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Omaima A.: Witwe des deutschen IS-Terroristen Denis Cuspert von Bundesanwaltschaft angeklagt

Sie soll dem Islamischen Staat angehört und eine 13-jährige Jesidin als Sklavin gehalten haben: Die Bundesanwaltschaft hat gegen Omaima A., die Witwe des Berliner IS-Dschihadisten Denis "Deso Dogg" Cuspert, Anklage erhoben.

Omaima A, (l.) die Witwe des deutschen IS-Terroristen Denis Cuspert (r.) bei ihrer Festnahme im September 2019

Omaima A, (l.) die Witwe des deutschen IS-Terroristen Denis Cuspert (r.) bei ihrer Festnahme im September 2019

DPA

Die Bundesanwaltschaft hat die frühere Ehefrau des getöteten deutschen IS-Terroristen und ehemaligen Berliner Gangsterrappers Denis Cuspert wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeklagt. Der Prozess solle vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg stattfinden, teilte die Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe mit.

Omaima A., die deutsche und tunesische Staatsbürgerin ist, war drei Jahre nach ihrer Rückkehr nach Deutschland im September 2019 in Hamburg festgenommen worden. Die Anklage gegen die 1984 geborene Witwe lautet unter anderem auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Menschenhandel und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Omaima A. hatte Denis Cuspert im Streit verlassen

 Der Anklageschrift zufolge hat Omaima A. sich im Januar 2015 dem IS in Syrien angeschlossen. Dazu sei sie gemeinsam mit ihren drei minderjährigen Kindern über die Türkei ihrem ersten Ehemann Nadar H. nach Syrien nachgereist. Vor der Ehe mit Cuspert soll Omaima A. im syrischen Al-Rakka dem Dschihadisten H. zunächst den Haushalt geführt haben. Laut Bundesanwaltschaft erzog A. die gemeinsamen Kinder "im Sinne der IS-Ideologie". Sie soll auch für einen unbekannten Zeitraum ein 13-jähriges jesidisches Mädchen als Sklavin gehalten haben.

Nachdem Nadar H. im Frühjahr 2015 bei einem Luftangriff ums Leben gekommen war, erhielt Omaima A. laut Anklage vom IS eine Kondolenzzahlung von 1000 US-Dollar sowie eine Verdienstzahlung in Höhe von 310 US-Dollar.

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Nur wenige Monate später habe sie den höherrangigen IS-Angehörigen Denis Cuspert nach islamischem Recht geheiratet. Wegen Streitigkeiten mit Cuspert, und um ihr viertes Kind in Deutschland zur Welt zu bringen, kehrte Omaima A. mit ihren Kindern Anfang September 2016 in die Bundesrepublik zurück.

Cuspert hatte Jahre zuvor seine nur mäßig erfolgreiche Karriere als Rapper Deso Dogg aufgegeben und sich 2014 uner dem Kampfnamen Abu Talha al-Almani dem IS angeschlossen. In den USA stand er auf der Terrorliste. Der 1975 in Berlin-Kreuzberg geborene Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers trat unter anderem in mehreren Propagandavideos der Dschihadisten auf. Im Januar 2018 wurde Cuspert bei Kämpfen in der syrischen Provinz Dair as-Saur getötet. (Lesen Sie hier im stern mehr dazu.)

mad / DPA / AFP