Steinmarder Plagegeist im feinen Pelz


Ein Jahrtausend lang lebten Mensch und Steinmarder bei uns konfliktfrei aneinander vorbei. Vor gut zwanzig Jahren aber entdeckte das Pelztier den Lebensraum Auto. Es schlägt seine Zähne im Zündkabel, Schläuche und Manschetten. Auch Hauselektrik und Dachbodeninventar droht Ungemach.

Der kleine Schurke sieht aus wie die Unschuld selbst. Dunkle Kulleraugen blicken artig aus dem braunen Pelz, das Stupsschnäuzchen mit dem Katzenschnurrbart ist ohne Falsch, und der weiße Kehlfleck kündet wie eine gestärkte Frackbrust von Zucht und Anstand. Man möchte den süßen Wicht in die Arme nehmen. Kann solch ein goldiger Fratz wie der Haus- oder Steinmarder, fragt man ungläubig, wirklich Zehntausende von Autofahrern und Hausbesitzern zum Wahnsinn treiben?

Und wie er das kann! Das hübsche Tier ist als Motoren-Meuchler, Dachboden-Derwisch und ungebetener Untermieter gefürchtet und verhasst. Nichts scheint den Siegeszug von Martes foina, so der wissenschaftliche Name, zu stoppen.

Der gewandte Kletterer war nicht immer ein Bösewicht; tausend Jahre lang hat sich der Hausmarder anständig benommen. Als das kleine Raubtier im Mittelalter von Süden her nach Deutschland einwanderte, war es noch so harmlos, wie es aussieht. Es hauste unauffällig in Scheunen, Ställen, Holzstapeln und Steinhaufen, ernährte sich von Fallobst, Regenwürmern und Insekten und hielt dem Menschen Mäuse und Ratten vom Leib. Es stibitzte gern ein paar Eier, vergriff sich aber nur selten am Federvieh. Das überließ es Iltis und Wiesel, seinen rabiateren Verwandten.

Es ging ihm dennoch ans Leder.

Weil in den fünfziger Jahren Marderpelzmäntel in Amerika der letzte Schrei waren und ein einziges Fell mehr als 200 Mark brachte - damals ein kleines Vermögen -, wurde der Hausmarder so gnadenlos bejagt, dass er fast ausstarb. Als die Mode sich geändert hatte und die Bestände wieder wuchsen, schien er seine Gutmütigkeit verloren zu haben. Zur Überraschung aller Experten wurde aus dem harmlosen Nützling ein Vandale. Da Scheunen und Ställe immer rarer wurden, machte er sich auf Dachböden breit. Dort verrichtet er sein Geschäft, zerfetzt Dämmmaterial und raubt den Menschen den Schlaf.

"Wir haben uns richtig gegruselt!", sagt Claudia Unruh aus Ahrensburg bei Hamburg, die eines Nachts gegen drei Uhr von lautem Krach aus dem Schlummer gerissen wurde. "Der Lärm kam vom Spitzboden, nur wenige Meter vom Schlafzimmer entfernt, und wir konnten hören, wie die Tiere nach ihren Sprüngen zu Boden plumpsten." Die Kinder brüllten, der Mann flüchtete zum Schlafen in den ausgebauten Keller.

Beim Essener Computerfachmann Stephan Bühne zerbiss ein Marder die Kabel am Thermostaten der Solaranlage. Notgedrungen kletterte Bühne aufs Dach, lötete die Leitungen zusammen und panzerte sie mit einem alten Duschschlauch - den der Marder prompt mitsamt Temperaturregler abriss und fortschleppte.

Während Martes foina

Hausbesitzer verdrießt, trifft sein respektloser Umgang mit Automobilen den Nerv der Nation. Wie und warum der adrette Tunichtgut darauf kam, sein Mütchen ausgerechnet an der Deutschen liebstem Spielzeug zu kühlen, ist unklar. Wann und wo er zum Vandalen wurde, ist dagegen bekannt: In den siebziger Jahren fielen zunächst die Schweizer Hausmarder über Kraftwagen her. Anfang der Achtziger zogen ihre Artgenossen in Bayern und Baden-Württemberg nach. 1987 hat die Seuche auf Berlin übergegriffen, 1988 schlugen Autofahrer in Münster Alarm, 1989 war Göttingen dran. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre schließlich breiteten sich die Automarder in Hamburg aus, und unlängst sollen auch in Dänemark die ersten Kabel-Kauer und Schlauch-Schlitzer aktenkundig geworden sein.

Die Marder entleeren ihren Darm auf Scheiben und Dächern sorgsam gepflegter Mobile, zerkratzen den Lack, nutzen Motorräume als Wohnstube, Schlafgemach, Esszimmer und Speisekammer und zerfleddern die Gummimanschetten teurer Gelenk- und Antriebswellen. Dem Steinmarder, sagt der Gießener Wildbiologe Karl Kugelschafter, sei die Rolle des Großstadträubers und Pkw-Saboteurs quasi auf den Leib geschrieben. Der Kulturfolger "ist sehr schlau, extrem vorsichtig und unglaublich lern- und anpassungsfähig". An der Universität Gießen hat Kugelschafter 14 Jahre lang, oft im Auftrag besorgter Autokonzerne, Wesen und Wirken der Marder erforscht und Dutzende aufgezogen. "Er gewöhnt sich an alles und ist hochflexibel, was Futter angeht. Manche unserer Marder haben sogar Gummibärchen gefressen!" Der nachtaktive Räuber schert sich nicht um Öl- und Batteriesäuredämpfe, ist gewitzt wie ein Großstadt-Kid, meidet jedes Risiko und stellt kaum Ansprüche an Unterkunft und Verpflegung.

"Marder mögen enge Verstecke, in die Hunde ihnen nicht folgen können", erklärt die Melsunger Wildbiologin Beate Ludwig. "Da ist ein Motorraum, der im Winter oft noch angenehm geheizt ist, einfach ideal - ein sicherer Unterschlupf und eine tolle Vorratskammer für Nahrung." Aber wieso entdeckten die pfiffigen Räuber erst um 1980 die Vorzüge eines Nachtlagers auf Luftfilter oder Vergaser? Kugelschafter glaubt, die Antwort zu kennen: Einmal seien die vergleichsweise wenigen Autos, die es vorher gegeben habe, nachts fast vollzählig in Garagen untergebracht gewesen, und zum anderen hätten die Tiere so lange gebraucht, um sich an die Automobile zu gewöhnen und die Klettertour in den Motor zu wagen. "Diese Erfahrung hat sich dann bundesweit verbreitet - durch eine Art Schneeballeffekt."

Beate Ludwig, die zusammen mit Kugelschafter lange Jahre in der Gießener Marder-Soko forschte, deutet den Sachverhalt anders: "In den sechziger und siebziger Jahren waren die Autos für Marder einfach ungeeignet. Im Motorraum herrschte ja meist gähnende Leere!" Erst heute, im Zeitalter der Bremskraftverstärker, Einspritzpumpen, Antiblockiersysteme, Lambda-Sonden, Niveauregulierungen, Klimaanlagen und aller möglichen anderen Servo- und Hydrauliksysteme seien die Motoren "wohnlich" geworden.

Aber warum die Beißorgien? Wenn die kleinen Hooligans Dämmstoffe, Plastik und Gummi zerfetzen, so tun sie das Biologin Ludwig zufolge
a) aus "oralem Erkundungstrieb". "Wir Menschen nehmen Dinge, die uns neu sind, in die Hand, um sie zu ,begreifen"; der Marder prüft sie mit einem Erkundungsbiss!" Hierbei entstehen zwar oft Schäden, nicht aber die mardertypischen Verwüstungen;
b) aus Spieltrieb. "Vor allem jugendliche Tiere nehmen gern etwas auseinander." Das kann der Gummifuß der Dachantenne sein (worauf der Antennenverstärker voll Wasser läuft) oder ein Hochspannungskabel im Umspannwerk. Immer wieder sorgen die Beißer dafür, dass ganze Stadtteile in Dunkelheit versinken;
c) zur Revierverteidigung. "Das ist für Marderrüden eine todernste Angelegenheit", sagt die Forscherin. "Das Revier ist ihre Lebensgrundlage. Daran hängt alles - Nahrung, Schlafplatz, Weibchen." Die Abwehr von Rivalen sei somit die wichtigste Aufgabe eines Revierbesitzers. Es seien Marder beobachtet worden, die regelrechte Patrouillen durchführten. "Sie huschen in einer Art Kontrollgang von Wagen zu Wagen die Straße entlang und schnüffeln die Motoren ab", sagt Ludwig. Die Revierchefs hätten offenbar gelernt, "dass da häufig was nicht stimmt", und deshalb ihre Überwachung verstärkt.

Was nicht stimmt, ist der Geruch. Marder, die Düfte "lesen können wie wir die Tageszeitung" (Kugelschafter), markieren mit Urintröpfchen, Kot-Tupfern und einer Vielzahl von Drüsen - unter anderem an den Sohlen der Pfoten - ihr Territorium. Steigen ihnen im eigenen Revier die Pheromone eines fremden Rüden in die Nase, rasten sie aus.

Da Autos nicht selten eine Nacht im Revier eines Rüden abgestellt sind, die nächste aber im Machtbereich eines anderen, sind Konflikte programmiert: Wütende Mardermänner reagieren ihre Aggressionen ab, indem sie ihr Gebiss in "Ersatzobjekte" schlagen. Sie attackieren den Kabelstrang oder Kühlschlauch, "der am nächsten an der Quelle des Rivalenduftes liegt" (Ludwig). Die Rüden reagieren nicht, wie man lange dachte, auf bestimmte Chemikalien in Gummi oder Plastik, sondern zerbeißen wahllos, "was sich ihnen gerade anbietet". Dass bei BMW häufig die Niederspannungskabel betroffen sind, bei VW Kühlwasserschläuche und bei Opel Zündkabel, sei Zufall. Zugänglichkeit entscheidet, nicht das Material.

Wer seinen Wagen jede Nacht vor dem Haus abstellt, also im Revier desselben Marder-Bosses belässt, ist zwar nicht gegen Verbissschäden gefeit; mit Sicherheit bleiben ihm aber die Kümmernisse der Nacht-Pendler erspart.

Karl Kugelschafter erzählt gern einen besonders krassen Fall. Ein Mann aus dem hessischen Reiskirchen besuchte regelmäßig seine Freundin im zehn Kilometer entfernten Grünberg und blieb dort über Nacht. Sein Auto wurde - abwechselnd in Grünberg und Reiskirchen - in sechs Wochen achtmal von Mardern zerlegt.

Zwar meucheln die Strolche Motoren ganzjährig; die größte Gefahr aber droht vor der Paarungszeit. "Im Februar fängt der Rüde langsam an, seine Reviergrenzen zu sichern und nach Möglichkeit ein wenig zu erweitern, sodass es vielleicht zwei Weibchen enthält", erklärt Ludwig. "Seine Bemühungen werden immer intensiver, erreichen ihren Höhepunkt im Mai und gehen dann zurück. In der Paarungszeit, die im Juli liegt, ist er anderweitig beschäftigt. Dann sinkt die Zahl der Schäden."

Der ADAC und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben sich notgedrungen mit dem Marderproblem beschäftigt. Der GDV veröffentlichte im Jahre 2000 einen aufschlussreichen "Risikoatlas", der zeigt, wo die Marder das Autoknacken am besten beherrschen. Fazit: Im warmen Freiburg ist die Chance, vom Marder attackiert zu werden, mehr als sechsmal höher als im Bundesdurchschnitt. Heiße Pflaster sind auch Coburg, Stuttgart und Ulm.

Während die Marken Ford, Mercedes und VW rund drei Verbissschäden pro 1000 Pkw zu beklagen haben, sind es bei Chrysler, Daewoo und Renault über acht. Die größte Anziehungskraft für Marder hatte der Renault Mègane (jeder 33. Besitzer meldete Schäden), die geringste Verlockung übte der Peugeot 205 aus (nur jeder 667. Wagen wurde angeknabbert). Auf dem "Speisezettel" der Marder standen Zündkabel mit 40 Prozent ganz oben, gefolgt von Kühlwasserschläuchen (34 Prozent), Niederspannungskabeln (21 Prozent) und Manschetten von Antriebswellen und Lenkung (14 Prozent). Den Gesamtschaden bezifferte der GDV auf 20 bis 35 Millionen Euro pro Jahr.

Die Versicherer geizen nicht mit Kritik an den Autobauern: "Ein großer Teil der Schäden könnte durch konstruktive Verbesserungen des Motorraumes vermieden werden," heißt es in einem Papier, "zum Beispiel durch Verkleidungen, Schutzrohre, Schutzgitter bei Kühlschläuchen oder durch Verlegung der Kabel und Leitungen an den Wänden des Motorraums."

Dem stimmt der Münchner ADAC-Sprecher Maximilian Maurer zu; die Schadensstatistiken hält er aber für wenig zuverlässig. Für Maurer sind die veröffentlichten Zahlen lediglich "die Spitze des Eisbergs" - auch die 16560 Pkws, die nach Angaben der "Gelben Engel" des ADAC 2003 mit einem Marder-Defekt auf freier Strecke liegen blieben. Maurer glaubt, dass die meisten Verbissschäden "nicht als solche erkannt werden". Wenn angenagte Kühlschläuche auf der Autobahn platzten, denke niemand an Marder.

Die neuesten Zahlen

des GDV - die Kaskoversicherer erstatteten 2002 in 120 000 Fällen durchschnittlich 184 Euro - haben Maurer zum Schluss kommen lassen, "dass die Marderschäden in Wirklichkeit ein Vielfaches der Beträge ausmachen, die im Gespräch sind". Selbst 100 Millionen Euro pro Jahr hält der ADAC-Sprecher nicht für zu hoch gegriffen. Er hat gute Argumente: Erstens bleibe die Mehrzahl der Marder-Defekte unbemerkt. Zweitens würden kostspielige Folgeschäden von Marderattacken - nach Zündaussetzern ausgebrannte Katalysatoren, mangels Kühlwasser verschmorte Zylinderkopfdichtungen und nach Schmierfettverlust aus zerbissenen Gummimanschetten ruinierte Antriebswellen - nicht erstattet und deshalb nirgendwo erfasst. Drittens ließen die neuen GDV-Zahlen die Selbstbeteiligung der Autofahrer von 150 Euro außer Acht, sodass die durchschnittliche Schadenssumme in Wahrheit 334 Euro ausmache. Das allein ergebe eine Summe von mehr als 40 Millionen Euro. Viertens seien die GDV-Daten unvollständig, da bisher nur ein Teil der deutschen Versicherer für Marderschäden aufkomme. Und fünftens führe niemand Buch über die zahllosen Bagatelldefekte, die unter die 150-Euro-Grenze fielen.

Marderschäden an Haus und Hof werden in keiner Statistik erfasst. Vielleicht, weil sich die Opfer in der Regel selbst helfen. Sie bekämpfen die Eindringlinge mit Musik, Mottenkugeln oder Maschendraht, mit dem sie jedes noch so winzige Schlupfloch auf dem Dachboden zupflastern. Konsequentes Aussperren ist, sagt Beate Ludwig, die einzige Methode, die wirklich hilft.

Zwar räumt die Forscherin ein, dass es "recht laut werden kann", wenn sich - meist im März - zwei Marder streiten oder - im Mai oder Juni - eine Mutter mit jungen "Rabauken" auf dem Speicher hause. Die Empfindlichkeit der Deutschen Martes foina gegenüber sei aber auch ein Beleg für ihre Entfremdung von der Tierwelt. "Viele Leute ziehen sich an dem Lärm richtig hoch. Andere empfinden die Anwesenheit der kleinen Räuber sogar als bedrohlich!" Früher habe jedes Haus "seinen" Marder gehabt. Dachböden seien für die Tiere als trockene Tagesverstecke wichtig; Motoren stellten lediglich nächtliche Durchgangsstationen dar.

Das Arsenal der Hausmittel zur Marderabwehr reicht von Knoblauchzehen, tickenden Weckern und Mottenkugeln über Tabascosoße, Urin und Rasierwasser bis zu Cola, Hundehaaren und unter dem Motor ausgebreitetem Maschendraht. Zusätzlich kann man von Apothekern und Quacksalbern jede Menge Sprays und Abwehrpasten, Duftampullen und Aromakissen erwerben. Viele Autohersteller tun ein Übriges und bieten - meist teure - Marderabwehrsysteme als Zubehör feil.

Marktführer ist

die Norbert Schaub GmbH aus Neuenburg bei Freiburg, die Duftscheiben, Sprays, mehrere Ultraschall- und Elektroschockgeräte sowie ein Sortiment von Schutzrohren aus Kunststoff und Aluminium führt, zu Preisen zwischen zehn und 126,80 Euro. Wie groß die Not der Autofahrer ist, zeigen die Absatzzahlen: In den vergangenen zehn Jahren hat die Firma eine halbe Million Gebinde versandt. Aufschlussreich sind die Daten des Internet-Verkaufs: Hier lag der Großraum Hamburg 2001 an der Spitze. 2002 und 2003 rangierten die Hanseaten hinter dem Großraum Stuttgart auf Platz zwei.

Welche Mittel funktionieren, welche sind Schrott? Kugelschafter und Ludwig billigen allein Schutzröhren und den nach dem "Elektroweidezaun-Prinzip" arbeitenden Abwehrgeräten eine Wirkung zu. Kugelschafter: "Wenn der Marder eine gewischt bekommt - das vergisst er nie!" Es sei aber nötig, die stromführenden Teile so im Motorraum zu installieren, dass der gelenkige Räuber nicht um sie herumschleichen könne - und das sei schwierig. Ludwig will nicht völlig ausschließen, dass auch die vom ADAC offerierten Ultraschallschocker eine gewisse Wirkung entfalten - allerdings nicht wegen der schrillen Töne, sondern wegen des möglicherweise schmerzhaften Schalldrucks. Um diesen zu spüren, müsse der Marder aber fast Tuchfühlung mit dem Lautsprecher haben. Geruchsmittel, Abwehrsalben und Sprays seien auf jeden Fall "Käse".

Fast kostenfrei, aber durchaus wirksam ist eine andere Methode. Sie nutzt des Marders übergroße Vorsicht. Nach Auskunft der Experten muss man dazu einen Gegenstand von "bedrohlicher Größe", den der herrschende Ober-Marder nicht kennt, unters Auto legen. Der Revierchef werde das Objekt, etwa einen Luftballon, tagelang aus sicherer Entfernung beobachten. "Erst, wenn seine Hemmschwelle überwunden ist, traut er sich zu einer genaueren Untersuchung heran." Die Methode hat Schwächen: Man muss das Verhalten von Martes foina kennen und wahrscheinlich nächtelang auf der Lauer liegen, um abschätzen zu können, wann die Wirkung der jeweiligen Marderscheuche nachlässt und sie ersetzt werden muss. Solche Mühen wollte ein Autobesitzer aus Süddeutschland nicht in Kauf nehmen. Zwei Tropfen Stinktierextrakt unter der Motorhaube seines Wagens würden genügen, glaubte er, um Marder auf Dauer zu vergraulen. Doch der Amateurchemiker hatte nicht bedacht, dass Stinktiere zu den engsten Verwandten der Marder gehören, weshalb der Gestank des Kampfstoffes Menschen erheblich größere Unbill bereitet als den kleinen Räubern.

Es kam, wie es kommen musste: Der Duft drang durch die Lüftung ins Wageninnere, und der Pkw war fortan weder nutzbar noch verkäuflich.

Gerd Schuster print

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