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Ausland: 250 000 Soldaten einsatzbereit

Unabhängig davon, ob der irakische Präsident das Land verlässt, ist der Truppeneinmarsch nach Angaben von Präsidentensprecher Ari Fleischer beschlossene Sache.

Stunden vor dem Ablauf des amerikanischen Ultimatums an Saddam Hussein hat das US-Militär am Golf letzte Vorbereitungen für einen Einmarsch im Irak getroffen. Eine Viertelmillion amerikanische und britische Soldaten in Kuwait und anderen Golfstaaten sowie auf Flugzeugträgern und Truppentransportern wartete auf den Einsatzbefehl aus Washington. Unabhängig davon, ob der irakische Präsident das Land wie von US-Präsident George W. Bush verlangt bis Donnerstag 02.00 Uhr MEZ verlässt, ist der Truppeneinmarsch nach Angaben von Präsidentensprecher Ari Fleischer beschlossene Sache.

Letzte Vorbereitungen

In Nord-Kuwait räumten die ersten Einheiten am Mittwoch ihre Lager und bezogen Bereitstellungsräume weiter nördlich. Im Golf übernahm der Flugzeugträger "Kitty Hawk" weitere 1000 Präzisionsbomben von einem Frachter. Der Befehlshaber des Feldzugs, Vier-Sterne-General Tommy Franks, flog zu letzten Abstimmungen von seinem Hauptquartier in Doha (Katar) nach Saudi-Arabien. Vom Luftstützpunkt Prince Sultan Air Base bei Riad würden die ersten Luftangriffe dirigiert. US- Verteidigungsminister Donald Rumsfeld war zur Lagebesprechung mit Präsident Bush verabredet.

Heftige Sandstürme

Ob der Vormarsch auf Bagdad unmittelbar nach Ablauf des Ultimatums beginnt, war am Mittwoch in Washington unklar. Militärkenner gehen davon aus, dass eine Offensive in den frühen Morgenstunden beginnt. Sowohl das Wetter als auch strategische Überlegungen könnten den Kriegsbeginn aber verzögern, hieß es. So verringerten heftige Sandstürme an der kuwaitisch-irakischen Grenze am Mittwoch die Sicht auf nur wenige Meter. "Das würde unsere Geschwindigkeit beeinträchtigen und besondere Herausforderungen stellen, aber wir sind bereit", sagte ein Kommandeur im US-Fernsehen.

Einmarsch unmittelbar nach dem Luftschlag

Taktisch mache es auch Sinn, "die Iraker eine Weile in den Himmel starren zu lassen", wurde ein Regierungsbeamter in Washington zitiert. Das irakische Militär soll mit einer massiven Bombardierung schon in den ersten Stunden zermürbt werden. Die Bodentruppen sollen unmittelbar danach in den Irak einmarschieren. Eine ihrer Prioritäten ist nach Angaben von Militärstrategen die Sicherung der Ölquellen.

Invasion beschlossene Sache

Unabhängig davon, ob Saddam der Aufforderung zum Verlassen des Landes entgegen allen Erwartungen doch noch nachkommt, ist der amerikanische Einmarsch im Irak beschlossene Sache. Das bekräftigte Präsidentensprecher Ari Fleischer am Dienstag. "Auch, wenn Saddam gehen würde, würden amerikanische Truppen und Koalitionstruppen im Irak einmarschieren - hoffentlich auf friedlichem Wege", sagte Fleischer.

Flugblatt-Aktionen

Aufgabe der Soldaten sei es, Iraks Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Es sei zu hoffen, dass es sich um einen friedlichen Einmarsch handle. Die USA haben in den vergangenen Tagen hunderttausende Flugblätter über dem Irak abgeworfen. Darin werden Soldaten und Offiziere aufgefordert, die Waffen niederzulegen und etwaigen Befehlen nicht mehr zu gehorchen. "Wer braucht Dich mehr: Deine Familie oder das Regime? Geh heim zu Deiner