VG-Wort Pixel

Assad lässt das eigene Volk töten Beobachter besuchen syrisches Dorf nach Massaker

An den Hauswänden klebte Blut und es roch nach verbranntem Fleisch: UN-Beobachter erwartete in al Kubeir in Syrien ein Bild des Schreckens. In dem Dorf geschah am Mittwoch ein Massaker, bei dem mindestens 55 Menschen getötet wurden.

Bei ihrem Besuch am Ort des jüngsten Massakers in Syrien haben die Beobachter der Vereinten Nationen ein Bild des Schreckens vorgefunden. In dem Dorf al Kubeir, wo syrische Regierungstruppen und Milizen nach Oppositionsangaben am Mittwoch dutzende Menschen getötet haben sollen, hätten sie blutige Hauswände gesehen und "einen starken Geruch von verbranntem Fleisch" wahrgenommen, teilte die UNO am späten Freitag in New York mit. Über die tatsächliche Zahl der Opfer könnten noch keine Angaben gemacht werden.

Die UN-Beobachter hatten am Freitag zunächst das nahe Dorf Maasaraf in der zentralsyrischen Provinz Hama, den zweiten Schauplatz des Massakers vom Mittwoch, besucht, bevor sie sich nach al Kubeir begaben. Am Donnerstag war die Mission unter anderem durch Beschuss daran gehindert worden, zu den Ortschaften vorzustoßen. In Maasaraf und al Kubeir sollen bei dem Massaker mindestens 55 Menschen getötet worden sein. Laut Augenzeugen wurden die sunnitischen Opfer von Milizen der Alawiten getötet, denen auch Präsident Baschar al Assad angehört.

Syrische Regierung weist Verantwortung von sich

Bei der Ankunft der mehr als 20 Beobachter in al Kubeir war das Dorf nach UN-Angaben verlassen. An manchen Stellen hätten in der Ortschaft noch Feuer gebrannt. Außerdem seien an Häusern Einschüsse von Raketen und großkalibrigen Waffen gefunden worden, teilte die UNO mit. Die syrische Regierung hatte jede Verantwortung für das Massaker von sich gewiesen und wie so oft "Terrorbanden" dafür verantwortlich gemacht. Erst vor gut zwei Wochen waren in der Stadt Hula bei einem Massaker mindestens 108 Menschen getötet worden.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), hat eine internationale Untersuchung des jüngsten Massakers gefordert. "Das Massaker war ein Kriegsverbrechen, das international untersucht werden muss", sagte Polenz der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Für Präsident Baschar al Assad schließe sich mit jedem Tag, an dem es weitere Gewalt gebe, "das Zeitfenster für ein Exil", ergänzte er. Dennoch müsse eine solche Lösung angestrebt werden, sofern dadurch weitere Opfer verhindert werden könnten.

kave/AFP AFP

Mehr zum Thema



Newsticker