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+++ Irak-Newsticker +++: USA schicken Flugzeugträger in Persischen Golf

Die USA verlegen einen Flugzeugträger in den Persischen Golf. Die Armee vermeldet die Rückeroberung dreier Städte nahe Bagdad. Die Ereignisse im Newsticker.

+++ 18.30 Uhr: USA schicken wegen Irak-Konflikt Flugzeugträger in Persischen Golf +++

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat wegen der Irak-Krise die Verlegung eines Flugzeugträgers in den Persischen Golf angeordnet. Damit solle Präsident Barack Obama zusätzliche Flexibilität gegeben werden, "sollten militärische Optionen nötig werden, um das Leben von Amerikanern, Bürgern und Interessen im Irak zu schützen", teilte Pentagon-Sprecher John Kirby mit.

Demnach befand sich der Flugzeugträger "USS George H.W. Bush" bisherim Arabischen Meer und sollte am späten Abend (US-Zeit) sein Ziel erreichen. Begleitet werde er von einem mit Raketen bestückten Kreuzer und einem Zerstörer.

+++ 17.04 Uhr: Irakische Regierung sieht sich gegen Rebellen im Aufwind +++

Die irakische Regierung verzeichnet nach eigenen Angaben militärische Erfolge gegen die in Richtung Bagdad vordringenden sunnitischen Rebellen. Es sei dem Militär gelungen, die Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil) zurückzudrängen und Geländegewinne zu erzielen, so Regierungsvertreter. Ministerpräsident Nuri Al-Maliki sagt bei einem Besuch im rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegenen Samarra, mit der Hilfe von Freiwilligen werde es gelingen, die Isil zurückzudrängen. Samarra liegt zwischen der Front und Bagdad. Geistliche hatten die Schiiten im Land aufgerufen, gegen die Islamisten zu den Waffen zu greifen.

Die Isil kämpft im Irak und in Syrien für die Errichtung eines Kalifats. In beiden Staaten hat sie in jüngster Zeit Siege errungen. In der vergangenen Woche hatte sie im Handstreich im Nordirak Mossul, die zweitgrößte Stadt des Landes, erobert und war anschließend bis auf eine Autostunde an Bagdad herangerückt.

+++ 16.55 Uhr: Sunnitische Geistliche kritisieren schiitischen Kampfaufruf +++

Eine einflussreiche Vereinigung sunnitischer Geistlicher kritisiert den Aufruf von Schiiten im Irak zum Kampf gegen die sunnitischen Dschihadisten in dem Land scharf. Die Ereignisse im Irak seien Folge "der Unterdrückung und des Ausschlusses von Menschen, die Frieden wollen", erklärt die im Emirat Katar ansässige Union muslimischer Gelehrter. Damit nimmt sie Bezug auf Klagen der sunnitischen Minderheit im Irak, die sich von der Regierung unter dem schiitischen Ministerpräsident Nuri al-Maliki benachteiligt fühlt.

Weiter verurteilt die von dem einflussreichen Geistlichen Jussef al-Karadawi geführte Organisation mit Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft "sektiererische Fatwa-Verordnungen, die unsere schiitischen Brüder zu den Waffen rufen". "Wir rufen unsere schiitischen Brüder im Irak und andernorts sowie die Sunniten dazu auf, nicht zum Brennstoff eines grausamen sektiererischen Kriegs zu werden", heißt es in der Erklärung.

+++ 15.24 Uhr: Tausende Iraker melden sich zum Armeedienst +++

Nach dem Vormarsch der Terrorgruppe Isis setzt im Irak ein Ansturm auf die Rekrutierungsbüros der Armee ein. Tausende melden sich, so berichten irakische Medien und Augenzeugen. Viele seien dem Aufruf des irakischen Großajatollahs Ali al-Sistani gefolgt. Er hatte seine schiitischen Glaubensbrüder aufgefordert, die Heiligtümer in Kerbela und Nadschaf südlich von Bagdad gegen die sunnitischen Isis-Extremisten zu verteidigen. Auch der radikale Schiitenprediger Muktada al-Sadr rief seine Anhänger zum Widerstand auf.

jen/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters