Wetter Schnee schippen im März


Im Raum Hamburg krachte es auf den verschneiten Straßen mehr als 260 Mal, in Bayern überschwemmten die Flüsse die Keller, im Harz wird fröhlich Ski gelaufen. In zehn Tagen soll der Frühling beginnen - sagt der Kalender.

Zehn Tage vor dem kalendarischen Frühlingsanfang hat der Winter noch einmal alle Register gezogen. Schneefall und Glätte behinderten den Verkehr in Norddeutschland. Allein im Großraum Hamburg krachte es am Freitag mehr als 260 Mal. Ein 40-jähriger Radfahrer kam bei einem Zusammenstoß mit einem Auto auf eisglatter Straße ums Leben. In Bayern sorgte Tauwetter für Überschwemmungen. In der Nähe von München verunglückte eine 62 Jahre alte Autofahrerin tödlich, nachdem ihr Wagen in einer überfluteten Bahn-Unterführung stecken geblieben war.

20 Kiloemter Stau

Der mehr als zwölf Stunden dauernde Schneefall führte schon am Morgen auf den Straßen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg zu chaotischen Zuständen. Auf den Autobahnen rund um Hamburg kam es zu Staus von bis zu 20 Kilometern Länge. Auch der Flugverkehr stockte: Nach Angaben der Flughafen-Pressestelle wurde eine Maschine umgeleitet, andere flogen mit bis zu zwei Stunden Verspätung. In den nordöstlichen Landkreisen Niedersachsens wurden rund 80 Unfälle gezählt, in Schleswig-Holstein über 100. In den meisten Fällen blieb es nach Angaben der Polizei jedoch bei Blechschäden.

Zahlreiche Orte in

Vorarlberg in Österreich

, die wegen großer Neuschneemengen und Lawinengefahr nicht erreichbar waren, sind zum Wochenende wieder zugänglich. Betroffen waren auch bekannte Skiorte wie Lech, Zürs und Stuben am Arlberg. Dort waren einen Tag lang rund 14 000 Menschen eingeschneit, unter den 9600 Wintergästen waren auch der niederländische Thronfolger Prinz Willem- Alexander und seine Familie. Im gesamten Alpenraum bestehe weiterhin Lawinengefahr, meldeten die Wetterdienste.

Fähren eingestellt

In Bayern ließ Tauwetter die Wasserstände vieler Flüsse steigen. Besonders betroffen waren nach Angaben des Landesamtes für Umwelt der bayerische Teil Schwabens und Mittelfranken. Keller mussten leer gepumpt und Straßen gesperrt werden. Regen und Schneeschmelze ließen auch Rhein und Mosel weiter anschwellen. So wurde am Freitag auf dem Rhein zwischen Iffezheim in Baden-Württemberg und Germersheim in Rheinland-Pfalz der Schiffsverkehr eingestellt, weil die kritische Marke von 7,50 Metern überschritten worden war. Einige Rheinfähren stellten den Betrieb ein.

Am Rhein in Koblenz

werde der Höchststand am Sonntag bei 5,75 Metern erwartet, teilte das Hochwassermeldezentrum Mainz am Freitag mit. Entwarnung kam von der Mosel: Die Pegelstände stiegen weniger stark als erwartet. Auch in Baden-Württemberg soll sich die Hochwassersituation leicht entspannen. "In weiten Bereichen des Landes messen wir zum Wochenende wieder fallende Wasserstände", sagte ein Sprecher der Karlsruher Hochwasser-Vorhersage-Zentrale (HVZ).

Skifahren im Harz

In Thüringen mussten wegen Überflutungen mehrere Bundesstraßen ganz oder teilweise gesperrt werden. Auch kleinere Landstraßen gingen unter. Falls es wieder zu regnen beginnt, ist in Thüringen wie in Sachsen mit neuen Überschwemmungen zu rechnen. "Vor allem das Wasser, das von Hängen und Feldern abfließt, macht uns zu schaffen", hieß es von der Polizei im östlichen Erzgebirge in Sachsen. Nach Vorhersage des Wetterdienstes Meteomedia stoppen sinkende Temperaturen insgesamt in den Hochwassergebieten Süddeutschlands zum Wochenende die Schneeschmelze - und damit die Gefahr für Hochwasser.

Was im übrigen den Autofahrern am Freitag im Norden Probleme bereitete, freute die Touristen im verschneiten

Oberharz

: Dort gibt es teilweise noch gute Sportmöglichkeiten. Langläufer treffen nach Angaben des Harzer Verkehrsverbandes überall auf gespurte Loipen und auch für die alpinen Skiläufer sind die meisten Pisten geöffnet.

DPA DPA

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