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Bei der Trauerfeier: Verwirrung über Händedruck Katzavs und Chatamis

Der iranische Präsident Mohammed Chatami hat am Samstag Berichte zurückgewiesen, wonach er bei der Trauerfeier für Papst Johannes Paul II. mit seinem israelischen Kollegen Mosche Katzav gesprochen haben soll.

Die israelische Darstellung, wonach beide Politiker sich die Hand gaben und einige Worte auf Farsi wechselten, wurde in Teheran zurückgewiesen. Katzav hatte am Freitag gesagt, er habe in Rom ein paar Worte mit Chatami gewechselt. Chatami bezeichnete dies als "falsche Behauptung".

Die Aussage Katzavs, auch dem syrischen Präsidenten Baschar Assad die Hand gegeben zu haben, wurde dagegen bestätigt. Syrien bestätigte, dass Präsident Baschar el Assad Katzav bei der Feier die Hand gegeben habe. Dies sei aber "keine Kehrtwende in der syrischen Haltung" zum jüdischen Staat. Weder Iran noch Syrien erkennen Israel an. Allerdings wurde die politische Bedeutung der Geste heruntergespielt. Friedensgespräche zwischen Israel und Syrien wurden 2000 abgebrochen, das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist gespannt. Israel und Teheran haben seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Hat er - oder hat er nicht

Der in Iran geborene Katzav hatte laut der Zeitung "Ma’ariv" gesagt, Chatami sei nach der Zeremonie auf ihn zugegangen. Sie hätten sich die Hand geschüttelt und ein paar Worte auf Persisch miteinander gesprochen. Er habe sich mit Chatami über die iranische Region Jasd unterhalten, wo beide im Abstand von zwei Jahren geboren worden seien, wurde Katzav zitiert. "Der Präsident des Irans reichte mir die Hand, ich schüttelte sie und sagte ihm auf Farsi: 'Möge Frieden mit Ihnen sein'", erklärte Katzav. "Ich habe keinen Vertreter des zionistischen Regimes getroffen", zitierte die amtliche iranische Agentur IRNA dagegen Chatami. Katzav hatte zunächst Assad, der hinter ihm saß, die Hand gegeben. Später sei es dann Assad gewesen, der ihm die Hand ein zweites Mal gereicht habe. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA schrieb dazu: "Der Händedruck war als Formalität im Protokoll vorgesehen ... eine politische Bedeutung kam ihm nicht zu".

Chatami wies diese Darstellung am Samstag zurück. "Diese Behauptungen sind falsch, wie andere Behauptungen der zionistischen Medien, und ich hatte kein Treffen mit irgendeinem Vertreter des zionistischen Regimes", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA Chatami am Samstag. Katzav spielte die Bedeutung später herunter. "Wenn sich Staatsoberhäupter treffen, geben sie sich immer die Hand", sagte er laut israelischen Medienberichten vom Samstag. "Ich glaube kaum, dass man sagen kann, das Eis sei gebrochen. Wir sollten solchen Höflichkeitsfloskeln keine politische Bedeutung beimessen."

Assad und Chatami seien "beide Extremisten"

Der israelische Außenminister Silvan Schalom sagte in einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Stampa", er bezweifle, dass der Händedruck mit Chatami und Assad einen diplomatischen Durchbruch darstelle. Er bezweifle, dass sie einen "Neuanfang" signalisierten, sagte er der italienischen Zeitung "La Stampa". Beide Politiker seien Extremisten. Ohne die "magnetische Ausstrahlung" des Papstes wäre das Treffen nie zu Stande gekommen, sagte Schalom.

AP, DPA / AP / DPA