten die Gesundheitsbehörden am Sonntag vor Nachlässigkeit. Derzeit gibt es nach offiziellen Angaben noch 23 aktive Infektionsfälle im Land. Die Infizierten steckten sich aber nicht in Neuseeland an, sondern wurden bei der Einreise positiv getestet und in Quarantäne-Einrichtungen untergebracht.

"Hundert Tage ohne Übertragung ist ein wichtiger Meilenstein, aber wir alle wissen, dass wir uns keine Nachlässigkeit erlauben dürfen ", sagte der oberste Gesundheitsbeamte Ashley Bloomfield. "Wir haben in anderen Ländern gesehen, wir schnell das Virus wieder auftauchen und in sich an Orten ausbreiten kann, wo es bereits unter Kontrolle war. Wir müssen darauf vorbereitet sein, neue Fälle in Neuseeland schnell auszumerzen."

555 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist nach mehreren Tagen wieder unter die Schwelle von 1000 Fällen gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 555 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 215 891 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen im Internet meldete (Datenstand 9.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit im Vergleich zu den Werten der Vortage etwa nur halb so hoch. Ein Grund dafür kann sein, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln.

Bericht: Dutzende Masken-Lieferanten klagen gegen Gesundheitsministerium 

Auf die Bundesregierung rollt einem Bericht zufolge wegen ausstehender Zahlungen für den Kauf von Schutzmasken in der Coronakrise eine Klagewelle zu. 48 Lieferanten, die vom Bundesgesundheitsministerium nicht oder nur teilweise für gelieferte Ware bezahlt worden seien, hätten Klagen eingereicht, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das zuständige Bonner Landgericht. Pro Woche kommen demnach etwa zehn weitere Klagen hinzu.

Rund hundert weitere Lieferanten bereiten laut dem Bericht mit Hilfe von Anwälten ein abgestimmtes juristisches Vorgehen vor. Insgesamt forderten die betroffenen Unternehmen laut Schätzungen mehrerer Kanzleien ausstehende Zahlungen von etwa 400 Millionen Euro ein.    

Das Gesundheitsministerium erklärte dem Bericht zufolge, ihm seien bislang nur 21 Klagen bekannt, dabei gehe um Forderungen in Höhe von 59 Millionen Euro. Qualitätsmängel und falsch gestellte Rechnungen seien der Grund für die "Verzögerungen beim Zahlungsziel".

Paris führt Maskenpflicht im Freien ein

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Teilen von Paris von Montag an auch im Freien eine Maskenpflicht. Die Vorgabe gelte für alle Menschen ab elf Jahren, teilte die Stadtverwaltung mit. Betroffen seien bei Touristen beliebte Orte wie der Hügel Montmartre, die Ufer der Seine und des Canal Saint-Martin sowie Straßenmärkte und Einkaufsmeilen. Insgesamt gilt die Maskenpflicht im Freien in mehr als hundert Straßen in fast allen Bezirken der französischen Hauptstadt.

Mehr als 100.000 Corona-Tote in Brasilien                 

In Brasilien ist am Samstag die Schwelle von 100.000 Corona-Todesfällen überschritten worden. In den vergangenen 24 Stunden seien 905 weitere Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl der Sterbefälle sei damit auf 100.477 gestiegen. Zudem seien fast 50.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Insgesamt wurde somit bereits bei mehr als drei Millionen Menschen in Brasilien das Virus nachgewiesen.

Brasilien ist nach den USA sowohl gemessen an den Infektions- als auch den Totenzahlen das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Experten gehen aber davon aus, dass die Zahlen tatsächlich viel höher liegen, da in dem Land relativ wenig getestet wird.

Nachrichten von Samstag, 8. August

Bundesregierung warnt vor Reisen in bestimmte Gebiete in Bulgarien und Rumänien

Die Bundesregierung warnt vor nicht notwendigen touristischen Reisen in mehrere Regionen in Bulgarien und Rumänien sowie in den australischen Bundesstaat Victoria. Wegen eines deutlichen Anstiegs der Corona-Infektionen wurden laut den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes in Bulgarien die Gebiete Blagoewgrad, Dobritsch und Warna neu als Risikogebiete eingestuft. Warna liegt am Schwarzen Meer, betroffen von der Reisewarnung sind auch die bei Touristen beliebten Orte Goldstrand und Albena. 

In Rumänien gilt die Reisewarnung für die Gebiete Arges, Bihor, Buzau, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timis. Touristen, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich seit Samstag bei ihrer Rückkehr auf das Coronavirus testen lassen. Ansonsten müssen sie in Quarantäne gehen.

Umfrage: Klare Mehrheit lehnt Demos gegen Corona-Maßnahmen ab

Die Demonstrationen gegen die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus werden nach einer Umfrage von einer großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. In einer Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag der Mediengruppe RTL gaben 91 Prozent an, kein Verständnis für die Proteste zu haben. Nur 9 Prozent äußerten sich dem "RTL/ntv-Trendbarometer" zufolge zustimmend. Eine klare Mehrheit (87%) war auch der Meinung, dass die Menschen, die gegen die Maßnahmen auf die Straße gehen, nur eine Minderheit der Bevölkerung repräsentieren.

Positiver Corona-Test beim 1. FC Köln – zwei Spieler betroffen

Beim 1. FC Köln sind zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte der Verein und teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter weiter mit: "Beide begaben sich in Absprache mit dem Gesundheitsamt direkt in häusliche Quarantäne. In den beiden Testrunden fielen alle anderen Tests negativ aus." Am Samstag trainierte die Mannschaft von Coach Markus Gisdol drei Tage nach dem offiziellen Trainingsstart erstmals gemeinsam auf dem Platz. Das Training des Fußball-Bundesligisten wird trotz der beiden positiven Tests fortgesetzt.

Im Nachwuchsbereich des Bundesligisten dagegen wurden der Trainings- und Spielbetrieb von der U16 bis zur U19 "als Vorsichtsmaßnahme unterbrochen, da Nachwuchsspieler in ihrem Umfeld Kontakt zu infizierten Personen hatten", teilten die Kölner mit. 

Corona-Infektionen: Erneut mehr als 1000 Fälle in Deutschland

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 215 336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 8.8., 0.00 Uhr).

Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet wurden, ging die Zahl am Samstag etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Sie war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9195. Bis Samstagmorgen hatten 196 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Neues Dekret: Italien verlängert Corona-Maßnahmen bis 7. September 

Die italienische Regierung hat ihre Anti-Corona-Maßnahmen bis zum 7. September verlängert. Das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte verabschiedete ein Dekret, in dem unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen und die Abstandsregeln weiter vorgeschrieben werden. Auch größere Menschenansammlungen bleiben verboten. Regierungschef Conte sprach von "ausgewogenen Maßnahmen, die der aktuellen Situation gerecht werden". Italien, das im Frühjahr eines der am stärksten von der Corona-Pandemie heimgesuchten Länder war, habe sich dank der Maßnahmen gefangen. Man müsse aber wachsam bleiben, sagte Conte.

Die Regierung stimmte für weitere vorsichtige Lockerungen etwa im Tourismus, wo Kreuzfahrtschiffe ab dem 15. September wieder auslaufen dürfen. An Bord müssen strenge Hygiene-Regeln eingehalten werden. Von 1. September an dürfen Messen wieder öffnen – Aufbau und Organisation der Ausstellungen kann sogar ab sofort beginnen. Für den Tourismus und die Kultur wurden weitere drei Milliarden Euro bereitgestellt.

EU zieht grünes Licht für Einreisen aus Marokko wieder zurück

Die EU hat ihr grünes Licht für Einreisen aus Marokko in der Coronakrise wieder zurückgenommen. Der EU-Rat in Brüssel veröffentlichte am Freitag eine aktualisierte Liste mit nunmehr nur noch elf Ländern, für die er eine Einreise-Erlaubnis empfiehlt. Ende Juli strich Brüssel bereits Algerien wieder von der Liste, zwei Wochen zuvor Serbien und Montenegro. Die EU hatte wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus im März für nicht unbedingt notwendige Besuche in der EU entschieden, die Einreise aus Drittstaaten zu untersagen. Anfang Juli veröffentlichte die EU eine erste Liste mit Ländern, wo das aus ihrer Sicht wieder möglich ist. Jetzt finden sich weiter folgende Länder auf der EU-Liste: Australien, China, Kanada, Georgien, Japan, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Bei China gilt als zusätzliche Bedingung für die Aufhebung des Einreisestopps, dass Peking seinerseits das Einreiseverbot für EU-Bürger beenden muss. Ob die EU-Mitgliedstaaten die Liste anwenden, bleibt ihnen überlassen. 

Neuinfektionen im Frühsommer zuletzt am 9. Mai über 1000er-Schwelle

Vor dem aktuellen Anstieg lag die Zahl der an das Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages gemeldeten Neuinfektionen zuletzt am 9. Mai über der Schwelle von 1000 Fällen. Die Nachrichtenagentur hatte zuletzt fälschlicherweise berichtet, dass das zuletzt am 7. Mai der Fall gewesen sei. Tatsächlich wurden am 7. Mai letztmalig den Gesundheitsämtern mehr als 1000 Fälle gemeldet. Zwischen der Registrierung eines Corona-Falls bei einem Gesundheitsamt und der Weitergabe an das RKI können aber unter Umständen einige Tage vergehen. Deshalb unterscheidet sich die Zahl der Meldungen an das RKI binnen eines Tages von der Zahl der Meldungen an die Gesundheitsämter binnen eines Tages.

Deutschland lässt Partner ohne Trauschein einreisen

Die Bundesregierung hebt die Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein auf. Ab kommender Woche können auch unverheiratete Partner aus Nicht-EU-Staaten wieder nach Deutschland einreisen. Das teilte das Innenministerium mit. Ressortchef Horst Seehofer (CSU) war zuletzt zunehmend unter Druck geraten, weil betroffene Paare bereits wochenlang eine Aufhebung der Reisebeschränkungen gefordert hatten. Viele von ihnen konnten sich aufgrund der Corona-Maßnahmen seit Monaten nicht mehr persönlich treffen. Voraussetzung für die jetzt beschlossenen Einreiseerleichterungen ist nach Angaben des Ministeriums allerdings eine auf Dauer angelegte Partnerschaft. Diese soll etwa durch einen vorherigen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland oder durch ein vorheriges persönliches Treffen in Deutschland nachgewiesen werden.

Niedersachsen plant Maskenkontrollen in Bus und Bahn

Niedersachsen plant angesichts der Corona-Pandemie Schwerpunktkontrollen zur Überwachung der Maskenpflicht in Bus und Bahn. Polizei und kommunale Ordnungsämter sollen in Absprache mit den Verkehrsunternehmen für wirksame Kontrollen sorgen, wie Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) in Hannover ankündigte. "Wir können es nicht hinnehmen, dass im ÖPNV Gesundheit gefährdet und das Sicherheitsbedürfnis vieler Fahrgäste missachtet wird." Immer wieder hatten sich Fahrgäste über einen laxen Umgang mit der Maske durch einzelne Mitreisende oder bestimmte Gruppen beklagt.

Kostenlose Corona-Tests für Erzieherinnen in hessischen Kitas

Erzieherinnen in hessischen Kitas können ab Mitte August kostenlos einen Corona-Test machen lassen. Das kündigte das Sozialministerium in Wiesbaden an. Das Angebot gelte für alle Menschen, die in der Kindertagesbetreuung oder Tagespflege unmittelbar mit Kindern arbeiten. Nach Angaben einer Sprecherin des Ministeriums seien Hochrechnungen zufolge rund 54.000 Personen zu einem solchen Test berechtigt. "Wir hoffen, dass wir mit diesem Service-Angebot des Landes dazu beitragen, bestehende Sorgen vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 in der Zeit der vollständigen Aufnahme des Regelbetriebes nach den Sommerferien begegnen zu können", erklärte Staatssekretärin Anne Janz (Grüne).

Acht neue Corona-Fälle nach Trauerfeier in Mecklenburg-Vorpommern

Nach einer muslimischen Trauerfeier am vergangenen Wochenende im mecklenburg-vorpommerschen Parchim ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Teilnehmer und Kontaktpersonen auf elf gestiegen. Am Freitag wurden acht positive Testergebnisse bekannt, wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim nach Tests bei 300 Personen mitteilte.

Jens Spahn: Keine härteren Strafen für Maskenverweigerer

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Rufen nach pauschal höheren Strafen für Verstöße gegen die Corona-Auflagen eine Absage erteilt. "Die Behörden vor Ort entscheiden im konkreten Fall, welches Bußgeld die wenigen zahlen müssen, die nicht ausreichend auf sich und andere aufpassen. Spielraum dazu ist ausreichend vorhanden", sagte Spahn im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zuvor hatte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil beklagt, wer leichtfertig keinen Abstand halte und die Maskenpflicht ignoriere, sei "rücksichtlos und unverantwortlich. Dagegen müssen wir schärfer vorgehen." Spahn sagte: "Mir ist wichtig, immer wieder zu erklären, warum die Maßnahmen zu unser aller Schutz notwendig sind. Abstand halten, Hygieneregeln, Alltagsmasken: Viele Umfragen zeigen, dass die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger diese Regeln für sinnvoll hält."

Abifahrt nach Kroatien: zehn Corona-Fälle in Baden-Württemberg

Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind inzwischen zehn Corona-Infektionen bei einer Gruppe aus Baden-Württemberg bestätigt worden. Nach Angaben einer Sprecherin des Göppinger Landratsamtes kam nach zunächst neun Fällen nun ein weiterer Befund dazu. Die meisten Infizierten hätten grippeähnliche Symptome, respiratorische Symptome wie Atemnot und Geschmacksstörungen. "Alle befinden sich aktuell in häuslicher Isolation", teilte die Behördensprecherin mit. Auch in anderen Landkreisen und Bundesländern soll es infizierte Teilnehmer geben.

Weitere Corona-Fälle bei Blohm+Voss – Behörde prüft Infektionswege

Bei der Hamburger Werft Blohm+Voss sind bei den Tests für die gesamte Belegschaft 19 weitere Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit erhöhe sich die Zahl der insgesamt Infizierten bei Blohm+Voss auf 78, teilte die Sozialbehörde der Stadt mit. Die neuen Infektionen wurden in Bereichen der Werft festgestellt, die nach dem Hygienekonzept des Unternehmens räumlich getrennt waren von dem zunächst betroffenen Bereich. Die Gesundheitsbehörden untersuchen nun die möglichen Infektionswege, teilte ein Sprecher mit. Dabei richte sich ein Augenmerk auf das Unternehmen und mögliche Infektionen in Pausenräumen, Sanitäranlagen und über die Belüftungssysteme. Der zweite Schwerpunkt sei die Wohn- und Unterbringungssituation der Arbeiter.

Größere Demo in Dortmund gegen Corona-Beschränkungen

Die Polizei in Dortmund rüstet sich für eine größere Demonstration gegen die staatlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Organisation "Querdenken-231" habe die Veranstaltung unter dem Motto "Festival für Frieden & Freiheit – Wahrung unserer Grundrechte" für Sonntag angemeldet, berichtete die Polizei. Es würden rund 1500 Teilnehmer in der Innenstadt erwartet. Es sei noch nicht ganz klar, "was für ein Publikum da zusammenkommt", sagte eine Sprecherin. Für den Polizeieinsatz werde der Infektionsschutz gerade in Zeiten der aktuell bundesweit steigenden Ansteckungszahlen "eine herausragende Rolle spielen", sagte Einsatzleiter Udo Tönjann. Wenn Hygiene- oder Abstandsregelungen missachtet würden, "werden wir entschlossen und konsequent einschreiten". Am vergangenen Wochenende hatten in Berlin Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei die Kundgebung auf.

Saarland lockert Corona-Regeln für Veranstaltungen

Das Saarland erlaubt von diesem Montag an wieder größere Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen drinnen und draußen. Unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln dürfen sich dann bis zu 450 Menschen in geschlossenen Räumen versammeln, wie die Staatskanzlei mitteilte. Bislang liegt die Obergrenze bei 350 Personen. Für Veranstaltungen unter freiem Himmel wird die erlaubte Höchstzahl von 700 auf 900 erhöht. Die Begrenzungen waren verhängt worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Stufenkonzept sieht weitere Lockerungen für Veranstaltungen vor. So sollen vom 24. August an Höchstgrenzen von 1000 Teilnehmern unter freiem Himmel und 500 in geschlossenen Räumen gelten. Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Saarland war zuletzt um 13 auf 2881 gestiegen.

Salzburger Festspiele raten von Fächern bei Vorstellungen ab

Die Veranstalter der Salzburger Festspiele raten trotz der Hitzewelle vom Gebrauch von Fächern während der Vorstellungen ab. Auf diese Weise solle eine Verbreitung von möglicherweise virenhaltigen Aerosolen verhindert werden, sagte der für das Corona-Präventionskonzept zuständige Direktor Lukas Crepaz, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Der mehr als 40 Seiten umfassende Maßnahmenkatalog sei um einen entsprechenden Hinweis erweitert worden. Knapp eine Woche nach Beginn der Festspiele am 1. August zog Crepaz eine positive Bilanz des Anti-Corona-Konzepts. "Es hält, und das seit Probenbeginn vor fast sieben Wochen," sagte er der APA. Seit eine temporäre Mitarbeiterin am 8. Juli positiv auf Covid-19 getestet worden war, sei kein weiterer Coronafall mehr dazugekommen. Bei den rund 1000 Mitwirkenden der Festspiele wurden demnach bisher über 2000 Corona-Tests vorgenommen.

Konzert mit 13.000 Zuschauern im September in Düsseldorf geplant

Ein Konzert mit Bryan Adams, Sarah Connor und "The Boss Hoss" soll am 4. September vor 13.000 Zuschauern in Düsseldorf stattfinden. "Das ist das Zeichen, auf das Fans, Künstler und Crews sowie die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet haben", sagte Veranstalter Marek Lieberberg laut einer Mitteilung. Es wäre das erste Großkonzert seit Mitte März in Deutschland.

Das Konzert im Düsseldorfer Fußballstadion ("Merkur Spielarena") werde in enger Abstimmung mit den Behörden geplant. Dem Infektionsschutz werde "in vollem Umfang Rechnung getragen", so die Veranstalter. Die Fans würden verpflichtet, Schutzmasken zu tragen. Zwischen den Sitztplätzen werde der Sicherheitsabstand gewahrt.

Nach Corona-Entwarnung: Gäste verlassen Kreuzfahrtschiff in Hamburg

Das norwegische Kreuzfahrtschiff "Fridtjof Nansen" hat wie geplant am Morgen im Hamburger Hafen angelegt. "Es sind alle Crewmitglieder und 168 Gäste auf Covid-19 getestet worden, und alle Tests kamen negativ zurück. Deswegen konnten alle Gäste das Schiff verlassen", sagte ein Sprecher der Reederei Hurtigruten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Während der Reise hatten vier Crewmitglieder leichte Erkältungssymptome gezeigt. Drei Reisende hatten den Test abgelehnt, sie würden sich nun in Selbst-Quarantäne begeben.

Forscher befürchten fast 300.000 Corona-Tote in den USA bis Dezember

Bis Dezember könnten nach einem weithin beachteten Modell in den USA insgesamt fast 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären rund 140.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 228.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle. Das Modell des Instituts befürchtet nun bis 1. Dezember 295.000 Tote. Vor der jüngsten starken Zunahme der Neuinfektionen in den USA hatte das Modell bis 1. November noch mit rund 230.000 Toten gerechnet.

"Wir erleben in den Vereinigten Staaten eine Achterbahnfahrt", erklärte Institutsdirektor Christopher Murray. Sobald die Infektionen in einem Gebiet dramatisch ansteigen, tragen die Menschen Masken und befolgen die nötigen Vorsichtsmaßnahmen, sobald sich die Situation entspanne, verflüchtige sich aber auch die Vorsicht wieder, wie Murray kritisierte. "Das führt natürlich zu mehr Infektionen. Und der womöglich tödliche Kreislauf beginnt wieder von vorne", sagte er. 

Bislang sind in den USA fast 160.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigen. Landesweit gibt es inzwischen fast fünf Millionen bestätigte Corona-Infektionen. 

Schuldnerberatungen rechnen ab Herbst mit Welle von Privatinsolvenzen

Die Schuldnerberatungen in Deutschland rechnen ab Herbst mit einer Welle von Privatinsolvenzen. Der Beratungsbedarf sei schon jetzt "spürbar gestiegen", berichtete die "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf eine Umfrage unter den drei großen Schuldnerberatungen AWO, Caritas und Deutsches Rotes Kreuz (DRK). Das "wahre Ausmaß wird erst mit Zeitverzögerung sichtbar werden", sagte AWO-Expertin Sabine Weisgram der Zeitung. Schulden entstünden "in der Regel nicht von einem Tag auf den anderen, sondern häufen sich langsam an".

Mehr als 50.000 Corona-Todesopfer in Mexiko

Mexiko hat als drittes Land der Welt die Marke von 50.000 registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 überschritten. Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Donnerstag (Ortszeit) im Vergleich zum Vortag um 819 auf 50.517. Knapp eine Woche zuvor hatte Mexiko Großbritannien überholt und war weltweit auf die dritte Stelle vorgerückt. Auf Platz eins bei den Todesopfern stehen nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität die USA mit mehr als 160.000, gefolgt von Brasilien mit mehr als 98.000.

Erneut mehr als 1000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 214 214 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 7.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat damit den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Sie war laut RKI zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht. 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9183. Bis Freitagmorgen hatten 195 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,99 (Vortag: 0,9). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen derzeit keine kritische Schwelle überschritten. "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-"Heute Journal". "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen." Zuletzt hatte das das Robert Koch-Institut erstmals seit drei Monaten mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert.

Ausflügler dürfen am Sommerwochenende nicht auf alle Inseln

Zum anstehenden sommerlichen Wochenende sind Tagesausflügler auf fast allen Ostfriesischen Inseln willkommen – mit Ausnahme von Langeoog. Dorthin dürfen wegen der Corona-Pandemie weiterhin samstags und sonntags keine Tagesgäste reisen, an den übrigen Tagen nur maximal 600. "Wir werden aber aufstocken auf 800, weil es so gut läuft", kündigte Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) an. Voraussichtlich Anfang nächster Woche soll dann auch die Wochenendsperre für Tagesgäste gekippt werden – 300 bis 400 seien dann denkbar. Auf der Insel verteilten sich Urlauber, Ausflügler und Bewohner ohnehin gut, sagte Horn. "Uns geht es um die Entzerrung auf der Fähre."

Auch bei anderen Fähren etwa nach Spiekeroog oder Borkum gibt es Reglementierungen. Die AG Ems fährt weiterhin nur mit maximal 75 Prozent Auslastung nach Borkum, wie eine Sprecherin der Reederei erklärte. Bei hoher Nachfrage gibt es aber Zusatzfahrten. 

Niederländischer Premier Rutte warnt vor zweitem Lockdown

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat vor einem zweiten Lockdown gewarnt und Bürger dringend ermahnt, die Corona-Regeln einzuhalten. Touristen warnte er, belebte Plätze in Amsterdam zu meiden. Die Gefahr der Verbreitung des Corona-Virus sei groß, warnte Rutte am Donnerstagabend in Den Haag. In den Niederlanden sind die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sehr schnell angestiegen. Die Niederlande verschärfen die Auflagen für Restaurants und Cafés. Ab sofort gilt erneut die Reservierungspflicht für Gäste. Sie müssen außerdem ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Inzwischen mehr als eine Million verzeichnete Corona-Fälle in Afrika

In Afrika gibt es inzwischen mehr als eine Million verzeichnete Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Bis Donnerstagabend (MESZ) wurden auf dem Kontinent insgesamt 1.000.054 Ansteckungsfälle gezählt, wie eine auf Behördenangaben beruhende Statistik der Nachrichtenagentur AFP ergab. Dennoch ist Afrika weiterhin deutlich weniger von der Pandemie betroffen als andere Kontinente. Nur in Ozeanien gibt es weniger erfasste Infektionsfälle.

Die am schlimmsten von der Pandemie heimgesuchten Länder des afrikanischen Kontinents sind Südafrika, Ägypten und Nigeria. In Südafrika sind mehr als die Hälfte aller auf dem Kontinent verzeichneten Ansteckungsfälle aufgetreten. In dem Land gab es bis Donnerstagabend rund 538.000 Infektionen und etwa 9600 Todesopfer. In der weltweiten Statistik der Infektionsfälle liegt Südafrika an fünfter Stelle hinter den USA, Brasilien, Indien und Russland.

Griechenland schließt nachts viele Grenzübergänge

Nach einem Anstieg der Coronavirus-Infektionsraten schließt Griechenland nachts seine Grenze. Nur die Grenzübergänge zu Bulgarien bleiben in der Nacht geöffnet, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Der Zivilschutz gab zudem strenge neue Regeln für die kleine Insel Poros nahe Athen bekannt, wo es zuletzt vergleichsweise viele Neuansteckungen gab.      Auf Poros gilt nun überall eine Maskenpflicht und für Restaurants und Bars eine Sperrstunde. Treffen mit mehr als neun Teilnehmern sind auf der Insel untersagt.

Gouverneur von Ohio nach positivem Corona-Befund negativ getestet

Wenige Stunden nach einem positiven Corona-Befund ist der Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio, Mike DeWine, zum zweiten Mal getestet worden – mit negativem Ergebnis. Bei dem letzteren Test habe es sich um einen hochempfindlichen Polymerasekettenreaktionstest gehandelt, beim ersteren um einen Anti-Gen-Test, teilte DeWine am späten Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. Kurz vor einem Besuch von Präsident Donald Trump in Ohio habe der Anti-Gen-Test das positive Ergebnis gebracht. Solche Untersuchungen seien vor einem Kontakt mit dem Präsidenten vorgeschrieben. 

Man habe in Ohio nicht viel Erfahrung mit Anti-Gen-Tests, erklärte der Republikaner DeWine weiter. "Wir werden mit dem Hersteller zusammenarbeiten, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie es zu der Diskrepanz zwischen diesen beiden Tests gekommen sein könnte." DeWine hätte Trump, der in Ohio unter anderem ein Unternehmen besuchte, auf dem Flughafen in Cleveland begrüßen sollen. Die Termine mit dem Präsidenten sagte der 73-Jährige nach dem positiven Befund jedoch ab.

Nachrichten von Donnerstag, 6. August

USA heben weltweite Reisewarnung wegen Corona wieder auf

Die USA haben ihre wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufene weltweite Reisewarnung wieder aufgehoben. Das US-Außenministerium kündigte am Donnerstag an, fortan wieder Reisehinweise und Reisewarnungen zu einzelnen Ländern zu veröffentlichen. Das US-Außenministerium hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Krise eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Die Regierung riet US-Bürgern damals von Auslandsreisen dringend ab und rief US-Bürger im Ausland auf, wenn möglich umgehend in die USA zurückzukehren. Wegen der Pandemie hatten zahlreiche Länder weltweit Reiseverbote verhängt und Reisewarnungen ausgesprochen. Die USA untersagten unter anderem im März Einreisen aus dem Schengenraum. Das Einreiseverbot ist nach wie vor gültig. 

Gericht: Lehrerin aus Risikogruppe muss vorerst nicht unterrichten

Eine Lehrerin in Schleswig-Holstein, die wegen einer Lungenerkrankung zu den Corona-Risikogruppen gehört, muss nach einem Gerichtsbeschluss vorerst nicht in der Schule Präsenzunterricht geben. Das Verwaltungsgericht in Schleswig untersagte am Donnerstag dem Kieler Bildungsministerium, die Lehrerin aus dem Kreis Segeberg bis zu einer endgültigen Entscheidung wie geplant einzusetzen. Am Montag beginnt in dem Bundesland das neue Schuljahr. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW), Astrid Henke, forderte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) auf, angesichts der Gerichtsentscheidung "von ihrer bisherigen hartherzigen Linie" abzurücken.

Rund 1600 Lehrer haben in Schleswig-Holstein Atteste vorgelegt, dass sie zu Corona-Risikogruppen gehören und deshalb derzeit nicht direkt Schüler unterrichten könnten. Der betriebsärztliche Dienst hat nach den bisher bekannten Zahlen 780 Fälle geprüft und lediglich 32 Unterrichtsbefreiungen ausgesprochen. Ministerin Prien hatte am Mittwoch bekräftigt, dass Lehrer wegen der geringen Infektionszahlen in Schleswig-Holstein kein größeres Risiko in der Schule hätten als andere Berufsgruppen. Ihr sei die Gesundheit und das Wohlergehen der Lehrkräfte sehr wichtig. 

Unionsfraktionsvize  Vaatz: Teilnehmerzahlen der Corona-Demo wurden "dreist" kleingerechnet

Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz sieht im Umgang von Politik und Polizei mit den Anti-Corona-Demonstrationen Parallelen zu DDR und NS-Zeit. Auch in der DDR habe es eine "dreiste Kleinrechnung der Teilnehmerzahlen" gegeben, Demonstranten seien als "Rowdys" diffamiert worden, schrieb Vaatz in einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag für das rechtskonservative Online-Portal "Tichys Einblick". Die SPD nannte die Äußerungen "unhaltbar und absurd". Generalsekretär Lars Klingbeil forderte die CDU auf, sich davon zu distanzieren. Die Polizei hatte Teilnehmerzahlen der Anti-Corona-Kundgebung am Samstag in Berlin mit gut 20.000 angegeben. Unter den Demonstranten kursierende Zahlen von bis zu 1,3 Millionen Teilnehmern wies sie zurück. Vaatz schrieb wörtlich: "Die dreiste Kleinrechnung der Teilnehmerzahlen der Demo vom 1. August durch die Berliner Polizei entspricht in etwa dem Geschwätz von der 'Zusammenrottung einiger weniger Rowdys', mit der die DDR-Medien anfangs die Demonstrationen im Herbst 1989 kleinrechneten."

Norwegen führt erneut Reisebeschränkungen für mehrere europäische Länder ein

Norwegen hat erneut Reisebeschränkungen für Frankreich und mehrere andere europäische Länder wegen steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus eingeführt. Reisende aus diesen Ländern müssen ab Freitag nach ihrer Einreise in Norwegen für zehn Tage in Quarantäne, wie das norwegische Außenministerium am Donnerstag mitteilte.      Betroffen sind nach Angaben des Ministeriums auch die Schweiz, Monaco, Tschechien und zwei Regionen in Schweden, wo in den vergangenen zwei Wochen mehr als 20 neue Fälle pro 100.000 Einwohnern registriert wurden.

Vor Treffen mit Trump: Republikanischer Gouverneur mit Coronavirus infiziert

Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Ohio, Mike DeWine, ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Das habe sein Büro bestätigt, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Das Testergebnis erhielt DeWine nur Stunden bevor er US-Präsident Donald Trump auf dem Flughafen von Cleveland begrüßen sollte. Vor einem Besuch des US-Präsidenten werden alle möglichen Kontaktpersonen getestet. Den Berichten zufolge zeige DeWine aktuell keine Symptome, sei aber für eine 14-tägige Quarantäne gemeinsam mit seiner Frau zurück in sein Haus nach Columbus gefahren.

Stuttgart erhöht Bußgelder für Maskenverweigerer

Maskenverweigerer müssen in Stuttgart künftig ein deutlich höheres Bußgeld zahlen als bisher. "Wird eine Privatperson ohne Mund-Nasen-Bedeckung erwischt, wo sie eine tragen müsste, beträgt die Mindeststrafe jetzt 75 Euro", teilte die Landeshauptstadt am Donnerstag mit. Bislang lag das Bußgeld bei 25 Euro. Für Menschen im gewerblichen Bereich – beispielsweise für Kellner – liege die Mindeststrafe nun bei 150 Euro. Für Wiederholungstäter könne es sogar noch teurer werden, sagte Stuttgarts Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Martin Schairer (CDU). "Der Bußgeldkatalog sieht eine Strafe von bis zu 250 Euro für Personen vor, die sich beharrlich weigern. Wir sind bereit, diesen Rahmen auszuschöpfen, und können im Ausnahmefall sogar darüber hinaus gehen." 

Trump hofft auf Corona-Impfstoff bis zur US-Wahl im November

US-Präsident Donald Trump rechnet noch in diesem Jahr mit einem wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus. "Noch vor Ende des Jahres, es könnte deutlich früher sein", sagte Trump in einem Interview des Radiosenders WTAM. In "manchen Fällen" könnte ein Impfstoff sogar schon zur Zeit der Präsidentenwahl am 3. November verfügbar sein, sagte Trump weiter. Experten halten diesen Zeitplan allerdings für übermäßig optimistisch. Weltweit gibt es derzeit zahlreiche Impfstoff-Kandidaten in verschiedenen Entwicklungsstadien.

Eltern befürchten wegen Corona Trennung von Kindern – Behörden dementieren

In Baden-Württemberg und Hessen befürchten Eltern, dass ihre Kinder im Falle einer Corona-Infektion von ihnen getrennt werden könnten. Hintergrund ist unter anderem ein Fall in Bruchsal (Landkreis Karlsruhe). Nachdem dort an einer Grundschule eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wurden im Juli zwei Klassen nach Hause geschickt – begleitet von einer Information der Stadt, in der bei Nichteinhaltung der "Isolation in sog. häuslicher Quarantäne" mit einer zwangsweisen Unterbringung des Kindes in einer geschlossenen Einrichtung gedroht wird. Die Stadt Bruchsal bestätigte ein entsprechendes Behördenschreiben verwies aber auf die zuständige Gesundheitsbehörde. Die wiederum verteidigte die aufgeführten Vorgaben, machte aber zugleich klar: "An eine Trennung des Kindes von den Eltern ist hier überhaupt nicht gedacht!"

Zentrum von spanischer Weinbauregion wegen Corona abgeriegelt

Die spanische Gemeinde Aranda del Duero in der Region Kastilien und León wird wegen steigender Corona-Infektionszahlen für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Das entsprechende Dekret werde am Freitag in Kraft treten, teilte die Regionalregierung in Valladolid mit. Nur mit triftigen Gründen werde man in die Gemeinde einreisen oder diese verlassen dürfen, hieß es. Die 150 Kilometer nördlich von Madrid gelegene Stadt hat gut 32.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Weinbaugebiets Ribera del Duero. Die Zahl der Neuinfektionen steigt dort seit einigen Tagen rapide. Binnen 24 Stunden wurden zuletzt 199 Fälle registriert.

Dänemark gibt Reisewarnung für Spanien und Andorra aus, Finnland führt Reisebeschränkungen für Niederlande und Belgien ein

Wegen steigender Corona-Zahlen in den betroffenen Ländern beschränkt Finnland ab Montag erneut die Einreise für Menschen aus den Niederlanden, Belgien und Andorra. Das bedeutet, dass Finnland für diese Länder wieder Grenzkontrollen einführt und Reisende aus diesen Staaten aufgerufen werden, für 14 Tage in Quarantäne zu gehen und Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden. Dänemark gibt eine Reisewarnung für Spanien und Andorra heraus. Angesichts steigender Infektionszahlen sollten nicht notwendige Reisen dorthin vermieden werden, teilte das Außenministerium in Kopenhagen mit. Der Schritt werde von diesem Samstag an wirksam. Zuvor hatte Dänemark schon von unnötigen Reisen nach Rumänien, Bulgarien und Luxemburg abgeraten.

Erneut mehr als eine Million neue Arbeitslose in den USA

In den USA haben wegen der Coronavirus-Pandemie erneut mehr als eine Million Menschen ihren Job verloren. In der vergangenen Woche meldeten sich knapp 1,19 Millionen Menschen neu arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Das waren aber deutlich weniger als in der Vorwoche, als knapp 1,44 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosengeld gestellt hatten. Experten hatten eine höhere Arbeitslosenzahl erwartet.

Im Zuge der Pandemie haben Millionen Menschen in den USA ihre Jobs verloren. Inzwischen werden vielerorts aber wieder Beschäftigte eingestellt. Laut den letzten verfügbaren Zahlen waren in der zweiten Juli-Hälfte rund 16 Millionen Versicherte arbeitslos, die Arbeitslosenquote lag bei elf Prozent. Vergangene Woche war ein wegen der Pandemie eingeführter Zuschuss zum Arbeitslosengeld von wöchentlich 600 Dollar ausgelaufen. Die Republikaner von Präsident Donald Trump und die oppositionellen Demokraten hatten sich im Streit über ein neues Corona-Hilfspaket nicht auf eine Verlängerung der Ende Juli auslaufenden Maßnahme einigen können. Die Verhandlungen über das neue Hilfspaket und zusätzliche Arbeitslosenhilfen laufen weiter.

Ungewöhnliches Interview in Corona-Zeiten – Thunberg an der Grenze

Wie interviewt man jemanden persönlich, in dessen Land man coronabedingt nicht reisen darf? Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich für ein Gespräch mit einem Forscher im benachbarten Norwegen kurzerhand an der Grenze zwischen ihren beiden Ländern getroffen. Das zeigten Bilder, die die 17-Jährige am Donnerstag auf Twitter und Instagram veröffentlichte. Auf einem der Fotos begrüßten sich die beiden am Grenzübergang Morokulien mit dem jeweiligen rechten Fuß – ohne dafür jedoch das Land des anderen zu betreten. Laut Thunbergs Angaben interviewte sie den Klima- und Umweltwissenschaftler Per Espen Stoknes für eine kommende Doku-Serie der BBC. Weil ihr als Stockholmerin jedoch die Einreise nach Norwegen nicht erlaubt sei, hätten sie und Stoknes sich entschlossen, auf der jeweiligen Seite der schwedisch-norwegischen Grenze zu bleiben. "Aber hey, jetzt bin ich FAST in Norwegen gewesen!", schrieb die junge Schwedin dazu.

Los Angeles stellt bei Hauspartys während Corona Strom und Wasser ab 

Die US-Metropole Los Angeles will Veranstaltern illegaler großer Hauspartys von Freitag an Strom und Wasser abstellen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Damit reagierten die Behörden auf vermehrte Berichte über große Feiern, die während der Pandemie eigentlich verboten seien, sagte Bürgermeister Eric Garcetti am Mittwoch (Ortszeit). Bei wiederholtem Verstoß gegen die Sicherheitsanordnungen könne Party-Veranstaltern binnen 48 Stunden Strom und Wasser abgedreht werden. Die großen Feiern fänden vor allem in leerstehenden Häusern oder Unterkünften statt, die kurzzeitig gemietet werden können. Bars und Nachtklubs in der kalifornischen Stadt sind derzeit geschlossen.

Nach Explosion: Große Krankenhäuser in Beirut stoppen Corona-Tests

Coronavirus-Tests und -behandlungen sind in mehreren großen Krankenhäusern der libanesischen Hauptstadt Beirut nach der verheerenden Explosion im Hafen eingestellt worden. Einige Einrichtungen, die Coronavirus-Patienten behandelten, seien durch die Explosion so schwer beschädigt worden, dass sie die Tests eingestellt hätten, sagte Mahmud Hassun, Arzt im Rafik-Hariri-Krankenhaus in Beirut, am Donnerstag. Sein Krankenhaus mache aber weiter Tests. Bei der gewaltigen Explosion im Hafen Beiruts waren am Dienstag mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen, rund 5000 weitere wurden verletzt. Viele Krankenhäuser sind völlig überlastet. 

Corona in St. Wolfgang: 107 Fälle – keine ausländischen Fälle bekannt

Durch den Corona-Ausbruch im österreichischen Ferienort St. Wolfgang sind bislang wohl 107 Menschen erkrankt. Das ergab eine Analyse der österreichischen Gesundheitsbehörden, die nun veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter und Anwohner, aber auch um österreichische Touristen. Zuletzt hatten örtliche Behörden nur 79 Fälle zum Ausbruch gezählt, dabei aber nicht alle Diagnosen in anderen Teilen Österreichs einberechnet. Unter ausländischen Gästen sei bislang trotz internationaler Kontakt-Nachverfolgung kein Fall gefunden worden, erklärte das Gesundheitsministerium. Die Ausbreitung sei durch rasches Testen und Absondern von Kontaktpersonen unter Kontrolle gebracht worden, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Moskau geht mit Geldstrafen gegen Maskenverweigerer vor

Im Kampf gegen das Coronavirus greifen die Behörden in der russischen Hauptstadt Moskau bei Verstößen gegen die Maskenpflicht wieder härter durch. Zahlreiche Geschäfte und Supermärkte seien schon geschlossen worden, weil sich dort Kunden ohne Mund-Nasen-Schutz aufhielten, berichtete der TV-Sender Moskwa-24 aus der Millionenmetropole. Insgesamt hätten rund 6000 Geschäfte hohe Geldstrafen zahlen müssen. Auch in der Metro werde stärker kontrolliert und Maskenverweigerer erhielten Geldstrafen von bis zu 5000 Rubel (rund 60 Euro). 

Kein Corona-Test nach Griechenland-Reise: SPD kritisiert Laschet

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach dessen Griechenland-Reise kritisiert, weil der laut Regierung keinen Corona-Test hat machen lassen. Die Landesregierung hatte einem Facebook-Nutzer, der von Laschet eine Quarantäne von zwei Wochen gefordert hatte, in dem sozialen Netzwerk geantwortet, es bestehe "kein Grund, dass der Ministerpräsident und seine Delegation nach Rückkehr einen Pflichttest machen müssen oder sich in Quarantäne begeben, da weder Lesbos und das Flüchtlingslager noch weitere Teile Griechenlands Risikogebiete sind". SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty sagte der "Neuen Westfälischen", er hätte "von einem Ministerpräsidenten mit Vorbildfunktion erwartet, dass er sich nach seiner Rückkehr sofort testen lässt. Er hätte damit ein wichtiges Zeichen setzen können". Kutschaty ergänzte: "Wie soll man Armin Laschet seine Appelle noch abnehmen können, wenn er sich selbst nicht daran hält?"

Lufthansa schließt betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland nicht mehr aus

Nach einem Milliardenverlust im zweiten Quartal schließt die Lufthansa-Gruppe betriebsbedingte Kündigungen auch in Deutschland nicht mehr aus. Ziel des Konzerns sei es gewesen, dies zu vermeiden, teilte das Unternehmen bei der Vorstellung der Quartalszahlen in Frankfurt mit. "Vor dem Hintergrund der Marktentwicklungen im globalen Luftverkehr und basierend auf dem Verlauf der Verhandlungen zu notwendigen Krisenvereinbarungen mit den Tarifpartnern ist dieses Ziel auch für Deutschland nicht mehr realistisch", hieß es weiter.

Spahn ordnet Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten an – Verweigerern drohen Bußgelder

Menschen, die aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, müssen sich künftig bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. "Ich habe angeordnet, dass für Rückkehrer aus Risikogebieten ab Samstag eine Testpflicht gilt", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. Dies sei "ein zumutbarer Eingriff", hob er hervor.

Derzeit verbreite sich das Gefühl, bisher sei alles gar nicht so schlimm gewesen, sagt Spahn. Das liege auch an den Maßnahmen. Masken und andere Vorsichtsmaßnahmen seien eine vergleichbar kleine Einschränkung, so der Minister. "Geben wir weiter aufeinander Acht", forderte Spahn. "Das Virus nimmt keine Rücksicht darauf, dass wir manchmal genervt sind." Rund 0,8 bis 1 Prozent der Testergebnisse aus dem Inland seien positiv, erklärt Spahn. Bei Rückkehrern aus dem Ausland liege der Wert bei ein bis zwei, je nach Flughafen sogar über zwei, Prozent.

Die Tests müssen die Bürger nicht selbst bezahlen, betonte Spahn. Er erinnerte auch an die weiterhin geltende Vorschrift, dass sich Rückkehrer aus Risikogebieten ohne negativen Corona-Test für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen. Alternativ könne ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, "das nicht mehr als zwei Tage alt ist". Wenn sich Einreisende weigern würden, am Flughafen einen Test zu machen, werde ein Bußgeld verhängt. Dessen Höhe könne bis zu 25.000 Euro betragen, so Spahn.

Trotz aller Warnungen vor infizierten Rückkehrern aus dem Urlaub betont Spahn, dass die Mehrheit der Infektionen aus dem Inland stamme, besonders auf größeren Veranstaltungen.

Als Risikogebiete eingestuft sind die meisten Staaten der Erde, auch die USA oder Brasilien. In der EU hat das Robert-Koch-Institut Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und einige Regionen Nordspaniens als Risikogebiet ausgewiesen, ebenso mehrere europäische Staaten außerhalb der EU. Auch die vier türkischen Küstenprovinzen, für die keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts mehr gilt, sind weiterhin als Risikogebiete eingestuft.

RKI meldet 1045 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 213.067 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 6.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9175. Bis Donnerstagmorgen hatten 195.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,9 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona-Regeln trennen unverheiratete Paare: Druck auf Seehofer steigt

In der Diskussion um wegen strenger Corona-Regeln getrennte Paare ohne Trauschein gerät Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zunehmend unter Druck. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte jetzt der Deutschen Presse-Agentur, dass es die geltenden EU-Empfehlungen eindeutig ermöglichten, die geltenden Einreisebeschränkungen für die Betroffenen aufzuheben. 

Konkret geht es um Ausländer in festen Partnerschaften mit einem EU-Bürger. Ein Trauschein oder eine eingetragene Partnerschaft sind demnach keine Voraussetzung für Erleichterungen.

Corona-Test bei Kolumbiens Ex-Präsident Uribe positiv

Einen Tag, nachdem der Oberste Gerichtshof in Kolumbien Álvaro Uribe unter Hausarrest gestellt hatte, ist der ehemalige kolumbianische Präsident positiv auf das Coronavirus getestet worden. Uribe befinde sich in sehr gutem gesundheitlichen Zustand und habe keine schwereren Symptome oder irgendwelche Atemschwierigkeiten, sagte Gabriel Velasco, Sprecher von Uribes rechter Partei "Centro Democrático" in einem Video in den sozialen Medien am Mittwoch. Der Ex-Präsident hält sich derzeit auf seinem Anwesen im Norden Kolumbiens auf.

Facebook löscht Trump-Botschaft zu Corona-Pandemie

Facebook hat eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump zur Corona-Pandemie gelöscht. Bei der Veröffentlichung handele es sich um eine "schädliche" Falschinformation über das Virus, begründete der US-Onlinekonzern am Mittwoch die Maßnahme. Bei der Botschaft auf Trumps Seite handelte es sich um einen Video-Ausschnitt aus einem Interview im Sender Fox News. Darin führt Trump ins Feld, Kinder seien "fast immun" gegen das Coronavirus.

Nachrichten von Mittwoch, den 5. August

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen 

Wegen des Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen. "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Provinz Antwerpen wird aufgrund erneut hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt", teilte das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite mit.

Corona-Fall in U19 von 1860 München: Nachwuchsteam in Quarantäne

Nach einem Coronavirus-Fall befindet sich die U19-Mannschaft des TSV 1860 München in häuslicher Quarantäne. Dies teilte der Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten, Günther Gorenzel, mit. Nach dem ersten Corona-Fall eines Spielers der U19 sei das "komplette Nachwuchsteam" sofort aus dem Trainingsbetrieb genommen worden. Die Profis der "Löwen" bereiten sich dem Verein zufolge auf dem Trainingsgelände "konsequent von den anderen Teams und der Öffentlichkeit abgeschottet" vor. Der Corona-Fall der U19 habe demnach keine weiteren Auswirkungen. 

Italien droht Ryanair wegen Corona-Verstößen mit Flugverbot

Ryanair drohen in Italien gravierende Konsequenzen wegen Verstößen gegen Sicherheitsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Wie die italienische Flugsicherheitsbehörde Enac mitteilte, könnte deswegen ein Flugverbot gegen den irischen Billigflieger für den italienischen Luftraum verhängt werden. Vorgeworfen werden Ryanair laut Enac "wiederholte Verletzungen der Covid-19-Gesundheitsbestimmungen", die von der Regierung zum Schutz der Passagiere angeordnet worden seien. Wenn Ryanair sein Verhalten nicht ändere, würden "alle Luftfahrtaktivitäten an den Flughäfen des Landes suspendiert", hieß es weiter.

Corona-Ausbruch in belgischem Schlachthof – Mitarbeiter in Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachtereibetrieb im belgischen Staden hat die örtliche Gemeinde mehr als 200 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt. Demnach seien bisher 18 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bis Donnerstagmittag sollen die Ergebnisse aller Tests vorliegen. Den Angaben zufolge kann der Betrieb in dem Schlachthof weitergehen, da alle positiv getesteten Menschen in der gleichen separaten Abteilung arbeiteten.

Virologe Streeck sieht derzeit keine "zweite Corona-Welle"

Der Virologe Hendrik Streeck kann im Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit weder einen deutlichen Anstieg der Zahlen noch eine sogenannte zweite Welle erkennen. "Tatsächlich ist der Begriff "zweite Welle" kein epidemiologischer Begriff, sondern er entstand während der Spanischen Grippe, die nach einem ersten Infektionsschub im Herbst mit voller Wucht wiederkehrte", so der Bonner Wissenschaftler im Interview mit t-online.de. Die Infektionen verschwinden ja nicht, sondern wir werden lernen müssen, das Virus in unseren Alltag zu integrieren." Wie bei anderen Coronaviren auch werde man immer im Sommer einen Rückgang der Infektionen sehen, im Frühjahr, Herbst und Winter eine Zunahme. "Ich kann nicht erkennen, dass wir jetzt in einer zweiten Welle sind", so der Forscher weiter. "Von einigen plötzlichen Ausreißern abgesehen gibt es gerade keinen deutlichen Anstieg, und einen Anstieg wie derzeit in Spanien sehe ich in Deutschland auch gerade nicht kommen."

Italiens Regierung will Maskenpflicht und Abstandsregeln verlängern

Italiens Regierung will die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und andere Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus weiter verlängern, wie italienische Medien berichten. Außerdem soll die Regel bestehen bleiben, dass man im Alltag mindestens einen Meter Abstand zu anderen Menschen halten soll. Größere Menschenansammlungen blieben verboten. Zu weiteren erwarteten Beschlüssen gehöre auch die weitere Stützung der notleidenden Wirtschaft im Umfang von rund 25 Milliarden Euro, schrieb die Agentur Adnkronos. Es gehe zum Beispiel um Rabatte in Restaurants, die wegen der Tourismusflaute stöhnen, andere Konsumanreize und Hilfen für den Arbeitsmarkt.

Fast jeder Dritte in Afghanistan mit Coronavirus infiziert

In Afghanistan hat sich einer wissenschaftlichen Studie zufolge bereits fast ein Drittel der Bevölkerung mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies ergab eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geförderte Antikörper-Untersuchung mit rund 9500 Teilnehmern im ganzen Land, wie Gesundheitsminister Ahmed Dschawad Osmani in Kabul sagte. Demnach haben sich bislang rund 31,5 Prozent der Afghanen mit dem Virus infiziert, das entspricht etwa zehn Millionen Menschen. Am höchsten ist die Infektionsrate in Kabul, wo den Schätzungen der Experten zufolge mehr als die Hälfte aller Einwohner mit dem Virus infiziert wurde. Da die Test-Kapazitäten in dem Land gering sind, wurden bisher nur rund 36.000 Infektionen nachgewiesen und rund 1200 Todesfälle gemeldet.

München sagt wegen Corona auch abgespeckten Marathon ab

Der München Marathon wird in diesem Jahr auch nicht über eine verkürzte Distanz ausgetragen. Das Konzept "2020 amoi anders – 30 Kilometer" kann wegen der Planungsunsicherheit in der Corona-Pandemie nicht umgesetzt werden, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Die nächste Auflage des Marathons in der bayerischen Landeshauptstadt sei nun am 10. Oktober 2021 geplant.

Neue Corona-Sorgen auf Schiff in Norwegen – Passagiere in Quarantäne

Nach dem Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Roald Amundsen" sind die Besatzungsmitglieder und Passagiere eines weiteren Schiffs in Norwegen in Quarantäne genommen worden. Grund dafür sei, dass ein Passagier einer vorherigen Kreuzfahrt auf der "SeaDream 1" nach der Heimkehr nach Dänemark positiv auf das Virus getestet worden sei, teilte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am späten Dienstagabend mit. Das Schiff brach seine aktuelle Fahrt deshalb ab und ging in der Nacht zum Mittwoch im Hafen der Stadt Bodø vor Anker, wie die norwegische Zeitung "Aftenposten" berichtete. Die Passagiere seien gebeten worden, in ihren Kabinen zu bleiben. Zunächst sollten nun die 85 Besatzungsmitglieder an Bord auf Corona getestet werden.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle zweier Kreuzfahrten der "Roald Amundsen" stieg derweil auf insgesamt 44. Darunter sind nach Angaben des Gesundheitsinstituts nun 35 Besatzungsmitglieder und neun Passagiere. Als Reaktion auf den Ausbruch hatte die Reederei Hurtigruten zum Wochenstart jegliche Kreuzfahrten mit ihren drei Expeditionsschiffen gestoppt. 

Immer mehr Städte erlassen Maskenpflicht im Freien

Angesichts des sich weiter ausbreitenden Coronavirus gehen immer mehr Städte in Europa dazu über, das Tragen von Masken auch im Freien zur Pflicht zu machen: Im Amsterdamer Rotlichtviertel, in den Geschäftsvierteln der niederländischen Hafenstadt Rotterdam und in belebten Stadtteilen im südwestfranzösischen Toulouse trat am Mittwoch eine Pflicht zum Maskentragen auch im Freien in Kraft. Auch die Pariser Stadtverwaltung kündigte eine Maskenpflicht für alle stark besuchten Plätze der französischen Hauptstadt wie etwa an den Uferpromenaden der Seine an. In Nizza an der französischen Mittelmeerküste sowie in Lille im Norden des Landes gilt bereits Maskenpflicht im Freien, ebenso in weiten Teilen Spaniens.

Tausende Ärzte und Krankenpfleger in Südafrika mit Coronavirus infiziert

Im schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Südafrika haben sich auch tausende Ärzte und Krankenpfleger mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Mehr als 24.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen wurden bisher positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet, 181 von ihnen starben, wie Gesundheitsminister Zweli Mkwize am Mittwoch bei einer Pressekonferenz sagte. Landesweit stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen demnach auf mehr als 521.000. Südafrika ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Seit die Regierung die im März verhängte Ausgangssperre gelockert hat, steigen die Infektionszahlen täglich stark an. 

Leopoldina empfiehlt Masken im Klassenraum 

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird. Ältere Schülerinnen und Schüler sollten auch in den Klassenräumen einen Mund-Nase-Schutz aufsetzen, wenn nicht ausreichend Abstand möglich sei, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme. Darüber hinaus sprachen sich die Wissenschaftler dafür aus, "überall, wo dies umsetzbar ist", kleine feste Kontaktgruppen einzurichten.

Mehrere Bundesländer haben angesichts des bevorstehenden Schulstarts bereits eine Maskenpflicht beschlossen. Diese gilt aber nicht immer im Unterricht. Dass Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden, müsse möglichst verhindert werden. Abstands- und Hygieneregeln seien ebenso wie häufiges Lüften wesentlich. Auch eine "systematische Teststrategie" wird empfohlen. Zudem müssten Präsenz- und Distanzunterricht stärker verzahnt werden.

Zahl der Corona-Toten steigt auf mehr als 700.000 weltweit

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus ist auf mehr als 700.000 weltweit gestiegen. Einer auf amtlichen Angaben basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP zufolge wurden weltweit bis Montagmorgen 700.489 Corona-Tote gemeldet. Weltweit wurden mehr als 18,5 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Virus registriert, 10,9 Millionen der Betroffenen sind inzwischen wieder genesen. Seit Ende Mai hat sich die Zahl der weltweit gemeldeten Corona-Toten damit verdoppelt. Am meisten Todesopfer durch das Virus gab es mit fast 157.000 in den USA, gefolgt von Brasilien mit knapp 96.000 und Mexiko mit knapp 49.000. 

Krankenhäuser sehen Gesundheitssystem auf mögliche zweite Welle gut vorbereitet

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht die Kliniken in Deutschland für eine mögliche zweite Welle an Corona-Erkrankten gut gerüstet. "Die Krankenhäuser sind gut auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet", sagte Hauptgeschäftsführer Georg Baum der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. "Wir haben noch immer eine erhöhte Freihaltung bei Intensivplätzen und Isolierzimmern." Auch die Bevorratung mit Schutzausrüstung sei heute besser als zu Beginn des Jahres. Hinzu komme, dass die Krankenhäuser in den vergangenen Monaten viele Erfahrungen gesammelt hätten.

Kritik übte Baum daran, dass Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Untergrenzen für Pflegepersonal wieder in Kraft gesetzt habe. "Im Notfall brauchen die Krankenhäuser Flexibilität, um Patienten versorgen zu können – unabhängig von für Pandemielagen definitiv nicht geeigneten Personalvorgaben."  Auch Ärztepräsident Klaus Reinhardt zeigte sich zuversichtlich: "Die Neuinfektionsrate ist zwar gestiegen, sie bewegt sich aber verglichen mit vielen anderen Ländern noch immer auf einem niedrigen Niveau." Das deutsche Gesundheitswesen sei weit von einer Überlastung entfernt. 

RKI: 741 Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 212.022 angegeben – ein Plus von 741 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 212.828 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9168 Todesfälle und damit zwölf mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9163 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 194.600. 

OK-Chef: Olympia in Tokio findet 2021 auch mit Corona statt

Nach Angaben des Chefs des japanischen Organisationskomitees finden die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Sommer auch "mit Corona" statt. Das sagte Toshiro Muto laut eines Berichts der "Financial Times" vom Mittwoch. "Ich weiß nicht, wie der Stand der Corona-Infektionen sein wird im kommenden Sommer, aber die Chancen, dass es ein Ding der Vergangenheit ist, sind nicht sehr hoch", sagte Muto demnach. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten das Internationale Olympische Komitee und Gastgeber Japan Ende März nach langem Zögern die für dieses Jahr geplanten Spiele verschoben. Sie sollen nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden.

150-Euro-Bußgeld in NRW für Verstoß gegen Maskenpflicht in Bus und Bahn

Fahrgäste in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen in Nordrhein-Westfalen, die keinen Atemschutz tragen, müssen künftig 150 Euro an Bußgeld zahlen. Schon beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht werde ein sofortiges Bußgeld in dieser Höhe fällig, kündigte Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Mittwoch an. Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt werde, "muss an der nächsten Haltestelle 'raus und zahlen." Bisher werden Bußgelder in NRW nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz Aufforderung weigern, die Maske aufzusetzen. Künftig werde es "keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln" geben, warnte Wüst.

rw DPA AFP

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