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IWC-Tagung: Walkampf in Berlin

Genaue Zahlen über den Bestand sind kaum zu erhalten, doch ertrinken täglich 1.000 Wale in Fischernetzen. Die Internationale Walfang-Kommission streitet seit Jahren über einen Schutz der Säuger. Vom 16. bis 19. Juni wird nun erstmals in Deutschland getagt.

Der Ring ist frei für eine neue Runde im Walkampf. Erstmals tagt die Internationale Walfang-Kommission (IWC) in Deutschland. Vom 16. bis 19. Juni werden sich Walschützer und Walfänger in Berlin eine weitere Schlacht um das Schicksal der von der Meeressäuger liefern. Schachern und Feilschen, Stimmen kaufen und Stimmung machen - das gehört zum Alltag der IWC mit 49 Mitgliedstaaten.

Keine Bewegung zwischen den Blöcken

Zwei Blöcke stehen sich seit Jahren in der IWC gegenüber und bewegen sich kaum einen Zentimeter aufeinander zu. Japan, Norwegen und das jüngst wieder aufgenommene Island sind die wichtigsten Walfangländer. Die USA, Großbritannien, Deutschland, Australien, Neuseeland gehören zu den Walfanggegnern. Bei der 55. IWC- Jahrestagung hofft die deutsche Gastgeberin, Agrarministerin Renate Künast (Grüne), die auch für Fischerei zuständig ist, die Geschicke zu Gunsten des Walschutzes mitlenken zu können.

1986 trat das Verbot des kommerziellen Walfangs in Kraft. Einige IWC-Länder umgehen es jedoch. Norwegen ist rechtlich nicht an das Walfang-Moratorium gebunden und hat eigenmächtig Fangquoten für Zwergwale festgesetzt. Japan fängt Wale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken. "Etikettenschwindel", empören sich die Walfanggegner. "Die schneiden die Bäuche auf und stellen fest, dass Wale Fische fressen", heißt es in der deutschen Delegation. Deutschland wird zusammen mit weiteren Staaten bei der Tagung eine Resolution gegen den wissenschaftlichen Walfang einbringen.

Bundesregierung: lieber beobachten als fangen

Island hat die IWC von seinem Plan in Kenntnis gesetzt, 250 kleinere Wale zu wissenschaftlichen Zwecken fangen zu wollen. Das hält die Bundesregierung für "keine gute Idee". Sie will Island bei der IWC-Tagung davon überzeugen, Wale lieber von Touristen beobachten zu lassen als sie zu fangen. Ohnehin sei Walfleisch aus dem Nordmeer mit Schadstoffen belastet und der Walfang für Island nicht wirtschaftlich.

Die Ausbreitung des "Whale-Watching"-Tourismus in aller Welt wird von einigen Tierschützern aber auch als Problem angesehen. Nach jüngsten Schätzungen drängen weltweit pro Jahr mehr als 12 Millionen Menschen aufs Meer, um Wale und Delfine zu beobachten. Das ist ein Milliarden-Geschäft. Rekordhalter ist Teneriffa mit mehr als einer Million Walbeobachtern pro Jahr. Manche Organisationen warnen davor, dass die sensiblen Wale in ihrem natürlichen Lebensraum gestört werden. Andere, etwa die Umweltstiftung WWF, setzen auf "kontrollierte" Touren zu den Walen, um den Schutz der Tiere zu fördern.

Fischereinetze tödliche Gefahr

Eine direkte tödliche Gefahr für die Meeressäuger sind dagegen Fischereinetze, in denen jährlich je nach Schätzung 100 000 bis über 300 000 vor allem kleinerer Wale als nutzloser "Beifang" qualvoll verenden. Deutschland will sich bei der IWC, die sich bislang fast nur um Großwale kümmert, zum Anwalt der kleinen Meeressäuger machen. Jahr für Jahr wird auf der IWC-Tagung auch die Errichtung von weiteren Wal-Schutzgebiete im Südpazifik und Südatlantik beantragt - und immer wieder abgelehnt. Über ein umfassendes Kontroll- und Beobachtungssystem (RMS) streiten sich die IWC-Länder ebenfalls. Auch in Berlin ist nicht damit zu rechnen, dass dieses beschlossen wird.

Vor einem Jahr endete die IWC-Tagung im Japan in einem tiefen Zerwürfnis der Mitglieder. Künast setzt in Berlin auf Dialog. Zugleich schmiedet sie an einer Allianz, um die knappe Mehrheit der Walschutzländer in der IWC zu sichern. Denn stetig wächst die Zahl der stimmberechtigten Länder, die für eine Lockerung des Walfangverbots eintreten. Umweltschützer werfen Japan vor, Stimmen kleiner Karibikstaaten zu kaufen, die Entwicklungshilfe von Tokio bekommen. Die Chancen, dass in Berlin der Wal-Streit beigelegt wird, stehen schlecht.

1.000 Wale ertrinken täglich

Fast 1.000 Wale, Delfine und Tümmler ertrinken jeden Tag in den Fischernetzen weltweit. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Tierschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) vor Beginn der Konferenz der Internationalen Walfangkommission in Berlin am Montag veröffentlichte. Der so genannte Beifang, also die unabsichtlich mitgefangenen Tiere in den Fischernetzen, stellt nach Ansicht der Wissenschaftler die größte Bedrohung für das Überleben der Wale dar und ist damit gefährlicher als die Verschmutzung der Meere.

"Der Beifang stört die Populationen der Wale, Delfine und Tümmler", erklärte der Leiter der Studie, Andy Read von der Duke Universität im US-Staat North Carolina. "Mehrere Arten werden in den kommenden Jahrzehnten verloren sein, wenn nichts getan wird." Die Walfangkommission (IWC) verbot den kommerziellen Walfang in den 80er Jahren fast vollständig. Norwegen ignoriert das Verbot, Japan darf unter einer umstrittenen Ausnahmeregelung fast 700 Wale pro Jahr töten. Doch die Meeressäuger ziehen noch immer durch die gleichen Gewässer, die von Meeresbiologen als Unterwasserwald aus Hummerfangkörben und riesigen Netzen beschrieben werden.

Todesfälle in 125 Walpopulationen analysiert

Für ihre Einschätzung des Beifangs analysierten Read und seine Kollegen an der St. Andrews Universität in Schottland die Todesfälle in 125 Walpopulationen zwischen 1990 und 1999. Die meisten der Todesfälle ereigneten sich in amerikanischen Gewässern. Die Anhänger des kommerziellen Walfangs erklärten, die Zahl des Beifangs sei in den USA in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. Sie machen dafür neue Gesetze und eine verbesserte Ausrüstung wie einen akustischen Alarm unter Wasser verantwortlich. Kritiker erklärten dagegen, viele Fischer schnitten die toten Wale schnell aus den Netzen heraus, bevor der Tod des Tieres näher untersucht werden könne. Außerdem sei die Walpopulation insgesamt zurückgegangen, so dass sich natürlich auch weniger Tiere in den Netzen verfangen könnten.

Die Wissenschaftler räumten ein, dass ihre Zahlen auf Schätzungen beruhen und daher sehr grob sind. Die Zahl der tatsächlich in den Netzen verendeten Wale könne jedoch noch sehr viel höher sein, sagte Read. "Viele Länder forschen nicht", erklärte der Meeresbiologe John Heyning in Los Angeles. "Wenn wir aber demonstrieren, dass die Methoden zur Reduzierung des Beifangs hier funktionieren, können wir sie leichter an andere Länder verkaufen."

Das Überleben einer Walart hängt aber offensichtlich auch von ihrem Verhalten ab. Im Nordatlantik wächst die Population des Buckelwals jährlich um sieben Prozent, während der Nördliche Glattwal mit nur 350 Tieren weiterhin gefährdet ist. Der Buckelwal nimmt immer nur ein Maul voll Nahrung auf. Der Glattwal schwimmt dagegen mit offenem Maul durch das Plankton und gerät dabei häufiger in die Fischernetze. "Der Wal beginnt zu kämpfen und sich zu drehen und die Leinen wickeln sich um seine Flossen und den Schwanz", sagte Michael Moore vom Ozeanographischen Institut in Cape Cod im US-Staat Massachusetts. "Sie verlieren Gewicht und dann geht es langsam abwärts."

Die Streitpunkte in der Kommission

Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) streitet seit Jahren um Möglichkeiten zum Schutz der Meeressäuger. Erstmals tagt die Internationale Walfang-Kommission (IWC) in Deutschland. Vom 16. bis 19. Juni werden sich Walschützer und Walfänger in Berlin eine weitere Schlacht um das Schicksal der von der Meeressäuger liefern.

Es folgen die Hauptstreitpunkte:

WALFANGVERBOT

Das Moratorium auf den kommerziellen Walfang wurde 1982 beschlossen und trat 1986 in Kraft. Für die Aufhebung ist eine Dreiviertel-Mehrheit der 49 IWC-Mitglieder (37 Stimmen) notwendig. Norwegen fühlt sich rechtlich nicht an das Moratorium gebunden und hat einseitig Quoten für den Fang von Zwergwalen - in diesem Jahr 700 - festgesetzt. Tierschützer werfen Japan vor, kleinere IWC-Länder zu bestechen, um die nötigen Stimmen für die Lockerung des Walfangverbots zusammen zu bekommen.

WISSENSCHAFTLICHER WALFANG

Angeblich für Forschungszwecke will Japan dieses Jahr rund 700 Wale fangen, darunter 10 Pottwale. Island hat beantragt, 250 Wale für die Wissenschaft fangen zu dürfen.

WALSCHUTZGEBIETE

Ein mehrmals eingebrachter Antrag Australiens und Neuseelands auf Errichtung eines weiteren Schutzgebietes im Südpazifik in Ergänzung zu zwei schon beschlossenen Gebieten fand bislang nicht die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit. Außerdem will Brasilien erneut einen Antrag für ein Schutzgebiet im Südatlantik einreichen.

SUBSISTENZ-WALFANG

Für einige Völker in Alaska und Sibirien ist der Wal wichtiger Bestandteil der Nahrung. Der IWC bewilligte regelmäßig Fangquoten unter anderem für die Eskimos Alaskas, Grönländer und russische Tschuktschen. Auf Betreiben Japans verwehrte die IWC einigen von ihnen im vergangenen Jahr erstmals das Jagdrecht.

WALFLEISCH-HANDEL

Für die wichtigsten Großwalarten gilt ein Verbot des kommerziellen Handels. Norwegen, Japan und Island wollen eine Aufhebung des absoluten Handelsverbots, und zwar für Zwergwale. Um das zu erreichen, wäre eine einfache Mehrheit nötig. Zwergwale sind die kleinsten der Großwalarten.

BEIFANG

Die Zuständigkeit der IWC für die Erhaltung der Kleinwalbestände wie Grindwale oder Delfine ist umstritten. Manche IWC-Staaten meinen deshalb, dass das Übereinkommen für die kleinen Wale nicht gelte. Jährlich ertrinken mehrere 100 000 Wale weltweit als ungewollter Beifang in Fischernetzen. Allein in Kabeljau- Stellnetzen in der Nordsee sterben jedes Jahr rund 7500 Schweinswale.

BEWIRTSCHAFTUNGSVERFAHREN

Die IWC hat sich verpflichtet, das Walfang-Moratorium zu überprüfen und gegebenenfalls neue Regeln zum Wahlfang zu erlassen. Dieses so genannte "Revised Management Scheme" (RMS) konnte bisher nicht beschlossen werden, weil keine Einigkeit über das Kontroll- und Beobachtungssystem erzielt wurde. Die Gegensätze betreffen unter anderem Handelskontrollen mit Hilfe genetischer Analysen sowie die Berücksichtigung von Tierschutzaspekten.

Dorothea Hülsmeier / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(