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Französisches Satiremagazin: "Charlie Hebdo" reagiert mit makabrem Cover auf Anschläge

Das Satiremagazin "Charlie Hebdo" war im Januar selbst Ziel eines Anschlags. Acht Mitarbeiter kamen damals ums Leben. In der neuen Ausgabe reagieren die Macher auf die Pariser Terroranschläge. Das Cover dürfte polarisieren.

Neues Cover vom Satiremagazin Charlie Hebdo nach den Anschlägen von Paris

Das Satiremagazin Charlie Hebdo verarbeitet die Terroranschläge von Paris auf gewohnt makabre Art und Weise

Die Attentäter von Paris suchten sich für ihre todbringenden Anschläge mit mindestens 132 Opfern bewusst belebte Orte in Paris aus. Orte, an denen sich die Menschen mit Freunden oder ihrer Familie trafen, um gemeinsam zu essen, zu reden, zu feiern. Oder wie im Fall des Stade de France, um sich das Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland anzusehen. Glücklicherweise konnte dort ein schlimmeres Blutvergießen im letzten Moment verhindert werden.

Die Terroristen wollten Paris, die Stadt, die wie vielleicht keine andere europäische Metropole für Weltoffenheit und Toleranz steht, ins Mark treffen. Sie wollten der Bevölkerung die Lebensfreude nehmen. Genau diese setzt das Satiremagazin "Charlie Hebdo" dem Terror nun entgegen - mit einem gewohnt markabren Cover. So zeigt die Titelseite des am Mittwoch erscheinenden Magazins einen Mann, der ein Glas Champagner trinkt. Aus seinem von Kugeln durchlöcherten Körper strömt der Alkohol. Versehen ist die rot unterlegte Zeichnung mit den Worten: "Sie haben die Waffen. Wir scheißen auf sie, wir haben den Champagner!"

Terroristen vor Augen führen, wie unnütz ihr Handeln ist

Die einzige Antwort auf die Terroristen müsse lauten, dass der Terror, den sie versuchen zu verbreiten, unnütz sei, zitierte die französische Zeitung "Libération" aus dem Leitartikel der Ausgabe. Die Redaktion selbst kündigte auf ihrer Internetseite lediglich an, dass der Schwerpunkt der neuen Ausgabe auf den Attentaten liege.

Am 7. Januar war die Redaktion des Satiremagazins in Paris selbst Ziel eines islamistischen Terroranschlags geworden. Zwölf Menschen wurden damals ermordet, darunter acht Mitarbeiter der Zeitschrift. "Charlie Hebdo" hatte wiederholt Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

mod mit DPA