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Andreas Petzold: #Das Memo: Warum die Vernunft der Mehrheit verblasst

Nein, Norbert Hofer ist doch nicht Bundespräsident von Österreich geworden. Freuen kann man sich trotzdem kaum. Hofer bleibt gefühlter Sieger. Die Vernunft der Mehrheit, sie droht zu schwinden. Und das europaweit.

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer hat die Bundespräsidentenwahl in Österreich verloren - ist gefühlt aber dennoch der Sieger

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer hat die Bundespräsidentenwahl in Österreich verloren - ist gefühlt aber dennoch der Sieger

Zumindest mit dieser Aussage lag FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache richtig: Seine Partei habe auf jeden Fall gewonnen, sie sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen. FPÖ-Vize Norbert Hofer muss dem unabhängigen Kandidaten Alexander Van der Bellen zwar den Vortritt in die Wiener Hofburg lassen. Dennoch hat der Verlierer gefühlt gewonnen. Der ausgebildete Kommunikations- und Verhaltenstrainer, der laut der Wiener Tageszeitung "Standard" Flüchtlinge "Invasoren" nennt, die bereit seien, Köpfe abzuschneiden, hat knapp die Hälfte der österreichischen Wähler hinter sich gebracht. Europas rechtsextreme Internationale jubelt und wittert eine Zeitenwende hin zum politischen Darwinismus, der alles beiseite pflügt, was ausländisch, homosexuell oder weltoffen ist. 

Ob Sieg oder nicht - das knappe österreichische Votum werden sich all die anderen ultrakonservativen Parteiführer ausleihen, um ihren nationalen ausländerfeindlichen Kurs quasi amtlich zu legitimieren. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, der Pole Jarosław Kaczyński, Pepe Grillo, Chef der erstarkten italienischen "Fünf Sterne"-Partei, der Holländer Gert Wilders, Marine Le Pen und deren deutsche Zwillinge im Geiste Björn Höcke und Frauke Petry  und, und, und ...

Österreich - ein Vorbote, der den Zerfall Europas einläutet?

Die Hoffnung, dass man schon irgendwie auf die Vernunft der Mehrheit vertrauen kann, damit Europas Demokratien nicht aus den Fugen geraten, hat sich in Österreich nur Dank einiger tausend Stimmen bewahrheitet. Spätestens jetzt muss man ein paar ernsthafte Fragen stellen: Sind all diese Gallionsfiguren des Rückwärtsgewandten Vorboten einer Entwicklung, die den Zerfall Europas einläuten? Wie viel Unterstützung gewinnen Sie bei den anstehenden Wahlen in den bevölkerungsreichsten Demokratien Europas für Ihr Vorhaben, die Entscheidungsträger in Straßburg und Brüssel zu entmachten, den Euro abzulösen, die Grenzen zu schließen, Putin den Hof zu machen und die transatlantische Verbindung zu verteufeln? Und gibt es ein Mittel dagegen?

Danach sieht es nicht aus. In zu vielen Ländern aktiviert die Furcht vor den Flüchtlingen Millionen Ängstliche, Konservative, Nichtwähler, politische bislang Heimatlose. Gewählt wird, wer sich gegen Flüchtlinge, Merkel und den Islam positioniert und neue Grenzzäune errichtet. Ökonomische Kollateralschäden spielen keine Rolle. Beharrung, Veränderungsresistenz und ausgrenzender Nationalismus werden als unabdingbare Notwendigkeiten für eine bessere Zukunft verkauft. Es kann gar nicht genug Pathos sein, um die noch Unentschlossenen zu bewegen, sich auf die richtige Seite zu schlagen. "Schreiben auch Sie Geschichte, werden Sie Mitglied der AfD", lockt beispielsweise Frauke Petry ihre Leser auf Facebook, dem Wahrheits-Hochofen der Nationalisten. Im Subtext meint das: Schließe dich uns rasch an, dann gehörst du künftig zu den Jägern und nicht zu den Gejagten.


Alles Unchristliche ist nicht anpassungsfähig

Und bleiben die Flüchtlingsströme aus, wie für den Moment, dann dient der Islam als Ersatz, um die Reihen der nationalen Bewegung zu kitten. Hassprediger, Muslime, Minarette - alles Eins, wenn es nach Frauke Petry und Ihresgleichen geht. Der Gott des deutschen Grundgesetzes kann nur evangelisch, besser noch katholisch sein, Hauptsache christlich. Alles andere ist nach AfD-Definition nicht anpassungsfähig.

Man möchte Hofer & Kollegen zurufen: Wenn ihr das Fremde verunglimpft, schafft ihr einen anachronistischen Nationalismus. Und der macht weder satt noch schafft er Arbeitsplätze! Denn: In einer globalisierten Ökonomie lässt Protektionismus, wie ihn Marine Le Pen beispielsweise favorisiert, einen Binnenmarkt austrocknen wie einen Stausee, dessen Zuflüsse umgeleitet werden. Aber Makroökonomie gibt halt keine aufwühlenden Marktplatz-Parolen her.

Ein beruhigender, schlafwandlerischer Rausch

Und für diese Gefahren sind manche Bürger vielleicht schon blind geworden, weil sie die Mahner zur politischen und medialen Elite rechnen, die das Volk ohnehin belügen, nicht ernst nehmen und eigene Interessen verfolgen. So wird Rationales irrational, werden ökonomische Gesetze zur Propaganda. Ersatzweise schafft das Versprechen - Frankreich den Franzosen, Großbritannien den Briten, Deutschland den Deutschen, Österreich den Österreichern - einen schlafwandlerischen Rausch, der scheinbar alles gut werden lässt.

Folgt man den Umfragen, vertrauen immer mehr Wähler auf die Kraft des Identitären, als hätten die vergangenen 120 Jahre nicht stattgefunden. Sonst würden sie sehen, dass unter der Oberfläche dieses Versprechens Zwist, gesellschaftlicher und sozialer Rückschritt lauern, weil der Wohlstand des gemeinsamen Marktes vor die Hunde gehen würde. Und was dann?

Die Populisten, falls sie tatsächlich ins Kanzleramt, in die Downing Street oder in den Élysée-Palast kämen, würden das tun, was seit jeher in der Logik völkischer Verblendung liegt: Sie würden den Niedergang ihrer Volkswirtschaften, die steigende Arbeitslosigkeit, die Inflation und das Staatsversagen ausländischen Mächten und dunklen Organisationen zuschreiben, siehe Venezuela und Russland. Vielleicht gäbe es dann gar keinen Berliner Regierungssprecher mehr sondern nur noch eine amtliche Facebookseite und regierungsnahe Social-Media-Kanäle, mit deren Hilfe Verschwörungen gegen das deutsche, das britische oder französische Volk verbreitet werden, tausendfach teilbar und durch keinen Faktencheck mehr aufzuhalten.

Das klingt alles weit weg. Ist es auch noch. Aber wenn es in den kommenden Jahren ganz schlecht läuft, dann hätte am Sonntag das Ende der Europäischen Union begonnen.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.