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Razzien in vier Bundesländern Was hat es mit der zerschlagenen Terrorzelle auf sich? Erste Verdächtige in Untersuchungshaft

Eine mutmaßliches Mitglied einer rechten Terrorzelle wird in Karlsruhe zum Bundesgerichtshof gebracht
Eine mutmaßliches Mitglied einer rechten Terrorzelle wird in Karlsruhe zum Bundesgerichtshof gebracht
© Uli Deck / DPA
Noch ist wenig bekannt über die Anschlagspläne einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle. Aber die Ermittler scheinen mit ihren Razzien und einem Dutzend Festnahmen ins Schwarze getroffen zu haben: Die Verdachtsmomente sind belastend genug für erste Haftbefehle.

Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle befinden sich die ersten der insgesamt zwölf Festgenommenen in Untersuchungshaft. Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) erließen zunächst Haftbefehl gegen ein mutmaßliches Mitglied der Gruppe, den 39-jährigen Tony E. aus Niedersachsen, und fünf mutmaßliche Helfer aus Sachsen-Anhalt, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur DPA in Karlsruhe.

Alle Beschuldigten nach Karlsruhe gebracht

Die anderen Vorführungen sollten im Laufe des Tages stattfinden. Dazu waren alle zwölf Beschuldigten an den BGH nach Karlsruhe gebracht worden. Die Ermittlungsrichter entscheiden, ob ein Verdächtiger in U-Haft kommt oder möglicherweise wieder freigelassen werden muss.

Der Generalbundesanwalt war mit Razzien in sechs Bundesländern gegen die Gruppe vorgegangen. Die mutmaßlichen Rechtsterroristen sollen Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben, um Chaos auszulösen und so die Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik ins Wanken zu bringen. Das Vorhaben sei aber noch nicht näher konkretisiert worden.

Die Festgenommenen, alles Deutsche, sind dem Vernehmen nach zwischen 31 und 60 Jahre alt. Vier von ihnen sollen sich zu der eigentlichen Terrorzelle zusammengeschlossen haben. Die acht anderen halten die Ermittler für Unterstützer. Sie sollen sich bereiterklärt haben, Geld zu geben, Waffen zu beschaffen oder an künftigen Anschlägen mitzuwirken. Zum Kern der Gruppe rechnet die Bundesanwaltschaft noch einen fünften Mann. Er wurde aber als Einziger nicht festgenommen.

Verwaltungsmitarbeiter der Polizei suspendiert

Laut Bundesanwaltschaft hatte sich die Gruppe in Chats und telefonisch ausgetauscht, aber auch schon mehrfach getroffen. Diese Treffen soll der 53-jährige Werner S. aus dem Raum Augsburg koordiniert haben, zum Teil unterstützt von Tony E.. Wie "Der Spiegel" berichtete, sollen mehr als zehn Leute am vergangenen Samstag im westfälischen Minden zusammengekommen sein. Dieses Treffen sei von den Sicherheitsbehörden mit großem Aufwand observiert worden.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte zu den Durchsuchungen bekanntgegeben, dass ein Verwaltungsmitarbeiter der Polizei suspendiert worden sei. Dieser Mann ist dem Vernehmen nach einer der festgenommenen Unterstützer. Die zwei anderen mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe, Michael B. und Thomas N. stammen nach DPA-Informationen aus Baden-Württemberg (Raum Esslingen) und NRW (Kreis Minden-Lübbecke).

nik/DPA

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