HOME

Antwort auf Sanktionen: Russland erwägt Strafaktionen gegen westliche Fluglinien

Die Ukraine-Krise wirkt sich inzwischen auf internationale Firmen aus. Russlands Präsident Putin kündigt Reaktionen auf westliche Sanktionen gegen sein Land an - leiden könnte auch die Lufthansa.

Wladimir Putin will Ernst machen: Angesichts der westlichen Strafmaßnahmen hat der russische Präsident Gegensanktionen angekündigt. "Die russische Regierung hat bereits eine Reihe von Gegenmaßnahmen vorgeschlagen zu den sogenannten Sanktionen, die von gewissen Ländern verhängt wurden", so Putin bei einer Reise nach Woronesch südlich von Moskau. Die Wirtschaftssanktionen seien "inakzeptabel".

Wie die Zeitung "Wedomosti" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, überlegen das Außen- und das Verkehrsministerium, die Überfluggenehmigungen für westliche Fluglinien einzuschränken oder ganz zu entziehen. Davon betroffen könnten Lufthansa, British Airways oder Air France sein. Fluggesellschaften nutzen in der Regel bei Flügen von Europa nach Asien den Weg über Sibirien, da dieser am kürzesten und damit am günstigsten ist. Die russische Fluglinie Aeroflot erhält für die Überfluggenehmigungen laut "Wedomosti" jährlich 225 Millionen Euro. Aeroflot wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Medienaufsicht droht mit Sperrung der BBC-Website

Die russische Medienaufsicht Roskomnadzor drohte derweil, die Website des russischen Diensts des britischen Rundfunksenders BBC wegen der Veröffentlichung eines Interviews mit dem kremlkritischen Künstler Artjom Loskutow zu sperren. Dieser hatte dazu aufgerufen, für die Stärkung der Rechte Sibiriens innerhalb der russischen Föderation zu demonstrieren. Er will damit offenbar darauf aufmerksam machen, dass Moskau eine Dezentralisierung ablehnt, in der Ukraine aber eine Stärkung der Regionen fordert.

Russische Regierungsvertreter zeigten sich bislang demonstrativ unbeeindruckt von den Sanktionen. Internationale Experten erwarten jedoch, dass die russische Wirtschaft wegen der Strafen in die Rezession stürzt. Die USA und die EU beschlossen im Juli weitreichende Wirtschaftssanktionen, um Moskau zur Änderung seines Verhaltens in der Ukraine-Krise zu zwingen. Der Westen wirft Putin vor, die prorussischen Separatisten im umkämpften Osten der Ukraine mit Waffen und Kämpfern zu unterstützen.

car/AFP / AFP