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Einsatz in NRW Islamistische Terrorzelle gesprengt – Männer sollen Anschläge in Deutschland geplant haben

Polizei NRW
Im Auftrag des Generalbundesanwalts ging die Polizei in NRW gegen eine mutmaßliche Terrorzelle vor (Symbolbild)
© Henning Kaiser / Picture Alliance
Fünf Männer aus Tadschikistan sollen im Auftrag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) Anschläge in Deutschland geplant haben. Vier Verdächtige wurden am frühen Morgen festgenommen. 

Antiterrorermittler haben offenbar Anschlagspläne einer IS-Zelle in Deutschland im Keim erstickt und am Mittwochmorgen in Nordrhein-Westfalen vier mutmaßliche Islamisten aus Tadschikistan festgenommen. Die Verdächtigen sollen mit einem bereits seit März 2019 inhaftierten weiteren Tadschiken Anschläge auf Einrichtungen von US-Streitkräften und Einzelpersonen geplant haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von einem Vorgang mit "riesigen Dimensionen".    

Laut Bundesanwaltschaft planten die Verdächtigen insbesondere einen Mordanschlag auf einen Menschen, der sich "aus Sicht der Beschuldigten islamkritisch in der Öffentlichkeit geäußert hatte". Dieses potenzielle Mordopfer soll einer der Festgenommen bereits ausgespäht haben. Auch wurden demnach US-Luftwaffenstützpunkte in Deutschland ausgekundschaftet. Reul zufolge handelte es sich um zwei US-Militärbasen.  

Die Festgenommenen reisten als Flüchtlinge ein

Der NRW-Innenminister sagte in Düsseldorf, den Beschuldigten sei es mit ihren Anschlagsplänen "sehr ernst" gewesen. Nach derzeitigen Erkenntnissen habe aber ein Anschlag nicht unmittelbar bevorgestanden. Drei der Verdächtigen seien als Gefährder eingestuft, die anderen beiden als sogenannte relevante Personen.  Alle fünf seien als Flüchtlinge nach Deutschland eingereist. An der Razzia waren laut Reul insgesamt rund 350 Polizisten beteiligt. Nach ersten Erkenntnissen sei bei Durchsuchungen von insgesamt 13 Objekten in Nordrhein-Westfalen Geld und Datenträger gefunden worden.    

Dem Generalbundesanwalt zufolge wurden die vier Verdächtigen durch Spezialkräfte des Landes Nordrhein-Westfalen und Beamte des Polizeipräsidiums Düsseldorf in Siegen, in Werdohl im Märkischen Kreis sowie im Kreis Heinsberg festgenommen. Die Bundesanwaltschaft hatte zunächst statt Werdohl die Städte Essen und Neuss als Festnahmeorte genannt, korrigierte diese Angaben jedoch später. Zudem wurden die Wohnungen der Beschuldigten sowie weitere Objekte in Nordrhein-Westfalen durchsucht.    

Sehen Sie im Video: Bereits im Februar waren mehrere Männer festgenommen worden, weil sie im Verdacht stehen, Teil einer Terrorzelle zu sein:

Die vier Festgenommenen Azizjon B., Muhammadali G., Farhodshoh K. und Sunatullokh K. sowie der bereits in Untersuchungshaft sitzende Ravsan B. seien dringend verdächtig, in Deutschland als Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eine Terrorzelle gegründet zu haben. Sie sollen sich demnach im Januar 2019 dem IS angeschlossen haben.    

Zelle soll über Schusswaffen verfügt haben

Den Ermittlern zufolge gründeten die Beschuldigten im Auftrag der Miliz gemeinsam eine Zelle in Deutschland. Zunächst sollen sie geplant haben, in Tadschikistan an Kämpfen gegen die Regierung teilzunehmen. Von diesem Vorhaben sollen sie jedoch Abstand genommen haben und stattdessen tödliche Anschläge in Deutschland geplant haben. Dabei standen sie laut Bundesanwaltschaft in Kontakt mit zwei ranghohen IS-Führungsmitgliedern in Syrien und Afghanistan, von denen sie entsprechende Anweisungen erhielten.    

Die Zelle soll bereits über scharfe Schusswaffen und Munition verfügt haben. Zudem beschaffte Ravsan B. laut den Ermittlern Anleitungen für die Herstellung sogenannter unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen. Einige der hierfür notwendigen Komponenten seien bereits im Internetversandhandel erworben worden.   

Ermittlungsrichter am BGH entscheidet über Untersuchungshaft

Auch sollen die Verdächtigen zur Finanzierung ihrer Pläne sowie zur Unterstützung des IS in Syrien Geld in Deutschland gesammelt und über in der Türkei ansässige Finanzagenten an die Dschihadistenmiliz transferiert haben. Um dem IS noch weitere Mittel zukommen lassen zu können, soll Ravsan B. zudem einen mit 40.000 Dollar dotierten Auftrag für einen Mordanschlag in Albanien angenommen haben.    

Dazu sollen Ravsan B. und einer der weiteren vier Festgenommenen nach Albanien gereist sein. Laut Bundesanwaltschaft scheiterte die Ausführung des Auftrags jedoch kurzfristig, woraufhin beide Männer nach Deutschland zurückgekehrt sein sollen.    

Die Beschuldigten sollten noch am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheidet.

rös AFP

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