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2003 war es heißer: Hitzerekord wird diesen Sommer nicht geknackt

Wer diesen Sommer in der Sonne bruzeln wollte, musste nicht in den Süden reisen: Auch hierzulande hielt sich die Hitze ausgiebig. Für einen Temperaturrekord reicht es wohl nicht, ein anderer Spitzenwert ist aber noch möglich.

Eine junge Frau kühlt sich im Markkleeberger See von der Sommerhitze ab

Trotz Sonnenschein, Schweiß und wochenlanger Hitze kletterten die Temperaturen in diesem Sommer auf keinen neuen Rekordstand

DPA

Der Sommer 2018 war nicht heiß genug - zumindest, wenn es um die Durchschnitttemperatur geht. Dass die letzten Monate den Rekord des Jahrhundertsommers 2003 einstellen oder gar übertreffen können, ist nach vorläufiger Einschätzung des (DWD) unwahrscheinlich. Dafür könnte die Periode April bis August die wärmste und trockenste seit Aufzeichnungsbeginn gewesen sein.

785 Sonnenstunden werden nicht geknackt

2003 betrug die Durschnittstemperatur in den Sommermonaten 19,6 Grad. Im aktuellen Sommer sind es lau DWD knapp über 19 Grad. Zum Ende des meteorologischen Sommers (Juni bis August) würden zudem von Freitag (24.8.) an noch einige deutlich kühlere Tage erwartet, sagte DWD-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die letzte Augustwoche werde voraussichtlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Demnach werden die Werte noch etwas nach unten gedrückt. Auch die Sonnenstunden seien 2018 weit weniger gewesen als vor 15 Jahren: "Die 785 Stunden von 2003 werden wir in diesem Jahr auf keinen Fall mehr erreichen", sagte Friedrich.

Allerdings könnte der Zeitraum von April bis August die heißeste und trockenste Periode seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gewesen sein. Seit Anfang April sei gefühlt Sommer, sagte Friedrich. Rekordniveau erreichten vor allem die Monate April und Mai. Bis Ende Juli war es dem DWD zufolge im Schnitt 3,6 Grad wärmer als im langjährigen Vergleich. Endgültig könnten die Experten erst gegen Ende August mitteilen, ob es sich tatsächlich um einen Rekord handelt. "Noch können wir nichts Eindeutiges sagen." Aber ein Trend sei deutlich erkennbar.

40 Grad in Sachsen-Anhalt: für einen Rekord zu wenig

Bis dato (Stand 20. August) fielen laut DWD in diesem Sommer lediglich etwa 113 Liter Regen. "Das ist weniger als die Hälfte des vieljährigen Mittelwerts der Niederschlagsmenge", sagte Friedrich. Der wenige Regen hat in Deutschland zu einer lang anhaltenden Dürre geführt, die Landwirten vielerorts zugesetzt hat. Sie beklagen Ernteausfälle und haben Schäden in Milliardenhöhe bei der Bundesregierung gemeldet. Teiche und Flüsse sind laut DWD ausgetrocknet, vielerorts herrschte hohe Waldbrandgefahr. Besonders trocken war es in .

Örtlich stiegen die Temperaturen in diesem Sommer auf fast 40 Grad, Spitzenreiter ist bislang Bernburg in Sachsen-Anhalt, wo am 31. Juli 39,5 Grad gemessen wurden. Den Allzeit- behält allerdings Kitzingen in Bayern. Sowohl am 5. Juli 2015 sowie am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius.

Gewitter und Sturm

Inzwischen ist der Hochsommer auf dem Rückzug. Bevor eine Kaltfront zum Ende der Woche die Temperaturen purzeln lässt, wird es allerdings fast überall in Deutschland noch einmal warm. Der Mittwoch startet verbreitet sonnig mit Höchsttemperaturen von 26 bis 35 Grad. Der Umschwung kommt am Freitag und reicht bis ins Wochenende hinein. Eine Kaltfront bringt von der Nordsee aus frische Luft ins Land. Dazu kann es vor allem in der Südosthälfte kräftige Schauer und Gewitter geben.

Schon jetzt haben die Versicherer einen Kassensturz für die ersten Monate gemacht. Für Unwetterschäden mussten sie in diesem Jahr bis Juni schon nahezu so viel Geld an Hausbesitzer überwiesen wie sonst im ganzen Jahr. Die versicherten Schäden durch Sturm, Hagel und Starkregen summierten sich im ersten Halbjahr auf 1,3 Milliarden Euro, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft am Dienstag in Berlin mitteilte. Im Ganzjahres-Durchschnitt der zehn Vorjahre waren es 1,4 Milliarden Euro gewesen. Das zweite Halbjahr war dabei üblicherweise das mit den größeren Schäden. "Wir gehen davon aus, dass 2018 in die Liga der fünf schwersten Sturmjahre der letzten 20 Jahre fallen wird", sagte Verbandspräsident Wolfgang Weiler.

fri / DPA