Afghanistan-Einsatz Die ISAF-Schutztruppe im Fadenkreuz


Zweieinhalb Monate nach dem tödlichen Anschlag auf deutsche Soldaten in Kabul sind bei der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) Warnungen vor neuen Angriffen eingegangen.

Zweieinhalb Monate nach dem tödlichen Anschlag auf deutsche Soldaten in Kabul sind bei der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) Warnungen vor neuen Angriffen eingegangen. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte der "Welt am Sonntag": "Wir haben wieder Warnungen vor neuen Anschlägen gegen die Schutztruppe ISAF erhalten. Sobald diese Warnungen konkreter werden, reagieren wir sofort."

Regelmäßige Warnungen

Nach Angaben der ISAF in Kabul sind die Sicherheitsmaßnahmen "auf unverändert hohem Niveau". ISAF-Sprecher Manfred Wittig sagte auf Anfrage: "Die Warnungen sind in der Tat eingegangen." Er betonte zugleich: "Solche Warnungen kommen in regelmäßigen Abständen." Jede von ihnen sei ernst zu nehmen. Bei einem Selbstmordanschlag waren am 7. Juni in Kabul vier deutsche Soldaten getötet worden und 29 verletzt worden.

100 Soldaten nach Kundus?

Struck betonte, die Lage in Afghanistan sei nicht stabil. "Afghanistan ist für die Soldatinnen und Soldaten weiterhin eine gefährliche Mission." Derzeit werde geprüft, ob man in der Region um Kundus im Norden Afghanistans ein US-Wiederaufbauteam ablösen könne, damit dieses in andere Gebiete verlegt werden kann.

"Dabei geht es nicht um militärischen Schutz einer Region, auch nicht um Patrouillen, sondern um den militärischen Personenschutz für zivile Helfer beim Aufbau von Krankenhäusern, Schulen, Wasserversorgung oder Verwaltung", sagte Struck. "Zu diesem Schutz müssten wir sicher über 100 Soldaten nach Kundus entsenden."

Der Minister sagte, er rechne mit einer Zustimmung des Bundestages für die Ausweitung des Auftrages. Zugleich betonte er, im Irak würde die Bundeswehr nicht eingesetzt: "Es gibt dort kein UNO-Mandat wie in Afghanistan."

Ausweitung des ISAF-Auftrags

Für eine Stationierung deutscher Soldaten in Kundus unter Führung der Schutztruppe müssten auch die Vereinten Nationen einer Ausweitung des ISAF-Auftrags zustimmen. Bislang ist die ISAF laut UN-Mandat nur für die Sicherheit in Kabul und Umgebung zuständig.

Auch die NATO, die vor knapp zwei Wochen das ISAF-Kommando von Deutschland und den Niederlanden übernahm, dürfte bei der Entscheidung über eine Ausweitung eine gewichtige Rolle spielen. Die bislang operierenden Wiederaufbauteams der USA, Großbritanniens und Neuseelands arbeiten unter dem Anti-Terror-Mandat "Enduring Freedom".

DPA

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