Afrika Kontinent voller Konflikte


Die Afrikanische Union hat an die reichen Länder appelliert, die Finanzhilfen für ihren Kontinent auszuweiten. In zahlreichen Staaten herrschen Kriege und Konflikte - ein Überblick.

Kriege und Konflikte in Afrika:

Äthiopien

Äthiopien und Eritrea haben zwischen 1998 und 2000 einen Krieg um den Grenzverlauf zwischen den beiden Staaten geführt, bei dem 70.000 Menschen ihr Leben verloren. Wegen des anhaltenden Grenzstreits ist die Situation weiter gespannt.

Elfenbeinküste

In der früheren französischen Kolonie hat ein Bürgerkrieg zu einer faktischen Teilung des Landes in einen von Rebellen besetzten Norden und einen von Regierungstruppen kontrollierten Süden geführt. Eine Pufferzone zwischen den Gebieten wird von UN-Truppen und französischen Friedenssoldaten überwacht.

Demokratische Republik Kongo

Im Jahr 1998 wurde die frühere belgische Kolonie Ziel einer Offensive der Nachbarländer Ruanda und Uganda. Sie begründeten den Angriff damit, sich vor den Rebellen schützen zu wollen, die nach dem Massaker an 800.000 Angehörigen der Tutsi-Minderheit und moderaten Hutus 1994 in Ruanda in den Kongo geflüchtet waren. In den sich anschließenden fünfjährigen Krieg wurden sechs afrikanische Staaten hineingezogen; fast vier Millionen Menschen wurden getötet. Nach einer Reihe von Friedensabkommen wurde der Krieg im Juli 2003 für beendet erklärt. Danach nahm im Kongo eine Übergangsregierung ihre Arbeit auf. In ihrem größten Friedenseinsatz haben die Vereinten Nationen (UN) 16.700 Soldaten in den Kongo entsandt. Im Juni hat UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärt, dass die Stationierung weiterer Blauhelm-Soldaten notwendig sei, um Wahlen vorzubereiten. Sie sollten ursprünglich in diesem Jahr stattfinden, als wahrscheinlicher gilt jedoch mittlerweile ein Termin im kommenden Jahr.

Liberia

In zwei Kriegen kamen rund 250.000 Menschen ums Leben: Nach dem Konflikt von 1989 bis 1996 kam es 1999 nochmals zu einer Eskalation der Gewalt: Rebellen erhoben sich gegen Präsident Charles Taylor. Die Rebellen rückten 2003 in die Hauptstadt Monrovia vor und zwangen Taylor zur Flucht ins Exil. Nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrages nahm eine Übergangsregierung ihre Arbeit auf, die für Oktober 2005 Wahlen vorbereiten soll. Rund 15.000 UN-Friedenssoldaten haben bei der Entwaffnung von 95.000 Rebellen und Taylor-Anhängern geholfen.

Somalia

Die Nation am Horn von Afrika stürzte 1991 ins Chaos, nachdem eine Koalition von Milizen Militärmachthaber Mohammed Siad Barre stürzte. In Konflikten zwischen rivalisierenden Milizen-Verbänden und durch Hungersnöte starben Hunderttausende Menschen. Die 2004 gebildete Regierung des jetzigen Präsidenten Abdullahi Yusuf hatte ihren Sitz bis vergangenen Monat im benachbarten Kenia und kehrte erst am 1. Juli nach Somalia zurück. Yusuf hat die afrikanischen und arabischen Staaten um die Entsendung von 7500 Soldaten nach Somalia gebeten, die für den Schutz der Regierung sorgen sollen.

Sudan

Die Regierung des größten afrikanischen Staates hat im vergangenen Jahr einen Friedensvertrag mit den Rebellen im Süden des Landes unterzeichnet und damit 21 Jahre Bürgerkrieg beendet, in dem rund zwei Millionen Menschen ums Leben kamen. Ein zweiter Konflikt im westsudanesischen Darfur konnte hingegen bislang nicht vollständig beigelegt werden. Seit Februar 2003 kämpfen dort Rebellen gegen arabische Milizen. Der Regierung in Khartum wird vorgeworfen, die Milizen zu unterstützen, die Dörfer niederbrannten und der Ermordung und Vergewaltigung von Zivilisten beschuldigt werden. Nach UN-Schätzungen starben in Darfur mehr als 180.000 Menschen in Kämpfen, an Hunger und an Krankheit. Rund 2300 Soldaten der Afrikanischen Union beobachten in Darfur die brüchige Waffenruhe.

Uganda

Im Norden des Landes wütet seit fast zwei Jahrzehnten ein Krieg zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Die Rebellen haben 20.000 Kinder entführt und sie zu Soldaten oder Sex-Sklaven gemacht. In dem Konflikt wurden bis zu 100.000 Menschen getötet; 1,6 Millionen wurden vertrieben.

Reuters Reuters

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