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Deutscher Terrorist Totgesagter Cuspert angeblich in neuem IS-Video zu sehen


Mehrfach wurde Denis Cuspert für tot erklärt, zuletzt Ende Oktober. Genauso oft wurden die Meldungen später wieder dementiert. Nun ist ein IS-Video aufgetaucht, das den Berliner lebend zeigt.

Neues Verwirrspiel oder echtes Lebenszeichen: Nachdem das Pentagon Ende Oktober den Tod des deutschen IS-Kämpfers Denis Cuspert offiziell bestätigt hatte, ist im Netz ein neues Propagandavideo der Terrormiliz aufgetaucht, das den 40-Jährigen in einer unbekannten Stadt auf einer Parkbank sitzend zeigt.

In Hemd und Camouflage-Jacke bekleidet, erzählt der gebürtige Berliner in der gut 13-minütigen Aufnahme zunächst ausführlich von einem angeblich aus Solingen stammenden Selbstmordattentäter, der sich für den IS in die Luft gesprengt haben soll. Er selbst habe die "Ehre gehabt, ihn (den Attentäter, Anm. d. Red.) in Deutschland kennenzulernen", berichtet Cuspert. Abu Yasir al-Almani, so der angebliche Name des Mannes, habe einen Anschlag mit einem Lastwagen ("ein ehrenwertes Geschäft") verübt, so Cuspert.

Cuspert ruft Deutsche zu Anschlägen in Syrien auf 

Anschließend ruft der früher auf den Namen "Deso Dogg" hörende Ex-Rapper deutsche Islamisten ("meine Geschwister") explizit dazu auf, nach Syrien zu kommen, um dort selbst Selbstmordanschläge zu verüben. "Kommt, kommt und opfert euch", sagt Cuspert in dem Video, das laut Informationen der "Bild"-Zeitung angeblich nach dem 13. November, dem Tag der verheerenden IS-Anschläge in Paris, entstanden sein soll.

Genau dies aber lässt Zweifel an der Aktualität der Aufnahme aufkommen. Der Grund: Cuspert geht in seinen Ausführungen mit keinem Wort - und damit für neuere IS-Videos eher ungewöhnlich - auf die Attentate in Frankreichs Hauptstadt ein. Auch die Beteiligung Deutschlands an der internationalen Anti-IS-Koalition erwähnt er nicht.

Erste Aufnahme mit Cuspert seit August

Darüber hinaus wirft der angebliche Selbstmordanschlag Abu Yasir al-Almanis Fragen auf. Demnach hatte der IS bereits im August 2014 bekannt gegeben, dass sich ein Kämpfer mit eben diesem Namen im irakischen Kirkut in die Luft gesprengt habe. Es könnte also gut sein, dass das Video schon deutlich älter ist als von den Terroristen angegeben.

Zuletzt war im August ein Propagandavideo des Islamischen Staates aufgetaucht, das Cuspert zeigt. In dem Film, der in Al Tabqa, etwa 35 Kilometer westlich der IS-Hochburg Rakka in Syrien aufgenommen wurde, warb der Deutsche gemeinsam mit fünf anderen Islamisten um Rekruten aus den Unruhegebieten im Nordkaukasus.

Cuspert war in der Vergangenheit schon mehrfach für tot erklärt worden, zuletzt vor gut einem Monat. Damals hatte das US-Verteidigungsministerium mitgeteilt, der 40-Jährige sei am 16. Oktober bei einem US-Luftangriff in der Nähe der syrischen Stadt Rakka ums Leben gekommen. Nur wenig später waren an dieser Version jedoch erhebliche Zweifel aufgekommen. Demnach sollen deutsche Sicherheitsbehörden laut Recherchen von "Spiegel Online" ein nach dem 16. Oktober geführtes Telefonat mitgeschnitten haben, auf dem Cuspert eindeutig als Sprecher identifiziert worden sei.

Vor drei Jahren dem IS angeschlossen

Cuspert hatte sich vor drei Jahren nach Ägypten abgesetzt und anschließend unter dem Kampfnamen Abu Talha al-Almani dem IS angeschlossen. In Syrien soll er direkten  Zugang zum Führungszirkel um IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi haben. Im November 2014 hatte der Islamische Staat ein Video im Internet veröffentlicht, in dem Cuspert offenbar den Kopf eines exekutierten IS-Gegners in den Händen hält. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Kriegsverbrechen gehen ihn.

mod

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