Atomstreit Teheran lässt IAEA warten


Im Atomstreit mit dem Iran ist weiter keine schnelle Einigung in Sicht. Teheran blieb auch am Montag eine Antwort zum Kompromissvorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA schuldig, der eine Urananreicherung im Ausland vorsieht.

Im Atomstreit mit dem Iran ist weiter keine schnelle Einigung in Sicht. Teheran blieb auch am Montag eine Antwort zum Kompromissvorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA schuldig, der eine Urananreicherung im Ausland vorsieht. Stattdessen bekräftigte das Land seine Absicht, Brennstoff für einen medizinischen Forschungsreaktor in Teheran im Ausland kaufen zu wollen. "Wir sind bereit, unter der Aufsicht der IAEA von jedem möglichen Zulieferer Treibstoff zu kaufen, so wie wir es vor 20 Jahren aus Argentinien getan haben", sagte der iranische Abgesandte bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Wien.

Unterdessen verstärkten die Vermittler ihren Druck auf die islamische Republik. Russland und Großbritannien forderten den Iran auf, den Kompromissvorschlag anzunehmen. London erwarte eine "schnelle Reaktion", sagte der britische Außenminister David Miliband nach Angaben der Agentur Interfax bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau. Lawrow verlangte zudem eine neues Treffen der fünf Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Der Iran hatte zwar Ende vergangener Woche eine erste, jedoch keine abschließende Antwort abgegeben und beharrt auf Änderungen in dem Entwurf. In dem Kompromissvorschlag geht es um auf 20 Prozent angereichertes Uran, das der Iran für den Forschungsreaktor braucht und das nicht für Waffen verwendbar ist. Statt das Material selbst anzureichern, soll Teheran niedrig angereichertes (3,5 Prozent) Uran nach Russland schicken, wo es dann auf 20 Prozent gebracht wird. Daraus soll anschließend in Frankreich Kernbrennstoff entstehen.

Eine Einigung könnte die seit Jahren verfahrenen Atomverhandlungen mit dem Iran wieder in Gang bringen. Aus diplomatischen Kreisen in Wien verlautete, die Aussagen Soltaniehs müssten nicht notgedrungen als Absage an den Kompromissvorschlag gewertet werden. Iran wolle eventuell im Gegenzug für die Lieferung seines niedrig angereicherten Urans Brennstoff aus dem Ausland kaufen, um sich so abzusichern.

Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki betonte am Rande eines Treffens in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur, sein Land wolle den Vorschlag nun von einer technischen Kommission überprüfen und bewerten lassen. Der Iran werde unterdessen mit der international umstrittenen Anreicherung von Uran fortfahren. Die IAEA wollte sich zu den Aussagen Mottakis zunächst nicht äußern.

Diplomatische Kreise sprachen jedoch von einer Verzögerungstaktik des Irans. Die Weltgemeinschaft befürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie heimlich den Bau der Atombombe anstrebt. Teheran beteuert immer wieder, sein Atomprogramm nur friedlich nutzen zu wollen, und beharrt trotz Sanktionen auf der Anreicherung von Uran im eigenen Land.


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