Anschlag in Jordanien "Wussten nichts von der Hochzeit"


Während die jordanische Bevölkerung gegen Terrorismus protestiert, müht sich Al-Kaida-Führer al Sarkawi nach seinen Anschlägen in Amman um sein Image. Per Internet ließ er verbreiten, die Attentäter hätten gedacht, es seien nur "Ungläubige" in den Hotels.

Mehr als eine Woche nach den Selbstmordanschlägen auf westliche Hotels in Amman hat Terroristenführer Abu Mussab al-Sarkawi bestritten, dass die Täter bewusst eine Hochzeitsgesellschaft als Ziel ausgesucht hätten. Vielmehr seien die Hotels gewählt worden, weil sie ein Treffpunkt der "Ungläubigen" seien, hieß es in einer am Freitag im Internet veröffentlichten Audiobotschaft des im Irak operienden jordanischen Terroristenführers. Der Anschlag auf die Hochzeitsgesellschaft im Hotel Radisson SAS hatte die Jordanier besonders empört und Massenprotete ausgelöst. Auch am Freitag demonstrierten wieder 25.000 Jordanier gegen den Terrorismus.

In der Botschaft, bei der noch Experten noch nicht die Identität Sarkawis bestätigen konnten, hieß es weiter, in einem der Hotels habe auch der «Diktator» und Amerikafreund König Abdullah II. eine Suite. Im Nachrichtensender CNN verwiesen Beobachter darauf, dass Sarkawi nicht die in Jordanien als vierte Selbstmordattentäterin präsentierte Ehefrau eines der Täters erwähnte.

In früheren Bekennerschreiben hatte der irakische Zweig von Al Kaida stets betont, dass eine Frau zu den Attentäterin gehörte. Wenige Tage nach den Anschlägen hatte die jordanischen Polizei die Frau festgenommen und im Fernsehen präsentiert. Sie erklärte, sie sei zusammen mit ihrem Mann im Hotel Radisson SAS gewesen. Ihr Mann habe seinen Gürtel gezündet, aber bei ihr habe der Zünder versagt. Als die Hochzeitsgäste in Panik aus dem Saal gelaufen seien, sei sie mit ihnen hinausgerannt.

An der Anti-Terror-Kundgebung am Freitag in Amman nahm auch die Jordanierin Aschraf al-Achras teil, bei deren Hochzeitsfeier allein 30 Menschen ihre Leben verloren hatten, darunter ihr Vater und Schwiegervater. "Dies ist meine wirkliche Hochzeitsfeier. Die (demonstrierenden) Massen zeigen uns die Wirklichkeit Jordaniens und dass das, was die Terroristen getan haben, nichts mit Islam zu tun hat", sagte sie. Die Menge, zu der auch Regierungsmitglieder zählten, forderte in Sprechchören eine härtere Bekämpfung des Terrorismus, der "gegen die Lehren des Islam" sei. Ingesamt starben bei den Anschlägen auf drei Hotels 60 Menschen.

DPA DPA

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