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Aktion gegen Bandenkriminalität Blutiger Polizei-Einsatz: Mindestens 18 Menschen sterben in Armenviertel von Rio

Blutiger Polizei-Einsatz: Mindestens 18 Tote in Armenviertel von Rio
Bei einem Polizei-Einsatz in einem der größten Armenviertel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens 18 Menschen getötet worden
© Jose Lucena / TheNEWS2 via ZUMA Press Wire / DPA
Erneut kommt es in einer Favela in Rio zu einer polizeilichen Operation mit vielen Toten. Es ist der dritte blutige Einsatz in rund einem Jahr – seit der Amtseinführung von Gouverneur Cláudio Castro, einem Verbündeten des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro.

Bei einem Polizei-Einsatz in einem der größten Armenviertel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Davon seien 16 mutmaßliche Kriminelle gewesen, teilte die Polizei am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Bei einem der beiden anderen Opfer handelte es sich demnach um einen Polizisten. Das brasilianische Nachrichtenportal "G1" berichtete zudem von einer getöteten Bewohnerin des "Complexo do Alemão" im Norden Rios. Ziel der Aktion in dem aus mehreren Favelas bestehenden Komplex mit rund 70.000 Bewohnern war demnach eine Bande, die Fahrzeug- und Frachtdiebstähle begangen sowie Banken überfallen haben soll. Es wäre ihm "lieber gewesen, sie hätten nicht reagiert, aber leider haben sie es bevorzugt, die Polizei anzugreifen", sagte Polizeisprecher Ronaldo Oliveira bei einer Pressekonferenz.

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Zudem hätten Kriminelle mit Barrikaden versucht, die Polizei zu behindern. Der Einsatz hatte am frühen Morgen begonnen, an die 400 Polizisten – unterstützt von vier Helikoptern und zehn gepanzerten Fahrzeugen – waren beteiligt. Augenzeugen berichteten in sozialen Medien von heftigen Schusswechseln. In einem Video der auf Nachrichten aus den Favelas spezialisierten "Voz das Comunidades" war zu sehen, wie Bewohner weiße Tücher schwenkten. Im Juli 2020 hatte der Oberste Gerichtshof in Brasília Polizei-Einsätze in Favelas während der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese sind nur in "absoluten Ausnahmefällen" erlaubt. Der oberste Gerichtshof in Brasília entschied, dass die Regierung von Rio de Janeiro Maßnahmen ergreifen müsse, um die Tödlichkeit von Polizeieinsätzen zu verringern.

Bolsonaro-Verbündeter verantwortlich für blutige Einsätze

Der im Mai vergangenen Jahres ins Amt eingeführte Gouverneur Claudio Castro ist ein Verbündeter von Jair Bolsonaro. Brasiliens rechter Präsident spricht sich dafür aus, dass Polizisten nicht juristisch belangt werden können, wenn sie im Einsatz Menschen töten. Drei der vier Polizeieinsätze in Rio mit den meisten Toten ereigneten sich in den vergangenen 14 Monaten. Im Mai waren bei einem Polizei-Einsatz in dem Armenviertel Vila Cruzeiro in Rio 24 Menschen ums Leben gekommen. Vor mehr als einem Jahr hatten Polizisten beim blutigsten Einsatz in Rios Geschichte in der Favela Jacarezinho sogar mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden getötet.

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Gewalt in Rio fordert Tausende Tote

Mächtige Banden ringen in den Armenvierteln um Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften. Die Gewalt schwappt immer wieder auch auf andere Teile Rios über und trifft Unbeteiligte. 2021 töteten Sicherheitskräfte in dem südamerikanischen Land mehr als 6000 Menschen, wie aus einem Gewaltmonitor hervorgeht, der vom Nachrichtenportal "G1", dem Brasilianischen Forum für öffentliche Sicherheit und der Universität von São Paulo betrieben wird.

mth DPA

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