Alliierten-Feiern "Enorme symbolische Bedeutung"


Die Bundesregierung hat die Einladung von Bundeskanzler Gerhard Schröder zu den Feiern zum 60. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie als Zeichen für das endgültige Ende der Nachkriegszeit gewertet.

Die Bundesregierung hat die Einladung von Bundeskanzler Gerhard Schröder zu den Feiern zum 60. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie als Zeichen für das endgültige Ende der Nachkriegszeit gewertet. Der Kanzler habe die Offerte des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac "mit großer Freude" angenommen, sagte Regierungssprecher Thomas Steg. Seinen Informationen zufolge hatte Chirac die Einladung vorher mit den Staats- und Regierungschefs der anderen ehemaligen Siegermächte abgesprochen, darunter auch den USA.

Nachkriegszeit sei überwunden

Steg betonte die "enorme symbolische Bedeutung", wenn 60 Jahre nach dem so genannten D-Day nicht nur die Siegermächte diesen Tag begingen, sondern zum ersten Mal auch Deutschland dazu geladen werde. "Insofern ist es ein Zeichen dafür, dass die Zeiten sich tatsächlich geändert haben", sagte er. Die Nachkriegszeit sei damit auch in dieser Frage überwunden. Die neue Form der Zusammenarbeit finde hier symbolisch noch einmal einen besonderen Niederschlag.

Zusagen noch unbekannt

Wie ein Sprecher Chiracs in Paris mitteilte, lud Frankreich zu den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag im Juni auch die Staatsmänner der damaligen Kriegsalliierten ein, darunter US-Präsident George W. Bush. Ob Bush tatsächlich daran teilnehmen wird, blieb aber zunächst offen. Steg erklärte, er habe keinen Überblick darüber, wer bislang zugesagt habe.

Kohl durfte nicht kommen

Schröder ist der erste deutsche Regierungschef, der zu den D-Day-Feiern eingeladen wird. Bei den 50-Jahr-Feiern vor zehn Jahren blieben die Kriegsalliierten noch unter sich. Der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl wurde nicht eingeladen, was zu Verstimmungen zwischen Deutschland und Frankreich führte.

Am D-Day, dem 6. Juni 1944, waren die alliierten Truppen in der Normandie auf dem europäischen Kontinent gelandet. Unter dem Feuerschutz von 1.200 Kriegsschiffen und 7.500 Flugzeugen gingen im Morgengrauen rund 150.000 Amerikaner, Briten, Franzosen, Polen sowie Kanadier und weitere Commonwealth-Angehörige an fünf verschiedenen Stränden an Land. Das Datum gilt als ein Schlüssel für den späteren Sieg über die deutschen Truppen.

DPA

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