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Amtseinführung von Barack Obama: Die größte Party der Welt

Etwa zwei Millionen Menschen aus allen Teilen Amerikas verfolgten die Amtseinführung Barack Obamas live auf der National Mall. Sie weinten und tanzten, sie jubelten und pfiffen und wollen nun Teil der Erneuerung Amerikas sein.

Von Jan Christoph Wiechmann, Washington

Linda Richards ist schon um drei Uhr in der Früh zur National Mall gekommen. Sie ist mit dem Auto durch die Nacht gefahren, 600 Kilometer aus North Carolina, gemeinsam mit ihrer Tochter und Tante, zwei Enkeln und einem Schild: "O-Ba-Ma - Alles wird gut."

Carla Rahm hat ihr Mutter aus Kansas City nach Washington einfliegen lassen, "bevor sie bald sterben wird". Die Mutter hat die Rassentrennung noch erlebt und war aktiv in der Bürgerrechtsbewegung. Nun hat sie Krebs, sie sitzt im Rollstuhl, aber Obamas Wahlsieg ließ sie sich von der Krankheit ebensowenig nehmen wie diese Inauguration. Jetzt könne sie irgendwann beruhigt einschlafen, sagt Carla Rahm. "Diesen Tag wollte sie noch mitnehmen."

Peter Wagner, 32 und Cindy Leery, 27, feiern ihre Verlobung in diesen Tagen der Amtseinführung. Sie haben sich im Wahlkampf kennen gelernt und konnten sich für die Verlobung nichts Passenderes vorstellen als Obamas Inauguration am 20.Januar. Peter, ein Weißer aus Kalifornien, und Cindy, eine Schwarze aus Georgia, wollen noch ihren Kindern davon erzählen, ihren "Mutts", wie Obama sich selber nennt - ihren Mischlingen.

Die Inauguration des 44.Präsidenten auf der National Mall von Washington DC ist eine Mischung aus Volksfest, Staatsakt und Völkerwanderung. Etwa zwei Millionen Menschen sind gekommen, aus allen Teilen Amerikas, manche, wie Rory Langler aus Oregon, haben einen Kredit aufgenommen, um die Anreise zu bezahlen. Eine Brasilianerin hat sich in die brasilianische Fahne eingewickelt, ein Inder trägt die Landesfarben Indiens, selbst ein Mann aus Bayern ist dabei mit einem selbst gestrickten Pullover: "Tegernsee for Obama". Diese Amtseinführung gehört auch der Welt.

Als die Menschenmenge sich nach drei Stunden in der Kälte etwas erwärmen und erheitern will, kommen Rufe von allen Seiten: "Oklahoma", "Nebraska", "North Dakota", "Michigan", "Trinidad" - "Obama". Es sind ihre Heimatstaaten. Die Rufe werden zu einem spontanen Lied, immer lauter, immer zahlreicher. Es ist wie eine Hymne für die neu gewonnene Einheit Amerikas.

An diesem 20.Januar, das ergeben die Interviews, fühlen sie sich tatsächlich vereint. Umarmt von der Geschichte. Befreit von einer Last. Wiedervereinigt mit der Welt. Viele Menschen liegen sich in den Armen, einige haben Tränen in die Augen, vor allem Schwarze. Sie sind meist als Familie angereist, es ist der Jahresurlaub in eine bessere Zukunft. Sie zeigen sich weniger triumphierend als vielmehr erleichtert, dass die düsteren Jahre nun endlich vorbei sind. Es wirkt fast so, als hätten sie einen Diktator in die Knie gezwungen, sie atmen auf, sie können wieder atmen, wieder vertrauen. Einige tragen Schilder mit dem Aufdruck "End of an Error", Ende eines Fehlers, in Umwandlung des Satzes "End of an Era".

Pfiffe für George W. Bush

Als George W. Bush auf der Großbildleinwand eingeblendet wird, pfeifen ihn die Zuschauer aus und belegen ihn mit lauten Buh-Rufen. Der Regisseur blendet schnell auf Michelle Obama um, um die Zuschauer zu beruhigen und die Szene nicht zur völligen Erniedrigung des Ex-Präsidenten verkommen zu lassen. "Selbst in diesen letzten Minuten verdient Bush nicht unseren Respekt", sagt Joseph O'Neal, der aus Ohio angereist ist. "Die Wunden sind einfach zu tief." Später, als George und Laura Bush mit dem Hubschrauber entschwinden, singen ihm die Massen am Boden hinterher: "Nananana, nananana, hey hey hey - Good Bye."

Es sind Menschen aller Hautfarben auf der National Mall, aber besonders viele Schwarze. Für sie endet ein Teil der Geschichte und beginnt nun ein neuer. Frank McKinney hat seine ganze Familie mitgebracht, selbst seine alte Mutter, "die noch auf nach Rassen getrennte Schulen gegangen ist. Für mich ist das auch eine Form der Gerechtigkeit", sagt er. "Sie und ihre Vorfahren haben so viel erleiden müssen, so viel Erniedrigung. Ihr Selbstbewusstsein wird nie so groß sein wie meines oder das meiner Kinder, aber dieses einmalige Gefühl, diesen Abschluss ihres Leidens wollte ich ihr noch schenken."

Ausflug in die Geschichtsbücher als Gruppenerlebnis

Sie tragen Obama-Schals und Obama-Pullover, Obama-Ohrringe und Obama-Krawatten, viele mit dem Siegel des US-Präsidenten und dem Weißen Haus darauf. Aus dem Slogan "Yes we can" wird "Yes we did" oder "Yes you can". Sie sind stolz auf Obama, aber mindestens genau so stolz auf sich selber. Sie sind auferstanden. Sie haben Obama zum Wahlsieg geführt und hierher nach Washington. "I am part of history", steht auf ihren Buttons, und sie meinen es ernst: Ich bin Teil der Geschichte. Es ist ihr Ausflug in die Geschichtsbücher, als Gruppenerlebnis. Es ist ihr Tag, dieser historische Dienstag, dieser 20. Januar 2009, den sie wie eine heilige Zahl auf ihren Mützen, Jacken und Stickern tragen: 01.20.09.

Natürlich scheint die Sonne, als Obama spricht. Sie leuchtet majestätisch schön aufs Capitol und erwärmt die frierenden Menschen und weinenden Kinder. Es ist Obama-Wetter wie schon am Wahlabend im November und eigentlich immer, wenn er die Sonne für Großkundgebungen braucht. Den größten Beifall bekommt er für seine Aufrufe, das Land zu erneuern, die Welt wieder zu umarmen, den Moment der Geschichte zu nutzen für eine Radikalkur: "All this we can do. All this we must so." Und: "This world has changed and we must change with it." Er will, dass die Menschen anpacken, und sie rufen: "Yes we can." Und "Yes we will." Während der Rede fließen immer wieder Tränen bei der 79jährigen Linda Richards aus North Carolina, und sie wird später sagen, dass alles von ihr abfällt, wie in einer Art Therapie.

Wer mit den Zuschauern spricht, merkt schnell, wie ernst sie es meinen, wenn es um den Neuaufbau Amerikas geht. In seiner Rede fordert Obama sie auf: "Dies ist ein Moment, der eine Generation definieren wird. Er spricht von einer "neuen Ära der Verantwortung". Viele im Publikum haben längst damit begonnen. Carla Rahm hilft Jugendlichen, die Schwierigkeiten in der Schule haben. Frank McKinney renoviert mit seiner Tochter kostenlos die Häuser älterer Menschen, die Opfer von Subprimekrediten wurden. Peter Wagner und Cindy Leery warten auf die Marschbefehle Obamas, um dort zu helfen, wo sie dringend gebraucht werden, womöglich im Peace Corps in Afrika. "Vielleicht muss man als Land erst im Dreck liegen, um sich wieder herauszuziehen", sagt McKinney. "Wir werden dieses Land von Grund auf erneuern. Jetzt können wir Obama nicht im Stich lassen."

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.