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Ex-Rapper Deso Dogg: Berliner IS-Terrorist Denis Cuspert doch noch am Leben?

Er wurde mehrfach totgesagt. Zuletzt meldete Mitte Oktober das Pentagon, Denis Cuspert sei in Syrien ums Leben gekommen. Doch einem Medienbericht zufolge lebt Deutschlands bekanntester IS-Terrorist womöglich noch.

Denis Cuspert

Gnadenloser Blick, Sturmgewehr, Tatoos: der Berliner Terrorist Denis Cuspert im August in einem Propagandafilm des Islamischen Staates.

Der deutsche Dschihadist und frühere Rapper Denis Cuspert ist möglicherweise doch nicht tot. Zwar hatte das amerikanische Verteidigungsministerium bestätigt, dass Cuspert am 16. Oktober bei einem US-Luftangriff in der Nähe der syrischen Stadt Rakka ums Leben gekommen sei, doch deutsche Sicherheitsbehörden hätten "massive Zweifel" daran berichtet "Spiegel Online". Demnach soll es einen nach dem 16. Oktober abgefangenen Telefonmitschnitt geben, auf dem der gebürtige Berliner als Sprecher identifiziert worden sei.

Cusperts Tod war schon mehrfach gemeldet worden. Etwa im September 2013, als er vermutlich durch einen syrischen Luftangriff schwer am Kopf verwundet wurde. Nach eigener Aussage lag er zunächst in einer türkischen Klinik im Koma. In den Folgemonaten soll er in Nordsyrien Kontakt zu hochrangigen IS-Terroristen gefunden haben.

Cuspert soll direkten Zugang zur IS-Führung haben

Im April 2014 kamen erneut Meldungen auf, Cuspert sei tot. Abu Talha al Almani sei unter den Opfern eines Selbstmordanschlags der verfeindeten Al-Nusra-Front, hieß es in mehreren islamistischen Internetforen. Auch die den Aufständischen nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, der Deutsche sei getötet worden. Eindeutige Belege dafür gab es nicht. Stattdessen trat Cuspert seither mehrfach in Propagandavideos des IS auf.

Cuspert, der es als Gangster-Rapper Deso Dogg in Deutschland zu mäßiger Bekanntheit brachte, hatte sich vor drei Jahren nach Ägypten abgesetzt und anschließend unter dem Kampfnamen Abu Talha al-Almani dem IS angeschlossen. Er soll in Syrien direkten Zugang zum Führungszirkel um IS-Chef Abu Bakr al Bagdadi haben. Vergangenen November hatte der Islamische Staat ein Video im Internet veröffentlicht, in dem Cuspert offenbar den Kopf eines exekutierten IS-Gegners in den Händen hält. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Kriegsverbrechen gehen ihn.

mad / AFP