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Zwei Deutsche unter den Toten: Flugzeugabstürze fordern 89 Opfer

Zwei Abstürze binnen Stunden: In Pakistan starben 17 Passagiere und die Crew einer Chartermaschine. Auf Kuba kamen alle 68 Insassen eines Passagierflugzeugs ums Leben, unter ihnen zwei Deutsche.

Bei einem Flugzeugunglück auf Kuba sind alle 68 Insassen einer Passagiermaschine ums Leben gekommen, darunter zwei Deutsche. Es habe keine Überlebende gegeben, berichtete das offizielle Internetportal Cubadebate.cu in der Nacht zum Freitag. "In dem Flugzeug waren 61 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder, unter ihnen 40 Kubaner und 28 Ausländer", hieß es in einer ersten Erklärung, die in den Nachtnachrichten des kubanischen Fernsehens verlesen wurde. Die Fluggäste kamen demnach aus elf verschiedenen Ländern, unter anderem aus Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Spanien.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, dass zwei Deutsche unter den Toten seien. Einen Bericht des MDR, wonach es sich um ein Paar aus Bayern handelt, wollte das Auswärtige Amt zunächst nicht bestätigen. Laut Informationen des HR stammt die 34-jährige Frau aus Roßdorf in Südhessen.

Die Turboprop-Maschine der Airline Aerocaribbean mit der Flugnummer 883 war auf dem Weg von der im Osten gelegenen Stadt Santiago de Cuba in die Hauptstadt Havanna, als sie aus noch ungeklärter Ursache abstürzte. Das Flugzeug vom Typ ATR-72-212 verunglückte in der Nähe des kleinen Ortes Guasimal, in der Provinz Sancti Spiritus, rund 360 Kilometer östlich Havannas. Der Pilot konnte am Donnerstag um 17.42 Uhr (Ortszeit) noch einen Notruf abschicken, danach riss der Funkkontakt ab. Die Maschine ging bei dem Absturz in Flammen auf.

Die Zivilluftfahrtbehörde teilte mit, eine Kommission sei eingesetzt worden, um die Unglücksursache zu klären. Die Behörden schlossen nicht aus, dass das Unglück etwas mit dem Tropensturm "Tomas" zu tun haben könnte, der am Donnerstag über Kuba gezogen war. Inzwischen entwickelte er sich zu einem Hurrikan und traf mit heftigem Regen und starkem Wind in Haiti ein.

Die ATR 72 ist ein Regionalflugzeug aus französisch-italienischer Produktion und verfügt über eine maximale Sitzplatzkapazität von 68 Personen und eine Reichweite von bis zu 1195 Kilometern. ATR ist der weltgrößte Hersteller von Turboprop-Regionalflugzeugen und gehört je zur Hälfte dem Airbus Konzern EADS und der italienischen Alenia Aeronautica. Die 1982 gegründete Aerocaribbean hat ihren Sitz in Havanna und ist ein staatliches Unternehmen. Bereits 2002 waren zwei Deutsche beim Absturz eines Kleinflugzeuges auf Kuba ums Leben gekommen.

21 Menschen sterben bei Absturz in Pakistan

Auch in Pakistan ist am Freitagmorgen eine Passagiermaschine abgestürzt. Den Crash des zweimotorigen Flugzeugs in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi hat keiner der 21 Insassen überlebt. Wie der Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde, Parvez George, sagte, starben außer den 17 Passagieren, einem Techniker und einem Wachmann auch die beiden Piloten. Unfallursache bei dem Propellerflugzeug war der Ausfall eines Motors. Davon habe der Pilot dem Kontrollturm kurz nach dem Abheben berichtet.

Das Flugzeug, bei dem es sich nach neuesten Angaben um eine Beechcraft 1900 gehandelt haben soll, sei nach dem Absturz sofort in Flammen aufgegangen, hieß es. Ein Armeeoffizier, der Rettungsmaßnahmen und Bergungsarbeiten leitete, sagte, die Maschine sei völlig zerstört worden. Die Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Es sei unmöglich, das Geschlecht der Opfer festzustellen.

Die Maschine wurde nach Behördenangaben von der italienschen Ölgesellschaft ENI gechartert. Zunächst war von einem amerikanischen Mineralölkonzern die Rede gewesen.

DPA/AFP/AP / AP / DPA