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Prozess in Schweden: Richter entlässt US-Rapper Asap Rocky aus U-Haft - Trump reagiert mit Wortspiel

Asap Rocky sitzt nicht mehr hinter schwedischen Gardinen. Der wegen Körperverletzung angeklagte US-Rapper wurde bis zur Urteilsverkündung freigelassen. US-Präsident Donald Trump kommentierte die Entscheidung auf Twitter.

Rakim Myaers alias Asap Rocky (r.) nach dem Verlassen des Stockholmer Bezirksgerichts

Jubel über die Freilassung: Rakim Myaers alias Asap Rocky (r.) nach dem Verlassen des Stockholmer Bezirksgerichts.

Der in Schweden wegen Körperverletzung angeklagte US-Rapper Asap Rocky und seine zwei Mitangeklagten sind vorerst wieder auf freiem Fuß. Das Gericht in Stockholm ordnete am Freitag die Freilassung des 30-Jährigen und seiner Freunde aus der Untersuchungshaft an. Zuvor hatten Anklage und Verteidigung ihre Schlussplädoyers gehalten. Die Richter kündigten die Urteilsverkündung für den 14. August an. Nach Angaben seines Anwalts können Asap Rocky und seine Begleiter das Land verlassen.

Nach der Entscheidung des Richters verließ der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, das Gericht durch einen Seiteneingang und verschwand in einem Auto. Offizielle Informationen über sein Fahrtziel gab es zunächst nicht. Die schwedische Zeitung "Aftonbladet" berichtete, er sei auf dem Weg zum Flughafen, wo ein Privatflugzeug auf ihn warte. Auf Instagram dankte Asap Rocky seinen Fans für ihre Unterstützung: "Ich kann gar nicht beschreiben, wie dankbar ich für Euch alle bin", schrieb er.

Donald Trump ruft Asap Rocky nach Hause

US-Präsident Donald Trump, der sich für die Freilassung des 30-Jährigen eingesetzt hatte, twitterte: "Asap Rocky aus dem Gefängnis entlassen und auf dem Weg nach Hause in die Vereinigten Staaten." In Anspielung auf den Namen des Rappers - die Abkürzung ASAP steht im Englischen für "as soon as possible" - schrieb Trump weiter: "Komm so schnell wie möglich nach Hause."

Asap Rocky und seine Begleiter waren einen Monat in Schweden in Untersuchungshaft. Die Anklage lautete auf Körperverletzung. Die Männer hatten eingeräumt, Ende Juni im Stockholmer Zentrum einen 19-Jährigen geschlagen und getreten zu haben. Sie gaben an, sich von dem Mann bedroht gefühlt und aus Notwehr gehandelt zu haben.

Der Staatsanwalt folgte der Erklärung nicht. Er meinte, die drei hätten zusammen und im Einvernehmen miteinander das Opfer zusammengeschlagen. Asap Rocky solle härter als die anderen beiden bestraft werden. Er hatte zugegeben, den Mann einige Meter weit geschleudert und anschließend auf seinen Arm getreten und ihn geboxt zu haben. 

Der Verteidiger des Musikers sah seinen Mandanten völlig falsch dargestellt. Er forderte seine sofortige Freilassung. Auch die Anwälte der anderen beiden Angeklagten forderten eine Aufhebung der Untersuchungshaft.

Opfer war Asap Rocky gefolgt

Das Opfer, ein 19-jähriger Afghane, hatte mehreren Aussagen zufolge die Gruppe um den Rapper über längere Zeit verfolgt und sich mit dem Leibwächter gestritten. Zwei Frauen, die am Freitag als Zeugen aussagten, bestätigten, dass die US-Amerikaner den 19-Jährigen mehrfach aufforderten, sie in Ruhe zu lassen. Doch der Mann habe sich geweigert. Am Ende kam es zu einer Schlägerei, bei der er zu Boden geworfen und von mehreren Schlägen und Tritten getroffen wurde.

Ob bei dem Handgemenge Glasscherben oder Flaschen zum Einsatz kamen, wurde zur entscheidenden Frage in dem Verfahren. Das Opfer hatte ausgesagt, mit Glasscherben verletzt worden zu sein. An seinem Arm befanden sich Schnittwunden.

Die beiden Frauen, die bei der Auseinandersetzung anwesend waren, berichteten, dass jemand aus dem Gefolge des Rappers eine Glasflasche in der Hand hatte, sie sahen aber nicht, dass damit geschlagen wurde. Die drei Angeklagten gaben an, die Flaschen nur aus dem Weg geräumt zu haben, damit die anderen sie nicht nehmen konnten.

Der Leibwächter, der eine zentrale Rolle in der Auseinandersetzung spielte, war nicht angeklagt, sagte aber schließlich als Zeuge aus. Auch er beschrieb den 19-Jährigen als aggressiv. Er habe den Eindruck gehabt, dass der junge Mann unter Drogen stand. Er habe den Mann als Bedrohung empfunden und versucht, Asap Rocky vor ihm zu schützen, sagte er. "Er hatte etwas in der Hand. Ich wusste nicht, was es war."

Als der 19-Jährige wiederholt auf ihn zukam, sei er schließlich von Asap Rocky gepackt und weggeschleudert worden, erzählte der Leibwächter. Die Angeklagten hätten auf ihn eingeschlagen und - getreten, bis er die Kämpfenden auseinandertrieb. "Rocky wollte mich verteidigen."

Donald Trump sagt: Er bereut keinen einzigen seiner Tweets

Der Fall hatte ein enormes Medieninteresse geweckt und sogar zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Washington und Stockholm geführt, nachdem sich US-Präsident Trump für die Freilassung des Rappers eingesetzt hatte. Der US-Präsident ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung. Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin. Zur Beobachtung des dreitägigen Verfahrens hatte Trump einen Experten für Geiselnahmen nach Stockholm geschickt.

mad / DPA / AFP