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Bundeswehr-Einsatz gegen den IS Weniger als die Hälfte der Tornados ist einsatzbereit


Deutschland will sechs Tornados für den Kampf gegen den IS bereitstellen. Damit wird die Luftwaffe vor eine besondere Herausforderung gestellt: Zahlreiche Jets der Flotte sind nämlich gar nicht einsatzbereit.

Von den Tornado"-Flugzeugen der Bundeswehr, die Teil des Syrien-Einsatzes sein sollen, ist nicht einmal jeder zweite Jet einsatzbereit. Nach einem Bericht des Verteidigungsministeriums zum Zustand der Hauptwaffensysteme sind von 93 angeschafften "Tornados" derzeit 66 in Betrieb und davon wiederum nur 29 einsatzbereit (44 Prozent). Das sind noch weniger als bei der entsprechenden Untersuchung vor einem Jahr (58 Prozent).

Für den Anti-Terror-Einsatz in Syrien und im Irak sind sechs Aufklärungs-"Tornados" eingeplant. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht wegen der kleinen Zahl auch keine Probleme für die Mission. "30 Tornados" sind einsatzbereit, und wir brauchen davon 6. Das heißt, wir haben einen breiten Spielraum, der vorhanden ist", sagte sie im ARD-"Morgenmagazin".

Steinmeier wirbt für Einsatz

Außenminister Frank-Walter Steinmeier warb später in der Bundestagsdebatte für den Einsatz. Deutschland dürfe im Kampf gegen die IS-Terroristen in Syrien aus Sicht der Bundesregierung nicht länger abseitsstehen. Eine mögliche Erhöhung der Terrorgefahr hierzulande sei kein Grund, vor einem Militäreinsatz zurückzuschrecken, betonte er.

Grüne und Linke im Bundestag warfen der großen Koalition vor, sie marschiere kopflos und ohne schlüssige Gesamtstrategie in ein "Abenteuer". Steinmeier sagte: "Abschottung, Lichter aus, Rollläden runter, wenn Terroristen durch die Straßen ziehen", das dürfe nicht die Logik der Deutschen sein. 

Dauer des Einsatzes ist offen

Am Freitag will der Bundestag über das Mandat abstimmen. Es sieht den Einsatz von bis zu 1200 Soldaten vor und ist zunächst auf ein Jahr befristet. Zur voraussichtlichen Dauer des geplanten Bundeswehr-Einsatzes machte die Regierung keine Angaben. Von der Leyen erklärte: "Was die Zeitdauer des Mandats angeht, so wird sie sehr stark davon abhängen, wie erfolgreich der politische, der entscheidende Prozess ist."

tis DPA

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