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Unwetter in Deutschland: Sechstes Todesopfer in Bayern - Unwetterwarnungen vorerst aufgehoben

Das Hochwasser in Niederbayern hat sechs Menschen das Leben gekostet, mehrere Personen werden noch vermisst. Am Abend wurden alle Unwetterwarnungen vorerst aufgehoben. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen. 

Helfer graben  in Hamminkeln einen Durchstich in den Deich der Issel, um den Pegel zu senken

Helfer graben  in Hamminkeln einen Durchstich in den Deich der Issel, um den Pegel zu senken

Deutschland steht weiter unter dem Eindruck der schweren Unwetter in verschiedenen Regionen. In Niederbayern wird das Ausmaß des vom Hochwasser angerichteten Schadens immer deutlicher, am Ende wurde laut "Passauer Neuer Presse" zudem ein sechstes Todesopfer entdeckt. In Hessen ging eine Schlammlawine über dem Ort Oberndorf nieder.

Der Deutsche Wetterdienst hat am Donnerstagabend vorerst alle Unwetterwarnungen aufgehoben, aber ausdrücklich vor weiteren "markanten Gewittern" in weiten Teilen Deutschlands gewarnt.

Die aktuellen Ereignisse im stern-Newsticker:

+++ 23.40 Uhr: Sechstes Todesopfer in Niederbayern +++

Nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen. Am Donnerstagabend sei in Simbach am Inn die Leiche eines 65-Jährigen gefunden worden, teilte die Polizei-Einsatzzentrale Niederbayern mit.

+++ 22.10 Uhr: Unwetterwarnungen vorerst aufgehoben +++

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Donnerstagabend alle Unwetterwarnungen für Deutschland vorerst aufgehoben. Allerdings werde weiterhin vor "markanten Gewittern" in weiten Bereichen Deutschlands gewarnt, teilte der DWD in Offenbach mit. Die Gewitter sollten sich im Laufe der Nacht zum Freitag zwar weiter abschwächen, dennoch sind örtlich unwetterartige Entwicklungen weiterhin nicht ausgeschlossen, wie es vom DWD weiter hieß. Es würden dann entsprechend neue Warnungen herausgegeben.

+++ 22.00 Uhr: Rottal-Inn: Keine logistischen Kapazitäten für Sachspenden +++

Nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern hat der besonders betroffene Landkreis Rottal-Inn hilfsbereite Bürger aufgerufen, mit möglichen Sachspenden noch zu warten. "Wir haben jetzt ganz einfach noch nicht die logistische Kapazität, um Sachspenden anzunehmen, zu lagern und zu verteilen", erklärte Landrat Michael Fahmüller am Donnerstagabend. Derzeit stünden schlichtweg andere Maßnahmen wie die Kontrolle und die Reparatur der Verkehrsinfrastruktur oder die Unterbringung von Menschen, deren Wohnungen unbewohnbar geworden seien, im Mittelpunkt des Handelns.

+++ 19.18 Uhr: Schlammlawine erfasst Oberndorf +++

Eine Schlammwasserlawine hat in Hessen einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen der Einsatzkräfte zufolge niemand. Nach länger anhaltendem Regen war am Donnerstagnachmittag braunes, schlammiges Wasser über eine Wiese und eine Nebenstraße bis in die Hauptstraße des Ortes Oberndorf geflossen und hatte diverse Keller und Stallungen unter Wasser gesetzt. Die Polizei sperrte den Ort ab, die Feuerwehr setzte mehr als 50 Kräfte für Aufräum- und Abpumparbeiten an 15 bis 20 Stellen ein. Die Dauer der Arbeiten war zunächst ebenso wenig absehbar wie die Höhe der entstandenen Sachschäden.

Schlammiges Wasser ist bis in die Hauptstraße des Ortes Oberndorf in Hessen geflossen

Schlammiges Wasser ist bis in die Hauptstraße des Ortes Oberndorf in Hessen geflossen

+++ 18.33 Uhr: Simbach stieg von 50 auf 500 Zentimeter +++

Der kleine Simbach in der gleichnamigen niederbayerischen Stadt ist bei der Hochwasserkatastrophe binnen eines halben Tages von einem halben Meter auf mehr als fünf Meter angeschwollen. Wie das Bayerische Umwelt-Landesamt am Donnerstag in Augsburg berichtete, hatte der Bach in der Nacht zum Mittwoch noch einen Pegelstand von rund 50 Zentimetern. Gegen 13.15 Uhr war das Gewässer bereits mehr als zweieinhalb Meter tief. Anschließend erfolgte "innerhalb 60 Minuten ein weiterer Anstieg auf 506 Zentimeter". Dieser Scheitel habe dort "bei Weitem jeden bisher beobachteten Wasserstand" übertroffen, erklärte eine Sprecherin. "Am Simbach wird von einem mehr als 1000-jährlichen Hochwasser ausgegangen." Am Donnerstagnachmittag war die Pegelanzeige dann auf den ursprünglichen Stand wieder zurückgegangen: Das Wasser stand nur noch 51 Zentimeter hoch.

+++ 17.30 Uhr: NRW-Innenminister Jäger: "kritische Situation heute Abend" +++

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zeigt sich wegen der anhaltenden Überschwemmungsgefahr am Niederrhein besorgt: "Vor allem im etwas tiefer gelegenen Isselburg wird das noch mal eine kritische Situation heute Abend". Ausdrückliches Lob hat der Innenminister für die "grandiose Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger". Unter uniformierte Helfer mischen sich auch zahlreiche andere Freiwillige. Entlang der Issel waren in der Nacht auf Donnerstag laut Deutschem Wetterdienst 120 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, fast doppelt so viel wie sonst in einem Monat. Die Isseldämme sind bedroht. Ein vorsorgliches kontrolliertes Durchstechen des Deichs hat zwar geringe Entlastung gebracht - "aber nicht die, die erwartet wurde", so Jäger.

+++ 17.15 Uhr: Deutscher Wetterdienst gibt neue Unwetterwarnung heraus +++

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine bis Freitagnachmittag geltende Unwetterwarnung für große Teile Bayerns, Nordrhein-Westfalens und Niedersachens herausgegeben. Demnach gibt es vielerorts Gewitter mit Starkregen über 25 Litern pro Quadratmeter. An manchen Orten sind auch Niederschlagsmengen von über 35 Litern pro Quadratmeter kleinräumig möglich. Auch extreme Unwetterereignisse mit über 60 Litern pro Quadratmeter Regen sind nicht ausgeschlossen. Mit Hagel müsse teilweise gerechnet werden. Auch für den vom Hochwasser besonders stark betroffenen Landkreis Rottal-Inn gab der Wetterdienst eine Warnung vor starken Gewittern aus. Dort sei Starkregen mit bis zu 25 Litern pro Stunde und Quadratmeter möglich.

+++ 16.11 Uhr: Polizei klagt über Plünderer und Gaffer im Hochwassergebiet +++

Die Polizei hat im Hochwassergebiet in Niederbayern zunehmend Probleme mit Plünderern und Gaffern. In der Nacht seien zwei betrunkene Männer festgenommen worden, die aus einem weggeschwemmten Auto das Radio hätten stehlen wollen, so ein Sprecher. Außerdem seien drei Jugendliche festgenommen worden, die einen bereits von der Feuerwehr verplombten Kiosk aufgebrochen und Zigaretten im Wert von 300 Euro gestohlen hätten. Wegen der zunehmenden Plünderungen muss die Polizei auch Kräfte zum Schutz von Hab und Gut bereitstellen, die dann an anderer Stelle fehlen. Immer häufiger wird die Polizei auch von der Feuerwehr zur Hilfe gerufen, weil Schaulustige die Rettungs- und Bergungsarbeiten behindern. Die Gaffer gehen trotz Aufforderung nicht zur Seite.

+++ 16.00 Uhr: Isselburg bereitet sich auf Hochwasserwelle vor +++

Isselburg am Niederrhein bereitet sich mit Hochdruck auf die Hochwasserwelle des kleinen Flusses Issel vor. 15.000 Sandsäcke werden gefüllt, Böschungen werden auf Schwachstellen untersucht, Pegelstände kontrolliert und die Bevölkerung wird informiert. Die Hochwasserwelle von Hamminkeln am Oberlauf könnte gegen Mitternacht in Isselburg eintreffen, aber das sei schwer kalkulierbar, sagte der Leiter des Ordnungsamtes Frank Schaffeld. Die Kleinstadt befürchtet, dass ein Teil des Stadtkerns überflutet werden kann.

+++ 15.46 Uhr: Unwetterschäden in Baden-Württemberg wohl niedriger als 2013 +++

Nach den ersten Schätzungen dürfte die Schadenssumme nach den Unwettern in Baden-Württemberg am vergangenen Wochenende niedriger ausfallen als nach den verheerenden Hagelstürmen 2013. Nach der SV Sparkassenversicherung rechnet auch die Württembergische Versicherung bislang mit einem Schadenaufkommen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. "Damit sind wir nach derzeitigem Stand weit entfernt von dem Schaden im Jahr 2013", so ein Sprecher des Finanzkonzerns W&W der Deutschen Presse-Agentur. Die endgültige Bilanz steht aber noch aus. Vor drei Jahren hatten heftige Gewitter mit tennisballgroßen Hagelkörnern in den Kreisen Reutlingen und Tübingen Felder, Dächer und Autos verwüstet und laut Versicherungen einen Gesamtschaden von mehr als einer Milliarde Euro hinterlassen.

+++ 15.31 Uhr: Noch rund 3500 Haushalte in Niederbayern ohne Strom +++

Etwa 3500 Haushalte sind im niederbayerischen Hochwasser-Gebiet noch immer ohne Strom. Das teilt der Netzbetreiber Bayernwerk in Regensburg mit. Seit Donnerstagmorgen seien rund 4000 Haushalte zwischen Simbach am Inn und Pfarrkirchen wieder ans Netz gegangen. Die Bewohner müssten aber weiterhin mit kurzfristigen Unterbrechungen rechnen. Etwa 3500 Haushalte, vor allem in den Gebieten um Anzenkirchen, Tann und Triftern, müssen zunächst noch ohne Strom auskommen.

+++ 15.19 Uhr: Verkehrsminister Dobrindt will Infrastruktur schnellstmöglich wiederherstellen +++

"Unser Ziel ist, die Infrastruktur so schnell wie möglich wieder instand zu setzen. Am Geld wird es nicht scheitern, darin sind sich alle einig", so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, zum Wiederaufbau der vom Hochwasser zerstörten Straßen, Brücken und Schienenstrecken.

+++ 14.49 Uhr: THW borgt sich Messe-Exponate zur Hochwasserbekämpfung +++

Die Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern sind auch auf dem Münchner Messegelände zu spüren: Um für Hilfseinsätze in den betroffenen Orten gewappnet zu sein, zieht das Technische Hilfswerk (THW) mehrere Hochleistungspumpen ab, die auf der Umwelttechnik-Messe Ifat ausgestellt sind. Das teilt die Messe München mit. Die Pumpen seien unter anderem nach Niederbayern gebracht worden. Dort kommen die Exponate nun zum Einsatz.

+++ 14.48 Uhr: 14 Unwetterwarnungen für die nächsten 24 Stunden +++

Die Unwetter gehen immer weiter: Der Deutsche Wetterdienst gibt für die kommenden 24 Stunden 14 Unwetterwarnungen und 39 Warnungen vor markantem Wetter heraus. Hier sehen Sie, welche Regionen in Deutschland besonders gefährdet sind.

+++ 14.05 Uhr: Merkel trauert um Opfer +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht den Angehörigen der Opfer der Unwetterkatastrophe ihre Anteilnahme aus. Die Bundesregierung trauere um die Menschen, für die Hilfe zu spät gekommen sei und sie trauere mit den Angehörigen, sagt Merkel. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht den Familien der Opfer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sein Beileid aus. Merkel sagt weiter, sie verfolge die Entwicklungen in den Katastrophengebieten in Süddeutschland, in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen genau. Das Bundesinnenministerium stehe im Kontakt mit den Behörden der betroffenen Ländern.

+++ 13.12 Uhr: Camper mit Hubschrauber vor Hochwasser gerettet +++

Zahlreiche Campingurlauber sind in Altenahr im nördlichen Rheinland-Pfalz mit einem Polizeihubschrauber vor dem Hochwasser gerettet worden. Einige seien auf den Dächern ihrer Wohnwagen vom Wasser eingeschlossen gewesen, sagt ein Polizeisprecher. Andere hätten sich auf einen nahe gelegenen Hügel mit einer Kapelle gerettet und seien von dort ausgeflogen worden.

Die Ahr war in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten und hatte die Camper auf den Zeltplätzen überrascht.

+++ 12.54 Uhr: Polizei: Keine konkreten Angaben über Vermisste möglich +++ 

Die Polizei in Niederbayern kann nicht genau sagen, wie viele Menschen derzeit noch vermisst werden. "Die Zahl verändert sich ständig", zitiert der BR einen Sprecher.

Bei den definitiv Vermissten handelt es sich laut DPA um einen 65 Jahre alten Mann sowie um ein Ehepaar. Taucher hatten in den überfluteten Räumen ihrer Häuser nach ihnen gesucht, mussten aber ihren Einsatz wegen der starken Strömung des Wassers zwischendurch abbrechen.

Nach Auskunft eines Polizeisprechers gibt es bis zu 50 Fälle, in denen sich Menschen um Angehörige oder Freunde sorgen, weil sie diese bislang nicht erreichen konnten. Die Polizei stuft diese Fälle allerdings nach bisherigen Erkenntnissen nicht als dramatisch ein. Hier sei es gut möglich, dass die Vermissten einfach telefonisch nicht erreichbar seien, etwa weil das Handynetz zusammengebrochen ist oder der Akku des Mobiltelefons leer sei.

+++ 12.50 Uhr: Polizei bestätigt fünftes Todesopfer +++

Nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern ist die Zahl der Toten auf fünf gestiegen. Am Donnerstag wurde nach Polizeiangaben in Simbach am Inn die Leiche eines 75-jährigen Mannes geborgen.

+++ 12.43 Uhr: Deutscher Wetterdienst informiert über potenzielle Unwettergebiete +++

+++ 12.34 Uhr: NRW: Hammwinkeln will Deich kontrolliert öffnen +++

In Hammwinkeln ist die Lage weiterhin ernst. Der Isseldamm im Bereich Ringenberg drohe zu brechen, berichtet die "Westdeutsche Zeitung". Der Damm werde daher an einer Stelle kontrolliert geöffnet, heißt es.

+++ 12.17 Uhr: Polizeiinspektion Simbach weiterhin nicht einsatzbereit +++

Die am Mittwoch im Zuge des Hochwassers stark beschädigte Polizeiinspektion Simbach bleibt weiterhin nicht einsatzbereit und unbesetzt. "Die polizeiliche Versorgung des gesamten Dienstbereiches ist dennoch sichergestellt", teilen die Beamten mit. Den Angaben zufolge sind die Polizisten derzeit in den Räumen der Kollegen in Pfarrkirchen untergebracht, von wo aus sie ihren eigentlichen Dienstbereich betreuen.

Unter folgenden Rufnummern sind die Beamten erreichbar:

  • 08571 / 9139 – 0 (Polizei Simbach)
  • 08561 / 9604 – 0 (Polizei Pfarrkirchen)

+++ 12.04 Uhr: Bayern: Wasser- und Stromversorgung tagelang unterbrochen +++

In Niederbayern wird es Tage dauern, ehe die Wasser- und Stromversorgung wieder hergestellt ist. "Wir sind dabei, die Lücken zu schließen und stellen Wasseraufbereitungsanlagen auf", sagt Johann Prex von der Feuerwehr Rottal-Inn in Pfarrkirchen. Zudem müssten die vom Heizöl verschmutzten Keller geräumt werden. Vorrangig ist nach Angaben von Prex die Suche nach den Vermissten und die Sicherung der Gebäude, die einsturzgefährdet sind. Bei den mehr als 2000 Einsatzkräften habe es keine Verletzten gegeben.

+++ 11.57 Uhr: Lage in Niederbayern weiter gefährlich - mehrere Vermisste +++

Die Situation in Niederbayern ist weiter ernst. "Es ist ein Schreckensbild. Es werden noch mehrere Menschen vermisst", sagte der Landrat des Kreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), am Donnerstag in Pfarrkirchen. Er appellierte an die Anwohner und ehrenamtlichen Helfer, das Gebiet derzeit nicht aufzusuchen. "Viele Straßen sind weggeschwemmt und Brücken zerstört. Das ist hochgefährlich."

Die überschwemmte Fläche sei doppelt so groß wie der Chiemsee. Insgesamt seien seit Mittwoch rund 2000 Hilfskräfte im Einsatz. 

+++ 11.55 Uhr: Aufräumarbeiten in Simbach +++ 

Aufräumarbeiten in Simbach

Ein Hochwasseropfer aus Simbach räumt zerstörte Gegenstände und nasse Kleidung aus ihrem Haus


Anwohner beseitigen Schlamm von den Straßen in Simbach

Anwohner beseitigen Schlamm von den Straßen in Simbach


+++ 11.43 Uhr: Bahn transportiert Helfer kostenlos in Hochwassergebiete +++

+++ 11.33 Uhr: Flut überraschte auch Hochwasser-Experten +++

Das verheerende Hochwasser in Niederbayern war laut dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann nicht vorherzusehen. "Innerhalb von wenigen Minuten ist in einigen Gebieten der Wasserstand um mehrere Meter angestiegen", sagt Herrmann am Donnerstag beim Besuch des Hochwassergebiets in Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn). Die Anwohner und Einsatzkräfte seien davon völlig überrascht worden.

Die Wassermassen haben auch zahlreiche Straßen im Landkreis zerstört. Es werde Wochen oder Monate dauern, alle Schäden zu beseitigen. Nun gehe es laut Herrmann auch darum, wie Warnsysteme noch verbessert werden könnten.

+++ 11.28 Uhr: Lage in Österreich entspannt sich +++

Die angespannte Hochwassersituation in Teilen Oberösterreichs hat sich in der Nacht zum Donnerstag beruhigt. Die Regenfälle lassen wie vorhergesagt nach, die Feuerwehr und Einwohner können mit Aufräumarbeiten beginnen. Die Zahl der Einsatzkräfte wird reduziert. "Das Schlimmste sollte vorbei sein", sagt Feuerwehrsprecher Dietmar Lehner. 

In der Nacht seien die Wasserstände der Bäche im Innviertel "schlagartig" zurückgegangen. Die Feuerwehr sei aber weiterhin noch vielerorts damit beschäftigt, Wasser aus Kellern und Häusern zu pumpen sowie überflutete Straßen wieder befahrbar zu machen.

+++ 11.05 Uhr: Unwetterschwerpunkt heute im deutschen Westen +++

Im Westen Deutschlands erwarten die Meteorologen für heute die stärksten Niederschläge und Gewitter. Am Vormittag gelten Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel für das südliche Niedersachsen. Im Lauf des Tages sei auch in anderen Teilen Niedersachsens und in ganz Nordrhein-Westfalen mit Unwettern zu rechnen, sagt DWD-Meteorologe Simon Tripper.

Grund ist Tief "Friederike", das von Polen her über Deutschland nach Westen zieht.

+++ 10.57 Uhr: Rheinland-Pfalz: Feuerwehr rettet Männer von Lkw-Dach +++

Starker Regen in der Nacht hat den Fluss Ahr und zahlreiche Bäche im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz über die Ufer treten lassen. Keller, Straßen und das Erdgeschoss von Schulen sind überflutet. In Müsch retten Feuerwehrleute zwei Männer vom Dach ihres Lastwagens, der im tiefen Wasser auf der Straße nicht mehr weiterkam, wie die Polizei am Donnerstag mitteilt. An mehreren Schulen fällt der Unterricht wegen Hochwassers aus. Hunderte Feuerwehrleute pumpen im Kreis Ahrweiler zahlreiche Keller leer. Umgestürzte Bäume, Geröll, Schlamm und Überflutungen machen Bundes- und Landstraßen unpassierbar.

+++ 10.50 Uhr: Drei Tote stammen aus einer Familie +++

Die bei der Hochwasserkatastrophe in Simbach getöteten drei Frauen stammen aus einer Familie, teilt die Polizei in Straubing mit. Die Kriminalpolizei übernimmt die Ermittlungen zu den Todesfällen. Es sei nicht auszuschließen, dass es noch mehr Tote geben werde, sagt Michael Emmer vom Polizeipräsidium Niederbayern.

Viele Häuser sind noch überflutet, vor allem in Simbach. Taucher suchen hier nach weiteren möglichen Opfern, nachdem sie am Mittwoch wegen der reißenden Strömung nur eingeschränkt arbeiten konnten.

+++ 10.48 Uhr: Wetterdienst: Wieder Unwetter in Bayern möglich +++

Der Deutsche Wetterdienst gibt für das niederbayerische Hochwassergebiet keine Entwarnung. Neue Unwetter mit starken Regenfällen könnten in der Region nicht ausgeschlossen werden, sagt der Meteorologe Paul Brüser. "Es hat sich gar nicht so viel verändert im Vergleich zum Vortag." Der Schwerpunkt liege aber etwas weiter nördlich vom Landkreis Rottal-Inn in Richtung des Bayerischen Waldes.

Weil die Luft in Bayern feucht sei und kaum Wind wehe, bestehe im ganzen Freistaat die Gefahr von örtlich begrenztem Starkregen mit Gewittern. Lokal könnten mehr als 25 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in einer Stunde und mehr als 40 Liter innerhalb von sechs Stunden fallen. Die geringste Unwettergefahr besteht in Schwaben.

+++ 10.33 Uhr: Unvernünftige Autofahrer halten Polizei in Atem +++

Verkehrsunfälle auf gesperrten Straßen im niederbayerischen Hochwassergebiet halten die Polizei in Atem. Es kam bereits zu mehreren Unfällen, weil die Fahrer die Sperrhinweise ignorierten und dann verunglückten. Dies sei völlig unnötig und ärgerlich, sagt Michael Emmer vom Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing: "Wir können uns nicht dem widmen, was wichtiger wäre, dass wir nämlich die Vermissten suchen und Menschenleben retten." 

In Simbach stürzt eine Frau mit ihrem Wagen in ein metertiefes Erdloch, das sich im Asphalt aufgetan hatte. Sie bleibt verletzt, ihr Wagen ist jedoch stark beschädigt. Auch andernorts gibt es ähnliche Vorfälle. Emmer ruft deshalb dazu auf, die Sperrhinweise ernst zu nehmen und die betroffenen Gebiete zu umfahren. "Viele Straßen sind massiv unterspült. Wenn man da mit dem Gewicht eines Fahrzeugs drüber fährt, bricht das ein." Auch viele Brücken und Überführungen seien einsturzgefährdet.

+++ 10.31 Uhr: 8000 Haushalte noch immer ohne Strom +++

Nachdem im Landkreis Rottal-Inn Tausende Haushalte über Nacht ohne Strom waren, schaltet die zuständige Bayernwerk AG die betroffenen Häuser nach und nach wieder ans Netz. Dennoch seien weiterhin 8000 Haushalte noch ohne Versorgung, heißt es in einer Pressemitteilung.

+++ 10.27 Uhr: Aufräumarbeiten in Simbach - Xanten unter Wasser +++

+++ 10.02 Uhr: Bayern kündigt 1500 Euro Soforthilfe an +++

Bayerns Finanzminister Markus Söder kündigt eine Soforthilfe für die Opfer des Hochwassers an. "Ähnlich wie beim Hochwasser 2013 werden wir 1500 Euro zur Verfügung stellen - und zwar schon ab morgen", betont Söder nach einem Überflug über die Hochwassergebiete. Der Minister zeigt sich von der Wucht der Wassermassen überrascht: "Das Ganze kam so überfallartig, da ist mit Hochwasserschutz nichts zu machen."

Auch Ministerpräsident Horst Seehofer sichert den Betroffenen rasche finanzielle Hilfe zu. Das Kabinett werde - wie in vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit - ein entsprechendes Hilfsprogramm beschließen. "Das Ausmaß und die Folgen der schrecklichen Flut in Niederbayern machen mich tief betroffen", erklärt Seehofer. "Den Todesopfern und ihren Angehörigen gelten unsere Gedanken und unsere Anteilnahme."

Seehofer dankt zugleich den Rettungskräften: "Den zahllosen Helferinnen und Helfern vor Ort, die sich seit Stunden unermüdlich und selbstlos für die Rettung von Menschen und die Beseitigung der Schäden einsetzen, sage ich meinen Dank und spreche ihnen meine Hochachtung aus."

+++ 9.55 Uhr: Polizei bestätigt vier Vermisste +++

Die Polizei bestätigt jetzt auch offiziell, dass in Niederbayern insgesamt vier Personen vermist werden. Bei zwei Personen gebe es aber die Hoffnung, dass sie nur im Moment telefonisch nicht erreichbar sind, sagt ein Polizeisprecher dem Bayerischen Rundfunk.

+++ 9.47 Uhr: Polizei gibt Details über Todesopfer bekannt +++

Laut Angaben der Polizei handelt es sich bei den drei Toten aus einem Haus in Simbach um Frauen im Alter von 28, 56 und 78 Jahren. Das vierte Opfer, das in Julbach gefunden wurde, sei eine 80-jährige Frau gewesen, heißt es.

+++ 9.33 Uhr: Bayern sagt finanzielle Unterstützung zu +++

Landesinnenminister Joachim Herrmann hat finanzielle Hilfen des Freistaats für Betroffene angekündigt. "Wir werden so gut es geht helfen", sagt Herrmann dem Bayerischen Rundfunk. "Es geht jetzt darum, dass der Freistaat denen, die das dringend brauchen, unmittelbar finanzielle Hilfen bereitstellt."

Über die Höhe der Hilfe könne er noch keine Angaben machen, sagt Herrmann. Entscheidend sei zunächst, sich rasch ein Bild von der Lage zu machen. Wer unmittelbar betroffen sei, dem müsse umgehend geholfen werden. "Das kann ein Einzelhandelsgeschäft genauso sein wie ein landwirtschaftlicher Betrieb." 

Zuvor hatte auch Finanzminister Markus Söder konkerete Hilfen für die Betroffenen angekündigt.

+++ 9.13 Uhr: Plünderungen in Simbach - zweite Person vermisst +++

Entgegen älterer Berichte werden in Simbach nicht nur eine, sondern zwei Personen vermisst. Die Suche nach ihnen wolle man am Vormittag mit Tauchern fortsetzen, teilt die Polizei mit. Ferner seien erste Plünderer festgenommen worden, die Gegenständes aus Pkw entwendeten.

Probleme bereite auch die Verkehrssituation, da Verkehrsteilnehmer "unvernünftiger Weise gesperrte Straßen befahren und dabei zum Teil schon verunfallt sind", schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung. Autofahrer werden gebeten, die Sperrungen unbedingt zu beachten.

 +++ 8.53 Uhr: Überflutete Keller und Straßen in der Eifel +++

Auch in der Eifel ist die Feuerwehr im Dauereinsatz. Im Kreis Vulkaneifel seien seit Mittwochabend Dutzende Keller vollgelaufen, sagt ein Sprecher der Feuerwehr in Trier. Zudem wurden etliche überflutete Straßen sowie umgestürzte Bäume gemeldet. "Anrufe von Bürgern kamen im Minutentakt." Betroffen seien viele kleine Orte im ganzen Kreis. Besonders viele Notrufe seien aus Neroth gekommen.


In Wittlich im Kreis Bernkastel-Wittlich drohe die Lieser über die Ufer zu treten, so der Sprecher. Der Fluss sei aufgrund des starken Regens deutlich angeschwollen. Die Lieserbrücke sei bereits gesperrt, sagt eine Mitarbeiterin der Stadt. "So schlimm habe ich das Hochwasser hier noch nicht erlebt."

+++ 8.39 Uhr: Weiterhin "größte Wachsamkeit" in Passau +++

Bislang ist die Stadt Passau glimpflich davongekommen, nach dem am Vortag der Katastrophenfall ausgerufen worden war: Zwei Uferstraßen mussten gesperrt werden, der prognostizierte Pegelhöchststand wurde jedoch nicht erreicht. Am Morgen geht der Wasserstand bereits zurück, Behörden und Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW bleiben aber in Alarmbereitschaft: "Es herrscht größte Wachsamkeit", erklärt ein Sprecher des Oberbürgermeisters Jürgen Dupper.


+++ 6.15 Uhr: Weitere Person in Niederbayern vermisst +++

Im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn mit mindestens vier Toten wird eine weitere Person vermisst. Berichte, wonach die Person in der Gemeinde Zeilarn bereits tot geborgen worden sei, bestätigt die Polizei am Donnerstagmorgen nicht. 

+++ 4.52 Uhr: Naturschutzbund: Unwetter erwischte viele Jungtiere +++

Das verheerende Unwetter in Baden-Württemberg hat nach Einschätzung des Naturschutzbundes (Nabu) auch in der Tierwelt großen Schaden angerichtet. "Quer durch alle Tierarten wird es zahlreiche Opfer gegeben haben", sagt ein Sprecher des Landesverbandes in Stuttgart. Betroffen seien zum Beispiel Vögel, Fische und Insekten. Vor allem Jungtiere seien unter den Opfern. "Im Frühsommer ist der Kindergarten voll in der Tierwelt - und nun ist das Unwetter durch den Kindergarten gefegt und hat viele Jungtiere erwischt."

+++ 4.31 Uhr: Polizei Niederbayern: "Wir hoffen auf Verstärkung" +++

Nach der verheerenden Flut in Niederbayern mit mehreren Toten geht das Aufräumen weiter. "Das Wasser zieht sich zurück. Die Lage hier hat sich beruhigt, wenn man das nach den Ereignissen so sagen darf", sagt ein Sprecher der Polizei am Morgen. Eine Einsatzbesprechung solle klären, wie es im Hochwassergebiet weiter geht. "Wir hoffen auf Verstärkung, um die Schäden zu beseitigen", so der Sprecher. 

+++ 3.15 Uhr: Minister wollen Hochwassergebiet begutachten +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf wollen am Vormittag in das Hochwassergebiet im Landkreis fahren, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen.

+++ 2:04 Uhr: Weitere Unwetter erwartet - nicht nur in Bayern +++

Meteorologen kündigen für die betroffene Region Rottal-Inn und weitere Gebiete in Südbayern erneut starke Regenfälle an, binnen zwölf Stunden könnten am Donnerstag wieder bis zu 30 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. "Zum Teil sind unwetterartige Mengen über 40 Liter pro Quadratmeter in sechs bis zwölf Stunden möglich", berichtet der Deutsche Wetterdienst in München. Auch für andere Bundesländer wurden teils neue Unwetter erwartet.

+++ 2.29 Uhr: Retter in Düsseldiorf im Dauereinsatz +++

Die Feuerwehr in Düsseldorf kämpft weiter gegen die Folgen des heftigen Unwetters. Bis in die Nacht habe es rund 420 Einsätze gegeben, teilt die Feuerwehr mit. Etwa 240 Mann rückten in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens aus, um unter Wasser stehende Keller und geflutete Tunnel leer zu pumpen. Sorgen bereitet den Rettern das Flüsschen Anger: Dort steige das Wasser und es sei nicht ausgeschlossen, dass noch in der Nacht Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssten, heißt es. 2000 Sandsäcke liegen vorsorglich bereit. Verletzte gibt es bislang nicht.


+++ Mittwoch, 1. Juni +++


+++ 23.26 Uhr: Frankreich: Tote Frau in überschwemmten Haus entdeckt +++

Eine 86-Jährige ist nach heftigen Regenfällen tot in ihrem überschwemmten Haus in Frankreich gefunden worden. Die Feuerwehr habe ihre Leiche im Wasser treibend in dem Gebäude im Ort Souppes-sur-Loing gefunden, etwa 80 Kilometer südöstlich von Paris, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtet. Die Präfektur spricht in einer Mitteilung von einer Ertrunkenen. Aus Ermittlerkreisen heißt es jedoch, die Todesursache sei noch unklar. Eine Autopsie müsse klären, ob sie tatsächlich ertrunken oder möglicherweise schon vor dem Anstieg des Wassers gestorben sei.

+++ 22.57 Uhr: Viertes Todesopfer in Bayern entdeckt +++

Bei dem Hochwasser in Niederbayern ist ein viertes Todesopfer gefunden worden. Die Leiche einer Frau wurde bei Julbach an einem Bach entdeckt, wie die Polizei berichtet.

+++ 22.46 Uhr: Schüler in Triftern doch noch nicht befreit +++

Entgegen früherer Meldungen sind in Triftern immer noch nicht alle Schüler befreit - rund 250 Kinder hatten dort den Tag in der Turnhalle ausharren müssen. Etwa 50 Kinder befinden sich auch am späten Abend noch in der Mittelschule. Sie wurden von 25 Erwachsenen betreut, wie das Landratsamt mitteilt.

+++ 22.16 Uhr: Höchste Warnstufe in Kleve und Wesel aufgehoben +++

Die Alarmstufe violett des für die Kreise Kleve und Wesel wurde inzwischen aufgehoben. Der Deutsche Wetterdienst warnt aber weiter vor starken Gewittern in NRW, Sachsen, Brandenburg und Bayern.

+++ 21.55 Uhr: Drei Tote in Simbach geborgen +++

Bei dem verheerenden Hochwasser in Niederbayern sind drei Menschen ums Leben gekommen. Die Leichen seien am Mittwochabend von Tauchern in einem überschwemmten Haus in Simbach am Inn entdeckt worden, teilen Polizei und das Landratsamt in Pfarrkirchen mit. Nähere Angaben etwa zum Alter und zum Geschlecht der Toten können die Behörden zunächst nicht machen. Unklar bleibt zunächst auch, ob es noch weitere Vermisste in dem Landkreis gibt.

mod / DPA / AFP